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«Ebetrexat 10 mg/ml - parenterale Lösung»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Methotrexat ist ein Folsäureantagonist mit zytotoxischer Wirkung und gehört zur Gruppe der Antimetaboliten.

Ebetrexat 10 mg/ml wird angewendet bei Maligne Tumoren und Hämoblastosen wie z.B.: akute lymphatische Leukämie, Non-Hodgkin-Lymphome, Meningeosis leucaemica (carcinomatosa); ZNS-Tumoren, Malignome im Kopf- und Halsbereich, Osteosarkom, kleinzelliges Bronchial-Karzinom, Lungen-Karzinom, Hoden-Tumoren, Mamma-Karzinome, Chorionepitheliom, Cervix-Karzinom, Ovarial-Karzinom, fortgeschrittenes Urothelzell- und Magen-Karzinom. Schwerste, generalisierte, sonst therapieresistente Psoriasis vulgaris einschließlich Arthritis psoriatica; Autoimmunerkrankungen (wie z.B. rheumatoide Arthritis).

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Ebetrexat darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Methotrexat oder einen der sonstigen Bestandteile von Ebetrexat 10 mg/ml sind.
  • wenn Sie an schwerer Leber- und Nierenfunktionsstörungen leiden (Serumkreatinin >2mg%, Kontraindikation, Serumkreatinin 1,5-2 mg%, Dosisreduktion auf 25%)
  • wenn Sie viel Alkohol trinken
  • wenn Sie an Erkrankungen des hämatopoetischen Systems leiden (Knochenmarkhypoplasie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie)
  • wenn Sie Infektionen haben
  • wenn Sie Geschwüre im Mund oder Magen-Darm-Bereich haben
  • wenn Sie frische Operationswunden haben

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Ebetrexat 10 mg/ml ist erforderlich,

  • bei verminderter Leistungsfähigkeit des Knochenmarks
  • bei einer vorangegangenen intensiven Strahlentherapie
  • bei Chemotherapie und/oder länger dauernder Vorbehandlung mit Pharmaka mit knochenmarkschädigender Wirkung (z.B. Sulfonamide, Chloramphenicol, Pyrazolderivate, Indometacin, Diphenylhydantoin)
  • wenn Sie jugendlich oder älter sind, oder in sich einem schlechten Allgemeinzustand befinden

Methotrexat sollte bei vorbestehenden schweren Lungenerkrankungen nicht zur Therapie der rheumatoiden Arthritis oder der Psoriasis vulgaris eingesetzt werden.

Vorsicht ist geboten bei Vorhandensein so genannter "dritter Räume" (z.B. bei Ascites oder Pleuraerguß). Dadurch kann die Methotrexat-Ausscheidung vermindert und damit das Intoxikationsrisiko erhöht werden.

Die Therapie der Psoriasis sowie der rheumatoiden Arthritis mit Methotrexat setzt spezielle Kenntnisse auf diesem Therapiegebiet und der damit verbundenen Risiken und Vorsichtsmaßnahmen voraus.

Die Methotrexat-Therapie sollte nur von Ärzten mit spezieller Ausbildung und Erfahrung auf dem Gebiete der (antineoplastischen) Chemotherapie und ausschließlich in Krankenhausabteilungen durchgeführt werden.

Der Patient sollte über mögliche Risiken (Nebenwirkungen) unterrichtet werden. Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen sind wegen möglicher schwerer, unter Umständen tödlicher toxischer Reaktionen unbedingt zu beachten.

Ärzte und Hilfspersonal sollten den direkten Kontakt mit der Substanz oder ihrer Lösung vermeiden.

Kontrolluntersuchungen und Sicherheitsmaßnahmen:
Ausschluss von Nieren- und Leberfunktionsstörungen, Störungen des hämatopoetischen Systems (Nieren- und Leberfunktionsproben, kompletter Blutstatus).
Vor Einsatz von Methotrexat zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis bei bekannten Lebererkrankungen sollte eine Leberbiopsie durchgeführt werden. Eine Gravidität ist auszuschließen.

Sorgfältige klinische Untersuchung der Patienten einschließlich Inspektion der Mundhöhle, des Pharynx und Larynx auf Schleimhautveränderungen. Regelmäßige Kontrolle der Leukozyten und Thrombozyten (täglich bis dreimal wöchentlich) und kompletter Blutstatus (einmal wöchentlich). Regelmäßige Kontrollen der Nieren- und Leberfunktion. Bei längerdauernder oder hochdosierter Therapie gegebenenfalls Knochenmarkbiopsien.

Bei niedrig dosierter Methotrexat-Therapie können die Kontrolluntersuchungen entsprechend weitmaschig angesetzt werden.

Da Methotrexat vorwiegend über die Nieren ausgeschieden wird, ist bei Niereninsuffizienz mit erhöhten, länger anhaltenden Serumspiegeln zu rechnen, die schwere Nebenwirkungen zur Folge haben können. Bei grenzwertiger Nierenfunktionsleistung (z.B. im höheren Alter) sollte die Überwachung häufiger (engmaschig!) erfolgen. Dies gilt insbesondere wenn zusätzlich Präparate gegeben werden, die die Ausscheidung von Methotrexat beeinträchtigen, Nierenschädigungen verursachen (z.B. nichtsteroidale Antirheumatika) oder potentiell zu Blutbildungsstörungen führen können.

Voraussetzungen zur Einleitung einer mittelhoch- oder hochdosierten MethotrexatBehandlung:

  • Ausreichende Verfügbarkeit von Calciumfolinat zur anschließenden Schutzbehandlung,
  • Möglichkeit zur raschen Bestimmung des Methotrexat-Serumspiegels: Laboratorien welche die Methotrexat-Serumspiegelbestimmung vornehmen, werden auf Anfrage bekannt gegeben.
  • Möglichkeit zur Hämodialyse,
  • Bereitstellung von autologen Knochenmarkkonserven bzw. Blutkonserven, bzw. von Leukozyten- und Thrombozytenkonzentraten.

Methotrexat-Plasmakonzentrationen
*größer als 1-2mal 10mol/1
(24 Stunden nach Beginn der Methotrexat-Applikation),
*2mal 10mol/l
(48 Stunden nach Beginn der Methotrexat-Applikation) und

*10mol/l
(72 Stunden nach Beginn der Methotrexat-Applikation)
zeigen ein erhöhtes Intoxikationsrisiko (Myelosuppression, Mukositis) an und erfordern einen länger dauernden und höher dosierten Calciumfolinatschutz. Die Methotrexat-Dosierung ist bei eingeschränkter Nierenfunktion entsprechend zu reduzieren.

Bei der hochdosierten Methotrexat-Therapie sollte die Kreatininclearance mindestens 75% der Norm

(50 ml/min/mbzw. 90 ml/min) betragen.
Eine mittelhochdosierte Methotrexat-Therapie (>100 mg/m) sollte bei Reduktion der Kreatininclearance auf unter 50% der Norm (<35 ml/min/m<sup>2bzw. <60 ml/min) nicht durchgeführt werden, außer bei täglicher Bestimmung des Serumkreatinins, der MethotrexatKonzentration und Calciumfolinatschutz, bis die Methotrexat-Serumkonzentration unter <br />10mol/l abfällt. Bei der konventionellen Methotrexat-Therapie wird eine 50%ige Dosisreduktion empfohlen, wenn die Serumkreatininwerte bei 1,2-2 mg/dl liegen und ein Absetzen der Medikation bei Serumkreatininwerten über 2 mg/dl.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Alkalisierung des Harns (z.B. durch Infusion einer NaHCO-Lösung, 20-25 mmol/l, in einer Menge von 3 l/m2
/24 Stunden) 24 Stunden vor Beginn bis 24 Stunden nach Methotrexat-Applikation ist zur Vorbeugung einer intrarenalen Präzipitation von Methotrexat bzw. seinen Metaboliten und zur Prophylaxe und Therapie einer zellkernzerfallbedingten Hyperurikämie erforderlich.

Gegebenenfalls kann auch eingesetzt werden:
Acetazolamid (Diamox): 150-220 mg/m/Tag bzw.
Allopurinol: 8 mg/kg/Tag
Eine mittelhochdosierte und hochdosierte Methotrexat-Therapie sollte nicht begonnen werden bei Harn-pH-Werten unter 7,0. Die Alkalisierung des Harnes muss zumindest während der ersten 24 Stunden nach Beginn der Methotrexat-Applikation durch wiederholte Kontrollen des pH-Wertes (größer oder gleich 6,8) überprüft werden.

Bestimmung der Methotrexat-Serumspiegel unmittelbar nach Therapieende, sowie nach 24, 48 und 72 Stunden. Anhand der Serumwerte kann auf das Auftreten von Toxizitätszeichen geschlossen und die Anpassung der Calciumfolinat-Dosierung vorgenommen werden.

Grundsätzlich besteht bei intrathekaler Applikation ebenso die Möglichkeit systemischer Nebenwirkungen bzw. einer Allgemeinintoxikation.

Bei ausgeprägter Leukopenie besteht die Gefahr einer Infektion. Bei Infektionen ist eine Unterbrechung der Therapie und eine entsprechende antibiotische Behandlung erforderlich. Bei schweren Fällen von Myelosuppression kann die Transfusion von Blut, Leukozyten- und Thrombozytenkonzentraten erforderlich sein.

Es wird empfohlen die Methotrexat-Therapie eine Woche vor Operationen zu beenden und eine oder zwei Wochen danach wieder zu starten.

Fieber (>38°C) kann die Methotrexat Ausscheidung signifikant verzögern.

Maligne Lymphome können bei Patienten auftreten, die niedrig dosiertes Methotrexat erhalten, so dass Methotrexat abgesetzt werden muss. Sollten sich die Lymphome nicht spontan zurückbilden, ist die Einleitung einer zytotoxischen Therapie erforderlich.

Eine Schwangerschaft sollte ausgeschlossen werden, bevor Ebetrexat angewendet wird. Methotrexat verursacht Embryotoxizität, Abort und fötale Defekte bei Menschen. Methotrexat beeinflusst die Spermatogenese und Oogenese während es angewendet wird, was zur Beeinträchtigung der Fertilität führen kann. Diese Effekte scheinen nach Absetzen der Therapie reversibel zu sein. Wirksamer Empfängnisschutz sollte von Männern und Frauen während der Behandlung und noch mindestens 6 Monate danach praktiziert werden. Die möglichen Risiken von Auswirkungen auf die Fortpflanzung sollten mit Patienten im gebärfähigen Alter besprochen und ihre Partner sollten entsprechend beraten werden (siehe Abschnitt 4.6 Schwangerschaft und Stillzeit).

Die intrathekale Administration von MTX kann lebensbedrohliche Konsequenzen haben; es sollte deshalb in jedem Fall eine sorgfältige Abschätzung des Risikos gegen den erwarteten Nutzen erfolgen. Sobald sich erste Zeichen einer schwerwiegenden Nebenwirkung zeigen sollte die Therapie abgesetzt werden.

Bei Anwendung von Ebetrexat 10 mg/ml mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Besondere Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Gabe von Methotrexat und nicht-steroidalen Antiphlogistika. Über schwere Nebenwirkungen einschließlich Todesfälle (nach hohen Methotrexat-Dosen) ist berichtet worden.

Eine Reihe von Pharmaka führt bei gleichzeitiger Gabe mit Methotrexat zu Wechselwirkungen (vorwiegend pharmakokinetische Interaktionen).

Eine Wirkungsverstärkung des Methotrexats ist beschrieben durch:
Hemmung der Methotrexat-Ausscheidung (Sekretion) durch die Niere, z.B. nicht-steroidale Antiphlogistica, Salizylate, Sulfonamide, Probenecid, Cephalothin, Penicilline, Carbenicillin, Ticarcillin, p-Aminohippursäure.

Grundsätzlich behindern Pharmaka, die ebenfalls der aktiven tubulären Sekretion unterliegen, die Ausscheidung von Methotrexat und bewirken dadurch eine Erhöhung der Methotrexat-Plasmakonzentration.

Verdrängung des an Plasmaproteine gebundenen Methotrexats führt zu einer größeren freien Plasmakonzentration, z.B. Salizylate, Sulfisoxazol, Sulfurazol, Doxorubicin, Bleomycin, Cyclophosphamid, Phenytoin, Phenazonderivate, Barbiturate, Tranquillantien, Tetracycline, Chloramphenicol, p-Aminobenzoesäure, orale Antidiabetika, Diuretika.

Steigerung der intrazellulären Akkumulation von Methotrexat und MethotrexatPolyglutamaten, z.B. Vincaalkaloide, Epipodophyllotoxine, Probenecid.

Eine Wirkungsverminderung des Methotrexats ist beschrieben durch:
Hemmung der zellularen Aufnahme von Methotrexat (Korticosteroide, L-Asparaginase, Bleomycin, Penicillin);
Erhöhung der Dihydrofolatreduktase-Konzentration (Triamteren) oder Erhöhung der intrazellularen Purinkonzentration (Allopurinol); Vitaminpräparate, die Folsäure oder ihre Derivate (insbesondere Folinsäure) enthalten.

Wegen des erhöhten Risikos einer Leberschädigung sollten Pharmaka mit bekannter Hepatotoxizität nicht gleichzeitig verabreicht werden.

Arzneimittel mit folsäureantagonistischer Wirkung (z.B. Trimethoprim) können die Toxizität von Methotrexat erhöhen.

Bei länger andauernder Vorbehandlung mit knochenmarkschädigenden Substanzen (z.B. Sulfonamide, Chloramphenicol, Pyrazolderivate, Indometacin, Diphenylhydantoin) kann die myelosuppressive Wirkung verstärkt werden.

Methotrexat kann die Wirkung cumarinartiger oraler Antikoagulantien (Acenocoumarol, Phenprocoumon) verstärken (verlängerte Prothrombinzeit durch verminderten Abbau von Cumarinderivaten).

Bei gleichzeitiger parenteraler Gabe von Acyclovir und intrathekaler Applikation von Methotrexat sind neurologische Störungen nicht auszuschließen.

Methotrexat kann die immunologische Reaktion auf Schutzimpfungen beeinträchtigen und zu schweren Komplikationen führen. Impfungen sollten daher nicht während der MethotrexatTherapie vorgenommen werden.
Je nach Art und Intensität der immunsuppressiven Therapie der Erkrankung und eventuell auch anderer Faktoren kann die Wiederherstellung der Fähigkeit zu normalen Reaktion auf Impfungen 3-12 Monate dauern. Leukämiepatienten sollten nach Remission erst 3 Monate nach der letzten Methotrexat-Applikation Lebendvirus Vaccine erhalten.

Seitens des behandelnden Arztes müssen die pharmakokinetischen Interaktionen zwischen MTX und Flucloxacillin (verminderte AUC von MTX), Antikonvulsiva (verminderter Blustspiegel von MTX) und 5-Fluorouracil (erhöhte Halbwertszeit von 5-FU) beachtet werden.

Nach der Gabe von Oxacillin und Omprazole wurden in Einzelfällen deutlich erhöhte Methotrexatwerte festgestellt. Interaktionen zwischen Leflunomide und Methotrexat wurden berichtet (Leberzirrhose, erniedrigte Thrombozytenzahl, Infektionen des Bewegungsapparates). Besonders bei infektionsanfälligen orthochirurgischen Eingriffen, soll die Kombination von Methotrexat mit immunmodulierenden Arzneimitteln mit Vorsicht angewendet werden.

Eine verzögerte Methotrexat Clearence in Kombination mit anderen Zytostatika ist zu berücksichtigen.

Bei Anwendung von Ebetrexat 10 mg/ml zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Während der Behandlung mit Ebetrexat 10 mg/ml sollten Sie keinen Alkohol trinken und den übermäßigen Konsum von Kaffee, koffeinhaltigen Softdrinks und schwarzem Tee vermeiden.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Während der Schwangerschaft dürfen Sie Ebetrexat 10 mg/ml nicht anwenden. Männer und Frauen müssen während der Therapie und in den sechs Monaten nach Abschluss der Behandlung mit Ebetrexat 10 mg/ml sichere empfängnisverhütende Maßnahmen anwenden.

Sie müssen vor der Behandlung mit Ebetrexat 10 mg/ml abstillen und dürfen auch während der Behandlung nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit ! beeinträchtigen.

Während der Behandlung mit Ebetrexat 10 mg/ml können Nebenwirkungen des zentralen Nervensystems wie Müdigkeit und Schwindel auftreten. Daher kann in einigen Fällen die Fähigkeit beeinträchtigt sein, ein Fahrzeug zu führen und/oder Maschinen zu bedienen. Wenn Sie sich müde fühlen oder Ihnen schwindelig ist, sollten Sie kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen.

Wie wird es angewendet?

Der Behandlungsplan und die Dosierung müssen durch einen spezialisierten Arzt festgelegt werden.

Maligne Tumoren und Hämoblastosen
Die Dosierung von Methotrexat im Rahmen einer Polychemotherapie maligner Tumoren oder Hämoblastosen richtet sich nach der Indikation und erfolgt individuell unter Berücksichtigung von Allgemeinzustand und Blutbild. Die bei konventioneller, niedrigdosierter (Einzeldosis unter 100 mg/m), mittelhochdosierter (Einzeldosis 100 mg/m-1000 mg/m) und hochdosierter (Einzeldosis über 1000 mg/m) Methotrexat-Therapie applizierten Dosen sind abhängig vom jeweiligen Therapieschema.

Folgende Dosierungsangaben stellen daher nur Richtwerte dar (aktuelle Therapieprotokolle werden auf Wunsch dem behandelnden Therapeuten übermittelt).

Mittelhochdosierte Methotrexat-Therapie
50-150 mg/m(i.v. Injektion); kein Calciumfolinatschutz; Wiederholung in 2-3 Wochen 240 mg/m(i.v. Infusion über 24 h); Calciumfolinatschutz erforderlich;
Wiederholung in 4-7 Tagen

0,5-1,0 g/m(i.v. Infusion über 36-42 h); Calciumfolinatschutz erforderlich;
Wiederholung in 2-3 Wochen

Hochdosierte Methotrexat-Therapie - Calciumfolinatschutz erforderlich 1-12 g/m(i.v. 1-6 h) Wiederholung in 1-3 Wochen
Für die intrathekale oder intraventrikuläre Methotrexat-Therapie wird eine maximale Dosis von 15 mg/mappliziert.

Bei der intrathekalen Applikation werden 0,2-0,5 mg/kg oder 8-12 mg/malle 2-3 Tage, nach Abklingen der Symptome in wöchentlichen, später in monatlichen Abständen bis zur Normalisierung des Liquorbefundes verabreicht. Eine prophylaktische intrathekale Instillation sollte alle 6-8 Wochen erfolgen.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte das Behandlungsrisiko sehr sorgfältig abgewogen und gegebenenfalls die Dosierung entsprechend reduziert werden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung").

Schwerste, generalisierte, sonst therapieresistente Psoriasis vulgaris einschließlich Arthritis psoriatica und andere Autoimmunerkrankungen.

Die Dosierung erfolgt individuell in Abhängigkeit vom Krankheitsbild des Patienten.

Generalisierte, therapieresistente Psoriasis vulgaris einschließlich der Psoriasis-Arthritis: Im Allgemeinen werden parenteral 10-25 mg in wöchentlichen Abständen verabreicht.

Therapieresistente rheumatoide Arthritis: Im allgemeinen werden einmal wöchentlich als Stoßtherapie initial 5-15 mg intramuskulär oder subcutan verabreicht. Die Dosis kann pro Woche um 5 mg bis auf maximal 25 mg pro Woche erhöht werden.

Art der Anwendung
Ebetrexat 10 mg/ml - Parenterale Lösung kann intramuskulär, subcutan, intravenös (als Bolus-Injektion oder Infusion), intraarteriell, intrathekal und intraventrikulär verabfolgt werden.

Wird Methotrexat als Infusion verabreicht, so ist eine Verdünnung mit 5%iger Glukoselösung oder physiologischer Kochsalzlösung möglich. Für diese Methotrexat-Lösungen ist die Stabilität bei bis zu 25 °C (Raumtemperatur) über 24 Stunden sowohl unter Lichteinfluß als auch unter Lichtausschluß geprüft. Bei längeren Infusionszeiten Infusionsflasche wechseln. Dosen über 100 mg/mwerden üblicherweise als i.v. Infusion verabreicht. Ein Teil davon kann als Initialdosis i.v. injiziert werden. Für hohe Dosierungen ist Methotrexat "Ebewe" 100 mg/ml- Konzentrat zur Infusionsbereitung angeraten.

Anwendungshinweise
Nur frisch zubereitete Verdünnungen und klare Lösungen verwenden.
Nur zur einmaligen Entnahme.
Die Lösung soll nicht mit Haut oder Schleimhäuten in Berührung kommen.

Wenn Sie eine größere Menge von Ebetrexat 10 mg/ml erhalten haben, als Sie sollten Zur Neutralisation toxischer Nebenwirkungen von Methotrexat steht Calciumfolinat als spezifisches Antidot zur Verfügung.
Es werden 7,5-15 mg Calciumfolinat oral gegeben, bei Störungen im Bereich des MagenDarm-Traktes muss auf parenterale Gabe übergegangen werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Methotrexat Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser
Gebrauchsinformation angegeben sind.

Die im Folgenden aufgelisteten Nebenwirkungen wurden hauptsächlich bei höheren Dosierungen im Rahmen der Zytostatikatherapie beobachtet. Sie sind jedoch bei der niedrigen Dosis bei den Anwendungsgebieten Psoriasis und Autoimmunerkrankung nicht auszuschließen, aber entsprechend seltener und von geringerer Ausprägung.

Sehr häufig:

  • Primäre Knochenmarkdepression (mit einem Maximum 7-10 Tage nach i.v.-Kurzinfusion oder Bolus, Regeneration etwa eine Woche später). Eine ausgeprägte Hämatotoxizität führt zu einem passageren hypo- bis aplastischen Zustandsbild mit Leukopenie und Thrombozytopenie.
  • Veränderungen im Verdauungstrakt treten etwa 2-7 Tage nach einer hochdosierten Methotrexat-Therapie mit Rötung und/oder Ulcerationen im Bereich der Mundhöhle, des Rachens und Gastrointestinaltraktes (Mukositis) auf.
  • Abfall der Kreatininclearance

Häufig:

  • Anämie
  • Es können Appetitlosigkeit, Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen sowie Durchfall auftreten.
  • Akute Neurotoxizität (innerhalb 24 Stunden) mit Benommenheit, Lethargie, Verwirrtheit, Somnolenz
  • Erytheme, Exantheme, Juckreiz

Gelegentlich:

  • Oligurie, Anurie, Elektrolytstörungen können aufgrund einer Präzipitation des Methotrexats bzw. seiner Metaboliten oder metabolischen Störungen der Tubuluszellen auftreten. Zystitis, Blasenschleimhaut-Ulcerationen mit Hämaturie sind erste Anzeichen einer Nephrotoxizität.
  • vor allem bei der hochdosierten Methotrexat-Therapie transiente Erhöhung der Serumtransaminasen, alkalischen Phosphatase
  • Krämpfe
  • Photosensibilität, Alopezien, Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom, ausgeprägte herpetiforme Hauteruptionen, Pigmentveränderungen
  • als schwere toxische Erscheinung: Vaskulitis, Herpes Zoster.
  • allergische Erscheinungen (bis zum anaphylaktischen Schock), Fieber, Schüttelfrost, verminderte Infektresistenz, Immunsuppression
  • Osteoporose

Selten:

  • Hyperurikämie
  • Hyperbilirubinämien. Bei einer Langzeittherapie können eine akute Leberdystrophie, pe-riportale Fibrose, Leberverfettung und Cirrhose auftreten. Bei intermittierender Stoßtherapie mit anschließendem Calciumfolinat-Rescue scheinen diese letztgenannten Nebenwirkungen nicht aufzutreten.
  • Methotrexat-Pneumonitis (Granulome und Infiltrate) und Lungenfibrosen. Erste Symptome sind Husten, Tachypnoe und Dyspnoe.
  • Subakute Neurotoxizität (nach 9-13 Tagen) mit schlaganfallähnlichen Episoden mit Aphasie, Hemiparese, Paraplegie und Krampfanfällen bei wenigen Patienten (meist erst nach mehreren Therapiezyklen, sind meist aber völlig reversibel).
  • Verzögerte Neurotoxizität (nach Monaten bis Jahren nach der Methotrexat-Gabe) in Form einer Enzephalopathie (Krämpfe, Quadriplegie, Ataxie und Demenz).
  • Akne, Ekchymosen, Zunahme von Rheumaknoten kann vorkommen.

Sehr selten:

  • Hypogammaglobulinämie (bei intermittierender Stoßtherapie)
  • Gastrointestinale Ulcerationen können zu Blutungen, Perforationen, Malabsorption und toxischem Megakolon führen.
  • Störungen der Oogenese und Spermiogenese, vorübergehende Oligospermie, Libidoverlust, Impotenz und Menstruationsstörungen, Fertilitätsstörungen, Abortus, fetale Mißbildungen sind beschrieben worden.
  • Insomnia
  • Furunkulose, Teleangiektasien, Hidradenitis
  • Es wurde über das Auftreten von Lymphomen berichtet, die sich in einigen Fällen nach dem Absetzen der Therapie mit Methotrexat zurückgebildet haben. Eine erhöhte Inzidenz für das Auftreten von Lymphomen bei einer Methotrexatbehandlung konnte in einer neueren Untersuchung nicht festgestellt werden
  • Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus)

Schmerzen im linken Oberbauch können bei der Behandlung mit Methotrexat bei der akuten lymphatischen Leukämie verursacht werden (Entzündungen der Milzkapsel durch Zerstörung der leukämischen Zellen).

Psoriasisläsionen können durch gleichzeitige UV-Bestrahlung verstärkt werden.

Gefahr von Blutungen und Septikämie.

Vor allem bei intrathekaler Methotrexat-Therapie:
Akute Neurotoxizität (innerhalb 12 Stunden) verursacht durch eine akute Arachnoiditis (chemische Meningitis, toxisches Syndrom) mit Kopfschmerzen, Brechreiz, Erbrechen, Meningismus. Die Symptome klingen meist nach 1-2 Tagen ab, können in seltenen Fällen aber 1 Woche oder länger dauern.
Subakute Neurotoxizitat (innerhalb einiger Tage bis Wochen nach Beginn der Methotrexat-Therapie) infolge einer Myelopathie oder Enzephalopathie mit vorwiegend motorischen Störungen (Paraplegie), die nach Absetzen von Methotrexat meist reversibel sind. Verzögerte Neurotoxizität in Form einer Leukenzephalopathie.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über Raumtemperatur (bis 25ºC) lagern.
Die Stechampullen bzw. Ampullen im Umkarton aufbewahren ,um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.


Bewertungen «Ebetrexat 10 mg/ml - parenterale Lösung»