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Krankheiten referenzindex «Schlaganfall - Vorbeugen»

Schlaganfall - Vorbeugen

Primärprävention

Unter Primärprävention fasst man alle Maßnahmen zusammen, die einen Schlaganfall verhindern helfen und die Risikofaktoren ausschalten.

» Hirninfarkt

Sie können einem Schlaganfall vorbeugen, indem Sie die Risikofaktoren für die Arteriosklerose so weit wie möglich reduzieren. Denn die Gefäßverkalkung ist die Ursache der meisten Schlaganfälle.

Folgende Maßnahmen helfen, einem Schlaganfall vorzubeugen:

  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck und lassen Sie Bluthochdruck ggf. behandeln; das Schlaganfallrisiko lässt sich so um ca. 40 Prozent senken.
  • Falls Sie rauchen: Versuchen Sie es aufzugeben. Rauchen erhöht das Schlaganfallrisiko um den Faktor 2 bis 3.
  • Regelmäßiger Konsum von Obst und Gemüse vermindert das Schlaganfallrisko bei Männern um 35 Prozent, bei Frauen um 25 Prozent.
  • Lassen Sie Ihren Cholesterinspiegel regelmäßig untersuchen und ggf. behandeln. Gut sind Werte < 100 mg/dl.
  • Lassen Sie Ihren Blutzuckerspiegel untersuchen.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig
  • Bei Übergewicht: Nehmen Sie ab.
  • Nehmen Sie wenig Salz und tierische Fette zu sich.
  • Schließen Sie ein Schlafapnoe-Syndrom als Ursache eines Schlaganfalls aus.

In 20 Prozent der Fälle sind Herzrhythmusstörungen (vor allem Vorhofflimmern) für den Hirninfarkt verantwortlich. Durch das Vorhofflimmern bildet sich ein Blutpfropf (Thrombus) im linken Vorhof, er löst sich, gelangt mit dem Blutstrom ins Gehirn und verschließt dort ein Gefäß. Die Herzrhythmusstörung muss behandelt oder das Blut so weit verdünnt werden, dass sich kein Blutpfropf mehr bilden kann (Antikoagulation).

Die Therapie hängt vom Alter und möglichen Risikofaktoren ab (Bluthochdruck, Koronare Herzkrankheit = KHK, Herzschwäche). Die Betroffenen lernen selbst mit den Blutverdünnern umzugehen (INR-Wert bestimmen, Dosis anpassen).

» Hirnblutung

Anders ist die Situation bei Schlaganfällen in Folge einer Gehirnblutung. Hier schützt vor allem ein normaler, beziehungsweise gut eingestellter Blutdruck. Angeborenen Gefäßmissbildungen (Aneurysmen) kann man nicht vorbeugen. Ein Aneurysma ist eine Aussackung in der Gefäßwand, die (zum Beispiel infolge von hohem Blutdruck) reißen kann.

Sekundärprävention

Die Sekundärprävention beeinhaltet Maßnahmen, um eine erneuten (zweiten) Schlaganfall zu verhindern.

» Hirninfarkt

Nach einem Hirninfarkt haben Patienten ein erhöhtes Risiko, erneut einen Schlaganfall zu erleiden. Deshalb ist die Einnahme von Medikamenten sinnvoll, welche die Blutgerinnung hemmen und so verhindern, dass sich Blutgerinnsel bilden. Dazu zählen Acetylsalicylsäure, Dipyridamol und Clopidogrel.

Nach dem "Essener Risk Score" lässt sich das Risiko für einen erneuten Schlaganfall abschätzen. Ab einem Punktwert von ≥3 Punkten besteht ein
Rezidivrisiko von ≥ 4 Prozent pro Jahr.

RisikofaktorPunkte
< 65 Jahre0
65 bis 75 Jahre1
> 75 Jahre
2
Bluthochdruck (Hypertonie)
1
Diabetes mellitus1
Herzinfarkt (Myokardinfarkt)1
Andere kardiovaskuläre Ereignisse (außer Herzinfarkt
u. Vorhofflimmern)
1
pAVK
1
Raucher
1

Zusätzliche TIA oder Schlaganfall (zeitnah
zum eigentlichen Schlaganfall)

1

    Patienten mit Vorhofflimmern müssen auch nach einem Schlaganfall Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen, um einen erneuten Schlaganfall zu verhindern.

    » Hirnblutung

    Einer erneuten Hirnblutung lässt sich nur durch eine konsequente Blutdrucksenkung vorbeugen. Bestehende Fehlbildungen der Blutgefäße im Gehirn können manchmal operiert werden.


    Kommentar «Schlaganfall - Vorbeugen»