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«Artamin 150 mg - Kapseln»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

D-Penicillamin ist eine Aminosäure (ein Baustein von Eiweißstoffen).
Die Verbindung gehört in die Gruppe der stabilen, unphysiologischen Aminosäuren und wird synthetisch gewonnen. D-Penicillamin hat keine antibiotischen Eigenschaften.

1. Artamin ist ein hochwirksames Medikament bei chronischer Polyarthritis und bewirkt nach einer Anlaufzeit von einigen Wochen bis Monaten eine Besserung der Beschwerden und La-borbefunde (z. B. Abnahme des Rheumafaktor-Titers).

Der Erfolg mit Artamin ist umso besser, je früher die Behandlung der chronischen Polyarthri-tis begonnen wird.

2. Artamin vermag Schwermetalle, z. B. Kupfer, Gold, Blei etc. zu binden. Diese Fähigkeit wird bei Schwermetallvergiftungen genützt, da Verbindungen entstehen, die wasserlöslich und ungiftig sind und somit über die Niere ausgeschieden werden können. D-Penicillamin ist die einzige Substanz dieser Art, die beim Menschen nicht injiziert werden muss.

3. Artamin vermag das schwerlösliche Cystin (eine im Körper vorkommende Aminosäure, die bei manchen Menschen Nierensteine bildet) in eine Form umzuwandeln, die vorwiegend durch die Niere ausgeschieden wird.

Anwendungsgebiete:

  • Chronische Polyarthritis (chronische, entzündliche, vorübergehend oder in Schüben verlau-fende, rheumatische Erkrankung): (siehe "Wirkungsweise", Punkt 1) Artamin wird dann angewendet, wenn mit schmerzlindernden Mitteln keine ausreichende Besserung der Beschwerden erzielt werden kann.
  • Chronische Arthritis im Jugendalter
  • Wilson'sche Krankheit (krankhafte Speicherung von Kupfer in der Leber): Die Anwendung von Artamin kann lebensrettend sein.
  • Cystinurie (Cystinsteine), Cystinosis: (siehe "Wirkungsweise", Punkt 3) Bei vermehrtem Auftreten von Cystin im Harn kann durch die Einnahme von Artamin das Auftreten von Nierensteinen, die aus Cystin entstehen können, verhindert werden; bereits vorhandene Steine können oft nach einer Anwendungszeit von einigen Monaten bis einem Jahr verkleinert oder schließlich aufgelöst werden.
  • Schwermetallvergiftungen (Kupfer, Gold, Blei, Quecksilber, Kobalt, Zink): (siehe "Wirkungsweise", Punkt 2) Schwermetalle werden an D-Penicillamin gebunden und dadurch entgiftet. Bei Bleivergiftung wird die normale Behandlung durch D-Penicillamin ergänzt bzw. fortge-setzt.
  • Bestimmte entzündliche Lebererkrankungen
  • Sklerodermie (Bindegewebserkrankung)
  • Waldenström Syndrom I (gutartige Erkrankung; punktförmige Hautblutungen durch krankhaf-te Vermehrung bestimmter Eiweißbestandteile des Blutes).

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Artamin darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff D-Penicillamin oder einen der sonstigen Bestandteile von Artamin sind.
  • wenn bei Ihnen während einer früheren Anwendung von Penicillamin schwerwiegende Nebenwirkungen, insbesondere an den Nieren oder auf die Blutbildung aufgetreten sind.
  • wenn Sie auf Penicillin überempfindlich reagieren (Penicillinallergie).
  • bei Nierenschädigungen.
  • bei Systemischen Lupus erythematodes (einer Erkrankung des Immunsystems) beziehungsweise Nachweis einer größeren Anzahl von Antikörpern, die gegen Zellkerne gerichtet sind.
  • bei Schäden des Lebergewebes.
  • bei gleichzeitiger Behandlung mit Gold oder Chloroquin (Medikamente, die bei rheumatoider Arthrits gegeben werden).
  • Vor Beginn der Behandlung müssen bestimmte Laboruntersuchungen durch Ihren Arzt ver-anlasst und der Zustand des Nervensystems erhoben werden.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie besonders leicht ermüden, häufig an Infektionskrankheiten (Erkältung, Fieber) leiden, oder zu Blutungen neigen. Ihr Arzt wird klären, ob Sie dennoch Arta-min einnehmen dürfen.

Sie sollten Ihrem Arzt auch von vorangegangenen Nierenerkrankungen berichten, ebenso von vermehrtem Durst, Harndrang oder Wasser im Körper (geschwollene Beine oder Augenlider), damit er die Funktion Ihrer Nieren überprüft.

Teilen Sie Ihrem Arzt Anzeichen wie z.B. Muskelschwäche, bes. der Augenmuskeln (Doppelbil-der), der Sprach-, Schluck- und Kaumuskulatur mit.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Artamin ist erforderlich
Unerlässlich für eine sichere und wirksame Therapie mit D-Penicillamin ist die enge Zusam-menarbeit zwischen Arzt und Patient. Wie Sie gelesen haben, können bei der Einnahme von Artamin in ganz seltenen Fällen schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten. Sie lassen sich durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und dadurch, dass Sie über ungewöhnliche Er-scheinungen und sämtliche Beobachtungen Ihrem Arzt berichten, weitgehend vermeiden.

Patienten mit einer Bereitschaft zu Überempfindlichkeitsreaktionen (Heuschnupfen, Ekzem [Juckflechte], Nesselfieber, Atemnotanfälle [Asthmaanfälle]), bedürfen einer besonders gründli-chen Überwachung.

Es gibt bestimmte Umstände, unter denen die Therapie mit Artamin abgebrochen werden muss. Auch danach müssen Sie eine Weile von Ihrem Arzt überwacht werden.

Die vom Arzt vorgeschriebene Menge an Artamin sowie die vereinbarten Kontroll-untersuchungen sind unbedingt einzuhalten. Gegen Schmerzen soll nur das zusätzlich ver-schriebene Medikament verwendet werden.

Bei chirurgischen Eingriffen soll, wegen der möglichen Beeinflussung des Kollagen- und Elastingewebes (Bindegewebe) die Therapie mit Artamin ausgesetzt werden oder nach Mög-lichkeit die Dosis 6 Wochen vor einem größeren chirurgischen Eingriff und bis zum Abschluss der Wundheilung reduziert werden.

Wenn Sie Artamin wegen einer Schwermetallvergiftung erhalten, sollten Sie zusätzlich Vita-min Beinnehmen.

Bei der Wilson'schen Erkrankung sollten Sie kupferreiche Nahrungsmittel, z. B. Schokolade, Kakao, Nüsse, Pilze, Leber, Schalentiere, usw. meiden. Achten Sie ebenfalls darauf, dass zu-sätzlich eingenommene Mittel (z. B. Vitaminpräparate) kein Kupfer enthalten.

Bei Cystinurie bzw. Cystinosis achten Sie auch auf zusätzliche Maßnahmen (viel Flüssigkeit trinken, besonders am Abend, evtl. Diät).

Teilen Sie die Einnahme von Artamin vor einer Operation dem behandelnden Arzt mit, denn es kann eventuell eine Verringerung der Artamin-Dosis notwendig sein.

Bei Auftreten einer Infektionskrankheit sollten Sie gleichzeitig kein Penicillin einnehmen.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, ob Sie in der Vergangenheit Goldverbindungen eingenommen haben, und ob Sie dadurch Beschwerden hatten. Er wird entscheiden, ob Sie Artamin danach einneh-men dürfen.

Bei Auftreten von Übelkeit, Verdauungsstörungen, Störungen des Geschmackempfindens, bei Haut- und Schleimhautveränderungen (z. B. Neigung zu blauen Flecken, Blutungen, u. a.), bei eventuellen Augenbeschwerden (z. B. Lidschwäche, Doppelbilder) oder anderen Beobachtun-gen ist unbedingt der behandelnde Arzt zu verständigen.

Wie alle Medikamente sollen Sie Artamin in der Schwangerschaft nur nach Anweisung Ihres Arztes einnehmen. Es ist daher unbedingt notwendig, dass Sie Ihrem Arzt von einer bestehen-den aber auch vermuteten Schwangerschaft berichten.

Bei Einnahme von Artamin mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

D-Penicillamin soll nicht gleichzeitig mit anderen Medikamenten, die die Nieren oder das blutbil-dende System schädigen können, wie Goldverbindungen, Antimalariamittel, Immunsuppressiva (Mittel, die das Immunsystem beeinflussen) oder Phenylbutazon (schmerzlinderndes Mittel) kombiniert werden.

Für die Therapie der rheumatoiden Arthritis benutzt man auch Azathioprin, einen Wirkstoff zur Hemmung der Zellteilung (Zytostatikum). Eine Kombination mit Azathioprin verschlechtert die Verträglichkeit von Artamin.

Teilen Sie daher Ihrem Arzt mit, ob andere Medikamente in Verwendung stehen, und fragen Sie, welche unbedenklich gleichzeitig mit Artamin verwendet werden können.

Schmerzlindernde Mittel sowie Kortisonpräparate können bei chronischer Polyarthritis von Ih-rem Arzt gleichzeitig mit Artamin verordnet werden.

Wenn Sie Eisen benötigen, müssen Sie darauf achten, dass zwischen der Einnahme von ei-senhältigen Medikamenten (auch rezeptfreie Kräftigungsmittel enthalten oft Eisen) und der von Artamin mindestens zwei Stunden liegen. Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie eisenhältige Mittel einnehmen, damit er feststellen kann, ob die Dosierung von Artamin dadurch geändert werden muss. Dies gilt auch für magnesium- oder aluminiumhaltige Antazida und Sucralfat (Medika-mente zum Binden von Magensäure)

Nach einer länger dauernden Behandlung mit Artamin kann es zu Vitamin-B-Mangelzuständen kommen, die eine zusätzliche Einnahme von Vitamin Berforderlich machen

Bei Einnahme von Artamin zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Die Kapseln sollen mit einem Glas Wasser unzerkaut geschluckt werden.
Artamin ist am wirksamsten, wenn ca. 1 ½ Stunden vorher und nachher keine Nahrungsauf-nahme erfolgt (siehe auch "Wechselwirkungen").

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Wenn Artamin während der Schwangerschaft in größeren Menden eingenommen wird, kann es zu Schädigungen der Leibesfrucht kommen. Deshalb ist bei gebärfähigen Frauen auf eine wirksame Schwangerschaftsverhütung zu achten. Zur Behandlung der reumatoiden Arthritis darf Artamin während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden.

Wie alle Medikamente sollte Artamin in der Schwangerschaft nur nach strengster Indikations-stellung eingenommen werden. Zur Behandlung der reumatoiden Arthritis darf Artamin während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden.

Bei einigen Erkrankungen (z. B. Wilson'sche Krankheit, Cystinurie - siehe oben) ist die Einnah-me von Artamin während der Schwangerschaft jedoch notwendig.

D-Penicillamin geht in die Muttermilch über. Während der Behandlung mit Artamin sollte nicht gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es sind keine Auswirkungen zu erwarten.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Artamin Eine Artamin 150 mg - Kapsel enthält 48 mg Lactose-Monohydrat (Milchzucker). Wenn bei Ih-nen eine Unverträglichkeit gegen bestimmte Zuckerarten festgestellt wurde, befragen Sie vor der Einnahme bitte Ihren Arzt.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Artamin immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die vom Arzt nur für Sie vorgeschriebene Dosierung ist genau einzuhalten, denn sie wird für jeden Patienten persönlich festgesetzt.

Bei der Anwendung von Artamin müssen Sie etwas Geduld haben, denn die Wirkung setzt nicht sofort ein. Gewöhnlich dauert es einige Wochen, manchmal auch Monate, bis eine deutliche Besserung der Beschwerden eintritt. Ihr Arzt wird Ihnen in den meisten Fällen zunächst eine kleine Dosis Artamin verschreiben. Die Steigerung der Dosis erfolgt allmählich. Sie sollten auf keinen Fall mehr einnehmen, als Ihr Arzt Ihnen verschreibt.

Chronische Polyarthritis, chronisch entzündliche Lebererkrankungen, Sklerodermie:

übliche Dosierungen sind:

Erste 4 Wochen: 150 mg/Tag (Steigerung bis 250 mg möglich)
Zweite 4 Wochen: 250 mg/Tag (Steigerung bis 450 mg möglich)
Dritte 4 Wochen: 300 mg/Tag (Steigerung bis 600 mg möglich)

4 bis 12-wöchentliche Steigerung um 50 - 150 mg/Tag bis auf 750 mg/Tag.

Bei einer Einnahme einmal am Tag empfiehlt sich die Einnahme am Morgen.

Nach Besserung der Beschwerden wird Sie Ihr Arzt anweisen, schrittweise weniger Artamin ein-zunehmen. Auch jetzt sollten Sie seinen Anweisungen genau folgen, denn eine zu schnelle Ver-minderung der täglichen Einnahmemenge kann zu einer Verschlechterung der Beschwerden führen.

Chronische Arthritis im Jugendalter (juvenile chronische Arthritis):

Zu Therapiebeginn soll die Dosierung 5-10 mg/kg KGW/Tag betragen. Danach schrittweise Steigerung auf max. 15-20 mg/kg KGW/Tag.

Nach Besserung der Beschwerden wird die Dosis langsam auf 10-15 mg/kg KGW/Tag herab-gesetzt.

Wilson'sche Erkrankung:

Die einzunehmende Menge hängt von der Schwere der Krankheit bzw. von der Kupfer-ausscheidung im Harn ab. Eine Besserung der Beschwerden tritt nach einiger Zeit, manchmal erst nach 3 - 6 Monaten, ein. Eine kupferarme Nahrung ist Bestandteil der Therapie.

Diese Menge soll auf 3 Einnahmen am Tag unterteilt werden.

Die Einnahme muss bei dieser Erkrankung lebenslang fortgesetzt werden.

Schwermetallvergiftungen:

Die Dauer der Behandlung hängt von der Metallausscheidung im Harn ab. Die Dosis beträgt bei Erwachsenen 900-1800 mg/Tag, bei Kindern entsprechend weniger. Vitamin Bmuss gleichzei-tig eingenommen werden, mindestens 40 mg täglich.

Cystinurie:

Wenn Sie eine größere Menge von Artamin eingenommen haben, als Sie sollten Es kann zu akuten Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, gelegentlich auch Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Geschmacksverlust, Schweißausbruch, Nierenschädigung. Siehe auch Abschnitt 4 - Nebenwirkungen.
Informieren Sie einen Arzt. Er wird entsprechende Gegenmaßnahmen (Absetzen, Gabe von Korticosteroiden, akute Kontrolle von Nieren- und Leberfunktionswerte, später auch Blutbildkontrollen) ergreifen.

Wenn Sie die Einnahme von Artamin vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Fahren Sie mit der Einnahme wie gewohnt fort.

Wenn Sie die Einnahme von Artamin abbrechen
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Einnahme abbrechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Artamin Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Sehr häufig: ≥ 10 % (≥ 1/10)
Häufig: ≥ 1 % – < 10 % (≥ 1/100 - < 1/10)
Gelegentlich: ≥ 0,1 % – < 1 % (≥ 1/1.000, < 1/100)
Selten: ≥ 0,01 % – < 0,1 % (≥ 1/10.000, < 1/1.000)
Sehr selten < 0,01 % (< 1/10.000) bzw. nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Sollten Nebenwirkungen auftreten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Oft können sie durch Verteilung der einzunehmenden Menge auf mehrere Einnahmen pro Tag oder Herabsetzung der Dosis (nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt) behoben oder vermindert werden.

Sehr häufige Nebenwirkungen sind:

  • Beeinträchtigung der Geschmacksempfindung verschwindet meist bei vorübergehender Dosisverminderung von Artamin. Wenn diese Nebenwirkung für Sie sehr störend ist, kann Ihr Arzt sie vielleicht durch Verschreibung von kupferhältigen Medikamenten beheben.
  • Appetitlosigkeit, Druck im Oberbauch, Übelkeit und Durchfall können ebenfalls auftreten.
  • Hautausschläge, Juckreiz oder Gesichtsschwellung (überwiegend aufgrund einer Über-empfindlichkeit gegenüber Artamin
  • Ausscheidung von Eiweiß im Harn (Proteinurie), die manchmal von einer Ausscheidung von Blut im Harn (Hämaturie) begleitet wird. Dies sind Anzeichen einer Nierenschädigung durch Antikörper

Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Geschwürbildung an der Wangen- und Zungenschleimhaut
  • Schädigung des blutbildenden Knochenmarks mit Verminderung der weißen Blutkörper-chen (Leukopenie), der roten Blutkörperchen (Anämie) und der Blutplättchen (Thrombozy-topenie). Es besteht dabei die Gefahr einer Agranulozytose und einer Panmyelopatie (sehr starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen beziehungsweise aller Blutkörperchen). Anzeichen dafür können sein: hohes Fieber, Schüttelfrost und Geschwü-re an den Schleimhäuten des Rachens der Gaumenmandeln, des Afters und der Ge-schlechtsorgane. In diesen Fällen ist Artamin sofort abzusetzen. Jegliche Selbstbehand-lung mit schmerz- oder fiebersenkenden Mitteln sollte unterbleiben. Da sich eine Agranu-lozytose (das Fehlen bestimmter weißer Blutkörperchen) innerhalb weniger Stunden ent-wickeln kann, muss in diesen Fällen raschen eine Blutbildkontrolle durchgeführt werden. Wenden Sie sich in so einem Fall an den nächst erreichbaren Arzt.

Gelegentliche Nebenwirkungen sind:

  • Vorzeitige Ermüdung der willkürlich bewegten Muskeln (besonders der Augenmuskeln), die unter Belastung zunimmt und sich in Ruhe zurückbildet (myasthenisches Syndrom)
  • Ein vermehrtes Auftreten von Antikörpern im Blut, die gegen Zellkerne gerichtet sind. Dies ist ein Hinweis auf mögliche Schäden, bei denen sich das körpereigene Abwehrsystem gegen normale Körperbestandteile richtet (klinisch latentes, humorales, antinukleäres An-tikörpersyndrom als Hinweis auf das Risiko der Induktion von Autoimmunschäden).
  • Möglich ist das Auftreten eines verstärkten männlichen Behaarungstyps bei Frauen (Hir-sutismus)

Seltene Nebenwirkungen sind:

  • Gelenksschmerzen
  • Lymphknotenschwellungen können gelegentlich auftreten.
  • Bei Auftreten leichter Ermüdbarkeit, Anfälligkeit für Infektionskrankheiten (Fieber, Hals-schmerzen, häufige Erkältungen) und bei Blutungsneigung (vermehrt blaue Flecken oder punktförmige Blutungen) sollten Sie Ihrem Arzt umgehend von diesen Erscheinungen be-richten.

Sehr seltene Nebenwirkungen sind:

  • Rückbildungsfähige Lungenherde
  • Chronisch fortschreitende Lungenveränderungen (chronische Entzündung mit Verhärtung des Bindegewebes in der Lunge)
  • Pseudoxanthoma elasticum, Elastosis perforans serpinginosa (Veränderung des elasti-schen Gewebes an der Haut und Schleimhaut mit erhöhter Verletzlichkeit
  • Lichen planus („Knötchenflechte“, rote bis bräunliche meist juckende Knötchen auf der Haut
  • Polymyositis und Dermatomyositis (Erkrankungen mit Muskelschmerzen, Muskelschwä-che und Muskelschwund sowie Hautveränderungen)
  • Colitis ulcerosa (langdauernde entzündliche Erkrankung des Dick- und meist auch des Mastdarms mit schleimig blutigen Durchfällen, Darmgeschwüren und narbigen Verengun-gen des Darms)
  • Systemischer Lupus erythematodes (eine Erkrankung des Immunsystems
  • Gallestau in der Leber (intrahepatische Cholestase)
  • Vergrößerung der Brustdrüse
  • Eventuell Verschlechterung von neurologischen Symptomen bei Patienten mit Morbus Wilson. Eine Behandlung mit Artamin sollte dann nicht weiter fortgesetzt werden. (In man-chen Fällen ist die Verschlechterung nach Abbruch der Therapie nicht mehr rückbildungs-fähig)

Wenn Ihr Harn trüb erscheint oder sollten Schwellungen am Körper, vermehrter Durst und Harn-drang auftreten, suchen Sie ebenfalls Ihren Arzt auf. Er wird feststellen, ob die Gefahr einer Nie-renschädigung besteht.

Äußerst selten kann es zu einer Gelbfärbung der Haut und Augen sowie zu hellem Stuhl, Haut-kribbeln, Schmerzen oder Gefühllosigkeit an Händen oder Füßen, Rötung und Schuppung der Haut oder Haarausfall kommen.

Artamin kann das Immunsystem beeinflussen, was sich z.B. in einem schmetterlingsförmigen Ausschlag über Nase und Wangen oder Blasenbildung an der Haut und den Schleimhäuten äußern kann. Doppelbilder, blutiger Harn, Muskelschwäche, dunkelroter Ausschlag mit Rötung und Schwellung der Augenlider sind äußerst selten, bedürfen jedoch ebenfalls ärztlicher Be-handlung.

Weitere Beschwerden, deren Auftreten durch Einnahme von D-Penicillamin nicht ausgeschlos-sen werden kann, sind: Schmerzen im Halsbereich (Schilddrüsenentzündung), Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen (Bauchspeicheldrüsenentzündung), Ohrenklingen.

Bei frühzeitigem Erkennen einer Schädigung der Nieren, der Haut (Pempgigus [Blasensucht]) oder des Knochenmarks und sofortigem Absetzten von Artamin kommt es zu einem gutartigen Verlauf. In sehr seltenen Fällen kann die Nichtbeachtung dieser Nebenwirkungen zu schweren Verläufen mit unter Umständen tödlichem Ausgang führen.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 30°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zuschützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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