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«Adalat 5mg/50ml pro infusione»

Adalat 5mg/50ml pro infusione


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Bezeichnung des Arzneimittels
Adalat® 5 mg/50 ml pro infusione, Infusionslösung
Wirkstoff: Nifedipin
Anwendungsgebiete
Zur Behandlung der vasospastischen Angina (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina)
Zur Behandlung des hypertensiven Notfalls
Adalat 5 mg/50 ml pro infusione darf nicht angewendet werden bei
- bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
- Herz-Kreislauf-Schock
- höhergradiger Aortenstenose
- instabiler Angina pectoris
- akutem Myokardinfarkt (innerhalb der ersten 4 Wochen)
- gleichzeitiger Behandlung mit Rifampicin (s. Abschnitt 4.5)
sowie in der Schwangerschaft vor der 20. Woche und in der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:
- ausgeprägt niedrigem Blutdruck (schwere Hypotension mit weniger als 90 mm Hg systolisch)
- dekompensierter Herzinsuffizienz
Adalat 5 mg/50 ml pro infusione sollte nicht angewendet werden, wenn ein kausaler Zusammenhang zwischen ischämischem Schmerz und einer früheren Therapie mit Nifedipin vermutet wird.
Insbesondere zu Beginn der Behandlung kann es gelegentlich zum Auftreten von Angina pectoris-Anfällen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina pectoris zu einer Zunahme von Häufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle kommen.
Sehr selten ist über das Auftreten von Myokardinfarkten berichtet worden.
Nifedipin wird über das Cytochrom 3A4 System metabolisiert. Daher können Wirkstoffe, von denen bekannt ist, dass sie dieses Enzymsystem beeinflussen, den First-Pass-Metabolismus oder die Ausscheidung von Nifedipin verändern (siehe Abschnitt 4.5).
Die Plasmaspiegel von Nifedipin können z.B. durch folgende Arzneimittel, die als schwache oder mittelmäßige Inhibitoren dieses Enzymsystems bekannt sind, erhöht werden:
- Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin)
- Anti-HIV-Arzneimittel, Proteaseinhibitoren (z.B. Ritonavir)
- Antimykotika vom Imidazol-Typ (z.B. Ketoconazol)
- Antidepressiva: Nefazodon und Fluoxetin
- Quinupristin / Dalfopristin
- Valproinsäure
- Cimetidin
Wenn Adalat 5 mg/50 ml pro infusione gleichzeitig mit einem dieser Arzneimittel angewendet wird, sollte der Blutdruck überwacht werden und, falls erforderlich, eine Verringerung der Nifedipin-Dosis in Betracht gezogen werden.
Dieses Arzneimittel enthält Natrium, aber weniger als 1mmol (23mg) Natrium pro Dosiseinheit, d.h., es ist nahezu natriumfrei.
Dieses Arzneimittel enthält 18,0 Vol.-% Alkohol. Bei Beachtung der Dosierungsanleitung werden bei einer täglichen Verabreichung von 300 ml bis zu 45 g Alkohol zugeführt. Vorsicht ist geboten. Dieses Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Patienten mit organischen Erkrankungen des Gehirns, Schwangeren, Stillenden und Kindern. Die Wirkung anderer Arzneimittel kann beeinträchtigt oder verstärkt werden. Im Straßenverkehr und bei der Bedienung von Maschinen kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Adalat 5 mg/50 ml pro infusione ist in der Schwangerschaft vor der 20. Woche kontraindiziert.
Erfahrungen aus geeigneten und kontrollierten klinischen Studien mit Schwangeren liegen nicht vor. Tierexperimentelle Untersuchungen ergaben Hinweise auf eine embryotoxische, plazentotoxische und fetotoxische Wirkung infolge der Nifedipineinwirkung während oder nach der Organogenese (siehe Abschnitt 5.3).
Aus der klinischen Erfahrung ist kein spezifisches pränatales Risiko erkennbar, obwohl über eine Zunahme von ällen mit perinataler Asphyxie, Kaiserschnittentbindung sowie Frühreife und intrauterine Wachstumsverzögerung berichtet wurde. Es ist unklar, ob diese Beobachtungen auf den zugrunde liegenden Bluthochdruck, seine Behandlung oder auf einen spezifischen Effekt des Wirkstoffs zurückzuführen sind.
Der derzeitige Erkenntnisstand ist nicht geeignet, schädliche Arzneimittelwirkungen auf das Ungeborene und den Säugling auszuschließen. Daher sollte jegliche Anwendung von Nifedipin ab der 20. Schwangerschaftswoche erst nach sehr sorgfältiger individueller Nutzen-Risikobewertung erfolgen und nur dann in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten nicht in Frage kommen oder sich als ineffektiv erwiesen haben.
Wenn Adalat 5 mg/50 ml pro infusione zusammen mit intravenös verabreichtem Magnesiumsulfat angewendet wird, muss der Blutdruck sorgfältig überwacht werden, da ein übermäßiger, sowohl die Mutter wie auch den Fetus schädigender Blutdruckabfall auftreten kann.
In Einzelfällen von In-vitro-Fertilisation wurden Calciumantagonisten wie Nifedipin mit reversiblen biochemischen Veränderungen in der Kopfregion von Spermatozoen in Verbindung gebracht, die zu einer Beeinträchtigung der Spermienfunktion führen können. In ällen, bei denen wiederholte In-vitro-Fertilisationen erfolglos blieben, ohne dass eine andere Erklärung dafür gefunden werden kann, sollten Calciumantagonisten wie Nifedipin als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden.
Nifedipin geht in die Muttermilch über. Da keine Erfahrungen über mögliche Auswirkungen auf den Säugling vorliegen, sollte abgestillt werden, wenn während der Stillzeit eine Behandlung mit Nifedipin notwendig ist.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25°C lagern.
Die Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Die Infusionslösung ist sehr lichtempfindlich; deshalb sollte die mit einer Umhüllung versehene Flasche erst zum Gebrauch aus der Faltschachtel entnommen werden. In der Kunststoffumhüllung ist die volle Wirksamkeit bei Tageslicht für 1 Stunde oder bei Kunstlicht für 6 Stunden gewährleistet.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.

Wie wird es angewendet?

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung
Die Behandlung soll möglichst individuell nach dem Schweregrad der Erkrankung und dem Ansprechen des Patienten unter Kontrolle von Blutdruck und Herzfrequenz durchgeführt werden.
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollten sorgfältig überwacht werden; ggf. kann eine Dosisreduktion notwendig sein.
Adalat 5 mg/50 ml pro infusione wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern aufgrund des Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit.
Soweit nicht anders verordnet, gelten die folgenden Dosierungsangaben für Erwachsene:
50 ml Adalat 5 mg/50 ml pro infusione in ca. Std. infundieren (das entspricht: 6,3 ml - 12,5 ml Adalat 5 mg/50 ml pro infusione pro Stunde oder 0,63 mg - 1,25 mg Nifedipin pro Stunde).
Eine maximale Infusion von 150 – 300 ml Adalat 5 mg/50 ml pro infusione (entsprechend mg Nifedipin) in 24 Stunden und Wiederholungen an bis zu 3 Tagen sind möglich, sollten jedoch nicht überschritten werden.
Die Weiterbehandlung mit einer oralen Darreichungsform ist zu empfehlen.
Art und Dauer der Anwendung
Die Infusion von Adalat 5 mg/50 ml pro infusione darf nur mit dem beiliegenden Infusionszubehör durchgeführt werden (Spritze passend zu Perfusor® der Firma Braun Melsungen AG oder zu Injectomat® der Firma Fresenius AG).
Wegen der Lichtempfindlichkeit der gebrauchsfertigen Lösung ist auf Lichtschutz zu achten. Bei Verwendung des beiliegenden Infusionszubehörs ist kein Verlust von Nifedipin zu erwarten.
Bei Herstellung einer Mischinfusion im Nebenschluss / Bypass muss der Lichtschutz gewährleistet bleiben. Adalat 5 mg/50 ml pro infusione darf nur möglichst nahe an der Venenpunktionsstelle einer bereits laufenden Infusion im Nebenschluss zugesetzt werden. Adalat 5 mg/50 ml pro infusione darf keinesfalls in die Infusionslösung selbst eingespritzt werden.
Falls die Lösung im Kühlschrank gelagert wurde, sollte sie vor der intravenösen Infusion mindestens Raumtemperatur erreicht haben.
Die Verabreichung von Adalat 5 mg/50 ml pro infusione muss entsprechend den folgenden Anweisungen erfolgen.

Abb. 1
Spritze aufziehen. Hierbei durch mehrmaliges Pumpen den Inhalt der Flasche unter Druck setzen.
Abb. 2
Kanüle entfernen und Infusionsleitung an der Spritze befestigen. Spritze und
Leitung entlüften!
Abb. 3a
Aufgezogene Spritze in den Perfusor® legen und die Infusionsgeschwindigkeit einstellen.
Abb. 3b
Aufgezogene Spritze in den Injectomat® legen und die Infusionsgeschwindigkeit einstellen.
Abb. 4
Infusionsleitung und Infusionskanüle
miteinander verbinden. Perfusor® bzw.
Injectomat® einschalten. Bedienungs-
anleitung für den Perfusor® bzw.
Injectomat® beachten!

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:
Sehr häufig: 10 %
Häufig: 1 % bis < 10 %
Gelegentlich: 0,1 % bis < 1 %
Selten: 0,01 % bis < 0,1 %
Sehr selten: < 0,01 % einschließlich Einzelfälle
Häufig
Unmittelbar nach Beginn der Infusion kann es häufig zu einem Anstieg der Herzfrequenz (Tachykardie) und zu Blutdrucksenkung unter die Norm (hypotone Kreislaufreaktion) kommen, die in der Regel Minuten nach Infusionsende zur Ausgangslage zurückkehren.
Kopfschmerzen, Gesichts- bzw. Hautrötung und Wärmegefühl (Flush, Erythem, Erythromelalgie) sowie Übelkeit können häufig auftreten.
Gelegentlich
Bei Gabe von Adalat 5 mg/50 ml pro infusione wurden gelegentlich Schmerzen an der Venenpunktionsstelle beobachtet. Ein gelegentlich an der Einstichstelle empfundenes Brennen lässt sich durch eine langsamere Infusionsgeschwindigkeit vermeiden.
Weiterhin wurden Schwindel, Nervosität, Schwitzen und Exantheme gelegentlich beobachtet.
Die folgenden Nebenwirkungen sind weiterhin im Zusammenhang mit Nifedipin beschrieben worden, treten aber teilweise erst nach längerer oraler Therapie auf:
Sehr häufig
Insbesondere zu Beginn der Behandlung kann es sehr häufig meist vorübergehend zu peripheren Ödemen (aufgrund der Vasodilatation) kommen.
Häufig
Ebenfalls häufig ist von Palpitationen, Benommenheit und Schwächegefühl berichtet worden.
Gelegentlich
Gelegentlich kommt es unter Nifedipin zu Magen-Darm-Störungen wie Dyspepsie, Diarrhoe, Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen und Erbrechen sowie Mundtrockenheit.
Weiterhin kann es gelegentlich zu Unwohlsein, Dyspnoe, Müdigkeit, Schlafstörungen oder Schläfrigkeit, Hypästhesien, Parästhesien, Tremor, Erregungszuständen (nur nach der Einnahme von Adalat Kapseln), sowie Myalgien, Arthralgien, Muskelkrämpfen und Synkopen kommen.
Hautüberempfindlichkeitsreaktionen wie Pruritus, eine Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem, Gesichtsödem) sowie Leberfunktionsstörungen (intrahepatische Cholestase, Transaminasenanstiege) werden gelegentlich beobachtet.
Bei einer Niereninsuffizienz kann es unter Nifedipin gelegentlich zu einer vorübergehenden Verschlechterung der Nierenfunktion kommen. Ebenfalls gelegentlich können ein vermehrter Harndrang sowie eine vermehrte tägliche Urinausscheidung auftreten.
Eine geringfügige, vorübergehende Änderung der optischen Wahrnehmung wurde gelegentlich beobachtet.
Gelegentlich kann es, insbesondere zu Beginn der Behandlung, zum Auftreten von Angina pectoris-Anfällen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina pectoris zu einer Zunahme von Häufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle kommen. Vereinzelt ist das Auftreten eines Herzinfarktes beschrieben worden.
Selten
Selten kommt es unter Nifedipin zu Völlegefühl, Aufstoßen und Anorexie.
Unter längerer Behandlung kann es selten zu Zahnfleischveränderungen (z. B. Gingiva-Hyperplasie) kommen, die sich nach Absetzen der Therapie völlig zurückbilden.
Ebenso werden selten Urtikaria, Photodermatitis und Gelbsucht beobachtet.
In seltenen ällen wurde vor allem bei älteren Patienten unter einer Langzeittherapie eine Gynäkomastie beobachtet, die sich bisher in allen Fällen nach Absetzen des Arzneimittels zurückgebildet hat.
Selten sind Blutbildveränderungen wie Anämie, Leukopenie, Thrombopenie, thrombozytopenische Purpura sowie Purpura im Zusammenhang mit der Einnahme von Nifedipin beschrieben worden.
Ebenfalls selten wurden akute allergische Allgemeinreaktionen wie z. B. Fieber, Schwellung des Kehlkopfes (Kehlkopfödem), Krampfzustand der Bronchialmuskulatur bis hin zu lebensbedrohlicher Atemnot beobachtet, die nach Absetzen der Therapie reversibel sind.
Über Schwachsichtigkeit ist selten berichtet worden.
Selten wurde eine Hyperglykämie beobachtet. Dies sollte vor allem bei Patienten mit einem Diabetes mellitus beachtet werden.
Sehr selten
Sehr selten wurden Agranulozytose sowie exfoliative Dermatitis beschrieben.

Zusätzliche Informationen

Fachinformation und Gebrauchsinformation
Darreichungsform
Infusionslösung
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitten und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel, die Nifedipin beeinflussen:
Nifedipin wird über das Cytochrom  3A4-System metabolisiert. Daher kann die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die dieses System induzieren oder hemmen, grundsätzlich zu Wechselwirkungen dieser Arzneimittel mit Nifedipin führen.
Nifedipin wird hauptsächlich in der Leber inaktiviert. Die Metabolisierung wird deshalb im Wesentlichen durch den Pfortader-Blutfluss bestimmt. Die im Folgenden aufgeführten möglichen Interaktionen, die für Nifedipin bei oraler Gabe gelten, müssen somit nicht notwendigerweise auch für die intravenöse Verabreichung zutreffen.
Arzneimittel, die das Cytochrom 3A4 System hemmen:
Bei gleichzeitiger Anwendung von Nifedipin und den nachfolgend aufgeführten Wirkstoffen, die als schwache oder mittelmäßige Inhibitoren dieses Enzymsystems bekannt sind, sollte der Blutdruck überwacht und ggf. die Nifedipin-Dosis angepasst werden (siehe Abschnitt 4.4):
- Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin)
- Fluoxetin
- Nefazodon
- Anti-HIV-Arzneimittel, Protease-Inhibitoren (z.B. Ritonavir)
- Antimykotika vom Imidazol-Typ wie (z.B. Ketoconazol)
Trizyklische Antidepressiva, Vasodilatatoren
Der antihypertensive Effekt kann verstärkt werden.
Quinupristin / Dalfopristin
Die gleichzeitige Anwendung von Quinupristin / Dalfopristin und Nifedipin kann erhöhte Plasmakonzentrationen von Nifedipin bewirken.
Valproinsäure
Bei gleichzeitiger Anwendung von Nifedipin mit Valproinsäure ist aufgrund von Erfahrungen mit Nimodipin eine Erhöhung der Plasmakonzentration und damit eine verstärkte Wirkung von Nifedipin zu erwarten.
Cimetidin
Cimetidin kann zu einer Erhöhung des Nifedipin-Plasmaspiegels und somit zu einer verstärkten Nifedipin-Wirkung führen.
Arzneimittel, die das Cytochrom 3A4 System induzieren:
Antiepileptika (z.B. Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin)
Bei gleichzeitiger Anwendung von Phenytoin und Nifedipin wird die Bioverfügbarkeit von Nifedipin vermindert und so seine Wirksamkeit geschwächt. Wenn beide Präparate gleichzeitig angewendet werden, sollte die klinische Reaktion auf Nifedipin beobachtet und gegebenenfalls eine Steigerung der Nifedipin-Dosis erwogen werden. Eine Dosisanpassung nach Beendigung der Phenytoin-Therapie kann erforderlich sein.
Formale Studien zur Untersuchung möglicher Interaktionen zwischen Nifedipin und Carbamazepin oder Phenobarbital wurden nicht durchgeführt. Nach Erfahrungen mit dem strukturell ähnlichen Calciumantagonisten Nimodipin kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin oder Phenobarbital, aufgrund deren enzyminduzierender Wirkung, zu verringerten Plasmakonzentrationen und damit zu einer abgeschwächten Wirkung von Nifedipin führen kann.
Rifampicin
Aufgrund seiner enzyminduzierenden Wirkung beschleunigt Rifampicin die Metabolisierung von Nifedipin. Rifampicin darf nicht gleichzeitig mit Adalat 5 mg/50 ml pro infusione angewendet werden, da keine wirksamen Plasmaspiegel von Nifedipin erreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).
Wirkungen von Nifedipin auf andere Arzneimittel:
Blutdrucksenkende Arzneimittel
Durch Nifedipin kann der blutdrucksenkende Effekt von gleichzeitig verabreichten Antihypertensiva verstärkt werden, wie z.B.:
- Diuretika
- Beta-Rezeptorenblocker
- ACE-Inhibitoren
- A1-Rezeptorantagonisten
- andere Calciumantagonisten
- Alpha-Rezeptorenblocker
- PDE 5 Inhibitoren
- Alpha-Methyldopa
Beta-Rezeptorenblocker
Bei gleichzeitiger Behandlung mit Beta-Rezeptorenblockern wurde in Einzelfällen das Auftreten bzw. eine Verschlechterung einer Herzinsuffizienz beobachtet. Die Patienten sollten deshalb sorgfältig überwacht werden.
Digoxin, Theophyllin
Nifedipin kann eine Erhöhung des Digoxin- und Theophyllin-Plasmaspiegels bewirken. Der Patient soll auf Symptome einer Digoxin-Überdosierung überwacht und der Plasmaspiegel kontrolliert werden. Ggf. ist die Glykosiddosis zu verringern.
Vincristin
Nifedipin vermindert die Ausscheidung von Vincristin, wodurch die Nebenwirkungen von Vincristin zunehmen können. Eine Dosisverminderung von Vincristin sollte daher in Betracht gezogen werden.
Cephalosporine
Bei gleichzeitiger Gabe von Cephalosporinen (z.B. Cefixim) und Nifedipin wurden erhöhte Cephalosporin-Plasmaspiegel beobachtet.
Chinidin
In Einzelfällen bewirkt Nifedipin einen Abfall des Chinidin-Plasmaspiegels bzw. das Absetzen von Nifedipin einen deutlichen Anstieg des Chinidin-Plasmaspiegels, so dass bei kombinierter Therapie die Kontrolle des Chinidin-Plasmaspiegels empfohlen wird. In anderen ällen wurde über einen Anstieg der Nifedipin-Plasmakonzentration infolge von Chinidin berichtet. Bei der gleichzeitigen Anwendung der beiden Arzneimittel wird deshalb empfohlen, den Blutdruck sorgfältig zu überwachen und ggf. die Nifedipin-Dosis zu verringern.
Tacrolimus
Die gleichzeitige Anwendung von Tacrolimus und Nifedipin kann zu erhöhten Tacrolimus-Plasmaspiegeln führen, so dass die Tacrolimus-Dosis im Einzelfall reduziert werden sollte. Eine regelmäßige Plasmaspiegelkontrolle von Tacrolimus wird empfohlen.
Andere Arten von Wechselwirkungen:
Die spektrometrische Bestimmung von Vanillinmandelsäure im Urin kann unter Nifedipin zu falsch erhöhten Werten führen; die Bestimmung mittels HPLC bleibt unbeeinflusst.
Interaktionen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Adalat 5 mg/50 ml pro infusione enthält 18 Vol.-% Alkohol. Daher können Interaktionen mit Arzneimitteln, die Alkohol-inkompatibel sind, auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Grapefruitsaft
Durch Grapefruitsaft wird das Cytochrom 3A4 System gehemmt. Aufgrund eines verringerten First-Pass-Metabolismus und einer verlangsamten Ausscheidung kann der Blutspiegel von Nifedipin erhöht und die Wirkungsdauer verlängert sein, wodurch die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt sein kann. Dieser Effekt hält über mindestens 3 Tage nach der letzten Einnahme von Grapefruitsaft an. Im zeitlichen Zusammenhang mit der Nifedipin-Behandlung ist deshalb der Genuss von Grapefruit bzw. Grapefruitsaft zu vermeiden.
Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die ähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Für Adalat 5 mg/50 ml pro infusione nicht zutreffend.
Überdosierung
a) Symptome der Intoxikation
Folgende Symptome werden in Abhängigkeit vom Ausmaß der Überdosierung mit Nifedipin beobachtet:
Bewusstseinstrübung bis zum Koma, Blutdruckabfall, tachykarde / bradykarde Herzrhythmusstörungen, Hyperglykämie, metabolische Azidose, Hypoxie, kardiogener Schock mit Lungenödem.
b) Therapie von Intoxikationen
Therapeutisch stehen die Giftelimination und die Wiederherstellung stabiler Herz-Kreislauf-Verhältnisse im Vordergrund.
Eine Hämodialyse ist wegen fehlender Dialysierbarkeit von Nifedipin nicht sinnvoll, eine Plasmapherese (hohe Plasmaeiweißbindung, relativ kleines Verteilungsvolumen) wird jedoch empfohlen.
Bradykarde Herzrhythmusstörungen werden symptomatisch mit Atropin und/oder Beta-Sympathikomimetika behandelt; bei bedrohlichen bradykarden Herzrhythmusstörungen ist eine temporäre Schrittmachertherapie erforderlich.
Die Hypotonie als Folge von kardiogenem Schock und arterieller Vasodilatation wird mit Calcium ( g Calciumgluconat intravenös), Dopamin (bis 25 µg je kg Körpergewicht je Minute), Dobutamin (bis 15 µg je kg Körpergewicht je Minute), Epinephrin bzw. Norepinephrin behandelt. Die Dosierung dieser Medikamente orientiert sich allein an der erzielten Wirkung. Der Serum-Calciumspiegel sollte hochnormal bis leicht erhöht gehalten werden.
Die zusätzliche Flüssigkeits- oder Volumenzufuhr sollte wegen der drohenden kardialen Überlastung unter hämodynamischer Kontrolle zurückhaltend erfolgen.
Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Calciumantagonist, 1,4-Dihydropyridin-Derivat ATC-Code: C08 CA05
Nifedipin ist ein Calciumantagonist vom 1,4-Dihydropyridintyp. Calciumantagonisten hemmen den Calciumionen-Einstrom durch den langsamen Calciumkanal in der Zelle. Nifedipin wirkt vor allem an den glatten Muskelzellen der Koronararterien und an den peripheren Widerstandsgefäßen. Dieser Effekt hat eine Vasodilatation zur Folge. In therapeutischen Dosen hat Nifedipin praktisch keine direkte Wirkung auf das Myokard.
Am Herzen erweitert Nifedipin vor allem die großen Koronararterien durch Erniedrigung des Muskeltonus, wodurch die Durchblutung verbessert werden kann. Der periphere Widerstand wird gesenkt.
Zu Beginn der Behandlung mit dem Calciumantagonisten kann es reflektorisch zu einer Zunahme der Herzfrequenz und des Herzminutenvolumens kommen. Diese Zunahme ist jedoch nicht ausgeprägt genug, um die Vasodilatation zu kompensieren.
Bei Langzeitbehandlung mit Nifedipin (orale Anwendung) kehrt das anfangs erhöhte Herzminutenvolumen wieder auf den Ausgangswert zurück. Eine besonders deutliche Blutdruckabnahme nach Nifedipin ist beim Hypertoniker zu beobachten.
Die Wirkung setzt unmittelbar nach Beginn der i. v.-Gabe von Nifedipin ein und hält über die gesamte Infusionsdauer an.
Pharmakokinetische Eigenschaften
Nifedipin wird zu ca. 95 % an Plasmaeiweiß (Albumin) gebunden.
Nach intravenöser Gabe wird Nifedipin rasch verteilt. Die Verteilungshalbwertzeit beträgt ca. 5 – 6 Minuten.
Nifedipin wird in der Leber nahezu vollständig (hoher "First-pass-Effekt“) vor allem über oxidative Prozesse metabolisiert. Diese Metaboliten zeigen keine pharmakodynamischen Aktivitäten. Weder die unveränderte Substanz noch der Metabolit M-1 werden in nennenswertem Maße renal eliminiert (<0,1 % der Dosis). Die polaren Metaboliten M-2 und M-3 werden zu etwa 50 % der Dosis im Urin gefunden (zum Teil in konjugierter Form), wobei der überwiegende Teil innerhalb von 24 h ausgeschieden wird. Der Rest wird mit den Faeces ausgeschieden.
Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei 1,7 Stunden.
Eine Kumulation der Substanz bei Dauertherapie nach üblicher Dosierung wurde nicht beschrieben.
Bei eingeschränkter Leberfunktion kommt es zu einer deutlichen Verlängerung der Eliminationshalbwertszeit und zu einer Verminderung der Gesamt-Clearance. Eine Dosisreduzierung kann gegebenenfalls erforderlich sein.
Präklinische Daten zur Sicherheit
Die präklinischen Daten, die auf konventionellen Studien zur akuten Toxizität, chronischen Toxizität und zum mutagenen und tumorerzeugenden Potential basieren, lassen keine besondere Gefährdung für den Menschen erkennen.
In-vivo- und In-vitro-Untersuchungen zur Mutagenität verliefen durchweg negativ, so dass eine mutagene Wirkung im Menschen hinreichend ausgeschlossen werden kann. Eine Langzeituntersuchung (2 Jahre) an der Ratte ergab keine Hinweise auf tumorerzeugende Effekte von Nifedipin.
Experimentelle Studien haben bei drei Tierspezies (Ratte, Kaninchen, Maus) Hinweise auf teratogene Effekte ergeben, einschließlich digitaler Anomalien, Fehlbildungen der Extremitäten, Gaumenspalten, Brustbeinspalten und Fehlbildungen der Rippen. Die digitalen Anomalien und die Fehlbildungen der Extremitäten sind möglicherweise auf die eingeschränkte uterine Durchblutung zurückzuführen; sie traten aber auch bei Tieren auf, die Nifedipin nur nach der Organogenese erhalten hatten.
Infolge der Nifedipingabe traten verschiedene embryotoxische, plazentotoxische und fetotoxische Effekte auf, einschließlich verkrüppelte Feten bei Ratten, Mäusen und Kaninchen, kleine Plazenten und unterentwickelte Chorionzotten bei Affen, Absterben von Embryonen und Feten bei Ratten, Mäusen und Kaninchen sowie verlängerte Trächtigkeiten und verringerte Überlebensraten bei neugeborenen Ratten (andere Tierarten wurden hierauf nicht untersucht). Alle Dosen, die in experimentellen Untersuchungen teratogene, embryotoxische und fetotoxische Effekte zur Folge hatten, wirkten auch toxisch auf die Muttertiere und waren um ein Mehrfaches höher als die empfohlene Höchstdosis für den Menschen (siehe Abschnitt 4.6).
Liste der sonstigen Bestandteile
Ethanol 96% (18,0 Vol.-%), Macrogol 400, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke.
Inkompatibilitäten
Keine
Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre
Das Arzneimittel soll nach Ablauf des auf dem Umkarton angegebenen Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden. Die Verfallsdatumsangabe gilt nur für die ungeöffnete Originalpackung.
Art und Inhalt des Behältnisses
Durchstechflaschen aus Braunglas mit Chlorbutyl-Gummi-Stopfen und mit gelber Kunststoffumhüllung als Lichtschutz.
Packung mit 1 Spritze, 1 Infusionsleitung und 1 Durchstechflasche mit 50 ml Infusionslösung zu 5 mg Nifedipin.
Zulassungsnummer


Verkaufsabgrenzung
Verschreibungspflichtig


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