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«Chlorochin»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Chlorochin ist ein Mittel zur Vorbeugung und Behandlung der Malaria. Malaria ist eine Parasitenkrankheit, die durch Stiche von Mücken übertragen wird. Sie kommt in Asien, Afrika und Lateinamerika vor.

Malaria-Anfälle treten ca. 1 Woche bis mehrere Monate nach dem ansteckenden Mückenstich auf. Zeichen eines Malaria-Anfalles sind starke Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, gelegentlich Erbrechen, Durchfall und Kollaps.

Durch den Wirkstoff von Chlorochin werden im Blut vorhandene, auf Chlorochin empfindliche Erreger abgetötet und die Krankheit so an ihrem Ausbruch gehindert.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin Ihr Reiseziel mit. Er bzw. sie weiss Bescheid, wann und in welchen Gebieten ein Malariaschutz mit Chlorochin angezeigt ist. Chlorochin kann aber auch zur Basistherapie der chronischen Polyarthritis sowie zur Behandlung von Lupus erythematodes eingesetzt werden.

Chlorochin darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin eingenommen werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Malaria-Prophylaxe

Die Ansteckung erfolgt bei jeder Malariaform, wenn weibliche Anopheles-Mücken durch ihren Stich Malariaerreger (Plasmodien) auf den Menschen übertragen. Der beste Schutz gegen Malaria ist das Vermeiden von Mückenstichen. Anopheles-Mücken stechen vor allem vom Einbruch der Dämmerung an bis zum Tagesanfang.

Beachten Sie deshalb sorgfältig folgende Punkte:

Tragen Sie während der kritischen Zeit möglichst den ganzen Körper bedeckende, helle Kleider.

Benützen Sie Mückenschutzmittel auf Kleidern und auf der ungedeckten Haut.

Verwenden Sie in Schlafräumen, die nicht vor Mücken geschützt sind, ein intaktes Moskitonetz. Insektensprays und elektrische Mückenabwehrmittel können zusätzlich nützlich sein.

Denken Sie daran, dass Chlorochin nicht wahllos gegen alle Malariaerreger und in jedem Malariagebiet anwendbar ist. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten Malariamittels kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie deshalb Chlorochin (auch bei späteren Reisen in ein Malariagebiet) nie von sich aus ohne Konsultation Ihres Arztes oder Apothekers bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin an.

Chlorochin darf nicht eingenommen werden bei:

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem Hilfsstoff;

Erkrankungen der Augennetzhaut und Einschränkungen des Gesichtsfeldes;

Erkrankungen des blutbildenden Systems;

Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel;

Myasthenia gravis (schwere Muskelschwäche);

Kleinkindern und Kindern unter 30 kg Körpergewicht.

Chlorochin darf nicht mit anderen Basistherapeutika (z.B. Goldverbindungen, Penicillamin), lebertoxischen Stoffen (z. B. Isoniazid, Amiodaron, Carbamazepin, Phenytoin, Phenothiazine und Ketoconazol) und MAO-Hemmstoffen (gewisse Antidepressiva wie z. B. Tranylcypromin und Selegilin) verabreicht werden.


Vor Beginn einer längerfristigen Behandlung wird eine augenärztliche Untersuchung durchgeführt, die in 3 Monats-Abständen zu wiederholen ist. Bei den ersten Anzeichen einer Netzhautschädigung (Ausfall des Rotsehens) ist die Behandlung abzubrechen. Ebenfalls wird zu Behandlungsbeginn eine Blutbildkontrolle durchgeführt, die in Abständen von zwei Monaten zu wiederholen ist. Bei gleichzeitiger Epilepsie ist eine sorgfältige ärztliche Betreuung erforderlich.

Bei bereits vorhandener Schuppenflechte, Porphyrie und bei Epileptikern ist wegen der Möglichkeit einer Anfallsauslösung erhöhte Vorsicht geboten, ebenso bei schweren Leber- und Nierenerkrankungen.

Die gleichzeitige Gabe von Chlorochin mit gewissen anderen Arzneistoffen kann das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen oder aber die Wirksamkeit von Chlorochin oder des anderen Arzneistoffes beeinflussen.

Chlorochin kann die Leberschädlichkeit von Alkohol steigern.

Während der Einnahme von Chlorochin ist eine gleichzeitige Behandlung mit bestimmten Arzneimitteln gegen Rheumaschmerzen (Phenylbutazon, Indometacin), gegen Gicht (Probenecid), lebertoxischen Arzneimitteln (die giftig auf die Leber wirken), oder MAO-Hemmern zu vermeiden.

Pyrimethamin und Sulfadoxin (Wirkstoffe gegen Malaria) erhöhen deutlich das Risiko von Hauterkrankungen. Kortikosteroid-Derivate (Wirkstoffe, die entzündungshemmend wirken) können Myopathien (Muskelerkrankungen) und Kardiomyopathien (Herzmuskelerkrankungen) verstärken. Nach Metronidazol (Wirkstoff gegen eine durch Geisseltierchen verursachte Erkrankung) wurde eine akute dystonische Reaktion (Veränderung der Muskelspannung mit langsamen Bewegungen) beobachtet.

Die Ausscheidung von Chloroquin wird durch Cimetidin (Wirkstoff gegen Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüre) vermindert.

Die Kombination von Chlorochin mit herzwirksamen Arzneimitteln (Digoxin) sollte vermieden werden.

Zwischen der Verabreichung von Antazida bzw. Kaolin und der Einnahme von Chlorochin Lacktabletten sollten mindestens 4 Stunden verstreichen.

Die Wirkung von Folsäureantagonisten (Methotrexat, ein Wirkstoff gegen Krebs) kann verstärkt werden. Die Aufnahme von Ampicillin (ein Wirkstoff gegen Bakterien) kann vermindert und die Konzentration von Praziquantel (Mittel gegen Befall mit Saug- bzw. Bandwürmern oder Lungen- bzw. Leberegeln) im Blut verringert werden. Mefloquin (Wirkstoff gegen Malaria) und Bupropion (Wirkstoff zur Raucherentwöhnung) können das Risiko von Krampfanfällen erhöhen.

Verminderung der Wirkung von Neostigmin und Pyridostigminbromid (Arzneistoffe mit Wirkung auf das parasympatische Nervensystem).

Erhöhung der Plasmakonzentration von Ciclosporin (Wirkstoff der das Immunsystem unterdrückt).

Bei einer zur gleichen Zeit notwendigen oralen Schutzimpfung gegen Typhus kann eine Malaria-Prophylaxe erst 3 Tage nach Einnahme der Impfstoffkapsel eingeleitet werden.

Dieses Arzneimittel kann aufgrund seiner Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Verwirrtheitszustände, Störungen des Scharfsehens und flimmernden Gesichtsfeldausfällen die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen! Dies gilt in verstärktem Masse bei Behandlungsbeginn und im Zusammenwirken mit Alkohol.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!



Anwendung bei chronischer Polyarthritis und systemischem Lupus erythematodes

Chlorochin darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, weil es beim Kind Organschäden verursachen kann. Vor Beginn der Behandlung ist daher eine Schwangerschaft auszuschliessen. Während der Behandlung und für drei Monate danach ist ein wirksamer Empfängnisschutz einzuhalten.

Chlorochin darf in der Stillzeit nicht angewendet werden, da keine genügenden Erfahrungen vorliegen und Chlorochin in die Muttermilch übergeht.

Anwendung zur Behandlung und Vorbeugung von Malaria

Während der Schwangerschaft darf Chlorochin nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin gegeben werden. Dieser bzw. diese wird sich in der Regel für die Anwendung von Chlorochin entscheiden, da die Malariainfektion selbst das ungeborene Kind schädigt.

Bei Behandlung der Malaria ist festzustellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Bei deren Ausschluss ist während der Behandlung sowie für drei Monate danach ein wirksamer Empfängnisschutz einzuhalten. Es darf nicht gestillt werden.

Wie wird es angewendet?

Malaria

Um eine sichere vorbeugende oder heilende Wirkung gegen Malaria zu erzielen, ist es wesentlich, Chlorochin regelmässig einzunehmen und sich genau an die von Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin vorgeschriebene Anwendungsweise zu halten.

Vorbeugung der Malaria

Die Prophylaxe mit Chlorochin soll mindestens 1 Woche vor Abreise in das Malariagebiet beginnen und während mindestens 4–6 Wochen nach der Rückkehr fortgesetzt werden. Die Dosierung (Anzahl Tabletten pro Einzelgabe) wird vom Arzt bzw. von der Ärztin festgelegt und ist abhängig vom Körpergewicht.

Es werden mehrere Einzelgaben eingenommen:

– Die Einnahme der ersten Einzelgabe erfolgt 1 Woche vor der Abreise;

– Die der zweiten am Tag der Abreise (falls die Einnahme 1 Woche vor der Abreise versäumt wurde, so sind am Tage der Abreise zwei Einzelgaben im Abstand von mindestens 6 Stunden einzunehmen);

– Alle weiteren Einzelgaben werden einmal pro Woche, d.h. jeweils am Wochentag der Abreise eingenommen.

Dies gilt für die Reise und für weitere 4 bis 6 Wochen nach Verlassen des Malariagebietes. Die vorbeugende Behandlung nach der Reise ist wichtig, weil die Erreger über längere Zeit im Körper überleben können und dadurch die Malaria auch nach der Reise noch ausbrechen kann.

Kinder ab 30 kg Körpergewicht und Erwachsene

Die Einzelgaben berechnen sich nach dem Körpergewicht des Patienten bzw. der Patientin. Es sollen etwa 8

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Chlorochin auftreten:

Nebenwirkungen am Auge

Die durch Ablagerung des Wirkstoffs bedingten, gelegentlich auftretenden Hornhauttrübungen sind rückbildungsfähig. Dagegen sind die durch Einlagerung in die Netzhaut bedingten Veränderungen nicht rückbildungsfähig. Durch die Schädigung der Netzhaut kommt es zu Gesichtsfeldausfällen mit und ohne Flimmern sowie Sehkraftverlust. Zuerst tritt eine Beeinträchtigung des Farbsehens auf.

Das Auftreten der Netzhautschädigung ist abhängig von der Einnahmemenge. Bei Dauerbehandlung sind nur noch selten Netzhautschädigungen beobachtet worden, wenn die empfohlene tägliche Höchstmenge (4 mg Chloroquinphosphat bzw. 2,5 mg Chloroquin pro Kilogramm Körpergewicht) nicht überschritten wurde und beim Patienten bzw. bei der Patientin eine normale Nierenfunktion vorliegt (vgl. auch Rubrik «Wann ist bei der Einnahme von Chlorochin Vorsicht geboten?»).

Weitere Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen sind verschiedene Beschwerden von Seiten des Magen-Darm-Trakts wie Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall mit Gewichtsverlust. Sie sind jedoch meist vorübergehend und können durch die Einnahme nach dem Essen gemildert werden.

Gelegentliche Nebenwirkungen sind

Erscheinungen wie Schlafstörungen, Unruhe, Benommenheit, Verwirrtheitszustände, Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Missempfindungen (z.B. Kribbeln oder taubes Gefühl);

Vorübergehende Störung des Scharfsehens;

Herz-Kreislauf-Reaktionen (z.B. Blutdruckabfall) sowie

EKG-Veränderungen

Seltene Nebenwirkungen sind

Allergische Reaktionen wie Hautausschlag (sehr selten auch schwer), Juckreiz, Schwellung der Haut (z.B. Nesselfieber) und Schleimhäute, Atemnot, Kreislaufbeschwerden, Fieber, Lichtempfindlichkeit der Haut, Pigmentstörungen an Haut und Haaren (Ausbleichen oder Ergrauen der Haare, Haarausfall, dunkle Verfärbung der dem Licht ausgesetzten Haut, Verfärbung der Mundschleimhaut),

Verschlimmerung einer Porphyria cutanea tarda (Bildungsstörung des roten Blutfarbstoffs) mit Ausscheidung von Porphyrin (natürlicher Farbstoff) im Harn,

Verschlimmerung einer Psoriasis (Schuppenflechte),

Verminderung der Muskelkraft, Muskelerkrankungen, schnelle Ermüdbarkeit der Muskulatur unter Belastung, nerval bedingte Muskelerkrankungen sowie

Auslösung oder Verstärkung eines Leberschadens.

In Einzelfällen wurden Blutbildveränderungen beobachtet. Tinnitus (Ohrengeräusch), Hörschäden, Psychosen (seelische Störungen) und epileptische Anfälle (Muskelkrämpfe mit Bewusstlosigkeit) kamen vereinzelt vor.

Unter Langzeittherapie und unter hoher Dosierung bzw. Überdosierung traten in Einzelfällen EKG-Verlängerungen (Veränderungen bei der Herzfunktionsmessung) sowie Kardiomyopathien (Herzmuskelerkrankungen) auf.

Wenn Sie oben genannte Nebenwirkungen oder Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Während einer Einnahme von Chlorochin kann es zu einer Braunfärbung des Urins kommen.

Kinderwarnung: Nicht in Reichweite von Kindern aufbewahren.

Sollte ein Kind in einem unbewachten Augenblick Tabletten geschluckt haben, so ist schnellstens ein Arzt bzw. eine Ärztin zu benachrichtigen und das Kind unverzüglich zum Erbrechen zu bringen.

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Nach Beendigung der Behandlung das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle (Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin) zum fachgerechten Entsorgen bringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Es sind Packungen zu 30 und 100 Lacktabletten erhältlich.


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