Stuhlinkontinenz. Causes, symptoms, treatment Stuhlinkontinenz

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Stuhlinkontinenz


Unter Stuhlinkontinenz versteht man den unkontrollierten Abgang von Stuhl. Diese Erkrankung gilt immer noch als großes Tabuthema, obwohl ca. 3 bis 5 % der Gesamtbevölkerung von Stuhlinkontinenz betroffen sind. Bei der Mehrheit der Stuhlinkontinenz-Patienten lassen sich bereits durch konservative (nicht-operative) Therapiemethoden ausreichende Behandlungsresultate erzielen.
Analkanal geöffnet. 1. Enddarm, 2. Hämorrhoiden, 3. Innerer Schließmuskel, 4. Äußerer Schließmuskel, 5. Analpapillen, 6. Analkrypten, 7. Afterdrüsen

Was ist eine Stuhlinkontinenz (Schließmuskelschwäche)?


Was Stuhlinkontinenz bedeutet, hängt von der Definition ab. Als grobe Einteilung gilt:
  • Stuhlinkontinenz I. Grades: Unkontrollierter Abgang von Winden
  • Stuhlinkontinenz II. Grades: Unkontrollierter Abgang von dünnflüssigem Stuhl und von Winden
  • Stuhlinkontinenz III. Grades: Unkontrollierter Abgang von Winden, dünnflüssigem und festem Stuhl


Voraussetzung für das Auftreten einer Stuhlinkontinenz ist eine Störung der strukturellen und/oder funktionellen Unversehrtheit des Kontinenzorganes, wobei der äußere und innere Schließmuskel die zentrale Rolle spielen.

Die glatte Muskulatur des inneren Schließmuskels hält den Analkanal unwillkürlich, auch nachts, geschlossen und öffnet sich nur reflektorisch, z.B. bei der Entleerung (Defäkation). Die quergestreifte Muskulatur des äußeren Schließmuskels unterliegt der Willkür des Menschen und macht somit die Kontrolle bzw. das Zurückhalten des Stuhles bewusst möglich.

Für eine Stuhlinkontinenz können viele Faktoren auslösend sein. Nicht selten sind kombinierte Ursachen verantwortlich.

Häufigste Ursachen der Stuhlinkontinenz:
  • Verletzung im Rahmen von Entbindungen
  • Schließmuskelverletzungen, z.B. nach Operationen
  • Beckenbodenschwäche
  • Infektionen (Durchfall) und chronisch entzündliche Erkrankungen des Darmes und der Analregion; z.B. Morbus Crohn
  • mit dem Alter nachlassende Muskelkraft
  • Mastdarmvorfall (Rektumprolaps), Abszesse, Fisteln, Fissuren
  • Neurologische Störungen und Erkrankungen
  • Tumore und Krebserkrankungen
Frauen sind häufiger von Stuhlinkontinenz betroffen als Männer. Dies liegt vor allem an der Anatomie mit einer insgesamt schwächeren Muskelkraft des Beckenbodens und Schließmuskels im Vergleich zum männlichen Geschlecht.

Stuhlinkontinenz ist dabei ebenfalls eine Erkrankung des älteren Menschen, da mit nachlassender Kraft des Beckenbodens eine Schwächung des Schließmuskels eintreten kann. Eine individuelle Veranlagung, aber ebenso Erkrankungen des Enddarmes bzw. des Darmes sowie Übergewicht fördern die Entwicklung einer Stuhlinkontinenz.

Unabhängig von der Stuhlinkontinenz gibt es eine sogenannte Feinkontinenzstörung, die z.B. bei Hämorrhoidalleiden o.ä. auftritt und sich durch Nässen und Schmieren bemerkbar macht.

Analkanal geschlossen mit prall gefüllten und den After abdichtenden Hämorrhoiden. 1. Enddarm, 2. Hämorrhoiden, 3. Innerer Schließmuskel, 4. Äußerer Schließmuskel, 7. Afterdrüsen

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