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«Calcium "Fresenius" - Ampullen»

Calcium "Fresenius" - Ampullen


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Eine Ampulle Calcium „Fresenius“ enthält 2,23 mmol (4,46 mval) Calcium.
Calcium ist einer der wichtigsten Mineralstoffe für den Organismus und spielt eine wesentliche Rolle bei der Blutgerinnung, der Freisetzung von Hormonen und Neurotransmittern (kleine Moleküle, die in den Nervenenden gespeichert sind und im zentralen sowie peripheren Nervensystem die Erregungsweiterleitung bewirken). Calcium ist weiters wichtig für die Durchlässigkeit der Membranen und die Muskelfunktion. Zusammen mit Phosphat ist Calcium Hauptbestandteil von Knochen und Zähnen. Mehr als 99% der Gesamtmenge des Calciums im Körper befindet sich im Skelett und weniger als 1% im Serum.
Die Calciumkonzentration im Serum liegt zwischen 2,3 und 2,6 mmol/l; das Zusammenwirken von Vitamin D sowie bestimmter Hormone (Calcitonin und Parathormon) gewährleistet minimale Schwankungen der Serumkonzentration.

Für einen ausgeglichenen Calciumstoffwechsel ist eine tägliche Zufuhr von 12,5 mmol (500 mg) Calcium erforderlich.

Calcium „Fresenius“ – Ampullen werden angewendet bei krankhaft vermindertem Calciumgehalt im Blut mit typischen Krankheitszeichen, wenn eine orale Calciumgabe nicht möglich oder nicht ausreichend ist (z.B. bei verminderter Bildung von Parathormon [Hormon der Nebenschilddrüse], Vitamin-D-Mangel, akuter Entzündung der Bauchspeicheldrüse, nach Verabreichung von vielen citrathältigen Blutkonserven).
Weitere Anwendungsgebiete sind: erhöhter Kaliumgehalt im Blut, erhöhter Magnesiumgehalt im Blut, Blei- und Fluorid-Vergiftungen.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Calcium „Fresenius“ – Ampullen dürfen nicht angewendet werden

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Calciumgluconat, CalciumSaccharat oder einen der sonstigen Bestandteile von Calcium „Fresenius“ – Ampullen sind,
  • wenn Sie an erhöhtem Calciumgehalt im Blut leiden (z.B. bei Überdosierung von Vitamin D, bei Überfunktion der Nebenschilddrüsen, bei Kalk entziehenden Tumoren [Plasmozytom, Knochenmetastasen], bei Sarkoidose [Erkrankung mit verstärkter Immunaktivität in den betroffenen Organen, hauptsächlich in der Lunge], bei Osteoporose [Verminderung von Knochensubstanz] durch Ruhigstellung (Immobilisation), beim so genannten Milch-Alkali Syndrom [Krankheitsbild, das nach längerer Zufuhr von Medikamenten zur Neutralisation der Magensalzsäure sowie größerer Mengen Milch auftritt und sich in Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Koordinationsstörungen, Verlangsamung und gesteigertem Durstempfinden äußert] oder bei schwerem Nierenversagen),
  • wenn Sie bestimmte Herzmedikamente (Digitalisglycoside) einnehmen bzw. bei Vergiftung mit diesen Medikamenten.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Calcium „Fresenius“ – Ampullen ist erforderlich,

  • wenn Sie an Nierenfunktionsstörungen, Nephrokalzinose (Ablagerung von Calciumsalzen in der Niere) oder Erkrankungen mit erhöhten Vitamin-D-Konzentrationen – wie Sarkoidose – leiden. Ihr Arzt wird die Calciumkonzentration im Serum engmaschig kontrollieren.
  • Calciumlösungen sind gewebsirritierend und dürfen deshalb nicht in den Muskel (intramuskulär) gespritzt werden, da das zum Absterben des umliegenden Gewebes führen kann. Ebenso soll bei Injektion in eine Vene ein Austritt in das umliegende Gewebe vermieden werden.
  • Die Injektion in eine Vene soll langsam erfolgen, da zu hohe Calciumkonzentrationen zu einem Abfall der Herzfrequenz und einer Erweiterung der Blutgefäße führen können.

Bei Anwendung von Calcium „Fresenius“ – Ampullen mit anderen Arzneimitteln Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungs-pflichtige Arzneimittel handelt.

Calcium verstärkt die Wirkung bestimmter Herzmedikamente (Digitalisglycoside); es kann zu einer Vergiftung mit schweren und lebensbedrohenden Herzrhythmusstörungen kommen.

Calcium kann die Wirkung von Calcium-Antagonisten (Medikamente zur Behandlung verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen) abschwächen.

Die Aufnahme von bestimmten Antibiotika (Tetracycline, Chinolone), Biphosphonaten (Medikamente, die bei verminderter Knochensubstanz sowie bei Knochen abbauenden Tumoren eingesetzt werden) und Fluoriden im Darm wird durch Calcium vermindert.

Bestimmte harntreibende Medikamente (Thiazid-Diuretika) vermindern die Calcium-Ausscheidung über die Nieren; die gleichzeitige Anwendung kann – ebenso wie die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten – zu erhöhter Calciumkonzentration im Blut führen.

Bei vermindertem Calciumgehalt im Blut darf Calcitonin (ein bestimmtes Hormon) nicht angewendet werden, da Calcitonin den Calciumspiegel senkt.

In eine Vene verabreichte Calcium-Salze senken den Blutspiegel von Magnesium.

Calcium-Lösungen sind mit phosphat- und karbonathältigen Lösungen nicht verträglich.

Bei Anwendung von Calcium „Fresenius“ – Ampullen zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
ist Vorsicht geboten, wenn es sich um Lebensmittel mit hohem Calcium-Gehalt handelt.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es liegen keine Daten zum Einfluss von Calcium „Fresenius“ – Ampullen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen vor. Ein Einfluss ist jedoch unwahrscheinlich.

Wie wird es angewendet?

Die Dosierung und Dauer der Behandlung wird von Ihrem Arzt sorgfältig auf Sie abgestimmt. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, beträgt die übliche Anfangsdosis für Erwachsene 1 Ampulle. Bei Bedarf kann die Verabreichung unter EKG Kontrolle wiederholt werden, die Dosis richtet sich dann nach der aktuellen Calciumkonzentration im Serum.

Die Dosierung für Kinder und Jugendliche muss vom Arzt individuell abgestimmt werden und richtet sich nach der Calciumkonzentration im Blut sowie nach Grad und Schwere der Krankheitszeichen. Bei leichten Krankheitszeichen von Seiten der Nerven- und Muskelfunktion ist die orale Gabe vorzuziehen.

Wenn Sie eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, wird Ihr Arzt Sie mit Vorsicht behandeln und die Nierenfunktion kontinuierlich überwachen. Bei schwerem Nierenversagen dürfen Calcium „Fresenius“ – Ampullen nicht angewendet werden (siehe „Was müssen Sie vor der Anwendung von Calcium „Fresenius“ – Ampullen beachten“).
Die Ampullen sind zur Verabreichung in eine Vene bestimmt und dürfen nicht intramuskulär injiziert werden.

Der Arzt wird Ihnen den Ampulleninhalt im Liegen langsam (mindestens 3 Minuten für 10 ml) in eine Vene injizieren.

Wenn Sie einen stark verminderten Calciumgehalt im Blut haben wird Ihr Arzt die Verabreichung mittels Dauertropfinfusion vornehmen. Die Dosierung richtet sich nach dem Calcium-Spiegel im Blut und der Harnausscheidungsrate.

Ein eventueller Calcium-Gehalt von Infusionslösungen (Aminosäuren-Infusionen) ist vom Arzt zu berücksichtigen.

Wenn Sie eine größere Menge von Calcium „Fresenius“ – Ampullen erhalten haben, als Sie sollten
Bei Überdosierung kommt es zu erhöhter Calciumkonzentration im Blut. Die folgenden Krankheitszeichen können dabei auftreten: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Muskelschwäche, Durst, vermehrte Harnausscheidung, Verkalkungen in den Nieren, Verwirrtheit, Benommenheit, Koma, Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand.

Zu rasche Injektion von Calcium in eine Vene kann ebenfalls Krankheitszeichen einer erhöhten Calciumkonzentration im Blut sowie Hautrötung mit Hitzegefühl und Blutdruckabfall verursachen.

Ihr Arzt wird unverzüglich die geeigneten Gegenmaßnahmen einleiten.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel können Calcium „Fresenius“ – Ampullen Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Als Krankheitszeichen einer erhöhten Calciumkonzentration im Blut infolge von Überdosierung oder zu rascher Injektion in eine Vene können Nebenwirkungen im Herz-Kreislauf-System und andere den ganzen Organismus betreffende Nebenwirkungen auftreten. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind sie selten.

Herzerkrankungen: Herzrhythmusstörungen

Gefäßerkrankungen:
Gefäßerweiterung, zu niedriger Blutdruck

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts:
Übelkeit, Erbrechen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:
„Flush“, Hautrötungen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:
Hitzegefühl, Schwitzen. Nach versehentlichem Austritt aus der Vene ins Gewebe sind Brennen und Schmerzen an der Injektionsstelle, Weichteil-Verkalkungen und Absterben des Gewebes (Nekrose) möglich (siehe „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Calcium „Fresenius“ – Ampullen ist erforderlich“).

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Sie dürfen Calcium „Fresenius“ – Ampullen nicht verwenden, wenn die Lösung nicht klar und farblos und/oder das Behältnis beschädigt ist.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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