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«Compensan retard 200 mg - Filmtabletten»

Compensan retard 200 mg - Filmtabletten


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Compensan retard-Filmtabletten wurden Ihnen zur Substitutionsbehandlung (Drogenersatzbehandlung) bei Opiatabhängigkeit verschrieben.
Die Substitutionsbehandlung Opiatabhängiger wird im Rahmen einer entsprechenden medizinischen Überwachung und umfassenden psychosozialen Betreuung durchgeführt.

Compensan retard-Filmtabletten setzen den Wirkstoff verzögert im Magen-Darm-Trakt frei. Dies gewährleistet eine Wirkdauer von 24 Stunden. Compensan retard-Filmtabletten sollen deshalb nur 1mal täglich eingenommen werden, das heißt: möglichst genau im Abstand von 24 Stunden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Compensan retard-Filmtabletten dürfen nicht eingenommen werden

  • wenn Sie überempfindlich gegenüber Morphin oder einem der sonstigen Bestandteile von Compensan retard-Filmtabletten sind
  • bei Atemschwäche, Störungen der Atmung (Atemdepression)
  • bei Kopfverletzungen
  • bei Anfallsleiden (Epilepsie) oder erhöhter Neigung zu Krampfanfällen
  • bei gleichzeitiger Anwendung von bestimmten Mitteln gegen Depressionen (Monoaminooxidase-Hemmer, zum Beispiel Moclobemid) oder innerhalb zwei Wochen nach deren Absetzen
  • bei Erkrankungen mit Verengung der Atemwege
  • bei Verlegung der Atemwege (zum Beispiel durch Schleim)
  • bei Bauchschmerzen ungeklärter Ursache
  • bei Darmverschluss beziehungsweise Darmlähmung
  • bei verzögerter Magenentleerung
  • bei akuter Lebererkrankung
  • bei Alkoholabhängigkeit, Alkoholentzugserscheinungen (Delirium tremens)
  • von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren
  • in der Stillzeit
  • vor einer Operation oder innerhalb der ersten 24 Stunden nach einer Operation

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Compensan ist erforderlich bei Patienten mit

  • Erkrankungen, welche die Atemfunktion beeinträchtigen
  • Asthma bronchiale
  • Bewusstseinsstörungen
  • erhöhtem Hirndruck
  • Alkoholabhängigkeit in der Vorgeschichte
  • niedrigem Blutdruck und Flüssigkeitsmangel
  • Herzschwäche bedingt durch eine schwere Lungenerkrankung (Cor pulmonale)
  • Darmerkrankungen, die mit Verengungen und/oder Entzündungen einhergehen
  • Verdacht auf Darmlähmung (siehe weiter unten)
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Gallenwegserkrankungen
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • eingeschränkte Nierenfunktion
  • eingeschränkte Leberfunktion
  • Prostatavergrößerung mit Restharnbildung
  • Harnwegsverengung oder Schmerzen (Koliken) der Harnwege
  • eingeschränkter Nebennierenrindenfunktion
  • Tumor der Nebennierenrinde (Phäochromozytom)

Bei Gefahr eines Darmverschlusses beziehungsweise einer Darmlähmung (Anzeichen: Bauchschmerzen, kein Stuhl, eventuell harte Bauchdecke) dürfen Compensan retard-Filmtabletten nicht angewendet werden. Bei Auftreten oder Verdacht auf einen Darmverschluss müssen Compensan retard-Filmtabletten sofort abgesetzt werden. Verständigen Sie unverzüglich einen Arzt.

Bei Verdacht auf eine üblicherweise schmerzhafte andere Erkrankung soll ärztlicher Rat auch dann eingeholt werden, wenn keine oder unerwartet geringfügige Schmerzen aufgetreten sind. Die schmerzlindernde Wirkung von Compensan retard-Filmtabletten kann die Anzeichen von Begleiterkrankungen verschleiern.

Die Einnahme von Compensanretard-Filmtablettenwährend der Schwangerschaft wird nicht empfohlen (siehe auch weiter unten in Abschnitt 2 unter Schwangerschaft und Stillzeit).

Die Anwendung von Compensan retard-Filmtabletten kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die Anwendung von Compensan retard-Filmtabletten als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

Bei Einnahme von Compensan retard-Filmtabletten mit anderen Arzneimitteln Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Geben Sie bei allen Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten Ihre Suchtkrankheit, Ihre Substitutionsbehandlung und Ihr tatsächliches Konsumverhalten immer ehrlich an. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie sonst noch einnehmen. Diese Informationen sind erforderlich, um möglicherweise gefährliche Arzneimittelkombinationen zu vermeiden.

Sie dürfen Schlaf- und Beruhigungsmittel (zum Beispiel Benzodiazepine), Schmerzmittel, Arzneimittel gegen Angst und Depressionen und andere, auf das Zentralnervensystem wirkende Mittel keinesfalls ohne Kontrolle durch Ihren Arzt anwenden. Die Kombination mit Compensan retard-Filmtabletten kann lebensbedrohende Wirkungen haben. Wenn Sie mit einem Beikonsum solcher Mittel nicht selbstständig aufhören können, so sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder suchen Sie eine spezialisierte Beratungsstelle auf! Beschwerden wie zum Beispiel Schlafstörungen, Depressionen oder Unruhezustände können gezielt behandelt werden.

Sie dürfen Compensan retard-Filmtabletten nicht gleichzeitig mit bestimmten Arzneimitteln gegen Depressionen (sogenannte Monoaminooxidase-Hemmer, zum Beispiel Moclobemid) und auch nicht innerhalb von zwei Wochen nach deren Absetzen anwenden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Compensan retard-Filmtabletten mit folgenden Mitteln kann es zu einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung kommen:

  • Narkosemitteln (bei Operationen, auch zahnärztlichen Eingriffen)
  • starken Schmerzmitteln einschließlich Opioiden
  • Schlaf- und Beruhigungsmitteln (z.B. Benzodiazepine u.a.)
  • Gabapentin (Mittel gegen Epilepsie oder starke Schmerzen)
  • muskelkrampflösenden Mitteln
  • blutdrucksenkenden Mitteln
  • Medikamenten gegen Übelkeit
  • Medikamenten gegen erhöhte Magensäureproduktion (Antacida)
  • Arzneimitteln gegen Allergien (Antihistaminika)

Die gleichzeitige Gabe von Mittel gegen Magenübersäuerung (z.B. Cimetidin), Rifampicin (Mittel gegen Tuberkulose), und Ritonavir (Mittel, das die Vermehrung von HI-Viren hemmt) kann die Wirkung von Compensan retard-Filmtabletten verändern.

Fall Sie eines dieser Arzneimittel einnehmen müssen, teilen Sie dies bitte Ihrem behandelnden Arzt mit, da eine Dosisanpassung von Compensan retard-Filmtabletten notwendig sein kann. Mittel gegen Magenübersäuerung sollen Sie nur mit mindestens zweistündigem Abstand zu Compensan retard-Filmtabletten anwenden.

Bei Einnahme von Compensan retard-Filmtabletten zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Wegen gegenseitiger Wirkungsverstärkung mit Beeinträchtigung der Atemfunktion und einer daraus folgenden lebensbedrohlichen Verminderung der Atmung darf während der Anwendung von Compensan retard-Filmtabletten kein Alkohol konsumiert werden.

Wenn Sie ein Problem damit haben, auf Alkohol zu verzichten, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt darüber!

Die gleichzeitige Aufnahme von Nahrungsmitteln hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Wirksamkeit.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Sie müssen den Eintritt einer Schwangerschaft sofort Ihrem Arzt melden.
Bitte sprechen Sie zuvor mit Ihrem Arzt, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden. Compensan retard-Filmtabletten sollten nicht während einer Schwangerschaft angewendet werden. Während einer Schwangerschaft muss Ihre Betreuung über eine Spezialeinrichtung erfolgen.

Stillzeit Compensan retard-Filmtabletten dürfen in der Stillzeit nicht eingenommen werden, da Morphin mit der Muttermilch ausgeschieden wird.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Dies ist insbesondere zu Beginn einer Behandlung mit Compensan retard-Filmtabletten, nach Dosiserhöhung, Präparatewechsel sowie bei Zusammenwirken von Compensan retard-Filmtabletten mit anderen Substanzen, die dämpfend auf das Gehirn wirken, zu erwarten. Beobachten Sie zuerst, ob Ihre Aufmerksamkeit oder Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt ist. Besprechen Sie dann mit Ihrem Arzt, ob Sie Fahrzeuge lenken oder Maschinen bedienen dürfen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Compensan retard 200 mg-Filmtabletten
Dieses Arzneimittel enthält Lactose (Milchzucker). Bitte nehmen Sie Compensan retard-Filmtabletten erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Compensan retard-Filmtabletten immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie nicht ganz sicher sind.

Compensan retard-Filmtabletten müssen im Ganzen mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden, und zwar die gesamte Dosis auf einmal.

Die Dosis wird von Ihrem Arzt sorgfältig festgelegt. Beachten Sie daher bitte genau seine Anweisungen. Compensan retard-Filmtabletten stehen in den Stärken 100 mg, 200 mg und 300 mg zur Verfügung. Der Arzt wird Ihnen die einzunehmende Tagesdosis so verschreiben, dass Sie eine oder mehrere Filmtabletten mit gleicher beziehungsweise unterschiedlicher Stärke auf einmal einnehmen müssen. Um allfällige Entzugserscheinungen zu vermeiden, soll die verordnete Tagesdosis im Abstand von 24 Stunden eingenommen werden.

Sollte das Verlangen nach Drogen nicht ausreichend unterdrückt werden beziehungsweise Entzugserscheinungen auftreten, informieren Sie Ihren Arzt.

Die geeignete Dosis ist diejenige, bei der keine Entzugserscheinungen auftreten. Geben Sie Ihrem Arzt ehrlich an, welche Dosis von Compensan retard-Filmtabletten Ihre Entzugserscheinungen unterdrückt. Benommenheit bzw. Dämpfung durch eine zu hohe Dosis ist nicht das Ziel der Behandlung!

Compensan retard-Filmtabletten wurden Ihnen persönlich verordnet. Sie dürfen diese unter keinen Umständen an andere Personen weitergeben. Die Weitergabe von Compensan retard-Filmtabletten an Dritte ist gesetzlich verboten, darüber hinaus gefährden Sie dadurch das Leben anderer.
Bei allen Opioiden nimmt bei regelmäßiger Einnahme oder Substitutionstherapie die Empfindlichkeit gegenüber Compensan retard-Filmtabletten ab. Um die gleiche Wirkung zu erzielen, wird eine höhere Dosis als zu Beginn benötigt. Eine solche Dosis ist für Nichtgewöhnte häufig beim ersten Gebrauch bereits tödlich!

Durch die Weitergabe von Compensan retard-Filmtabletten an andere gefährden Sie außerdem die Weiterführung Ihrer Substitutionsbehandlung, da Sie wesentliche Punkte des mit Ihrem Arzt abgeschlossenen Behandlungsvertrages brechen.

Compensan retard-Filmtabletten dürfen weder zerkaut oder zerkleinert, noch aufgelöst und injiziert werden, da dies zu möglicherweise lebensbedrohenden Zuständen führen kann.

Nach missbräuchlichen Injektionen gibt es Berichte über:

  • schwerste Nebenwirkungen mit tödlichem Verlauf (Tod durch Atemstillstand) • Überempfindlichkeitsreaktionen (mit Blutdrucksenkung bis hin zum Kreislaufschock)
  • Verstopfung und Entzündung von Blutgefäßen, Einbringen von Bakterien in die Blutbahn, was zu Blutvergiftung und Herzklappenentzündung führen kann
  • Bildung von Blutgerinnseln bis hin zu Verstopfung der Lungenblutgefäße Durch die missbräuchliche Injektion von zerkleinerten Compensan retard-Filmtabletten gefährden Sie die Weiterführung Ihrer Substitutionsbehandlung, da Sie wesentliche Punkte des mit Ihrem Arzt abgeschlossenen Behandlungsvertrages brechen.

Wenn Sie eine größere Menge von Compensan retard-Filmtabletten eingenommen haben, als Sie sollten,
können Beschwerden wie Benommenheit, stecknadelkopfgroße Pupillen, verminderte Atmung und niedriger Blutdruck als Anzeichen einer Überdosierung auftreten. Diese können sich bis hin zu Kreislaufkollaps, tiefer Bewusstlosigkeit und einer lebensbedrohlichen Beeinträchtigung der Atmung verstärken. Es besteht akute Lebensgefahr durch Atemstillstand!

Rufen Sie bitte bereits bei einem Verdacht auf eine Überdosierung sofort den nächsten erreichbaren Arzt zu Hilfe!

Dasselbe gilt, wenn der Verdacht besteht, dass ein Kind eine Compensan retard-Filmtablette geschluckt haben könnte. Bereits geringe Mengen des Wirkstoffes können bei Kindern tödlich sein. Warten Sie daher keinesfalls auf Anzeichen einer Vergiftung, sondern rufen Sie sofort den nächsten erreichbaren Arzt.

Hinweis für den Arzt Informationen zur Überdosierung finden Sie am Ende der Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Einnahme von Compensan retard-Filmtabletten vergessen haben, nehmen Sie danach nicht die doppelte Arzneimittelmenge ein. Nehmen Sie die verordnete Dosis ein und setzten Sie die Einnahme in 24 Stunden fort oder wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Compensan retard-Filmtabletten abbrechen, führt das zu Entzugserscheinungen.

Innerhalb kurzer Zeit (wenige Tage) geht die geringere Empfindlichkeit gegenüber Compensan verloren; das ist höchst gefährlich, da die vor dem Entzug vertragene Dosis nun tödlich sein kann. Nach einem Entzug darf die frühere Tagesdosis nie unverändert konsumiert werden! Dies gilt auch für Rückfälle nach Entwöhnung, selbst bei langjähriger Abhängigkeit! Die Entwöhnung darf nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel können Compensan retard-Filmtabletten Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Das Auftreten von Nebenwirkungen hängt von der Gewöhnung des Abhängigen an das Opiat ab. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit. Eine Verstopfung sollte vorbeugend mit einem Abführmittel behandelt werden. Bei Übelkeit und Erbrechen kann Ihnen Ihr Arzt ein Arzneimittel gegen Erbrechen verschreiben.
Die folgenden Definitionen für die Häufigkeiten von unerwünschten Arzneimittelreaktionen wurden verwendet:

Sehr häufig: betrifft mehr als 1 Behandelten von 10
Häufig: betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1000
Selten: betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10000
Sehr selten: betrifft weniger als 1 Behandelten von 10000
Häufigkeit nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der angeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Blisterstreifen und Faltkarton nach „verw. bis“ bzw. „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


Bewertungen «Compensan retard 200 mg - Filmtabletten»