Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

«Berlosin injekt»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

• akuten starken Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen
• krampfartigem Leibschmerz (Koliken)
• Schmerzen bei Krebsleiden (Tumorschmerzen)
• sonstigen akuten oder chronischen starken Schmerzen, soweit eine andere Behandlung nicht in Frage kommt
• hohem Fieber, das auf andere Maßnahmen nicht anspricht
Die Injektionslösung ist nur anzuwenden, wenn eine Behandlung mit anderen Darreichungsformen (Tabletten, Lösung zum Einnehmen oder Zäpfchen) nicht in Frage kommt.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Berlosin® injekt darf nicht angewendet werden
• wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Metamizol oder chemisch verwandte Stoffe (andere Pyrazolone bzw. Pyrazolidine, wie z. B. Phenazon, Propyphenazon, Phenylbutazon oder Oxyphenbutazon) sind; dies schließt auch Patienten ein, die z. B. mit einer Agranulozytose nach Anwendung dieser Substanzen reagiert haben
• wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen einen der sonstigen Bestandteile von Berlosin® injekt sind
• wenn bei Ihnen Störungen der Knochenmarksfunktion vorliegen (z. B. nach Behandlung mit Zytostatika, die bei Krebsleiden gegeben werden) oder Erkrankungen der Blutbildung
• wenn Sie einen angeborenen Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (seltene Stoffwechselkrankheit) haben; Grund: Gefahr der Auflösung der roten Blutkörperchen (Hämolyse)
• bei akuter hepatischer Porphyrie (seltene Stoffwechselkrankheit); Grund: Gefahr der Auslösung einer Porphyrie-Attacke
• wenn Sie an niedrigem Blutdruck oder Kreislaufschwäche leiden
• im letzten Drittel der Schwangerschaft
• bei Neugeborenen und Säuglingen unter 3 Monaten oder unter 5 kg Körpergewicht, da hierzu kein wissenschaftliches Erkenntnismaterial über die Anwendung vorliegt
• bei Säuglingen (3 - 11 Monate) darf Berlosin® injekt nicht in eine Vene gespritzt werden
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Berlosin® injekt ist erforderlich
Berlosin® injekt enthält Metamizol, welches chemisch zur Gruppe der sogenannten Pyrazolone gehört. Dieser Wirkstoff besitzt die seltenen, aber lebensbedrohenden Risiken des Schocks (plötzliches Kreislaufversagen) und der Agranulozytose (schwere Erkrankung aufgrund einer starken Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen; siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
Wenn Sie auf Berlosin® injekt mit Überempfindlichkeit reagieren, sind Sie auch gefährdet, in gleicher Weise auf andere Schmerzmittel zu reagieren.
Zeigen Sie auf Berlosin® injekt allergische oder andere (immunologisch vermittelte) Abwehrreaktionen (z. B. Agranulozytose), sind Sie auch besonders gefährdet, in gleicher Weise auf andere Pyrazolone und Pyrazolidine (chemisch verwandte Stoffe) zu reagieren.
Wenn bei Ihnen Zeichen einer Agranulozytose oder Thrombozytopenie auftreten, muss die Anwendung von Berlosin® injekt sofort abgebrochen werden.
Wenn bei Ihnen eine der folgenden Krankheiten/Unverträglichkeiten vorliegt, ist die Gefahr möglicherweise schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen auf Berlosin® injekt deutlich erhöht:
• Unverträglichkeit von Schmerz- und Rheumamitteln, die sich z. B. als Juckreiz und Schwellungen (Urtikaria, Angioödem) äußert
• Atemnotanfälle durch Verengung der kleinsten Luftwege (Asthma bronchiale), insbesondere wenn Sie unter Entzündungen der Nase und Nebenhöhlen (Rhinosinusitis) oder Nasenpolypen leiden
• Chronische Nesselsucht (Urtikaria)
• Überempfindlichkeit gegen Farbstoffe (z. B. Tartrazin) bzw. Konservierungsstoffe (z. B. Benzoate)
• Alkohol-Unverträglichkeit: Dann reagieren Sie schon auf geringe Mengen Alkohol mit Niesen, Augentränen und starker Gesichtsrötung. Eine solche Alkohol-Unverträglichkeit kann ein Hinweis auf eine bisher nicht erkannte Schmerzmittel-Unverträglichkeit sein.
Berlosin® injekt kann Blutdruckabfälle (hypotensive Reaktionen) auslösen (siehe auch Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Sie treten beim Spritzen eher auf als wenn Sie z. B. Tabletten einnehmen.
Diese Gefahr ist erhöht
• bei zu schnellem Spritzen in eine Vene (siehe auch Abschnitt 3. „Wie ist Berlosin® injekt anzuwenden?“)
• wenn Sie an niedrigem Blutdruck (vorbestehender Hypotonie), deutlichem Flüssigkeitsmangel, Kreislaufschwäche oder beginnendem Kreislaufversagen (wie z. B. bei Herzinfarkt oder schweren Verletzungen) leiden
• wenn Sie hohes Fieber haben
Deshalb sollte die Anwendung sorgfältig erwogen und eng überwacht werden. Vorbeugende Maßnahmen (z. B. Kreislaufstabilisierung) können nötig sein, um das Risiko von Blutdruckabfällen zu verringern.
Muss bei Ihnen eine Senkung des Blutdrucks auf jeden Fall vermieden werden (z. B. wenn Sie an schwerer koronarer Herzkrankheit oder den Blutstrom behindernden Verengungen der hirnversorgenden Gefäße leiden), darf Berlosin® injekt nur unter sorgfältiger Überwachung der Kreislauffunktion angewendet werden.
Wenn bei Ihnen Nieren- oder Leberfunktionsstörungen vorliegen, sollte Berlosin® injekt nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen angewendet werden (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Berlosin® injekt anzuwenden?“).
Ältere Menschen
Bei älteren Menschen kann die Ausscheidung von Berlosin® injekt verzögert sein (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Berlosin® injekt anzuwenden?“).
Bei Anwendung von Berlosin® injekt mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Wechselwirkungen sind möglich zwischen Metamizol (Wirkstoff von Berlosin® injekt) und
• Chlorpromazin (Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Krankheitserscheinungen bei seelischen Erkrankungen): Es kann eine zu niedrige Körpertemperatur (schwere Hypothermie) auftreten
• Ciclosporin (Arzneimittel zur Verhinderung der Abstoßung eines transplantierten Organs): Berlosin® injekt kann eine Abnahme der Ciclosporin-Serumspiegel bewirken. Diese müssen daher überwacht werden, wenn gleichzeitig Berlosin® injekt angewendet wird.
ür die Substanzklasse der Pyrazolone (zu diesen gehört auch Berlosin® injekt) sind Wechselwirkungen bekannt mit
• Arzneimitteln zur Hemmung der Blutgerinnung, die eingenommen werden (oralen Antikoagulantien)
• bestimmten Arzneimitteln gegen Bluthochdruck und bestimmte Herzerkrankungen (Captopril)
• bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen (Lithium)
• bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung von Krebserkrankungen bzw. von bestimmten rheumatischen Erkrankungen (Methotrexat)
• Arzneimitteln gegen Bluthochdruck (Antihypertensiva)
• Arzneimitteln zur Entwässerung (sogenannten Diuretika)
Inwieweit auch Berlosin® injekt zu diesen Wechselwirkungen führt, ist nicht bekannt.
Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung aller Arzneimittel Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Da keine Erfahrungen für den Menschen vorliegen, sollte bei Ihnen Berlosin® injekt in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nicht angewendet werden.
Im zweiten Schwangerschaftsdrittel sollte Berlosin® injekt nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt, und nur, nachdem dieser eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen hat, bei Ihnen angewendet werden.
Während des letzten Schwangerschaftsdrittels darf Berlosin® injekt bei Ihnen nicht angewendet werden. Metamizol, der Wirkstoff aus Berlosin® injekt, hemmt die natürliche Funktion der Blutplättchen (Thrombozytenaggregation), was besonders bei der Geburt zu vermehrten Blutungen führen könnte. Außerdem könnte es zu einem vorzeitigen Verschluss eines für das ungeborene Kind wichtigen Blutgefäßes kommen (dieser sog. Ductus Botalli verschließt sich natürlicherweise erst nach der Geburt).
Die Abbaustoffe von Berlosin® injekt gehen in die Muttermilch über, daher dürfen Sie während der Anwendung und bis zu mindestens 48 Stunden nach der letzten Anwendung von Berlosin® injekt nicht stillen.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Im empfohlenen Dosisbereich ist keine Beeinträchtigung des Konzentrations- und Reaktionsvermögens bekannt. Vorsichtshalber sollten Sie aber, zumindest bei höheren Dosierungen, die Möglichkeit einer Beeinträchtigung in Betracht ziehen und auf das Bedienen von Maschinen, das ühren von Fahrzeugen und sonstige gefahrvolle Tätigkeiten verzichten. Dies gilt insbesondere, wenn Sie Alkohol zu sich genommen haben.
Wichtige Warnhinweise über bestimmte Bestandteile von Berlosin® injekt
1 ml Injektionslösung enthält 1,4 bis 1,5 mmol (32,7 bis 35,6 mg) Natrium. Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

Wie wird es angewendet?

Wie ist Berlosin® injekt anzuwenden?
Wenden Sie Berlosin® injekt immer genau nach der Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Dosierung
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, richtet sich die Dosierung nach den Angaben in der nachfolgenden Tabelle.
Die Dosierung richtet sich auch nach der Intensität der Schmerzen oder des Fiebers und der individuellen Empfindlichkeit, auf Berlosin® injekt zu reagieren.
ür Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre gilt, dass als Einzeldosis 8 bis 16 mg Metamizol-Natrium 1 H2O pro Kilogramm Körpergewicht gegeben werden. Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren (über 53 kg) können bis zu 1000 mg pro Einzeldosis anwenden. Bei unzureichender Wirkung kann die jeweilige Einzeldosis bis zu 4-mal am Tag gegeben werden.
0,1 - 0,2 ml Injektionslösung
0,2 - 0,5 ml Injektionslösung
0,3 - 0,8 ml Injektionslösung
0,4 - 1 ml Injektionslösung
0,5 - 1 ml Injektionslösung
0,8 - 1,8 ml Injektionslösung
1 - 2 ml*) Injektionslösung

Alter
(Körpergewicht)
Einzeldosis
3 - 11 Monate(5 - 8 kg)(entsprechend 50 - 100 mg Metamizol-Natrium 1 H2O)
nur i.m.
1 - 3 Jahre
(9 - 15 kg)
(entsprechend 100 - 250 mg Metamizol-Natrium 1 H2O)
4 - 6 Jahre
(16 - 23 kg)
(entsprechend 150 - 400 mg Metamizol-Natrium 1 H2O)
7 - 9 Jahre
(24 - 30 kg)
(entsprechend 200 - 500 mg Metamizol-Natrium 1 H2O)
10 - 12 Jahre
(31 - 45 kg)
(entsprechend 250 - 500 mg Metamizol-Natrium 1 H2O)
13 - 14 Jahre
(46 - 53 kg)
(entsprechend 400 - 900 mg Metamizol-Natrium 1 H2O)
Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren (über 53 kg)(entsprechend 500 - 1000 mg Metamizol-Natrium 1 H2O)

*) Bei Bedarf kann die Einzeldosis auf 5 ml (entsprechend 2500 mg Metamizol-Natrium 1 H2O) und die Tagesdosis auf 10 ml (entsprechend 5000 mg Metamizol-Natrium 1 H2O) erhöht werden. Siehe unten: Abschnitt „Sicherheitsvorkehrungen bei der Injektion“!
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten sollte die Dosis vermindert werden, da die Ausscheidung der Stoffwechselprodukte von Berlosin® injekt verzögert sein kann.
Bei reduziertem Allgemeinzustand und eingeschränkter Kreatininclearance
Bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand und eingeschränkter Kreatininclearance sollte die Dosis vermindert werden, da die Ausscheidung der Stoffwechselprodukte von Berlosin® injekt verzögert sein kann.
Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion
Da bei eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion die Eliminationsgeschwindigkeit vermindert ist, sollten hohe Dosen vermieden werden. Bei nur kurzzeitiger Anwendung ist keine Dosisreduktion notwendig. Zur Langzeitanwendung liegen keine Erfahrungen vor.
Art der Anwendung
Berlosin® injekt wird in eine Vene oder einen Muskel - bei Säuglingen (3 - 11 Monate) ausschließlich in einen Muskel - gespritzt. Das Spritzen in einen Muskel sollte stets mit körperwarmer Lösung vorgenommen werden.
Berlosin® injekt kann mit 5%iger Glucose-, 0,9%iger Kochsalz- oder Ringer-Laktat-Lösung gemischt bzw. verdünnt werden. Da solche Mischungen allerdings nur begrenzt stabil sind, müssen sie sofort infundiert werden.
Sicherheitsvorkehrungen bei der Injektion
Eine Einzeldosis von mehr als 2 ml Berlosin® injekt (entsprechend 1000 mg Metamizol-Natrium 1 H2O) bedarf einer besonders sorgfältigen Indikationsstellung, da der Verdacht besteht, dass ein nicht allergisch bedingter kritischer Blutdruckabfall von der Dosis abhängt.
Die parenterale Gabe von Berlosin® injekt muss beim liegenden Patienten und unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung erfolgen.
Um die Gefahr einer hypotensiven Reaktion (Blutdruckabfall) zu minimieren und um sicherzustellen, dass die Injektion bei den ersten Zeichen einer anaphylaktischen bzw. anaphylaktoiden Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion) abgebrochen werden kann, darf die intravenöse Injektion nur sehr langsam erfolgen, d. h. nicht schneller als 1 ml (entsprechend 500 mg Metamizol-Natrium 1 H2O) pro Minute. Die Verabreichung als Kurzinfusion oder Dauerinfusion ist daher zu bevorzugen.
Hinweis zur Handhabung der OPC (One-Point-Cut)-Ampullen
Anfeilen nicht erforderlich!

Farbpunkt nach oben.
Im Ampullenspieß befindliche Lösung durch Klopfen oder Schütteln nach unten fließen lassen.
Farbpunkt nach oben.
Ampullenspieß nach unten abbrechen.

Dauer der Anwendung
Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung und wird von Ihrem Arzt festgelegt.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Berlosin® injekt zu stark oder zu schwach ist.
Wenn eine größere Menge Berlosin® injekt angewendet wurde, als angewendet werden sollte
Die Anwendung einer zu großen Menge von Berlosin® injekt kann sich äußern in z. B. Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Einschränkung der Nierenleistung bis hin zum akuten Nierenversagen (z. B. unter dem Bild einer interstitiellen Nephritis) und –seltener – Schwindel, Schläfrigkeit (Somnolenz), Bewusstlosigkeit, Krämpfe, Blutdruckabfall bis hin zum Schock und Herzrhythmusstörungen (Tachykardie).
Verständigen Sie schon bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort einen Arzt, damit dieser gegebenenfalls entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen kann.
Wenn Sie die Anwendung von Berlosin® injekt vergessen haben
Wenden Sie nicht die doppelte Dosis an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben.
ühren Sie stattdessen die Anwendung, wie in der Dosierungsanleitung beschrieben, fort.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Anwendung von Berlosin® injekt zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Grundsätzlich ist der gleichzeitige Genuss von Alkohol während einer Behandlung mit Berlosin® injekt zu vermeiden, da negative Wechselwirkungen nicht auszuschließen sind.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann Berlosin® injekt Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig:1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich:1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten:1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten:weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt:Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, wenden Sie Berlosin® injekt nicht weiter an und suchen Sie Ihren Arzt möglichst umgehend auf.
Haut, allergische Reaktionen
Gelegentlich: Violetter bis tiefroter, zum Teil blasiger Hautausschlag (fixes Arzneimittelexanthem)
Selten: Hautausschlag (makulopapulöse Exantheme), Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide oder anaphylaktische Reaktionen), insbesondere nach dem Einspritzen in die Vene.
Solche Reaktionen können sich während der Injektion bzw. unmittelbar nach der Anwendung, aber auch Stunden später entwickeln. Sie können auch noch nach mehrfacher komplikationsloser Anwendung auftreten.
Sehr selten: Asthmaanfall (Atemnotanfall durch Verengung der kleinsten Luftwege), großflächige Blasenbildung der Haut (Stevens-Johnson- oder Lyell-Syndrom), plötzliches Kreislaufversagen (Schock)
Die Gefahr einer Schockreaktion ist bei Gabe von Berlosin® injekt größer als bei einem Metamizol-haltigen Arzneimittel, das eingenommen oder als Zäpfchen angewendet wird.
Blut und lymphatisches System
Selten: Verminderung der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie)
Sehr selten: Starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) oder eine Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie)
Diese Reaktionen sind vermutlich immunologisch bedingt. Sie können auch auftreten, wenn Metamizol bei früheren Gelegenheiten ohne Komplikationen vertragen wurde. Das Risiko einer Agranulozytose steigt, wenn Berlosin® injekt länger als eine Woche angewendet wird.
Herz-Kreislauf-System
Gelegentlich: Blutdrucksenkung (hypotensive Reaktionen), die möglicherweise durch die Arzneimittelwirkung direkt bedingt ist und nicht von anderen Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion begleitet wird
Eine solche Reaktion führt nur selten zu einem schweren Blutdruckabfall. Das Risiko einer Blutdrucksenkung kann erhöht sein bei abnorm hohem Fieber (Hyperpyrexie) oder zu rascher Injektion in eine Vene.
Nieren und Harnwege
Sehr selten: Akute Verschlechterung der Nierenfunktion (in einigen ällen mit fehlender oder zu geringer Harnmenge, Ausscheidung von Bluteiweißen im Harn) bis zum akuten Nierenversagen, Nierenentzündung (interstitielle Nephritis)
Lokale Reaktionen
Bei Injektionen können Schmerzen an der Einstichstelle und lokale Reaktionen, sehr selten bis hin zu Venenentzündungen (Phlebitiden), auftreten.
Folgende Nebenwirkungen können schwerwiegende Folgen haben, bei denen Berlosin® injekt nicht weiter angewendet werden darf und sofort ein Arzt informiert werden muss:
Falls eine der genannten Nebenwirkungen plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie bitte sofort einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelwirkungen (z. B. schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, Stevens-Johnson- oder Lyell-Syndrom, Agranulozytose, Thrombozytopenie oder ein starker Blutdruckabfall) unter Umständen lebensbedrohlich werden können. In solchen ällen darf Berlosin® injekt auf keinen Fall ohne ärztliche Aufsicht weiter angewendet werden. Das rechtzeitige Absetzen kann von entscheidender Bedeutung für die Erholung sein.
Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen können zunächst als leichte Reaktion beginnen, die mit typischen Beschwerden einhergeht wie: Augenbrennen, Husten, Nasenlaufen, Niesen, Engegefühl in der Brust, Hautrötung (besonders im Bereich des Gesichts und Kopfes), Nesselsucht und Schwellungen im Gesichtsbereich sowie - seltener - Übelkeit und Bauchkrämpfe. Spezielle Warnsymptome sind Brennen, Jucken und Hitzegefühl auf und unter der Zunge und - besonders - auf den Handflächen und Fußsohlen.
Solche leichten Reaktionen können in schwerere Formen übergehen mit starker Nesselsucht, schwerem Angioödem (Schwellungen, auch im Kehlkopfbereich), schwerem Bronchospasmus (krampfartige Verengung der unteren Atemwege), Herzjagen (manchmal auch zu langsamem Pulsschlag), Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall (manchmal auch mit vorausgehendem Blutdruckanstieg, Bewusstlosigkeit und Kreislaufschock.
Bei Patienten mit Analgetika-Asthma-Syndrom (siehe Abschnitt „Berlosin® injekt darf nicht angewendet werden“) äußern sich Überempfindlichkeitsreaktionen typischerweise in Form von Asthmaanfällen.
Typische Zeichen einer Thrombozytopenie sind z. B. eine verstärkte Blutungsneigung und Petechien (punktförmige Blutungen in die Haut und Schleimhäute).
Typische Zeichen eines starken Blutdruckanfalls (schwere hypotensive Reaktion) können Herzjagen, Blässe, Zittern, Schwindel, Übelkeit und Ohnmacht sein.
Berlosin® injekt darf auch nicht weiter angewendet werden, wenn es zu den folgenden Krankheitszeichen kommt, die Hinweise auf eine mögliche Agranulozytose sein können:
• unerwartete Verschlechterung des Allgemeinbefindens
• wenn das Fieber nicht abklingt oder neu auftritt
• wenn es zu schmerzhaften Schleimhautveränderungen kommt, die sich besonders in Mund, Nase und Rachen befinden
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker auch, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt, oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und der Ampulle nach „verwendbar bis“ bzw. „verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Aufbewahrungsbedingungen
ür dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Arzneimittel sollen nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie dieses Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.

Zusätzliche Informationen

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben
Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
Berlosin® injekt
500 mg/ml, Injektionslösung
Zur Anwendung bei Erwachsenen und Kindern ab 3 Monaten (ab 5 kg Körpergewicht)
Wirkstoff: Metamizol-Natrium 1 H2O

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.
Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.
Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:
Berlosin® injekt ist ein schmerzstillendes und fiebersenkendes Arzneimittel aus der Gruppe der Pyrazolone.


Bewertungen «Berlosin injekt»