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«Dacarbazine medac 500 mg - Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Dacarbazin gehört zur Arzneimittelgruppe der sogenannten Zytostatika. Diese Arzneimittel beeinflussen das Wachstum von Krebszellen.

Ihr Arzt hat Ihnen Dacarbazine medac zur Behandlung von Krebserkrankungen wie fortgeschrittenem malignen Melanom (Hautkrebs), fortgeschrittenem Morbus Hodgkin (Krebserkrankung des Lymphsystems) oder fortgeschrittenem Weichteilsarkom (Krebs des Muskel-, Fett- oder Sehnengewebes, der Blutgefäße oder anderen Stützgeweben des Körpers) verschrieben. Dacarbazine medac kann zusammen mit anderen Zytostatika angewendet werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Dacarbazine medac darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Dacarbazin oder einen der sonstigen Bestandteile von Dacarbazine medac sind (für genauere Informationen siehe Abschnitt 6).
  • wenn die Zahl Ihrer weißen Blutzellen und/oder der Blutplättchen zu niedrig ist (Leukopenie und/oder Thrombozytopenie).
  • wenn Sie an einer schweren Leber- oder Nierenerkrankung leiden.
  • wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Dacarbazine medac ist in folgenden Fällen erforderlich: Männer, die mit Dacarbazine medac behandelt werden, sollten während und bis zu 6 Monate nach Abschluss der Behandlung eine sichere Verhütungsmethode anwenden.

Vor jeder Verabreichung von Dacarbazine medac wird Ihr Arzt Blutuntersuchungen durchführen, um sicherzustellen, dass Sie genügend Blutzellen haben, um Dacarbazine medac zu bekommen. Ihre Leber- und Nierenfunktion wird ebenfalls überwacht werden.

Hinweis für Sportler
Die Anwendung des Arzneimittels Dacarbazine medac kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Bei Anwendung von Dacarbazine medac mit anderen Arzneimitteln
Sie sollten sich keiner medizinischen Behandlung unterziehen, ohne dies mit Ihrem Arzt zu besprechen, da sich Dacarbazine medac und andere Arzneimittel in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen können.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden oder vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht
verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Während der Chemotherapie sollten Sie keine Arzneimittel einnehmen oder anwenden, die die Leber schädigen können (z. B. Diazepam, Imipramin, Ketoconazol oder Carbamazepin).

Bei Anwendung von Dacarbazine medac zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Während der Chemotherapie sollten Sie keinen Alkohol trinken.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Ihnen darf Dacarbazine medac NICHT gegeben werden, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten. Sie müssen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Während der Behandlung mit Dacarbazine medac dürfen Sie NICHT stillen.

Wenn Sie schwanger werden oder stillen möchten, sprechen Sie erst mit Ihrem Arzt.

Ihre Verkehrstüchtigkeit oder Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann durch Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem (unerwünschte Wirkungen auf das Gehirn und die Nerven) oder durch Übelkeit und Erbrechen beeinträchtigt werden. Es gibt jedoch keinen Grund, warum Sie zwischen den Behandlungen mit Dacarbazine medac kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen sollten, es sei denn, Ihnen ist schwindelig oder Sie sind sich unsicher.

Wie wird es angewendet?

Dieses Arzneimittel wird Ihnen unter Aufsicht eines Arztes gegeben, der auf die Behandlung von Krebs spezialisiert ist und über die Möglichkeiten verfügt, alle klinischen Wirkungen während und nach der Behandlung zu überwachen.

Dacarbazin ist eine lichtempfindliche Substanz. Der Arzt oder das diplomierte Pflegepersonal, von dem Sie das Arzneimittel bekommen, wird sicherstellen, dass Dacarbazin während der Gabe vor Tageslicht geschützt ist.

Unmittelbar vor der Anwendung wird Dacarbazine medac Pulver in 50 ml Wasser für Injektionszwecke gelöst.
Diese Lösung wird dann mit 200 – 300 ml isotonischer Natriumchlorid- oder 5%iger Glucoselösung weiter verdünnt werden und wird Ihnen dann über 20 – 30 Minuten als intravenöse Infusion (Infusion in eine Vene) gegeben.

Die Dosis ist abhängig von Ihrem Blutbild und begleitender Chemotherapie. Ihr Arzt wird die Dosis anhand Ihrer Körperoberfläche (m²), Ihres Blutbildes sowie anderer Arzneimittel gegen Krebs oder anderen Behandlungen berechnen.

Ihr Arzt kann die Dosis und die Häufigkeit der Behandlung ändern. Dies ist abhängig von den Ergebnissen der Blutuntersuchungen, Ihrem allgemeinen Zustand, anderen Behandlungen und Ihrem Ansprechen auf Dacarbazine medac. Wenn Sie Fragen zu Ihrer Behandlung haben, fragen Sie Ihren Arzt, das diplomierte Pflegepersonal oder Ihren Apotheker.

Solange keine weiteren Daten verfügbar sind, können Ihrem Arzt keine Empfehlungen zur Anwendung von Dacarbazine medac bei Kindern gegeben werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Dacarbazine medac Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen und Ihnen die Risiken und den Nutzen der Behandlung erklären.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bei sich bemerken:

  • Anzeichen einer Infektion wie Halsschmerzen und erhöhte Temperatur.
  • Ungewöhnliche blaue Flecken oder Blutungen.
  • Starke Müdigkeit.
  • Anhaltendes oder starkes Erbrechen oder anhaltender oder starker Durchfall.
  • Schwere allergische Reaktion – Sie können plötzlich einen juckenden Ausschlag bekommen (Nesselsucht), Schwellung der Hände, Füße, Fußgelenke, des Gesichts, der Lippen, des Mundes oder Rachens (was zu Schluck- oder Atembeschwerden führen kann), und Sie können das Gefühl haben, ohnmächtig zu werden.
  • Gelbfärbung der Haut und der Augen aufgrund von Leberproblemen.
  • Beschwerden, die auf Störungen des Hirns oder der Nerven zurückzuführen sind wie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Anfälle, Verwirrtheit, Lethargie (Teilnahmslosigkeit) oder Taubheit und Kribbeln des Gesichts.

Alle diese Nebenwirkungen sind schwerwiegend. Sie könnten sofortige medizinische Behandlung benötigen.

Im Folgenden sind alle bekannten Nebenwirkungen aufgeführt:

Häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 100 Behandelten, weniger 1 von 10 Behandelten)

  • Anämie (verminderte Zahl roter Blutzellen).
  • Leukopenie (verminderte Zahl weißer Blutzellen).
  • Thrombozytopenie (verminderte Zahl an Blutplättchen). Die Blutbildveränderungen sind dosisabhängig und treten verzögert auf. Die niedrigsten Werte treten oft erst nach 3 oder 4 Wochen auf.
  • Anorexie (Appetitverlust), Übelkeit, Erbrechen. Diese Nebenwirkungen können alle schwerwiegend sein.

Gelegentliche Nebenwirkungen (mehr als 1 von 1000 Behandelten, weniger 1 von 100 Behandelten)

  • Alopezie (Haarausfall).
  • Hyperpigmentierung (verstärkte Färbung der Haut).
  • Photosensibilität (Lichtempfindlichkeit) der Haut.
  • Erkältungsbeschwerden mit Erschöpfung, Schüttelfrost, Fieber und Muskelschmerzen, gelegentlich während oder oft auch erst Tage nach der Gabe von Dacarbazin. Diese Beschwerden können bei der nächsten Infusion wieder auftreten.

Seltene Nebenwirkungen (mehr als 1 von 10000 Behandelten, weniger 1 von 1000 Behandelten)

  • Panzytopenie (verminderte Zahl aller Blutzellen).
  • Agranulozytose (stark verminderte Zahl an Granulozyten, einer bestimmten Art weißer Blutzellen).
  • Anaphylaktische Reaktionen (schwere allergische Reaktion, die z. B zu Blutdruckabfall, Schwellung der Hände, Füße, Fußgelenke, des Gesichts, der Lippen, des Mundes oder Rachens, was zu Schluck- oder Atembeschwerden führen kann, beschleunigter Herzschlag, Nesselsucht und generalisiertem Juckreiz oder Hautrötung).
  • Kopfschmerzen.
  • Sehstörungen.
  • Verwirrtheit.
  • Lethargie (Teilnahmslosigkeit).
  • Konvulsionen (Anfälle).
  • Parästhesie des Gesichts (ungewöhnliche Empfindungen im Gesicht), Taubheit und Rötung des Gesichts kurz nach der Injektion.
  • Durchfall.
  • Venookklusive Erkrankung (VOD) (schwere Lebererkrankung aufgrund einer Blockade der Blutgefäße in der Leber) mit Lebernekrose (Zerstörung von Leberzellen), was lebensbedrohlich sein kann. Wenn der Verdacht besteht, dass Sie diese Nebenwirkungen haben, wird Ihr Arzt eine entsprechende Behandlung in Erwägung ziehen.
  • Erhöhte Leberenzymwerte.
  • Eingeschränkte Nierenfunktion.
  • Erythem (Hautrötung).
  • Makulopapulöses Exanthem (Hautausschlag).
  • Urtikaria (Nesselsucht).
  • Reizung am Verabreichungsort.

Sie können eine oder mehrere dieser Nebenwirkungen bekommen. Informieren Sie dann auf jeden Fall Ihren Arzt.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25 °C lagern. Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Bei diesen Lagerungsbedingungen beträgt die Haltbarkeit 3 Jahre.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Frisch zubereitete (rekonstituierte) und weiter verdünnte Dacarbazine medac-Lösungen müssen ebenfalls vor Licht geschützt und sofort verwendet werden.

Dacarbazine medac ist nur zum Einmalgebrauch.
Nicht verwendetes Arzneimittel sowie Lösungen, die ihr Aussehen verändert haben, sind von Ihrem Arzt zu verwerfen. Die verdünnte Infusionslösung muss von Ihrem Arzt visuell geprüft werden, und nur klare Lösungen, die praktisch frei von sichtbaren Partikeln sind, dürfen verwendet werden.


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