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Krankheiten referenzindex «Posttraumatische Belastungsstörung - Therapie»

Drei Stufen

Die Therapie von Posttraumatischen Belastungsstörungen erfolgt meist in drei Stufen, die teilweise auch parallel ablaufen können. So wird die Stabilisierung im gesamten Therapieverlauf immer wieder eine Rolle spielen.

1. Stabilisierung und Affektregulation: Hier geht es zunächst darum, das erschütterte Gefühl von Sicherheit wiederherzustellen. Der Betroffene lernt in dieser Phase, die über ihn hereinbrechenden Erinnerungen zu kontrollieren. Dabei hilft es, die persönlichen Ressourcen und Kraftquellen anzuzapfen und seine Einbindung ins soziale Netz zu nutzen.

2. Traumasynthese/Traumaexposition: Erst wenn der Patient stabil ist, kann die eigentliche Auseinandersetzung mit dem Trauma erfolgen. Oft kann sich der Betroffene nur fragmentarisch an das Geschehen erinnern. Der Grund: Der Schock blockiert wichtige Informationsverarbeitungsprozesse im Gehirn. Während der Therapie gilt es, die Einzelstücke zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen. Ziel ist es, das Erlebte als Teil der Vergangenheit begreifen zu können, der seine Macht über die Gegenwart verloren hat.

3. Integration und Neuorientierung: Ziel ist es, die traumatische Erfahrung in die persönliche Lebensgeschichte zu integrieren, sie als Teil der persönlichen Vergangenheit zu akzeptieren und sich mit ihr auszusöhnen. Dabei finden auch Wut und Trauer über das, was durch das Trauma vielleicht zerstört wurde, ihren Platz. Darauf aufbauend kann der weitere Lebensweg geplant und gestaltet werden.

Therapieformen

Besonders wirksam für die Traumatherapie sind offenbar spezielle Formen der kognitiven Verhaltenstherapien, die meist mit Imaginationstechniken kombiniert werden.

Psychodynamische Therapieansätze, die mit dem Erzählfluss des Betroffenen arbeiten wie die klassische Psychoanalyse, funktionieren weniger gut. Eine Hürde für ihre Wirkung ist der Umstand, dass das Erlebte aufgrund des Schocks nicht als vollständige Erfahrung, sondern fragmentiert im Gehirn gespeichert wurde - und zwar entkoppelt vom Sprachzentrum. Daher ist es den Traumatisierten meist gar nicht möglich, wirklich über ihre Erlebnisse zu sprechen.

Ein spezielles und sehr wirksames Verfahren in der Traumatherapie ist das sogenannte Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR). Mit dieser Methode gelingt es effektiv, die Erinnerungsfetzen wieder zu einem Gesamtbild zusammenzufügen und als Geschehen in der Vergangenheit abzulegen. Während der Patient sich auf einen Erinnerungsbruchstück konzentriert, verfolgt er beispielsweise mit den Augen den rhythmisch hin und her wandernden Finger des Therapeuten. Dieses verblüffend einfache Verfahren hilft offenbar, die Erinnerungen zu restrukturieren. Man geht davon aus, dass sich hier Mechanismen entfalten, die auch im Schlaf während der sogenannten REM-Phasen wirksam sind. Auch dabei bewegen sich die Augen.


Kommentar «Posttraumatische Belastungsstörung - Therapie»