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«Eferox®»

Eferox®


Wie wirkt der Inhaltsstoff?

Eferox® enthält synthetisches Levothyroxin (L-Thyroxin) und wird vor allem bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) verabreicht.

Die Schilddrüse produziert normalerweise verschiedene Hormone wie beispielsweise Thyroxin (T4). Sie werden für zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt, etwa für Körperwachstum sowie den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden zu wenig oder gar keine Schilddrüsenhormone gebildet. Diese müssen daher von außen zugeführt werden. Häufig verordnet wird dabei synthetisches Levothyroxin. Es hat die gleiche Wirkung wie Thyroxin (T4) und wird im Körper teilweise in ein weiteres Schilddrüsenhormon (T3) umgewandelt.Weiterlesen:Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • nach einer Kropf-Operation zur Vorbeugung einer erneuten Kropfbildung, wenn die Schilddrüsenfunktion normal ist
  • bei einer gutartigen Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf), wenn die Organfunktion normal ist
  • als Begleittherapie bei Patienten mit einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), bei denen durch schilddrüsenhemmende Medikamente eine normale Organfunktion erzielt wurde
Zusätzliches Anwendungsgebiet für Eferox® 75/100/125/150:
  • bei einem bösartigen Schilddrüsentumor, vor allem nach operativer Entfernung der Schilddrüse

Darreichungsform

Tabletten, die in unterschiedlichen Dosierungen erhältlich sind:
  • Eferox® 25 (Tabletten á 25 Mikrogramm Levothyroxin)
  • Eferox® 50
  • Eferox® 75
  • Eferox® 100
  • Eferox® 125
  • Eferox® 150

Warnhinweise!

Vor Beginn einer Schilddrüsenhormontherapie sollten folgende Krankheiten ausgeschlossen bzw. behandelt werden:

  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Herzenge (Angina pectoris)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyseninsuffizienz)
  • Unterfunktion der Nebennierenrinde (Nebennierenrindeninsuffizienz)
  • Schilddrüsenautonomie (dabei machen sich einzelne Teile der Schilddrüse selbstständig und entziehen sich der Kontrolle durch die Hirnanhangsdrüse)

Außerdem gelten folgende Warnhinweise:

  • Bei Koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche sowie Herzrhythmusstörungen mit beschleunigtem (tachykardem) Herzschlag muss vermieden werden, dass es durch die Medikamenteneinnahme zu einer Überfunktion der Schilddrüse kommt. Auch eine leichte Hyperthyreose gilt es in diesen Fällen unbedingt zu verhindern. Bei Patienten mit den genannten Herzerkrankungen sollten daher die Schilddrüsenhormonwerte häufiger kontrolliert werden.
  • Bei sekundärer Hypothyreose ist nicht die Schilddrüse selbst gestört, sondern die Hirnanhangsdrüse schüttet zu wenig Hormone aus, die die Funktion der Schilddrüse anregen. Bei betroffenen Patienten muss geklärt werden, ob zusätzlich eine Unterfunktion der Nebennierenrinden vorliegt. Ist dies der Fall, muss diese zunächst medikamentös behandelt werden (mit Hydrocortison).
  • Bei Frauen nach den Wechseljahren, die aufgrund einer Hypothyreose Levothyroxin einnehmen und ein erhöhtes Osteoporose-Risiko aufweisen, sollte die Schilddrüsenfunktion häufiger kontrolliert werden.

Wann ist das Medikament nicht für Sie geeignet (Gegenanzeigen)?

  • Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile des Medikaments
  • unbehandelte Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)
  • unbehandelte Unterfunktion der Nebennieren (adrenale Insuffizienz)
  • unbehandelte Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse (hypophysäre Insuffizienz)
  • akuter Herzinfarkt
  • akute Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • akute Herzwandentzündung (Pankarditis)
  • Bei Schwangeren mit einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) darf keine Kombinationstherapie mit Levothyroxin und sogenannten Thyreostatika (hemmen die Aktivität der Schilddrüse) durchgeführt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Levothyroxin darf auch in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden. Es sind keine Risiken für das Ungeborene bzw. den gestillten Säugling bekannt.
  • Während der Schwangerschaft kann bei Frauen mit Schilddrüsenunterfunktion der Bedarf an Levothyroxin östrogenbedingt ansteigen. Die Schilddrüsenfunktion sollte daher sowohl während als auch nach einer Schwangerschaft kontrolliert werden, damit die Dosierung des Medikaments eventuell angepasst werden kann.
  • Während einer Schwangerschaft darf Levothyroxin nicht als Begleittherapie zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion angewendet werden, wenn die Frau bereits Thyreostatika einnimmt.

Nebenwirkungen

Aufgelistet sind die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen. Sie können auftreten, müssen aber nicht, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente anspricht.

Manchmal reagieren Menschen allergisch auf Medikamente. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion verspüren, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.

Bei sachgemäßer Anwendung und Kontrolle der Laborwerte sind Nebenwirkungen durch Eferox® nicht zu erwarten.

Wenn die verordnete Dosis nicht vertragen wird oder eine Überdosierung vorliegt, können Symptome auftreten, wie sie auch bei einer Überfunktion der Schilddrüse vorkommen. Dazu zählen zum Beispiel Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Zittern, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, verstärktes Schwitzen, Hitzegefühl, Fieber, Gewichtsabnahme, Erbrechen, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Menstruationsstörungen oder Durchfall. In diesem Fall sollte die Tagesdosis reduziert oder die Medikamenteneinnahme für mehrere Tage unterbrochen werden. Sobald die Nebenwirkungen verschwunden sind, kann die Behandlung unter vorsichtiger Dosierung wieder aufgenommen werden.

    Wechselwirkungen

    • Colestyramin und Colestipol (Lipidsenker; gegen erhöhte Blutfettwerte) hemmen die Aufnahme von Levothyroxin und sollten daher erst vier bis fünf Stunden nach der Einnahme von Eferox® verabreicht werden.
    • Auch aluminiumhaltige, die Magensäure bindende Antazida sowie Calciumcarbonat (bei Kalziummangel, Osteoporose) und eisenhaltige Arzneimittel können die Aufnahme von Levothyroxin behindern. Sie sollten daher frühstens zwei Stunden nach der Einnahme von Eferox® eingenommen werden.
    • Levothyroxin wird im Körper teilweise in eine anderes Schilddrüsenhormon, Liothyronin (T3), überführt. Folgende Wirkstoffe können diese Umwandlung blockieren: Propylthiouracil (ein Thyreostatikum; bei Schilddrüsenüberfunktion), Glukokortikoide (z.B. gegen Asthma, Multiple Sklerose, Rheuma), Beta-Blocker (z.B. gegen Bluthochdruck), jodhaltige Kontrastmittel.
    • Amiodaron (gegen Herzrhythmusstörungen) kann aufgrund seines hohen Jodgehalts sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse auslösen. Besondere Vorsicht ist geboten bei einem knotenhaltige Kropf (nodöse Struma) mit möglicherweise unbekannter Autonomie (Verselbstständigung von Teilen der Schilddrüsen, die dann nicht mehr der Kontrolle durch die Hirnanhangsdrüse unterworfen sind).
    • Eine schnelle Injektion von Phenytoin (gegen Epilepsie) in die Vene kann den Blutspiegel von freiem Levothyroxin (T4) und Liothyronin (T3) erhöhen und in Einzelfällen die Entstehung von Herzrhythmusstörungen begünstigen.
    • Folgende Wirkstoffe können ebenfalls den Levothyroxin-Spiegel im Blut erhöhen: Salicylate (entzündungshemmend, fiebersenkend), Dicumarol (Gerinnungshemmer), Clofibrat (Lipidsenker; gegen erhöhte Blutfettwerte), hohe Dosen des Entwässerungsmittels Furosemid (250 mg) und andere.
    • Sertralin (Antidepressivum) und Chloroquin/Proguanil (zur Vorbeugung und Behandlung von Malaria) vermindern die Wirksamkeit von Levothyroxin.
    • Barbiturate (Schlafmittel) und andere Arzenimittel mit Wirkstoffen, die die Funktion der Leberenzyme anregen, können den Abbau von Levothyroxin in der Leber beschleunigen.
    • Während der Einnahme östrogenhaltiger Verhütungsmittel oder während einer Hormonersatztherapie in den Wechseljahren kann der Bedarf an Levothyroxin ansteigen.
    • Sojaprodukte können die Aufnahme von Levothyroxin im Verdauungstrakt vermindern. Insbesondere zu Beginn und nach Beendigung einer sojahaltigen Ernährung kann daher eine Dosisanpassung von Eferox® notwendig sein.
    • Levothyroxin kann die blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika reduzieren. Bei Diabetikern ist daher vor allem zu Beginn einer Schilddrüsenhormontherapie der Blutzuckerspiegel regelmäßig zu kontrollieren, damit die Dosierung der Antidiabetika eventuell angepasst werden kann.
    • Levothyroxin kann die Wirkung von Cumarinderivaten (Gerinnungshemmer) verstärken. Bei gleichzeitiger Einnahme sollte die Blutgerinnung daher regelmäßig kontrolliert werden, um eventuell die Dosierung des Gerinnungshemmers zu reduzieren.

    Bewertungen «Eferox®»