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«Acarbose-ratiopharm 100 mg Tabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Acarbose-ratiopharm® 100 mg zum Einnehmen gehört zu der Stoffgruppe von Arzneimitteln, die alpha-Glukosidase-Hemmer genannt werden. Acarbose-ratiopharm® 100 mg verzögert die Verdauung von Kohlenhydraten nach jeder Mahlzeit, was zu einer Verminderung der Blutzuckerspiegel führt.
Es wird angewendet zur Behandlung einer bestimmten Form der Zuckerkrankheit bei Erwachsenen (nicht-insulinabhängiger Diabetes mellitus, Typ-2-Diabetes), wenn allein durch Diät und körperliche Betätigung keine ausreichende Senkung Ihres Blutzuckerspiegels erreicht wurde.
Ihr Arzt kann Ihnen Acarbose allein (Monotherapie) oder in Kombination mit anderen Blutzucker senkenden Arzneimitteln (Metformin oder Sulfonylharnstoffen bzw. Insulin) verordnen.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Acarbose oder einen der sonstigen Bestandteile von Acarbose-ratiopharm® 100 mg sind (siehe 6. „Weitere Informationen“),
wenn Sie eine chronische Darmerkrankung haben, die mit deutlichen Verdauungsstörungen und Störungen der Aufnahme von Nahrungsbestandteilen in das Blut einhergehen,
wenn Sie unter Erkrankungen leiden, die sich durch eine vermehrte Gasbildung im Darm verschlechtern können (z. B. Zwerchfellhochstand durch geblähte Därme [Roemheldscher Symptomenkomplex], größere Leisten- und Zwerchfellbrüche, Verengungen und Geschwüre des Darms),
wenn Sie eine schwere Einschränkung der Nierenfunktion haben,
wenn Sie eine schwere Einschränkung der Leberfunktion haben.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Acarbose-ratiopharm® 100 mg ist erforderlich wenn Sie einen zu niedrigen Blutzucker (Hypoglykämie) haben. Die Unterzuckerung kann sich bemerkbar machen durch: Müdigkeit, Nervosität, schnellen Puls, kalten Schweiß, starken Hunger und Zittern. Bei fortschreitender Unterzuckerung können Sie unter erheblicher Verwirrung (Delirium) leiden, zerebrale Krampfanfälle entwickeln, die Selbstkontrolle verlieren, eine flache Atmung und verlangsamten Herzschlag zeigen und bewusstlos werden. Die Anzeichen einer Unterzuckerung lassen sich in den meisten ällen durch die Aufnahme von Traubenzucker, nicht aber Haushaltszucker (Rohrzucker) oder Süßstoff, rasch beheben. Acarbose verzögert die Verstoffwechselung von Rohrzucker. Dieser ist daher nicht zur schnellen Behebung einer Unterzuckerung geeignet.
In sehr seltenen ällen wurde bei Patienten, die Acarbose einnahmen, ein Darmverschluss berichtet. Wenn Sie vermuten, dass sich bei Ihnen ein Darmverschluss entwickelt hat, benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt oder suchen Sie sofort das nächstgelegene Krankenhaus auf.
Wenn Sie eine Operation hatten, in der Ihnen der Magen oder Teile des Magens entfernt wurde, kann es möglich sein, dass Acarbose schneller wirkt. Wahrscheinlich führt dies nicht zu einem Problem. ühlen Sie sich aber nach der Einnahme von Acarbose unwohl, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.
Ihre Blut- und Harnzuckerwerte sollten regelmäßig kontrollieren werden.
Sehr selten kann die Anwendung von Acarbose-ratiopharm® 100 mg zu einem Anstieg der Leberenzyme in Ihrem Blut führen, auch ohne dass Sie Beschwerden haben. Daher wird Ihr Arzt regelmäßig, insbesondere in den ersten Monaten der Behandlung, eine Kontrolle Ihrer Leberwerte durchführen.
Während der Behandlung mit Acarbose-ratiopharm® 100 mg, sollten Sie weiterhin die von Ihrem Arzt verschriebene Diät genau einhalten und darauf achten, dass Sie regelmäßig Kohlenhydrate während des Tages zu sich nehmen.
Bei Einnahme von Acarbose-ratiopharm® 100 mg mit anderen Arzneimitteln Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie die folgenden Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben:
-andere blutzuckersenkende Arzneimittel z. B. Insulin, Metformin oder Sulfonylharnstoffe, da ggf. deren Dosis angepasst werden muss.
-Kohlepräparate oder andere Darmadsorbenzien,
Arzneimittel zur Verbesserung der Verdauung (einschließlich Antazida, Amylase, Pankreatin),
Arzneimittel zur Behandlung von erhöhten Cholesterinspiegeln (Cholestyramin),
Arzneimittel zur Behandlung von Herzleistungsschwäche (Digoxin),
Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck oder harntreibende Arzneimittel (Thiazide, Diuretika),
-entzündungshemmende Arzneimittel (Kortikoide), Schilddrüsenhormone,
-weibliche Sexualhormone (Östrogene) oder orale Kontrazeptiva (sog. „Pille“),
Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfällen oder Schizophrenie (Phenytoin, Phenothiazin-Abkömmlinge),
Arzneimittel zur Senkung erhöhter Fettwerte im Blut (Nicotinate),
Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck oder bestimmter Herzerkrankungen (Kalziumantagonisten),
-den Herzschlag beschleunigende Arzneimittel (Sympathomimetika),
-Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose (Isoniazid).
Bei Einnahme von Acarbose-ratiopharm® 100 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Haushaltszucker (Rohrzucker) und haushaltszuckerhaltige Nahrungsmittel können während der Behandlung mit Acarbose-ratiopharm® 100 mg zu stärkeren Darmbeschwerden und auch zu Durchfall führen (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich“?).
Schwangerschaft und Stillzeit Es liegen keine Daten über die Anwendung von Acarbose während der Schwangerschaft vor. Kleine Mengen von Acarbose gelangen in die Milch von säugenden Ratten. Es ist nicht bekannt, ob Acarbose auch in die Muttermilch von Frauen ausgeschieden wird. Nehmen Sie deshalb Acarbose-ratiopharm® 100 mg nicht ein, während Sie schwanger sind oder stillen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, bevor Sie irgendein Arzneimittel einnehmen.
Kinder und Jugendliche Da bisher keine ausreichenden Erfahrungen über Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Kindern und Jugendlichen vorliegen, wird Acarbose-ratiopharm® 100 mg bei Patienten unter 18 Jahren nicht empfohlen.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen Eine alleinige Behandlung mit Acarbose-ratiopharm® 100 mg führt nicht zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) und hat daher keine Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit oder die ähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Bei einer Kombinationsbehandlung mit anderen Blutzucker senkenden Arzneimitteln (Metformin, Sulfonylharnstoffen oder Insulin) können Ihre Fahrtüchtigkeit und die Bedienung von Maschinen durch eine mögliche Unterzuckerung beeinträchtigt werden. Sie sollten daher mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen dürfen.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Acarbose-ratiopharm® 100 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Dosierung Die erforderliche Dosis wird von Ihrem behandelnden Arzt entsprechend Ihren persönlichen Erfordernissen ermittelt, da Acarbose-ratiopharm® 100 mg von Fall zu Fall unterschiedlich wirkt und vertragen wird.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
Nehmen Sie 3-mal täglich Tablette Acarbose-ratiopharm® 100 mg (entsprechend 150 mg Acarbose pro Tag).
Zur Verminderung von Magen-Darm-Beschwerden hat es sich bei einigen Patienten bewährt, die Behandlung einschleichend zu beginnen mit:
1 bis 2-mal täglich Tablette Acarbose-ratiopharm® 100 mg (entsprechend 50 bis 100 mg Acarbose pro Tag).
Ihr Arzt kann nach Bedarf die Dosis langsam steigern bis zu 3-mal täglich 2 Tabletten Acarbose 50 mg oder 3-mal täglich 1 Tablette Acarbose-ratiopharm® 100 mg (entsprechend 300 mg täglich).
Es stehen auch Tabletten mit der Stärke von 50 mg pro Tablette zur Verfügung.
Art der Anwendung Zum Einnehmen Nehmen Sie die Tabletten unmittelbar vor den Mahlzeiten unzerkaut mit einem Glas Wasser oder mit dem ersten Bissen der Mahlzeit ein.
Dauer der AnwendungÜber die Dauer der Einnahme entscheidet Ihr behandelnder Arzt. Sie richtet sich nach der Schwere und dem Verlauf Ihrer Erkrankung.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Acarbose-ratiopharm® 100 mg zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge von Acarbose-ratiopharm® 100 mg eingenommen haben als Sie sollten Als Folge einer Überdosierung können für den Fall, dass Acarbose-ratiopharm® 100 mg zusammen mit kohlenhydrathaltigen Getränken und/oder Mahlzeiten eingenommen wird, starke Blähungen und Durchfälle auftreten. Sollten Sie Acarbose-ratiopharm® 100 mg überdosiert haben, verzichten Sie in jedem Fall für die nächsten Stunden auf kohlenhydrathaltige Getränke und Mahlzeiten und benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt oder suchen Sie sofort das nächstgelegene Krankenhaus auf. Nehmen Sie die Tablettenpackung und die verbleibenden Tabletten mit.
Wenn Sie die Einnahme von Acarbose-ratiopharm® 100 mg vergessen haben Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort.
Wenn Sie die Einnahme von Acarbose-ratiopharm® 100 mg abbrechen Wenn Sie die Behandlung mit Acarbose-ratiopharm® 100 mg unterbrechen oder vorzeitig beenden wollen, sprechen Sie vorher auf jeden Fall mit Ihrem Arzt.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Acarbose-ratiopharm® 100 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (Magen-Darmtrakt) 4
Sehr häufig: Blähungen, Darmgeräusche, Gefühl von Aufgeblähtheit. Häufig: Durchfall, Bauchschmerzen Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen Sehr selten: Verstopfung, Darmträgheit, Verlust von Darmaktivität, bis hin zum vollständigen
Darmverschluss (Ileus), Gasansammlung in der Darmwand.
Wenn Sie vermuten, dass sich bei Ihnen ein Darmverschluss entwickelt hat, benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt oder suchen Sie sofort das nächstgelegene Krankenhaus auf.
Magen-Darm-Beschwerden können insbesondere auftreten, wenn Sie Nahrungsmittel zu sich nehmen, die Haushaltszucker (Rohrzucker) enthalten. Sie können die Beschwerden mindern, wenn Sie Nahrungsmittel und Getränke meiden, die Haushaltszucker enthalten. Bei anhaltendem Durchfall suchen Sie Ihren Arzt auf, gegebenenfalls wird er die Dosierung von Acarbose-ratiopharm® 100 mg ändern oder die Behandlung mit Acarbose-ratiopharm® 100 mg beenden.
Leber- und Gallenerkrankungen
Selten: vorübergehender Anstieg der Leberwerte Sehr selten: Gelbsucht, Leberentzündung (Hepatitis)
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr selten: Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie)
Erkrankungen des Immunsystems
Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen mit Rötung, Hautausschlag und Nesselsucht.
Gefäßerkrankungen
Selten: Wasseransammlungen (Ödeme), vor allem in den Beinen
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Nehmen Sie die Tabletten erst unmittelbar vor dem Gebrauch aus der Folie. Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und der Durchdrückpackung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.
ür dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Zusätzliche Informationen

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben
Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
Acarbose-ratiopharm® 100 mg Tabletten
ür Erwachsene Wirkstoff: Acarbose
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.
- Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Diese Packungsbeilage beinhaltet:


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