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Krankheiten referenzindex «Polymyalgia rheumatica (Riesenzellarteriitis)»

Polymyalgia rheumatica (Riesenzellarteriitis)

Was ist eine Polymyalgia rheumatica? Was ist eine Riesenzellarteriitis? Die Namensgebung stammt noch aus einer Zeit, in der man kaum etwas über diese Erkrankungen wusste. Der Name (poly = viel, Myalgia = Muskelschmerz, rheumatica = fließend) trägt zu einer erheblichen Verwirrung bei. Zwar empfindet der Patient seine Schmerzen in der Muskulatur. Die Untersuchung des Muskelgewebes enthüllt aber keine krankhaften Veränderungen. Entnimmt man aber ein Stück einer Schlagader, die durch den Muskel zieht, so kann man bei einigen Patienten erhebliche entzündliche Veränderungen erkennen.

Es handelt sich deshalb um eine Entzündung von Schlagadern (medizinisch Arterien). Die Entzündung einer Schlagader nennt man Arteriitis. Kann man die Entzündung durch eine Gewebsentnahme feststellen und findet man darin Riesenzellen, so spricht man von einer Riesenzellarteriitis. Läßt sich die Entzündung in einer Gewebsprobe nicht nachweisen bzw. findet man keinen geeigneten Ort zur Gewebeentnahme (Biopsie), so gebraucht man den Namen Polymyalgia rheumatica.

Bis heute besteht ein Streit zwischen den Experten, ob es sich um zwei unterschiedliche Erkrankungen handelt oder ob die Riesenzellarteriitis die besonders fortgeschrittene Form der Polymyalgia rheumatica darstellt.

Die Behandlung ist grundsätzlich gleich, jedoch werden bei der Riesenzellarteriitis die Medikamente höher dosiert. Weitere Bezeichnungen für diese Erkrankung sind Arteriitis temporalis, Arteriitis capitis oder Arteriitis cranialis.

Was geschieht bei der Entzündung der Arterie?

Beim Entzündungsprozess wandern Entzündungszellen (weiße Blutkörperchen - Leukozyten) in die Arterienwand ein und es kommt zur Bildung von Riesenzellen. Die Arterienwand wird dicker, fester und engt die Arterie immer mehr ein. Dieser Prozess entwickelt sich segmental, d.h. während einige Abschnitte (Segmente) sehr stark von der Einengung betroffen sind, bleiben andere Abschnitte von der Erkrankung vollkommen verschont. Bei einer Gewebsentnahme muss deshalb ein ausreichend langes Stück entnommen werden. Durch das Engerwerden der Blutgefäße werden die betreffenden Organe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Bei einem Totalverschluss sterben diese sogar ab. Dieser Prozess kann jedes Organ oder jede Körperregion befallen. Es gibt aber einige Stellen, die besonders gefürchtet sind. Kommt es zum Verschluss der Augenschlagader, so erblindet der Patient innerhalb weniger Minuten. Kommt es zu einem Verschluss der Herzkranzgefäße, resultiert daraus ein Herzinfarkt und spielt sich dieser Prozess in den Schlagadern der zum Gehirn führenden Arterien ab, so droht ein Schlaganfall. Aus diesen Tatsachen kann man entnehmen, dass es sich nicht nur um eine äußerst schmerzhafte, sondern vor allem auch um eine gefährliche Erkrankung handelt, deren Folgen manchmal nicht wieder gutzumachen sind. Nur die rechtzeitige Erkennung und unverzügliche Behandlung kann den drohenden Schaden abwenden und zu einer schnellen Besserung der erheblichen Schmerzen führen.

Eine Ursache oder einen Auslöser hat man bis heute nicht gefunden. Man vermutet eine gewisse erbliche Veranlagung. Um eine Erbkrankheit im eigentlichen Sinne handelt es sich aber nicht.


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