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Krankheiten referenzindex «Zwangsstörung»

zwieback2003/Fotolia.comBeschreibung

Zwangsstörungen umfassen ein breites Spektrum von psychischen und Verhaltensauffälligkeiten. Der Betroffene wird beispielsweise von Zwangsgedanken verfolgt oder steht unter dem Druck, bestimmte Handlungen wieder und wieder in ritualisierter Form ausführen zu müssen. Das kann der Zwang sein, sich nach einem bestimmten Schema zu waschen, oder Dinge zu zählen. Andere haben die zwanghafte Vorstellung, eine Gewalttat oder sexuell unerwünschte Handlungen zu begehen. Obwohl sie sich bewusst sind, dass ihr Verhalten sinnlos und ihre Vorstellungen irrational sind, gelingt es den Betroffenen nicht, diese abzuschalten.

Meist versuchen die Betroffenen anfangs, den Zwängen zu widerstehen, was sie sehr viel Kraft kostet. Dabei ist es nicht immer ein Gefühl von Angst, das ihr Verhalten antreibt, sondern vielmehr eine innere Anspannung und Unruhe, die durch das Ausführen des Rituals abgebaut werden. Ähnlich wie bei Suchtkranken tritt mit der Zeit aber eine Art Gewöhnungseffekt ein: Das Ritual wird meist immer komplexer und langwieriger, bis es die erhoffte Entspannung bringt.

Ein bisschen Zwang ist normal

Ein bisschen Zwanghaftigkeit  steckt in jedem Menschen - abergläubische Vorstellungen gehören ebenso dazu wie harmlose Rituale. So verspürt mancher ansonsten rationale Mensch leichtes Unwohlsein, wenn er am Freitag den 13. einen wichtigen Vertrag unterscheiben soll.

Der Übergang vom normalen Verhalten zur Störung ist fließend. So fühlen sich die einen vielleicht nur gezwungen, vor dem Schlafen noch einmal zu überprüfen, ob der Herd ausgeschaltet ist - auch wenn sie gar nicht gekocht haben. Andere hingegen müssen ein mehrstündiges Waschritual vollziehen, bevor sie das Haus verlassen können. Grundsätzlich gilt eine Zwangsstörung nur als dann gegeben, wenn der Betroffene selbst darunter leidet oder in seinem Alltag massiv eingeschränkt wird.

Menschen, die unter einer Zwangsstörung leiden, schämen sich oft ihres irrationalen Verhaltes. Die Dunkelziffer ist daher hoch. Experten schätzen, dass etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung im Lauf ihres Lebens von einer Zwangsstörung betroffen sind. Bei Männern treten häufiger Kontrollzwänge auf, Frauen leiden dagegen häufiger unter Wasch- oder Putzzwängen.

Meist bricht die Krankheit im frühen Erwachsenenalter aus. Häufig haben sich aber schon in der Kindheit zwanghafte Verhaltensweisen gezeigt. Massiv manifestieren sich die Zwänge dann oft in Lebenskrisen oder Konfliktsituationen.


Kommentar «Zwangsstörung»