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«Dogmatil® Injektionslösung»

Wie wirkt der Inhaltsstoff?

Sulpirid wirkt gegen Schizophrenie und andere Psychosen und in niedrigerer Dosierung auch gegen Depressionen und Schwindel. Die Schaltzentralen im Gehirn und im Rückenmark regeln das Denken, Fühlen und Wollen des Menschen. Außerdem koordinieren sie die Bewegungen des Körpers. Die Schaltstellen verständigen sich untereinander über Nervenfasern. Diese Nervenfasern wiederum nutzen verschiedene Botenstoffe (Neurotransmitter) zur Verständigung. Die genauen Ursachen von Psychosen und Depressionen sind unbekannt. Vermutlich spielt aber ein Zuviel oder Zuwenig an Neurotransmittern eine entscheidende Rolle. Sulpirid ist ein Neuroleptikum. Es greift modulierend in das gestörte Botenstoffsystem ein. Es wirkt sowohl gegen Halluzinationen und Verfolgungswahn als auch gegen Antriebslosigkeit, sozialen Rückzug und Depressionen.Sulpirid gehört außerdem zu den modernen, atypischen Neuroleptika. Unerwünschte Störungen im Bewegungsablauf des Körpers, wie Zittern und Krämpfe, wie sie bei den klassischen Neuroleptika auftreten, kommen bei der Behandlung mit Sulpirid seltener vor. Trotzdem müssen Patienten, die Sulpirid hochdosiert und längere Zeit einnehmen, regelmäßig auf sich entwickelnde Bewegungsstörungen untersucht werden.Außerdem wirkt Sulpirid in niedrigen Dosierungen gegen Schwindel.Das Medikament zeigt je nach Menge verschiedene Wirkungen. Die Dosierung wird deshalb individuell für jeden Patienten festgelegt. Sulpirid darf nur langsam gesteigert werden und muss auch langsam wieder abgesetzt werden, da sonst Nebenwirkungen auftreten können.Weiterlesen:Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete

  • Depressionen
  • Menière-Krankheit
  • Psychosen
  • Schizophrenie
  • Schwindel

Packungsgrößen

  • 5 Amp. (N1)

Warnhinweise!

  • Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
  • In Einzelfällen kann ein malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) auftreten, das unter Umständen lebensbedrohlich ist. Es äußert sich mit Bewegungsstarre, Bewußtseins- und Kreislaufstörungen und hohem Fieber. Benachrichtigen Sie in diesem Fall sofort ihren Arzt und setzen Sie das Medikament ab.

Wann ist das Medikament nicht für Sie geeignet (Gegenanzeigen)?

  • Bestimmte Krebsleiden
  • Epilepsie
  • Hirnorganische Erkrankungen, v.a. im Alter.
  • Kinder unter sechs Jahren
  • Magenentleerungsstörung
  • Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung)
  • Psychische Störung mit ausgeprägter Antriebssteigerung (Manie)
  • Stoffwechselstörungen, bei denen die Produktion des Hormons Prolaktin im Blut erhöht ist (Hyperprolaktinämie)
  • Vorsicht bei Blasenfunktionsstörungen
  • Vorsicht bei Prostatavergrößerungen
  • Vorsicht bei schmerzhaften Menstruationsbeschwerden.
  • Vorsicht bei schweren Leber-, Nieren- und Herzerkrankungen
  • Vorsicht bei Winkelblockglaukom (Engwinkelglaukom)

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen über die Anwendung in der Schwangerschaft vor.
  • Ist die Anwendung des Medikaments während der Stillzeit unvermeidlich, sollten Sie abstillen bzw. sich von Ihrem Arzt über mögliche Risiken aufklären lassen.

Nebenwirkungen

Aufgelistet sind die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen. Sie können auftreten, müssen aber nicht, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente anspricht.

Manchmal reagieren Menschen allergisch auf Medikamente. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion verspüren, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Kopfschmerzen (Gelegentlich)
  • Magen-Darm-Beschwerden (Gelegentlich)
  • Mundtrockenheit, aber auch Speichelfluss (Gelegentlich)
  • Schwindel (Gelegentlich)
  • Müdigkeit (Gelegentlich)
  • Vermehrtes Schwitzen (Gelegentlich)
  • Anstieg des Hormons Prolactin im Blut. Führt zu Spannungsgefühl in der Brust, Brustvergrößerung und Milchfluss. Bei Frauen weiterhin zu Zyklusstörungen und bei Männern zur Abnahme von Libido und Potenz. (Gelegentlich)
  • Beschleunigung des Herzschlags auf über 100 Schläge pro Minute (Tachykardie) (Gelegentlich)
  • Herabgesetzte körperliche Aktivität (Gelegentlich)
  • Bewegungsstörungen wie Zungen- und Rachenkrämpfe (nach Tagen), Muskelsteifigkeit, Zittern, Bewegungslosigkeit (nach Wochen), Unfähigkeit, ruhig zu sitzen (nach Monaten), unwillkürliche Schmatz-, Kau- und Schluckbewegungen sowie langsame, wurmförmige Bewegungen der Arme und Beine (nach Jahren). (Selten)

Wechselwirkungen

Sulpirid kann die Wirkung von Medikamenten gegen hohen Blutdruck abschwächen. Krisenhafte Blutdruckanstiege sind möglich.Sulpirid und andere Medikamente, die ebenfalls im Gehirn wirken, können sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Dazu zählen z. B. andere Psychopharmaka, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Schmerzmittel oder Antiallergika. Sulpirid kann die Wirkungen von Medikamenten, die anregend auf das Gehirn wirken, wie Appetitzügler und bestimmte Asthmamittel, verstärken. Die Folge sind Nervosität, Angst, Unruhe und Erregung.Meiden Sie Alkohol, da die Reaktionen nicht vorhersehbar sind.


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