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«AZATHIOPRIN-PUREN® 50 mg Filmtabletten»

Wie wirkt der Inhaltsstoff?

Azathioprin wird eingesetzt bei Transplantationen und bei Krankheiten, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift (Autoimmunkrankheiten).Das Immunsystem schützt den Körper gegen Krankheiten. Es erkennt fremde Zellen (Bakterien, Transplantate) oder veränderte Körperzellen (Krebszellen, virusinfizierte Zellen) und bekämpft sie. Die wichtigsten Abwehrzellen des Immunsystems sind Makrophagen, natürliche Killerzellen, sowie T-und B-Lymphozyten.Bei manchen Menschen sind diese Reaktionen fehlgesteuert. Ihr Immunsystem bekämpft fälschlich auch körpereigenes Gewebe als Fremdkörper und versucht es zu zerstören. Bei der Transplantation eines Organs sind diese Reaktionen des Immunsytems für den Empfänger lebensgefährlich. In beiden Fällen muss man daher das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppression).Azathioprin ist ein unspezifisches Immunsuppressivum aus der Gruppe der Zellteilungshemmer (Proliferationshemmer). Für die Bildung der Immunzellen benötigt der Körper Erbsubstanz (DNS, DNA). Sie besteht aus verschiedenen Bausteinen (Metaboliten). Azathioprin ist ähnlich gebaut, wie einer dieser Bausteine. Wird jedoch Azathioprin anstelle des echten Bausteins in die DNS eingebaut, ist die Bildung der Immunzellen blockiert. Daher nennt man Azathioprin auch einen Antimetaboliten. Es hemmt unspezifisch die Teilung und damit die Vermehrung der T- und B-Lymphozyten.Dadurch funktioniert das Immmunsystems nur noch eingeschränkt. Der Kampf gegen den eigenen Körper wird gestoppt und die Gefahr, dass das Transplantat abgestoßen wird, verringert sich.Weiterlesen:Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete

  • Chronische Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa)
  • Lupus erythematodes
  • Morbus Crohn (chronische Darmentzündung)
  • Rheuma (rheumatoide Arthritis, chronische Polyarthritis)
  • Schwere, nicht durch eine Infektion hervorgerufene Leberentzündung (nicht infektiöse Hepatitis)
  • Transplantation

Warnhinweise!

  • Die Behandlung mit diesem Medikament ist nur geeignet für die Behandlung in speziellen Kliniken, Instituten oder bei niedergelassenen Fachärzten mit besonderen Erfahrungen.
  • Frauen UND Männer müssen für eine sichere Empfängnisverhütung sorgen, da es sonst zur Schädigung des Kindes kommen kann.
  • Sonnenbestrahlung, Solarien und Phototherapien meiden
  • Es müssen regelmäßige Blutbildkontrollen durchgeführt werden.

Wann ist das Medikament nicht für Sie geeignet (Gegenanzeigen)?

Verwenden Sie dieses Medikament nicht, wenn Sie auf einen seiner Bestandteile allergisch reagieren.

  • Kinder unter 18 Jahre
  • Schwer wiegende Leber- und Nierenfunktionsstörungen
  • Schwere Infektionen, wie Tuberkulose oder Blutvergiftung
  • Schwere Schädigung des Knochenmarks
  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Während der Schwangerschaft sollte das Medikament möglichst nicht angewendet werden, es sei denn, Ihr Arzt hält dies für unbedingt erforderlich.
  • Während der Stillzeit darf das Medikament nicht angewendet werden.

Nebenwirkungen

Aufgelistet sind die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen. Sie können auftreten, müssen aber nicht, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente anspricht.

Manchmal reagieren Menschen allergisch auf Medikamente. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion verspüren, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Viren
  • Verminderung der weißen Blutkörperchen
  • Übelkeit, Appetitlosigkeit
  • Blutarmut und Verminderung Blutplättchen
  • Leberfunktionsstörungen
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Wechselwirkungen

Allopurinol (Gicht): Azathioprin-Dosis muss erheblich verringert werden ACE-Hemmer (Bluthochdruck), Cotrimoxazol (Antibiotikum), Cimetidin (Magensäure-Hemmer), Indometacin/Penicillamin (Entzündungshemmer), Zytostatika (Krebs), Mesalazin, Olsalazin, Sulfsalazin (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa): Knochenmarksschädigung, besonders bei Patienten mit Thiopurin-Methyl-Transferase-Enzymmangel (10 Prozent der Patienten)Während der Therapie mit Azathioprin dürfen keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen durchgeführt werden.Warfarin (Blutgerinnungshemmung): verminderte WirksamkeitLebendimpfstoffe sollten nicht angewendet werden. Totimpfstoffe können an Wirksamkeit verlieren.


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