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«Acimol»

Acimol
Acimol


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Was ist Acimol und wofür wird es angewendet?
Acimol ist ein Mittel zur Harnansäuerung.
Acimol wird angewendet zur Harnansäuerung mit dem therapeutischen Ziel
- Optimierung der Wirkung von Antibiotika mit Wirkungsoptimum im sauren Urin
(pH 4 - 6): z.B. Ampicillin, Carbenicillin, Nalidixinsäure, Nitrofurane
- Vermeidung der Steinneubildung bei Phosphatsteinen (Struvit, Karbonatapatit, Brushit)
- Hemmung des Bakterienwachstums.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Acimol darf nicht eingenommen werden
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen L-Methionin oder einen der sonstigen Bestandteile von Acimol sind
- bei Homocysteinurie (angeborener Stoffwechselerkrankung)
- bei Harnsäure- und Zystinsteinleiden (Stoffwechselprodukten)
- bei Niereninsuffizienz (Einschränkung der Nierenfunktion)
- bei Oxalose (vermehrter Ablagerung von Calciumoxalatkristallen im Nierengewebe und/oder anderen Organen)
- bei Methionin-Adenosyltransferase-Mangel (Stoffwechselerkrankung)
- bei metabolischer (z.B. renal-tubulärer) Azidose (Blutansäuerung)
- von Säuglingen.
Wegen der Gefahr der Synthese neurotoxischer Merkaptane im bakteriellen Stoffwechsel sollten Patienten mit Leberfunktionsstörung oder hepatogener Enzephalopathie (durch eine Lebererkrankung verursachter Hirnveränderung) kein L-Methionin einnehmen.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Acimol ist erforderlich
Bei einem Mangel an Folsäure, Vitamin B2, B6 und/ oder B12 kann es unter der Behandlung mit L-Methionin zu einer Erhöhung des Homocysteinspiegels kommen. Ein vermehrtes Auftreten von Homocystein im Blut kann als unabhängiger Risikofaktor für die zur “Verkalkung führenden Wandveränderungen der Blutgefäße angesehen werden. Bei einer Langzeitanwendung von Acimol ist daher auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure und B-Vitaminen durch die Ernährung zu achten. Gegebenenfalls sollte eine ergänzende Einnahme erfolgen.
Unter einer hypothyreoten Stoffwechsellage (Unterfunktion der Schilddrüse) kann der Homocystein-Plasmaspiegel erhöht sein. Deshalb ist vor einer Behandlung mit L-Methionin die Schilddrüsenfunktion zu überprüfen.
Unter Methioninbelastung kann es zu einer erhöhten Kalziumausscheidung im Urin (Hyperkalziurie) kommen. Bei Langzeitbehandlung mit Acimol ist deshalb auf eine regelmäßige Kontrolle des Mineralhaushalts zu achten.
Bei Azidose-gefährdeten Patienten sollte die langfristige Behandlung mit Acimol unter regelmäßiger Kontrolle des Säure-Basen-Haushaltes im Blut erfolgen.
Kinder
Geben Sie Acimol Kindern unter 12 Jahren nur nach Rücksprache mit dem Arzt, da bisher keine ausreichenden Erfahrungen für eine allgemeine Empfehlung für diese Altersgruppe vorliegen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Obwohl derzeit keine Hinweise auf embryotoxische/ teratogene Wirkungen vorliegen, sollte Acimol während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden.
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

Wie wird es angewendet?

Wie ist Acimol einzunehmen?
Nehmen Sie Acimol immer genau nach der Anweisung in dieser Packungsbeilage ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
3-mal täglich 1 - 2 Filmtabletten (entsprechend 3 x 0, g L-Methionin täglich).
Bei nicht Azidose-gefährdeten Patienten kann in besonderen ällen die Dosierung bis auf 10 g/Tag erhöht werden.
Therapeutisch angestrebt wird ein pH-Wert des Urins kleiner pH 6. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Wirkung von Acimol auch erst nach 5 - 6 Tagen eintreten kann.
Art der Anwendung
Nehmen Sie die Filmtabletten bitte unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein (vorzugsweise einem Glas Wasser).
Dauer der Anwendung
Die Anwendungsdauer wird vom Arzt bestimmt und richtet sich ausschließlich nach der therapeutischen Notwendigkeit.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Acimol zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge von Acimol eingenommen haben, als Sie sollten
Akute Intoxikationen (Vergiftungen) sind nicht bekannt.
Wenn Sie die Einnahme von Acimol vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern führen Sie die Einnahme, wie in der Dosierungsanleitung beschrieben bzw. vom Arzt verordnet, fort.
Wenn Sie die Einnahme von Acimol abbrechen:
Bitte unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Acimol nicht, ohne dies vorher mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Einnahme von Acimol mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Acimol kann zur Verschlechterung der Wirksamkeit von L-Dopa bei Patienten mit Morbus Parkinson führen. Eine erhöhte Dosierung von L-Methionin sollte bei diesen Patienten vermieden werden.
Methionin kann die Wirkung von Wirkstoffen, wie z.B. Penicilline, Sulfonamide und Nalidixinsäure, verstärken.
Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann Acimol Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei Azidose-gefährdeten Patienten kann es zur Verschiebung des Blut-pH-Wertes in den sauren Bereich kommen.
Die Einnahme von Acimol kann zu Erbrechen, Übelkeit, Schläfrigkeit und Reizbarkeit führen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.
Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Nicht über 30°C aufbewahren.

Zusätzliche Informationen

Anlage
Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben
Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
Acimol ® 500 mg Filmtabletten
Wirkstoff: L-Methionin
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, denn sie enthält wichtige Informationen für Sie.
Dieses Arzneimittel ist ohne Verschreibung erhältlich. Um einen bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen, muss Acimol® jedoch vorschriftsgemäß angewendet werden.
• Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
• Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie weitere Informationen oder einen Rat benötigen.
• Wenn sich Ihre Symptome verschlimmern oder keine Besserung eintritt, müssen Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.
• Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Diese Packungsbeilage beinhaltet:
Schon wieder Blasenentzündung?
Grund: Bakterien in der Blase
Ein Großteil der Blasenentzündungen wird durch Darmbakterien verursacht, die über die Harnröhre in die Blase eindringen wo sie dann die Entzündung auslösen. Die häufigsten Erreger (ca. 80%) sind E. coli Bakterien.
Körpereigener „Säureschutz“
Wie die gesunde Haut, besitzt auch die gesunde Blase einen Säureschutzmantel gegen Bakterien, denn der Urin ist beim gesunden Menschen leicht sauer. Die Vermehrung der Bakterien wird dadurch gestört. Die natürliche Aminosäure L-Methionin (Acimol®) unterstützt diesen körpereigenen Schutzmechanismus und die Blase kann sich erholen.
Wieso pH-Wert unter pH 6?
Der natürliche pH-Wert in der Blase liegt zwischen sauer (pH 4,6) und leicht basisch (pH 7,5). Acimol verschiebt den pH-Wert innerhalb diesen natürlichen Bereichs, hin zu einem Wert kleiner als pH 6. Unterhalb dieses Wertes können sich die häufigsten Erreger von Blasenentzündungen (E. coli Bakterien) schlechter vermehren.
pH-Wert Kontrolle
Damit der Schutz vor Blasenentzündungen wirksam bleibt, muss der pH-Wert der Blase über einen längeren Zeitraum möglichst durchgehend unter pH 6 liegen. Zur Kontrolle des Schutzes sollte der pH-Wert des Urins regelmäßig mit den beiliegenden Teststreifen gemessen werden.
Durchführung der Messung:
Frischen Urin in einem sauberen und trockenen Gefäß auffangen (Bild A). Einen Teststreifen aus dem Heft herausnehmen, dabei an der weißen, nicht imprägnierten Seite anfassen und das farbige Testfeld nicht berühren.
Den Teststreifen ca. 1 Sekunde so in die Urinprobe eintauchen, dass das farbige Testfeld benetzt ist (Bild B). Überschüssige Flüssigkeit abschütteln.
Anschließend die Farbe des feuchten Testfelds innerhalb von 1 Minute mit der Farbskala vergleichen (im günstigsten Fall unter Tageslicht nach 5 – 10 Sekunden). Unterhalb des Farbtones, der der Verfärbung des Teststreifens am nächsten kommt, den pH-Wert ablesen (Bild C). Ein Ablesen nach mehr als 2 Minuten liefert keine richtigen Ergebnisse.
Was können Sie sonst noch tun?
Es gibt viele Faktoren die eine Blasenentzündung begünstigen können:
- Eine Unterkühlung kann das Immunsystem schwächen.
- Ein zu basischer Urin kann Wachstum von krankheitserregenden Bakterien beschleunigen.
- Genetische Faktoren und die tägliche Ernährung spielen eine Rolle.
Einige der Risikofaktoren von Blasenentzündungen können Sie selbst beeinflussen.
Unterkühlung vermeiden:
- Setzen Sie sich nicht auf einen kalten Untergrund.
- Vermeiden Sie kalte üße (z.B. keine Flip-Flops an kühlen Abenden).
- Wechseln Sie nasse oder verschwitzte Kleidung sofort (z.B. nach dem Baden oder Sport).
Trinken Sie viel:
Bei Blasenentzündungen ist es besonders wichtig, viel zu trinken. Sie sollten täglich mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Besonders gut geeignet sind: Wasser, Früchte- oder Kräutertee. Meiden sollten Sie z.B.: Zitrussäfte, Kaffee, schwarzen Tee.
Achten Sie auf Ihre Genitalhygiene:
- Täglich frische, nicht zu enge Baumwollunterwäsche tragen (keine Kunstfasern).
- Nach dem Geschlechtsverkehr Wasserlassen und sanfte Hygiene (mit Wasser). Auch der Partner sollte auf Genitalhygiene achten.
- Beim Toilettengang immer von vorne nach hinten wischen, um Keime nicht in die Harnröhre gelangen zu lassen. Nie dasselbe Stück Toilettenpapier zweimal verwenden.
- Bei jedem Harndrang sofort zur Toilette gehen, nicht lange einhalten. Beim Wasserlassen nicht mit der Bauchmuskulatur pressen, nicht in angespannter Hockstellung Wasser lassen.
- Den Intimbereich nicht übertrieben häufig mit Seife waschen um den Säureschutzmantel der Haut nicht zu schädigen.


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