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Krankheiten referenzindex «Tuberkulose - Ursachen»

Tuberkulose - Ursachen

Infizierte Tröpfchen

Die Ursache der Tuberkulose sind Bakterien (Mykobakterium tuberkulosis), welche durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. In seltenen Fällen kann eine Ansteckung auch durch Hautkontakt oder über kontaminierte Nahrung (Rohmilch) erfolgen. Im Lauf von etwa sechs Wochen entsteht in der Lunge (beziehungsweise Haut oder Darm) eine kleine knötchenförmige Entzündung (Primärkomplex), die meist keine Beschwerden verursacht. Dieser Primärkomplex bleibt in fast 90 Prozent der Krankheitsfälle das einzige Anzeichen der Tuberkulose.

Ist die Immunabwehr geschwächt, können sich die Tuberkulose-Bakterien auch sofort über die Blutbahn im Körper verteilen. Die Lymphknoten der Lunge schwellen an, oder es kommt zu Entzündungen des Rippenfells (Pleuritis), Herzbeutels (Perikarditis), der Hirnhäute (oft tödliche Meningitis) oder Lunge. Die schlimmste Sonderform der tuberkulösen Lungenentzündung ist die "galoppierende Schwindsucht". Bilden sich zu Beginn der Krankheit gleichzeitig unzählige kleine Krankheitsherde in vielen Organen, sprechen Mediziner von Miliartuberkulose. Dies ist ein sehr gefährlicher Zustand!

Schwache Immunabwehr

Im Primärkomplex und anderen abgekapselten Tuberkulose-Herden können die Bakterien lange Zeit im Körper überleben, werden aber von Blutabwehrzellen ringartig eingeschlossen. Ob sich die Krankheit später ausbreitet, hängt von der Abwehrlage des Körpers ab. Ist das Immunsystem intakt, bricht die Krankheit zunächst nicht aus. Sie kann aber Jahre später aktiv werden, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Die Tuberkuloseherde öffnen sich und bekommen eine Verbindung zum übrigen Körper. Faktoren, die das Abwehrsystem schwächen, sind:

  • Mangelernährung
  • Alter
  • Stress
  • Alkoholismus
  • Drogenkonsum
  • Krankheiten - v.a. HIV-Infektion, Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen
  • Einnahme bestimmter Medikamente, welche die Immunabwehr drosseln

Es kann zu einer Organtuberkulose kommen, die häufigste Form ist eine Lungentuberkulose. Betroffen sind aber auch andere Organe, vor allem die Knochen, Gelenke und Nieren.

Ansteckungsgefahr

Mit einer Tuberkulose infizierte Menschen können die Bakterien nur an andere weitergeben, wenn die Tuberkuloseherde eine Verbindung nach außen haben. In der Lunge können ein oder mehrere Tuberkulosehöhlen in einen Atemweg aufbrechen. Bei der selteneren Nierentuberkulose werden die Erreger über den Urin ausgeschieden. Diesen ansteckenden Zustand nennt man "offene Tbc". Das heißt: Nicht jeder Mensch mit Tuberkulose kann die Krankheit auch übertragen.

Hustet jedoch ein Patient mit offener Tbc in einem Raum, so überleben die Tuberkulosebakterien dort einige Stunden - andere Personen können sich anstecken. Deshalb gibt es in Deutschland strenge Vorschriften über die geschlossene Unterbringung von Patienten mit offener Tbc. Wer Tuberkelbakterien in großer Zahl einatmet, kann sich infizieren. Allerdings ist die Ansteckungsgefahr im Vergleich zu anderen Infektionskrankheiten gering. Der Körper wehrt die Infektion bei intaktem Immunsystem mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit erfolgreich ab.

Das Risiko, an einer Tuberkulose zu erkranken, ist bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr und mit häufigem Kontakt zu unbehandelten Tuberkulosepatienten mit einer "offenen Tbc" hoch.

Allgemein steigt das Erkrankungsrisiko für eine Tuberkulose, je schlechter die Ernährung und die hygienischen Verhältnisse sind und je mehr Menschen auf engem Raum leben.

Die Tuberkulose gefährdet besonders Säuglinge und Kinder unter vier Jahren, deren Immunsystem noch unreif ist und die Bakterien nicht ausreichend bekämpfen kann. Drei bis sechs Monate nach der Ansteckung reagieren die Kleinen mit einer Erkrankung eines oder mehrerer Organe - besonders gefürchtet ist auch hier die tuberkulöse Hirnhautentzündung (Meningitis).


Kommentar «Tuberkulose - Ursachen»