Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

Krankheiten referenzindex «Rückenschmerzen - Altersbedingter Verschleiß»

Project PhotosVerschleiß ist normal

Altersbedingter Verschleiß des Körpers, der etwa zu Rückenschmerzen führen kann, ist kein Anzeichen für eine Krankheit, sondern so normal wie grau werdendes Haar. Mit dem Alter verlangsamen sich der Stoffwechsel und die Zellerneuerung, der Wassergehalt des Gewebes sinkt und körpereigene Reparaturprozesse funktionieren nicht mehr so reibungslos und schnell wie noch in jungen Jahren.

Alternder Rücken

Das bekommen auch der Rücken und Bewegungsapparat zu spüren, was sich unter anderem in Rückenschmerzen äußern kann. Knochengewebe wird abgebaut, die Muskeln altern, werden kleiner und weniger dehnbar. Die Bänder verlieren an Flüssigkeit und Spannkraft.

Auch der Flüssigkeitsgehalt der Bandscheiben sinkt. Das macht sie spröder, anfälliger für Verletzungen und weniger flexibel. Erschütterungen werden nicht mehr so gut abgefedert, und die Bandscheiben werden zusammengedrückt. Durch die verstärkte Belastung und den Flüssigkeitsverlust büßen die Bandscheiben an Höhe ein und werden dünner. Der Abstand zwischen den Wirbelkörpern verringert sich. Daher sind Menschen im Alter etwas kleiner als in jungen Jahren.

Da sich der Raum zwischen zwei Wirbelkörpern verkleinert, sind die Bänder weniger straff gespannt. Die Wirbelsäulensegmente werden leicht instabil und können sich gegeneinander verschieben (Wirbelgleiten, Spondylolisthesis). Der Körper versucht das auszugleichen, indem er knöcherne Ausziehungen an den Wirbelkörpern (Osteophyten) bildet. Manche Ärzte bezeichnen Osteophyten auch als die grauen Haare der Wirbelsäule.

Einflussfaktoren

Dem Alterungsprozess des Rückens, der die Wahrscheinlichkeit für Rückenschmerzen erhöht, kann niemand entgehen; er verläuft aber individuell sehr unterschiedlich. Verantwortlich dafür sind neben den Erbanlagen auch die jeweiligen Lebensbedingungen und der Lebensstil: Wer "rückenfreundlich" lebt, schwere Belastungen meidet, Normalgewicht hält und sich viel bewegt, kann Rückenschmerzen durch altersbedingten Verschleiß vorbeugen.

Schwere, körperliche Arbeit, dauerhaft einseitige Belastungen, starkes Übergewicht und Bewegungsmangel fördern dagegen die Abnutzung des Stützgerüsts. Auch große seelische Probleme oder eine pessimistische Lebenseinstellung können schwer auf den Schultern lasten.

Ob und wann Abnutzungserscheinungen Rückenschmerzen verursachen oder wie stark diese sind, lässt sich allerdings kaum vorhersagen. Während es manche 50-Jährige regelmäßig im Kreuz haben, gibt es auch 70-Jährige, die beschwerdefrei und fit durch die Gegend laufen - auch wenn sie deutliche Veränderungen an Knochen und Gelenken aufweisen. Eine mögliche Erklärung dafür könnten Unterschiede in der Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung sein.

Nicht jeder leidet unter dem Verschleiß

Nicht immer sind degenerative Veränderungen Schuld an Rückenschmerzen. Die Mehrheit der Patienten fällt in die Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen, während ältere Menschen seltener betroffen sind. Außerdem zeigen Studien, dass selbst bei chronischen Rückenschmerzen oft keine abnormen Veränderungen an der Wirbelsäule zu finden sind.


Kommentar «Rückenschmerzen - Altersbedingter Verschleiß»