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Krankheiten referenzindex «Pollenallergie - Stachelige Flieger»

Ivan Polushkin/Fotolia.com

Pflanzen mit Frühlingsgefühlen

Triefnase, juckende Augen, geschwollene Schleimhäute - etwa 16 Prozent der Bundesbürger leiden jährlich unter einem allergischen Schnupfen (Heuschnupfen). Für viele Pollenallergiker beginnt die Heuschnupfenzeit schon im Winter. Denn bei milden Temperaturen bekommen Bäume wie Haselnuss, Erle und Birke "Frühlingsgefühle" und blühen viel früher als normalerweise - manchmal schon im Januar.

Manche Heuschnupfen-Allergiker reagieren erst im Sommer zur Heuernte auf Gräserpollen allergisch, anderen machen die spätblühenden Kräuterpollen wie Beifuß im Spätsommer und Herbst zu schaffen. Für alle heißt es: Pollenflugkalender studieren!

Flächendeckend gestreut

Das eigentliche Problem für Pollenallergiker sind nicht die schweren Pollen der Blütenpflanzen, die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge durch die Luft transportieren. Die klassischen Auslöser allergischer Reaktionen sind vielmehr die feineren, mit bloßem Auge gar nicht erkennbaren Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern. Der Wind wirbelt sie bis zu 400 Kilometer weit durch die Luft. Oft produzieren Windblütler riesige Mengen an Pollen und verteilen sie flächendeckend, um artgleiche Pflanzen zu befruchten. Ein Haselnussstrauch beispielsweise produziert über 600 Millionen Pollenkörner. Sie dringen tief in die Atemwege ein und setzen sich dort auf den Schleimhäuten fest.

Harmloser Schnupfen? Nein!

Heuschnupfen ist nicht so harmlos, wie viele Menschen glauben, sondern eine ernstzunehmende chronische Erkrankung. Im Gegensatz zu einem Schnupfen, der durch Viren oder Bakterien verursacht wird, verschwindet ein allergischer Schnupfen nicht einfach: Ohne Behandlung kann er sich ausdehnen und sich mit der Zeit zu einem allergischen Asthma entwickeln. Heuschnupfen und Asthma bleiben dann oft ein Leben lang bestehen.

Kettenreaktion auf Pollen

Bei der Art der Pollen gibt es Unterschiede, aber die Reaktion auf das Allergen ist fast immer gleich: Die Pollen setzen eine Kette immunologischer Reaktionen in Gang. Zunächst bildet der Körper natürliche Abwehrstoffe (Antikörper). Die eigentlich harmlosen Blütenpollen werden ab sofort als gefährlich eingestuft. Diese falsche Programmierung bleibt nicht ohne Folgen, denn bei weiteren Pollenkontakten betrachtet der Körper die Blütenstäube fälschlicherweise als Krankheitserreger und bekämpft sie:

Sobald die Allergene an Antikörper binden, erhalten bestimmte Körperzellen das Kommando, Histamin freizusetzen. Dieser Botenstoff macht die Blutgefäßwände durchlässig. Flüssigkeit, Eiweiß und Zellen treten aus und verursachen Schwellung und Rötung, Juck- und Niesreiz. Betroffen sind meistens Nase, Augen und Rachenraum. Daneben können Atemnot, Magen-Darm-Störungen, Migräne, Müdigkeit, Schlafstörungen und Depressionen auftreten.

Etagenwechsel verhindern

Wer unter diesen Symptomen leidet, sollte sich in jedem Fall in ärztliche Behandlung begeben. Die Beschwerden lassen sich mit Medikamenten (Antihistaminika, kortisonhaltige Nasensprays) behandeln. Außerdem lässt sich verhindern, dass sich die Krankheit verschlimmert und ein sogenannter "Etagenwechsel" stattfindet. Dabei weitet sich die Allergie auf die unteren Atemwege aus. Die mögliche Folge ist chronisches Asthma.

In einigen Fällen kann eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie, SIT) helfen. Bei einer Allergie gegen Gräserpollen ist sie nachweislich wirksam. Experten vermuten, dass sie auch bei anderen Pollenallergien erfolgreich sein kann. Die Hyposensibilisierung bessert die Beschwerden langfristig und kann den Etagenwechsel stoppen.


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