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Krankheiten referenzindex «Posttraumatische Belastungsstörung - Ursachen»

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist Folge eines seelischen Traumas. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Traumata als "kurz- oder langanhaltende Ereignisse oder Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung mit katastrophalem Ausmaß, die nahezu bei jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde" (1).

Auslöser für ein Trauma können schwere Verkehrsunfälle, Naturkatstrophen, Folter, Geiselnahme, Gewalt und massive Bedrohung oder sexueller Missbrauch sein. Auch der Tod eines nahen Angehörigen kann traumtisch sein. Zeugen von Katastrophen oder massiver Gewalt können ebenfalls traumatisiert werden.

Auffällig ist, dass Opfer von menschlicher Gewalt häufiger eine PosttraumatischeBelastungsstörung entwickeln als beispielsweise Katastrophenopfer. Wie unterschiedlich hoch das Risiko für eine PTBS nach den verschiedenen Traumaursachen ist, zeigt die folgende Tabelle:

Art des erlebten TraumasBetroffener Anteil BevölkerungAnteil der Betroffenen mit PTBS
Kindesmissbrauch (unter 14 Jahre)1,2 %35,3 %
Vergewaltigung0,75 %37,5 %
Kriegshandlungen8,2 %7,9 %
Kriegsgefangenschaft1,6 %
Schwere körperliche Gewalt3,8 %10,5 %
Schwere Unfälle4,6 %12,8 %
Zeuge (von Unfällen, Gewalt)8,5 %6,9 %
Feuer/Naturkatastrophen0,79 %
Lebensbedrohliche Krankheit3,0 %23,4 %
Andere Traumata3,6 %12,1 %
Mehrere Traumata8,2 %2,1 %
Häufigkeiten verschiedener Traumata und Auftreten von PTBS in einer repräsentativen deutschen Stichprobe, Maercker et al., 2008.

Bislang weiß man noch nicht genau, warum der eine ein traumatisches Erlebnis gut verkraftet, während ein anderer Mensch krank wird. Dabei scheinen genetische und andere biologische Faktoren eine Rolle zu spielen, insbesondere aber auch das Geschlecht. Den meisten Studien zufolge tragen Frauen ein bis zu doppelt so hohes Risiko für PTBS wie Männer. Grundsätzlich gilt, dass Menschen, die bereits schwere seelische Erschütterungen verkraften mussten, seelisch ein erhöhtes Risiko für eine Posttraumatische Belastungsstörung tragen.

Entscheidend ist auch, wie die Umwelt auf das Opfer reagiert. Wird ihm bestätigt, dass es Schlimmes erlebt habe, sinkt das Risiko für eine Posttraumatische Belastungsstörung. Opfer, die zu hören kriegen, sie trügen eine Mitschuld an dem Geschehen oder sollten sich zusammenreißen, werden eher krank.


Kommentar «Posttraumatische Belastungsstörung - Ursachen»