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Krankheiten referenzindex «Posttraumatische Belastungs- und Anpassungsstörungen»

von Paul L. Janssen

Die posttraumatischen Belastungsstörungen sind eine mögliche Folgereaktion eines oder mehrerer traumatischer Ereignisse, die an der eigenen Person, aber auch an fremden Personen erlebt werden können. In vielen Fällen kommt es zum Gefühl von Hilflosigkeit und durch das traumatische Erleben zu einer Erschütterung des Selbst- und Wertverständnisses.

Abb. 9-1: Stufenmodell der psychotraumatologischen Versorgung

aus: (Flatten: PTSD, In: Janssen, Joraschky, Tress Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Dt. Ärzteverlag 2005).

In der ICD-10 werden akute Belastungsreaktionen (F 43.0) von Posttraumatischen Belastungsstörungen (F 43.1.) und Anpassungsstörungen (F 43.2) unterschieden. Die akut traumatischen Ereignisse sind: Naturkatastrophen, Unfälle, technische Katastrophen, kriminelle Gewalttaten wie Überfälle oder Traumata. Die längerdauernden oder wiederholten traumatischen Ereignisse sind: Geiselhaft, Folter, Kriegsgefangenschaft, KZ-Haft, wiederholte sexuelle und körperliche Gewalt in Form von Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung und wiederholte Vergewaltigung.

Die Tatsache, durch einen anderen Menschen gezielt Gewalt zu erfahren, führt in der Regel zu einer höheren Belastung der Opfer als Unfall- und Katastrophenereignisse dies auslösen würden. Traumatische Erfahrungen im Kindes- und Jugendalter können besonders schwere Traumafolgestörungen verursachen. Extreme Belastungen führen zu Persönlichkeitsveränderungen.

Bei Posttraumatischen Belastungsstörungen ist eine hohe Komorbidität mit anderen psychischen Krankheiten wie Angst, Depression, Somatisierung, dissoziativer Störung und Suchterkrankung festzustellen.

Es sind in der Psychotherapie traumaorientierte Konzepte entwickelt worden, die einem 3-Phasen-Modell folgen, wie: Stabilisierung, Traumabearbeitung, psychosoziale Reintegration (Wiedereingliederung). Sowohl aus der psychodynamischen Therapie, wie aus der Verhaltenstherapie liegen entsprechende Konzepte vor, aber auch hypnotherapeutische Verfahren und das EMDR sind traumaspezifisch einzusetzen. Antidepressiva sollen nur eingesetzt werden, wenn entsprechende Symptome vorliegen. Es wird folgendes Stufenmodell der psychotraumatologischen Versorgung angestrebt (Abb. 9.-1). Es haben sich auch spezielle stationäre Psychotherapieeinrichtungen für traumatisierte Patienten entwickelt.


Kommentar «Posttraumatische Belastungs- und Anpassungsstörungen»