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Krankheiten referenzindex «Rückenschmerzen - Symptomcheck»

Warnzeichen für schwierige Verläufe

Bei den meisten Betroffenen lassen die Rückenschmerzen innerhalb der ersten sechs Wochen deutlich nach. Allerdings gibt es Vorzeichen, die einen komplizierten Verlauf wahrscheinlicher machen. Hier können die Rückenschmerzen auf folgende Krankheiten beziehungsweise Ursachen hinweisen:

  • Knochenbruch
  • Tumor
  • Infektion
  • Quetschung des Rückenmarks

Hinweise in der Krankengeschichte (Anamnese) oder der klinischen Untersuchung, die auf eine solche ernste Erkrankung als Ursache der Rückenschmerzen hindeuten (spezifische Ursache), bezeichnen Mediziner als Rote Flaggen.

Hinweise auf Brüche:

  • Den Rückenschmerzen geht ein schwerer Unfall voraus, etwa ein Autounfall oder ein Sturz aus großer Höhe.
  • Bei älteren Personen, vor allem bei Frauen, sind die Knochen oft durch Osteoporose geschwächt.
  • Auch eine lange bestehende Therapie mit Kortison führt häufig zu Osteoporose. In diesen Fällen kann es auch ohne Unfall zu einem Knochenbruch kommen.

Hinweise auf Tumoren oder Infektionen:

  • Der Betroffene ist jünger als 20 oder älter als 50 Jahre.
  • In der Vergangenheit ist schon eine Krebserkrankung aufgetreten.
  • Neben den Rückenschmerzen hat der Patient auch Fieber, er schwitzt nachts oder hat ungewollt an Gewicht verloren.
  • Die Rückenschmerzen werden beim Liegen und nachts deutlich stärker.
  • Der Betroffene muss Medikamente einnehmen, die das Immunsystem schwächen (z.B. nach einer Organtransplantation).

Hinweise auf eine Rückenmarksquetschung: Bei einer Quetschung des Rückenmarks (Cauda Syndrom) kommt es zunächst zu heftigen Rückenschmerzen, dann folgt eine Lähmung der Beine. Der Betroffene kann nicht mehr auf den Zehen oder Hacken gehen. Die Genitalien, die Region rund um den Darmausgang (Anus) und die Innenseiten der Oberschenkel sind taub (Reithosenanästhesie). Zudem sind die Blasen- und Mastdarmfunktion gestört, Stuhl und Urin gehen unwillkürlich ab.

Risiken für chronische Verläufe

Neben diesen Roten Flaggen gibt es auch Gelbe, Blaue und Schwarze Flaggen, die das Risiko für eine Chronifizierung der Rückenschmerzen beschreiben. Sie geben die Faktoren an, die chronische Rückenschmerzen im Einzelfall begünstigen können: Dabei steht gelb für individuelle Faktoren, blau für das berufliche Umfeld und schwarz für das Sozialsystem. In der Literatur werden die Gelben, Blauen und Schwarzen Flaggen meist unter dem Begriff "Gelbe Flaggen" zusammengefasst.

FlaggenfarbeBedeutung
Gelb

- Pessimistische oder resignierende Einstellung ("Mir kann eh keiner helfen.")
- Starkes Krankheitsgefühl und Katastrophisieren
Blau

- Der Betroffene muss körperlich schwer arbeiten oder ist anderen Störungen wie starkem Lärm ausgesetzt.
- Er ist mit seiner Arbeitssituation unzufrieden.
- Der Arbeitsplatz ist gefährdet, etwa durch Rationalisierung.
Schwarz

Hier spielt das Geld eine große Rolle. Sind die Rückenschmerzen als Berufskrankheit anerkannt und möchte der Betroffene berentet werden, kommt es eher zu einer Chronifizierung. Das Gleiche gilt bei finanzieller Absicherung im Krankheitsfall (z.B. Lohnfortzahlung).

Kommentar «Rückenschmerzen - Symptomcheck»