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Krankheiten referenzindex «Parkinson und Dopamin»

Parkinson und DopaminParkinson und DopaminParkinson und Dopamin

vege/Fotolia.com

Menschen mit Parkinson leiden unter einem Mangel an Dopamin. Die Substanz ist eine Vorstufe des Botenstoffes Noradrenalin. Gleichzeitig ist Dopamin aber auch ein eigenständiger Botenstoff im Gehirn (Neurotransmitter). Die dopaminergen Nervenzellen liegen vor allem im Mittel- und Zwischenhirn. Dopamin hat viele Aufgaben. Unter anderem steuert es nichtwillkürliche Bewegungen, also unkontrollierbare, durch bestimmte Reize ausgelöste Reflexe. Ein Beispiel ist das Zurückziehen der Hand, wenn man sich an der heißen Herdplatte verbrennt.

Ausgeklügelte Reizverarbeitung

Reize werden vom Ort ihrer Entstehung zu den Orten der Reizverarbeitung im Gehirn mithilfe der Nervenzellen und ihrer Fortsätze (Nervenfasern) weitergeleitet. Innerhalb der Nervenzellen und der Fortsätze funktioniert die Reizleitung elektrisch. Zwischen zwei Nervenzellen erfolgt die Weiterleitung chemisch, und zwar über Botenstoffe, die vom Nervenende selbst ausgeschüttet werden. Im Fall der dopaminergen Nervenzelle heißt dieser Neurotransmitter Dopamin. Daneben gibt es weitere Neurotransmitter, zum Beispiel Acetylcholin oder Glutamat. Bewegungsabläufe können nur harmonisch sein, wenn sich die Menge aller daran beteiligten Botenstoffe im Gleichgewicht befindet.

Chemische Nervenverbindung

Gelangt ein Reiz ans Ende der Nervenfaser (Präsynsapse), wird der dort gespeicherte Neurotransmitter (z.B. Dopamin) in den sogenannten synaptischen Spalt freigesetzt. Das freigesetzte Dopamin bindet an die Rezeptoren der gegenüberliegenden Nervenenden (Postsynapse) und löst dadurch einen erneuten elektrischen Impuls aus. Der Reiz wird so bis zur Muskelfaser weitergeleitet, als Reizantwort wird eine Bewegung auslöst. Überschüssiges Dopamin wird entweder abgebaut oder wieder in die Präsynapse aufgenommen und für eine weitere Verwendung gespeichert.

Mangel stört Bewegungsablauf

Ist zu wenig Dopamin vorhanden - wie bei Parkinsonpatienten -  gerät nicht nur die Reizweiterleitung zwischen den Nervenzellen außer Kontrolle. Auch das physiologische Gleichgewicht der anderen Neurotransmitter ist gestört und Bewegungsprobleme sind die Folge. Es entwickeln sich typische Parkinsonsymptome wie Bewegungsverlangsamung (Bradykinese), Zittern (Tremor) und erhöhte Muskelspannung (Rigor). Der Dopaminmangel lässt sich teilweise durch die Gabe der Dopamin-Vorstufe L-Dopa ausgleichen. Die L-Dopa-Therapie lindert zwar die Symptome der Parkinsonkrankheit, eine Heilung ist damit aber nicht möglich.


Kommentar «Parkinson und Dopamin»