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«Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

1.1 Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten ist ein Azalid-Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide, welches empfindliche Bakterien am Wachstum hindert.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten darf nicht eingenommen werden
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber dem Wirkstoff Azithromycin-Dihydrat, gegen andere Macrolid-Antibiotika oder einem der sonstigen Bestandteile von Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten sind
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten ist erforderlich
- wenn Sie an einer höhergradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 40 ml/min) leiden, da
bisher nur gesichert ist, dass bei geringgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 40
ml/min) keine Dosisreduktion erforderlich ist,
- wenn Sie an schweren Lebererkrankungen leiden, sollten Sie Azithromycin DH 600 mg
Filmtabletten nicht einnehmen, da Azithromycin hauptsächlich über die Leber ausgeschieden wird
und eine verbindliche Aussage zur Unbedenklichkeit eines derartigen Einsatzes bisher noch
nicht möglich ist,
- wenn Sie leichten bis mäßigen Leberfunktionsstörungen leiden, sollten Sie mit besonderer Vorsicht
behandelt werden, da keine klinischen Erfahrung mit der hohen Einzeldosis vorliegt und die
bisherigen Daten zur Dosisanpassung nicht ausreichen,
- wenn Sie an neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen leiden, soll Azithromycin mit
Vorsicht eingesetzt werden.
Bei schweren und anhaltenden Durchfällen (Diarrhoen) ist an eine unter Umständen lebensbedrohliche pseudomembranöse Colitis zu denken. In derartigen ällen wird Ihr Arzt Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten sofort absetzen und eine geeignete Therapie einleiten.
Wegen einer bestehenden Kreuzresistenz mit Erythromycin-resistenten grampositiven
Stämmen und den meisten Stämmen Methicillin-resistenter Staphylokokken
sollten Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten bei Infektionen mit diesen Krankheitserregern nicht eingenommen werden.
Im Falle einer extrem seltenen, aber möglicherweise lebensbedrohlichen
Überempfindlichkeitsreaktion (z. B. anaphylaktischer Schock) muss die Behandlung mit Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten sofort abgebrochen werden, und es müssen alle der Symptomatik entsprechenden Notfallmaßnahmen ergriffen werden.
ür Patienten unter 18 Jahren ist die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Azithromycin zur MAI-Prophylaxe nicht untersucht worden.
Bei anderen Antibiotika der Makrolid-Gruppe wurden EKG-Veränderungen (Verlängerung der Repolarisierung des Herzens und des QT-Intervalls) beobachtet, die zu bestimmten Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien und Torsades de pointes) führen können. Bei Azithromycin ist ein ähnlicher Effekt bei Patienten mit erhöhtem Risiko einer verlängerten Repolarisierung des Herzens nicht auszuschließen (s.a. 4. “Nebenwirkungen).
Langfristige und wiederholte Anwendung von Azithromycin DH 600 mg kann zu Superinfektionen mit resistenten Bakterien oder Sprosspilzen führen.
Kommt es unter der Prophylaxe mit Azithromycin DH 600 mg zu einer Resistenzentwicklung von MAI gegenüber Azithromycin, so muss für die weitere Therapie an eine mögliche Kreuzresistenz mit Clarithromycin gedacht werden.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten sind unter der Voraussetzung, dass keine höhergradige Niereninsuffizienz vorliegt, keine bestimmten Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.
Schwangerschaft
Schwangeren sollten Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten nur in Ausnahmefällen bei möglicher Lebensgefährdung und fehlender Möglichkeit einer Alternativtherapie gegeben werden, da eine abschließende Beurteilung der Sicherheit dieser Therapie zur Zeit noch nicht möglich ist.
Stillzeit
Auch die Anwendbarkeit in der Stillzeit kann derzeit nicht abschließend beurteilt werden. Von Makroliden ist bekannt, dass sie in hohen Konzentrationen in der Muttermilch nachweisbar sind. Von Azithromycin ist nicht bekannt, ob es in die Muttermilch übergeht.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass Azithromycin DH 600 mg das Konzentrations- und Reaktionsvermögen beeinträchtigen könnte und daher auch keine Hinweise, dass Azithromycin DH 600 mg die ähigkeit von Patienten, Auto zu fahren, Maschinen zu bedienen oder ohne sicheren Halt zu arbeiten, beeinträchtigen könnte. In Einzelfällen sind Nebenwirkungen (siehe unten) beobachtet worden, die eine Ausübung der genannten Tätigkeiten unmöglich machen.

Wie wird es angewendet?

WIE IST Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten EINZUNEHMEN?
Nehmen Sie Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten können unabhängig von oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Filmtabletten werden unzerkaut mit Flüssigkeit geschluckt. ür Patienten mit Schluckbeschwerden können die Filmtabletten zerkleinert werden. Die Einnahme nach den Mahlzeiten kann mögliche unerwünschte Begleiterscheinungen vonseiten des Magen-Darm-Traktes abmildern.
Wenn Sie die Einnahme von Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.
Auswirkungen, wenn die Behandlung mit Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten abgebrochen wird
Bevor Sie die Behandlung abbrechen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Ein vorzeitiger Behandlungsabbruch kann den Erfolg der Therapie gefährden.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Von Makrolid-Antibiotika sind verschiedene Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt, die auf einer bei gleichzeitiger Anwendung möglichen Beeinträchtigung des Abbaus verschiedener Medikamente vor allem in der Leber beruhen. Dies kann dazu führen, dass diese Mittel bestimmte unerwünschte Begleiterscheinungen auslösen können. Azithromycin verhält sich hier in verschiedenen Punkten anders, zum Teil liegen aber noch keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Hierzu gehören:
- Dihydroergotamin oder nichthydrierte Mutterkornalkaloide, die durch eine gefäßverengende Wirkung
zu Durchblutungsstörungen besonders an Fingern und Zehen führen können und die deshalb
sicherheitshalber nicht gleichzeitig mit Azithromycin angewendet werden sollen;
- Digoxin (herzwirksames Glykosid), bei dem es durch einen verzögerten Abbau im Darm zu erhöhten
- Digoxin-Spiegeln kommen kann;
- Ciclosporin, bei dem im Fall einer gleichzeitig mit Azithromycin notwendigen Anwendung die
Ciclosporin-Spiegel kontrolliert werden sollten und dessen Dosis gegebenenfalls angepasst werden
sollte, und
- Triazolam (Mittel gegen Schlafstörungen), bei dem Makrolide zu einer Wirkungsverstärkung führen können.
Auf eine mögliche Parallelresistenz zwischen Azithromycin und Makrolid-Antibiotika (wie z.B. Erythromycin) sowie Lincomycin und Clindamycin ist zu achten. Eine gleichzeitige Gabe von mehreren Präparaten aus dieser Substanzgruppe ist deshalb nicht empfehlenswert.
Zu beachten ist, dass mineralische Antacida nicht zusammen mit Azithromycin gegeben werden sollten, da in einer Studie die Serumspitzenkonzentrationen von Azithromycin um bis zu 30% erniedrigt waren. Sie sollten daher nur in einem zeitlichen Abstand von 2 bis 3 Stunden eingenommen werden. Das Ausmaß der Resorption (Parameter AUC) war jedoch nicht erniedrigt.
Cimetidin (Magensäuresekretionshemmer) hatte keinen Einfluss auf Geschwindigkeit und Ausmaß der Resorption von Azithromycin. Es kann daher gleichzeitig mit Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten eingenommen werden.
Demgegenüber haben entsprechende Untersuchungen gezeigt, dass bei den nachfolgend aufgelisteten Mitteln die bei gleichzeitiger Anwendung von Makroliden bekannten Wechselwirkungen nicht auftreten. So zeigte sich weder in pharmakokinetischen noch in klinischen Untersuchungen ein Hinweis auf Interaktionen mit Theophyllin. Sicherheitshalber wird dennoch empfohlen, bei gleichzeitiger Gabe von Azithromycin und Theophyllin-Derivaten auf typische Erscheinungen erhöhter Theophyllin-Spiegel zu achten.
Ebenso zeigte sich keine signifikante gegenseitige Beeinflussung bei Methylprednisolon, und auch bei Carbamazepin hatte Azithromycin keinen signifikanten Einfluss auf die Serumspiegel, auch nicht auf dessen aktiven Metaboliten.
In einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie ergab sich kein Hinweis auf eine Beeinflussung der gerinnungshemmenden Wirkung einer einmaligen 15-mg-Dosis von Warfarin durch Azithromycin. Es liegen jedoch Berichte über erhöhte Antikoagulation nach gleichzeitiger Anwendung von Azithromycin und oralen Antikoagulantien vom Cumarin-Typ (Arzneimittel, die die Blutgerinnung beeinflussen) vor.
In pharmakokinetischen Untersuchungen ergaben sich keinerlei Hinweise auf eine Wechselwirkung zwischen Azithromycin und Terfenadin. Über seltene älle wurde berichtet, in denen die Möglichkeit einer derartigen Wechselwirkung nicht ganz ausgeschlossen, andererseits aber kein spezifischer Beweis für eine solche Interaktion gefunden werden konnte.
Virustatika:
Zu Wechselwirkungen mit antiviral wirksamen Arzneimitteln liegen keine ausreichenden Daten vor, um Dosisanpassungen empfehlen zu können. Folgende Substanzen wurden untersucht:
- Zidovudin:
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Zidovudin (100 mg alle 3 Stunden, 5 Dosen) und einer täglichen Dosis Azithromycin (600 mg, n=5 bzw. 1200 mg, n=7) erhöhten sich die mittleren Cmax, AUC und Clr-Werte um 26%, 10 % bzw. 38 %. Die mittlere AUC von phosphoryliertem Zidovudin erhöhte sich um 75%, während sich die Cmax und AUC von Zidovudinglucuronid um weniger als 10 % erhöhten. In einer weiteren Studie führte 1 g Azithromycin wöchentlich zusätzlich zu der täglichen Dosierung von 10 mg/kg Zidovudin zu einem Anstieg von 25 % bzw. 13 % der Cmax und AUC von Zidovudin. Die mittlere Cmax und AUC von Zidovudinglucuronid erhöhten sich um 16 % bzw . 8,0 %.
- Didanosin:
1000 mg/die Azithromycin über 14 Tage führte bei 6 Probanden zu einer Erhöhung der Cmax von gleichzeitig verabreichtem Didanosin (200 mg, 2-mal täglich) um 44 % und der AUC um 14 %.
Azithromycin/Rifabutin:
Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin und Rifabutin die mittleren Serumkonzentrationen beider Substanzen nicht deutlich veränderte. Die Verabreichung von 250 mg Azithromycin täglich über 10 Tage (500 mg am 1. Tag) führte zu mittleren Azithromycin-Konzentrationen 1 Tag nach der letzten Dosis von 53 ng/ml bei gleichzeitiger Verabreichung von 300 mg Rifabutin täglich und 49 ng/ml bei gleichzeitiger Verabreichung von Plazebo. Die mittleren Konzentrationen 5 Tage nach der letzten Dosis betrugen 23 ng/ml und 21 ng/ml in den beiden Probandengruppen. Die Verabreichung von 300 mg Rifabutin über 10 Tage führte zu mittleren Rifabutin-Konzentrationen einen halben Tag nach der letzten Dosis von 60 ng/ml bei gleichzeitiger Verabreichung von 250 mg Azithromycin täglich und 71 ng/ml bei gleichzeitiger Verabreichung von Plazebo. Die mittleren Konzentrationen 5 Tage nach der letzten Dosis betrugen 8,1 ng/ml und 9,2 ng/ml in den beiden Probandengruppen.
Eine Neutropenie wurde bei Personen beobachtet, die gleichzeitig Azithromycin und Rifabutin erhalten hatten (vgl. Abschnitt Nebenwirkungen, unter "Blut und Blutkörperchen").
WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?
Wie alle Arzneimittel kann Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten Nebenwirkungen haben.
Da Patienten in klinischen Studien zur Prophylaxe von MAI-Infektionen mehrere Begleitmedikationen erhielten und eine Reihe von Begleiterkrankungen bei diesen Patienten auftrat, war es oft schwierig, einen Zusammenhang zwischen der Studienmedikation und den Nebenwirkungen herzustellen. Insgesamt war die Art der Nebenwirkungen, die bei Patienten mit HIV in fortgeschrittenem Stadium auftraten, bei einem wöchentlichen Dosierungsschema mit Azithromycin über ca. 1 Jahr vergleichbar mit den Nebenwirkungen, die von kürzeren Azithromycin-Therapien bekannt sind, jedoch deutlich häufiger und schwerwiegender als bei niedrigeren Einzeldosen.
In einer plazebokontrollierten Studie betrug die Therapieabbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen unter der Medikation 8,2 % im Vergleich zu 2,3 % bei Patienten, die Plazebo erhielten. In einer anderen Studie brach eine größere Anzahl an Patienten die Therapie unter der Kombination Azithromycin und Rifabutin (22,7 %) ab als unter Monotherapie mit Azithromycin (13,5 %) bzw. Rifabutin (15,9 %).
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt:
sehr häufig:
häufig:
gelegentlich:
selten:
sehr selten:

mehr als 1 von 10 Behandeltenweniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandeltenweniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten
weniger als 1 von 10.000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle

Störungen des Magen-Darm-Traktes:
Störungen in Form von Durchfällen (selten mit Abnahme des Körperwassers), weichen Stühlen,
Verstopfung, Verdauungsbeschwerden, Beschwerden im Bereich des Bauches (Schmerzen, Krämpfen), Appetitlosigkeit und Übelkeit traten häufig auf, Erbrechen und Blähungen gelegentlich. Diese Nebenwirkungen waren meist von milder oder mäßiger Ausprägung und führten nur bei 3,8% der Patienten zu einem Therapieabbruch. In seltenen ällen wurde eine Verfärbung der Zunge beobachtet. Fälle von Bauchspeicheldrüsenentzündung wurden berichtet.
Sehr selten trat eine pseudomembranöse Colitis (schwere und anhaltende Durchfälle) auf (s.a. Punkt 2.2.).
Störungen der Leber und Gallenwege:
Ein reversibler Anstieg von Leberenzymen (Transaminasen, alkalische Phosphatase)
sowie des Bilirubins im Serum ist in seltenen ällen beobachtet worden. Fälle von
Leberfunktionsstörungen, inklusive Hepatitis (Leberentzündung) und cholestatischem Ikterus wurden gemeldet, ebenso Einzelfälle von Leberzellnekrose (Absterben von Leberzellen) und Leberversagen, selten mit tötlichem Verlauf.
Störungen der Niere:
Nierenentzündung (interstitielle Nephritis) und akutes Nierenversagen wurden selten berichtet.
Störungen des Herzens:
Blutdruckabfall (Hypotonie), Herzklopfen (Palpitationen) und Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), inklusive des von anderen Makroliden bekannten Herzjagens (ventrikulären Tachkyardien), sind selten berichtet worden. Das Risiko, dass in seltenen ällen EKG-Veränderungen (QT-Verlängerung) oder bestimmte Formen von Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes) auftreten können, ist nicht auszuschließen.
Störungen des Blutes und der Blutkörperchen:
In klinischen Studien wurden vorübergehende Einzelfälle von Blutbildveränderungen (Neutropenien) beobachtet, ohne dass ein Kausalzusammenhang gesichert werden konnte. In Einzelfällen traten eine Verringerung der Leukozyten und Thrombozyten (Leukopenie, in einigen ällen bis hin zur Agranulozytose, und Thrombozytopenie), ein allergiebedingter Anstieg gewisser weißer Blutkörperchen (Eosinophilie) sowie eine Verringerung der Kaliumkonzentrationen im Blut auf. In seltenen Fällen wurde eine Verringerung des Hämoglobins und des Hämatokrit bzw. ein Anstieg der Thrombozyten beobachtet.
In klinischen Studien mit hochgradig immunkomprimierten Patienten, die die hohe Azithromycin-Dosis über lange Zeiträume erhielten, wurden in 23 bis 28 % der älle bei Monotherapie und in 29 % der Fälle bei Kombination mit Rifabutin, verglichen mit 16 % unter Plazebobehandlung, Neutropenien beobachtet. Aufgrund der Schwere der Krankheit und der multiplen Medikation, die diese Patienten einnehmen müssen, sind in regelmäßigen Abständen Blutbilduntersuchungen notwendig.
Störungen der Sinnesorgane:
Unter Therapie mit Makrolid-Antibiotika wurden selten Hörstörungen berichtet. Bei einigen
Patienten, die Azithromycin erhielten, wurde ebenfalls über Hörstörungen einschließlich
Hörverlust, Taubheit und/oder Tinnitus berichtet. Viele dieser Berichte standen im
Zusammenhang mit Langzeitanwendungen hoher Dosen von Azithromycin im Rahmen klinischer Studien. In der Regel waren diese Erscheinungen in den ällen, in denen Informationen über den Verlauf verfügbar waren, reversibel.
In seltenen ällen wurde über Geschmacksstörungen berichtet.
Störungen des zentrales und peripheres Nervensystem:
Gelegentlich treten Benommenheit, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelkrämpfe (Konvulsionen), Geruchs- und Geschmacksstörungen auf.
Selten sind Parästhesien, Bewusstlosigkeit (Synkopen), Kraftlosigkeit (Asthenie), Überaktivität und Ängstlichkeit. Schwindel, Nervosität, motorische Unruhe (Agitiertheit), Unwohlsein und agrressives Verhalten traten selten auf.
Störungen der Haut:
In seltenen ällen sind schwere Hautreaktionen, inklusive Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer, epidermaler Nekrolyse aufgetreten.
Muskuloskeletale Störungen:
Gelegentlich treten Gelenkschmerzen (Arthralgien) auf.
Überempfindlichkeitserscheinungen:
Unter der Behandlung mit Azithromycin AWD 600 mg Filmtabletten sind Überempfindlichkeitserscheinungen selten. Dazu gehören Haut- und Schleimhautreaktionen wie Rötungen mit und ohne Juckreiz, Lichtempfindlichkeit, Wasseransammlung in den Geweben (Ödeme) und Nesselausschlag (Urtikaria). Wie bei Erythromycin und anderen Makroliden wurden auch unter einer Azithromycin-Behandlung in seltenen ällen schwere allergische Reaktionen, inklusive reversibler örtlicher Schwellungen der Haut, der Schleimhäute oder der Gelenke (Angioödeme) und akuter allergischer Allgemeinreaktionen (Anaphylaxien, in einigen Fällen mit fatalem Ausgang, s.a. Punkt 2.2), berichtet. In
einigen ällen traten die Symptome wieder auf und erforderten eine längere Beobachtungs- und Therapiedauer.
Sonstige:
Wie bei vielen anderen Antibiotika ist eine Überwucherung durch unempfindliche
Organismen inklusive Pilzen (Vaginitis, Candidosen) möglich. Deshalb ist auf solche
Zeichen zu achten und Ihr Arzt wird gegebenenfalls eine geeignete Therapie einleiten.
In tierexperimentellen Studien mit sehr hohen Dosierungen kam es zu reversiblen
Phospholipidosen. Es ergaben sich keinerlei Hinweise, dass dies Auswirkungen auf den
üblichen Gebrauch beim Menschen haben könnte.
Die Inzidenz der oben genannten, bekannten Azithromycin-Nebenwirkungen stieg bei den in höher dosierter Monotherapie mit Azithromycin-behandelten HIV-Patienten signifikant an. Zudem kann sowohl die Häufigkeit als auch die Ausprägung dieser Begleiterscheinungen bei kombinierter Gabe von Azithromycin und Rifabutin zunehmen.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Durchdrückpackung und der Faltschachtel angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.
Aufbewahrungsbedingungen:
Keine besonderen Anforderungen an die Aufbewahrung.
Stand der Information:
Januar 2006

Zusätzliche Informationen

Gebrauchsinformation

Lesen Sie die gesamte Gebrauchsinformation sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben und darf nicht an Dritte weiter gegeben werden. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese das selbe Krankheitsbild haben wie Sie.

Die Packungsbeilage beinhaltet:
Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten
Der arzneilich wirksame Bestandteil ist Azithromycin-Dihydrat.
1 Filmtablette enthält als arzneilich wirksamen Bestandteil 628,931mg Azithromycin-Dihydrat, entsprechend 600 mg Azithromycin.
Die sonstigen Bestandteile sind:
Mikrokristalline Cellulose, vorverkleisterte Stärke (Mais), Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) /pflanzlich/, Hypromellose, Polysorbat 80, Talkum, Titandioxid (E 171).
Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten ist in Packungen mit 8 (N1) und 24 (N2) Filmtabletten erhältlich.
Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten ist allein oder in Kombination mit Rifabutin angezeigt
zur Vorbeugung (Prophylaxe) gegen Infektionen durch Mycobacterium avium intracellulare
(MAI) bei HIV-infizierten Patienten im fortgeschrittenen Stadium (CD4 Zellzahl kleiner/gleich
75 Zellen/mm).
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis
Erwachsene
Prophylaxe mit Azithromycin DH 600 mg:
Die Dosierung beträgt einmal pro Woche 2 Filmtabletten Azithromycin DH 600 mg (1200 mg Azithromycin) auf einmal.
Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit anderer Therapieschemata wurden bisher nicht untersucht (siehe auch unter “Nebenwirkungen").
Prophylaxe mit der Kombination von Azithromycin DH 600 mg mit Rifabutin:
Die Kombination von 2 Filmtabletten Azithromycin 600 mg (1200 mg Azithromycin) einmal pro Woche mit 300 mg Rifabutin pro Tag war in einer klinischen Studie wirksamer als die jeweilige Monotherapie, jedoch lag die Therapieabbruchrate wegen unerwünschter Arzneimittelwirkungen deutlich höher.
Ältere Patienten:
Ältere Patienten erhalten ebenfalls die unter "Erwachsene" beschriebene Dosis.
Patienten unter 18 Jahren:
ür Patienten unter 18 Jahren ist die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Azithromycin zur MAI-Prophylaxe nicht untersucht worden.
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist bis zu einer Kreatinin-Clearance von 40 ml/min keine Dosisanpassung erforderlich (siehe unter “Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).
Patienten mit Einschränkung der Leberfunktion: siehe unter “Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge Azithromycin DH 600 mg Filmtabletten eingenommen haben, als Sie sollten...
In einem solchen Fall sollten Sie umgehend einen Arzt verständigen, der gegebenenfalls eine Magenspülung durchführen und generelle unterstützende Maßnahmen ergreifen wird. Das Nebenwirkungsspektrum bei Überdosierung ist dem bei Einnahme der normalen Dosis vergleichbar. Die typischen Symptome einer Überdosierung mit Makroliden sind reversibler Verlust des Hörvermögens, starke Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle.


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