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«Fentanyl "1A Pharma" 50 µg/h - Depotpflaster»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Fentanyl 1A Pharma gehört zur Gruppe der stark wirksamen morphinähnlichen Schmerzmittel (Opiate).

Fentanyl 1A Pharma – Depotpflaster ist zur Behandlung von schweren langanhaltenden Schmerzen, die mit schwächer wirksamen Schmerzmitteln nicht mehr ausreichend behandelt werden können, geeignet.

Hinweis für den Arzt:In den durchgeführten Studien war eine Zusatzmedikation mit schnellfreisetzenden morphinhaltigen Arzneimitteln bei fast allen Patienten zur Behandlung von Schmerzspitzen erforderlich.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Fentanyl 1A Pharma darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Fentanyl, einen der sonstigen Bestandteile oder den Kleber von Fentanyl 1A Pharma – Depotpflaster sind.
  • wenn Sie nur kurzzeitige Schmerzen haben, z.B. nach einem operativen Eingriff
  • wenn Ihr zentrales Nervensystem schwer beeinträchtigt ist
  • bei gleichzeitiger Anwendung von Monoaminooxidase (MAO)-Hemmern (Mittel gegen Depressionen) oder innerhalb von 14 Tagen nach Beendigung einer Behandlung mit MAO-Hemmern
  • bei einem langsamen unregelmäßigen Herzschlag (Bradyarrhythmie)
  • bei erblichem Enzymdefekt mit gestörter „Porphyrin-Synthese“ in der Leber (akute hepatische Porphyrie)
  • um den Geburtszeitpunkt und bei der Geburt

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Fentanyl 1A Pharma ist erforderlich

WARNHINWEIS:
Fentanyl 1A Pharma ist ein Arzneimittel, das für Kinder lebensbedrohlich sein kann. Das trifft auch auf benutzte transdermale Pflaster zu. Bedenken Sie, dass das Aussehen des Arzneimittels für ein Kind verlockend sein könnte.
Fentanyl 1A Pharma kann lebensbedrohliche Nebenwirkungen bei Personen haben, die verschriebene opioidhaltige Arzneimittel nicht regelmäßig anwenden.

Sowohl unbenützte als auch benützte Fentanyl 1A Pharma Depotpflaster sollen außer Reich- und Sichtweite von Kindern aufbewahrt werden!

Die häufigsten Nebenwirkungen nach Verabreichung üblicher Dosen sind Schläfrigkeit, Verwirrungszustände, Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung. Die erstgenannten sind vorübergehend und die Ursache sollte untersucht werden, falls die Beschwerden anhalten. Verstopfung hingegen hält während der Behandlung an. All diese Effekte sind vorhersehbar und sollten daher berücksichtigt werden um die Behandlung zu optimieren, insbesondere die Verstopfung. Oft sind Abhilfemaßnahmen erforderlich (siehe Abschnitt „4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Bevor Sie mit der Anwendung von Fentanyl 1A Pharma beginnen, müssen Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie an einer der unten angegebenen Erkrankungen leiden, denn in diesen Fällen ist das Risiko von Nebenwirkungen höher und/oder Ihr Arzt muss Ihnen möglicherweise eine niedrigere Fentanyl-Dosis verschreiben.

  • Asthma, Atemdepression oder eine Lungenerkrankung
  • niedriger Blutdruck
  • beeinträchtigte Leberfunktion
  • beeinträchtigte Nierenfunktion
  • wenn Sie eine Kopfverletzung, einen Gehirntumor, Anzeichen eines erhöhten intrakraniellen Drucks (z.B. Kopfschmerzen, Sehstörungen), Veränderungen Ihres Bewusstseins, einen Verlust des Bewusstseins hatten oder im Koma lagen
  • wenn Sie an einer Erkrankung leiden, die zu Ermüdung und Schwäche der Muskeln führt (Myasthenia gravis)
  • Schilddrüsenunterfunktion, Nebennierenrindenstörung oder Prostatavergrößerung

Kommt es unter der Behandlung mit Fentanyl 1A Pharma zu einer verminderten Atmung, so muss das Depotpflaster sofort entfernt und der Patient wachgehalten und zum Atmen angeregt werden, bis ärztliche Hilfe eingetroffen ist.

Eine erhöhte Körpertemperatur kann dazu führen, dass zu viel Wirkstoff durch die Haut gelangt. Deshalb

  • informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie während der Behandlung Fieber bekommen
  • vermeiden Sie, das Pflaster auf der Haut direkter Hitze, wie elektrischen Wärmedecken, Wärmflaschen, Heizlampen, intensiver Sonnenbestrahlung, Sauna, Solarium oder heißen Bädern auszusetzen
  • Es ist erlaubt sich in der Sonne aufzuhalten, Sie müssen das Pflaster jedoch an heißen Sommertagen mit Kleidung schützen
  • Entfernen Sie das Pflaster vor einem Saunabad. Ein Saunabad ist nur möglich, wenn das transdermale Pflaster gewechselt wird. Ein neues Pflaster sollte an einer kühlen trockenen Hautstelle aufgeklebt werden.

Fentanyl 1A Pharma ist aufgrund seiner chemischen Struktur und seiner morphinähnlichen Eigenschaften ein Suchtgift. Gewöhnung (Nachlassen der Schmerzlinderung), körperliche und seelische Abhängigkeit können sich daher bei wiederholter Anwendung von Fentanyl 1A Pharma entwickeln, was jedoch bei Schmerzbehandlung in Zusammenhang mit Krebserkrankungen selten der Fall ist.

Die Anwendung des Arzneimittels Fentanyl 1A Pharma 50 Mikrogramm/h – Depotpflaster kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Wenn Sie schon älter oder in einer sehr schlechten körperlichen Verfassung (Kachexie) sind, wird Ihr Arzt Sie besonders sorgfältig überwachen, weil es notwendig sein kann, Ihnen eine niedrigere Dosis zu verschreiben.

Da Fentanyl (der Wirkstoff von Fentanyl 1A Pharma) in die Muttermilch übergeht, soll während der Behandlung mit Fentanyl Pflaster abgestillt werden (siehe auch Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit).

Das Depotpflaster darf nicht geteilt, zerschnitten oder auf andere Weise beschädigt werden, da dies zu einer unkontrollierten Abgabe von dem Wirkstoff, Fentanyl, führt und keine Informationen über Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit derartig zerteilter Pfaster vorliegen.

Bei Anwendung von Fentanyl 1A Pharma mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel anwenden, die sich auf die Funktion des Gehirns auswirken, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass bei Ihnen Nebenwirkungen auftreten, insbesondere Probleme beim Atmen. Dies gilt beispielsweise für:

  • Arzneimittel zur Behandlung von Angst (Beruhigungsmittel) und Unruhe (Tranquilizer)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (Antidepressiva)
  • Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Störungen (Neuroleptika)
  • Narkotika: Wenn bei Ihnen ein ärztlicher oder zahnärztlicher Eingriff mit Betäubung/Narkose durchgeführt werden soll, informieren Sie den Arzt oder Zahnarzt, dass Sie Fentanyl 1A Pharma anwenden.
  • Arzneimittel zur Behandlung von Schlafstörungen (Schlafmittel, Beruhigungsmittel)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Allergien oder Reisekrankheit (Antihistaminika/Antiemetika)
  • sonstige starke Schmerzmittel (Opioide)
  • muskelentspannende Arzneimittel
  • Alkohol

Sie dürfen die im Folgenden aufgelisteten Arzneimittel nur unter engmaschiger ärztlicher Überwachung zusammen mit Fentanyl 1A Pharma anwenden.
Diese Arzneimittel können die Wirkungen und Nebenwirkungen von Fentanyl 1A Pharma verstärken. Dies gilt beispielsweise für:

  • Ritonavir, Nelfinavir (zur Behandlung von AIDS)
  • Ketoconazol, Itraconazol (zur Behandlung von Pilzinfektionen)
  • Diltiazem, Verapamil, Amiodaron (zur Behandlung von Herzkrankheiten)
  • Cimetidin (zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen)
  • Bestimmte Makrolidantibiotika (zur Behandlung von Infektionen, z.B. Erythromycin, Clarithromycin, Troleandomycin)
  • Nefazodon (zur Behandlung von Depression)

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, falls Sie Barbiturate (zur Behandlung von Schlafstörungen), Buprenorphin, Nalbuphin oder Pentazocin (andere starke Schmerzmittel) verwenden. Es wird empfohlen diese nicht gleichzeitig mit Fentanyl 1A Pharmaanzuwenden.

Diese Schmerzmittel (Pentazocin, Nalbuphin und Buprenorphin) können bestimmte Wirkungen von Fentanyl 1A Pharma aufheben und bei Opioidabhängigen Entzugserscheinungen auslösen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie sogenannte MAO-Hemmer (z.B. Moclobemid gegen Depressionen oder Selegilin gegen Parkinson-Krankheit) einnehmen oder in den letzten 14 Tagen eingenommen haben. Sie dürfen diese Arzneimittel nicht zusammen mit Fentanyl 1A Pharma anwenden, weil ihre schädlichen Wirkungen (Toxizität) verstärkt werden.

Bei Anwendung von Fentanyl 1A Pharma zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Wenn Sie Fentanyl 1A Pharma verwenden, sollen Sie keinen Alkohol zu sich nehmen. Alkohol kann das Risiko für das Auftreten von Atemproblemen erhöhen. Die Anwendung von Fentanyl 1A Pharma bei gleichzeitigem Konsum alkoholischer Getränke verstärkt das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen und kann zu Atemproblemen, Blutdruckabfall, starker Müdigkeit und Koma führen.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Sie dürfen Fentanyl 1A Pharma während der Wehen oder der Geburt (einschließlich eines Kaiserschnitts) nicht anwenden, da Fentanyl zu Atemproblemen beim Neugeborenen führen kann.
Wenn Sie während der Behandlung mit Fentanyl 1A Pharma schwanger werden, informieren Sie Ihren Arzt. Sie dürfen Fentanyl 1A Pharma nicht anwenden wenn Sie schwanger sind oder stillen, es sei denn, Ihr Arzt hält die Behandlung für unbedingt erforderlich. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Die sichere Anwendung während der Schwangerschaft ist nicht nachgewiesen.

Stillzeit:
Fentanyl geht in die Muttermilch über und kann Nebenwirkungen wie Herabsetzung der Körperfunktionen und des Bewusstseins und Verminderung der Atemfunktion beim Säugling hervorrufen. Die Milch, die während der Behandlung oder innerhalb von 72 Stunden nach dem Entfernen des letzten Pflasters produziert wurde, muss verworfen werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Fentanyl 1A Pharma hat einen großen Einfluss auf die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu lenken oder eine Maschine zu bedienen.
Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeintächtigt wird. Alkohol verstärkt diesen Effekt. Während der Anwendung von Fentanyl 1A Pharma dürfen Sie daher kein Fahrzeug lenken und keine Maschinen bedienen.

Wie wird es angewendet?

Wenden Sie Fentanyl 1A Pharma immer genau nach Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Ihr Arzt entscheidet welche Stärke von Fentanyl 1A Pharma am besten für Sie geeignet ist. Ihr Arzt trifft diese Entscheidung aufgrund der Stärke Ihrer Schmerzen, Ihres Allgemeinzustandes und der Schmerzbehandlung, die Sie bislang erhalten haben. Es kann sein, dass die Stärke des Pflasters oder die Anzahl der Pflaster entsprechend der Wirkung angepasst werden muss. Eine wirksame Behandlung wird innerhalb von 24 Stunden nach dem Aufkleben des ersten Pflasters erreicht und die Wirkungen lassen schrittweise nach dem Entfernen des Pflasters nach. Beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Fentanyl 1A Pharma soll nur unter Aufsicht von in der Schmerzbehandlung erfahrenen Ärzten angewendet werden.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, gilt das genannte Dosisschema.

Fentanyl 1A Pharma 50 Mikrogramm/h-Depotpflaster setzt Fentanyl über 72 Stunden frei (entsprechend einer Freisetzungsrate von 50 Mikrogramm/h, bei einer Absorptionsfläche von 20 cm).

Bei der Dosisfindung zur Behandlung langanhaltender Schmerzzustände muss berücksichtigt werden, welches Schmerzmittel bisher verabreicht wurde. Dessen Dosierung, Wirksamkeit und eventuelle Gewöhnungsentwicklung werden zur Berechnung des Fentanyl-Bedarfs unter Berücksichtigung des aktuellen Allgemeinzustands (einschließlich Körpergröße, -gewicht und Alter), des Krankheitsbildes des Patienten und des Schweregrades der Störung herangezogen.

Die erforderliche Fentanyldosierung wird individuell angepasst und muss regelmäßig nach jeder Verabreichung überprüft werden.

Ersteinstellung bei Patienten ohne vorherige Opiatbehandlung:
Die klinische Erfahrung bezüglich Fentanyl 1A Pharma bei Patienten ohne vorherige Opiatbehandlung ist begrenzt. Die Behandlung wird mit der kleinsten Wirkstärke (Fentanyl 1A Pharma 25 Mikrogramm/h-Depotpflaster) begonnen nach vorheriger Einstellung mit anderen schmerzstillenden Arzneimitteln.
Bei sehr alten oder schwachen Patienten ist es aufgrund ihrer bekannten Empfindlichkeit gegenüber Opioidbehandlungen nicht empfehlenswert, eine Opioidbehandlung mit Fentanyl 1A Pharma zu beginnen. In diesen Fällen sollte die Behandlung vorzugsweise mit niedrigen Dosen von schnellfreisetzendem Morphin begonnen werden und nach Feststellung der optimalen Dosierung Fentanyl 1A Pharma verabreicht werden.

Umstellung von anderen stark wirksamen Opiaten:
Bei einer Medikamentumstellung von Opiaten, die eingenommen oder mittels Injektion verabreicht wurden auf Fentanyl 1A Pharma soll zuerst der 24-Stunden-Bedarf des bisher verabreichten Opiats errechnet werden.

Die genaue Berechnung der Dosis muss Ihr Arzt vornehmen.

Die Wirkung des ersten Pflasters setzt langsam ein; es kann einen ganzen Tag dauern, bis die volle Wirkung erreicht ist.
Deshalb wird Ihnen Ihr Arzt möglicherweise in den ersten 12 Stunden nach dem Wechsel zu Fentanyl 1A Pharma – Depotpflaster, das Ihnen bis dahin verabreichte Schmerzmittel in der bisherigen Dosis geben, in den nächsten 12 Stunden dann bedarfsorientiert, um die Zeit bis zum vollen Wirkungseintritt Ihres Fentanyl-Pflasters zu überbrücken. Danach sollte Fentanyl 1A Pharma die Schmerzen dauernd lindern und Sie sollten diese zusätzlichen Schmerzmittel nicht mehr benötigen.

Sowohl bei Ersteinstellung als auch bei Umstellung von anderen Opioiden kann die Berechnung des maximalen schmerzstillenden Effektes von Fentanyl 1A Pharmaerst nach 24-stündiger Verwendung des Pflasters durchgeführt werden. Dies ist aufgrund des allmählichen Anstieges der Fentanylkonzentration im Serum innerhalb von 24 Std. nach Erstanwendung notwendig.
Eine vorhergehende schmerzstillende Behandlung soll daher nach Erstanwendung nur allmählich ausgeschlichen werden, bis die schmerzstillende Wirksamkeit von Fentanyl 1A Pharma erreicht wird.
Danach ist nur bei Bedarf (z.B. beim Auftreten starker Schmerzen) zusätzlich zu Fentanyl 1A Pharma z.B. Morphin oder ein anderes kurz wirksames Opiat zu verabreichen. Eine notwendige Dosiserhöhung von Fentanyl (höher dosiertes oder zusätzliches Depotpflaster) ist ohne weiteres möglich, sollte jedoch nur jeweils 72 Stunden nach der Anwendung von Fentanyl 1A Pharma von Ihrem Arzt vorgenommen werden, um einer unbemerkten Anhäufung des Wirkstoffes vorzubeugen. Die Dosiseinstellung sollte im Allgemeinen in 25 Mikrogramm/h-Schritten erfolgen.

Beendigung der Fentanyl 1A Pharma - Behandlung:
Bei einer Anwendung über einen längeren Zeitraum muss damit gerechnet werden, dass infolge abrupter Beendigung der Behandlung oder plötzlicher Dosisreduzierung Entzugserscheinungen auftreten können. In diesen Fällen, wenn die Behandlung beendet werden soll, muss Fentanyl 1A Pharma langsam abgesetzt werden, um das Auftreten von Entzugserscheinungen zu verhindern. Soll von der Behandlung mit Fentanyl 1A Pharma auf ein anderes stark wirksames Schmerzmittel umgestellt werden, wird dieses von Ihrem Arzt nach Abnahme des Depotpflasters in einer geringeren Dosierung eingesetzt; anhand der Schmerzbeurteilung durch den Patienten wird die Dosis dann entsprechend angepasst.

Hinweise: Da die höchsten Plasmaspiegel nach 8–16 Stunden erreicht werden, soll die Umstellung auf Fentanyl 1A Pharma in den frühen Morgenstunden erfolgen, um eine möglichst lange Beobachtung tagsüber zu ermöglichen.

Grundsätzlich soll die kleinste ausreichend schmerzstillend wirksame Dosis gewählt werden. Patienten, die auf eine wirksame Dosis eingestellt worden sind, dürfen nicht ohne genaue Aufklärung, Wiedereinstellung und klinische Beobachtung von einem auf ein anderes Fentanylpräparat oder andere Opioid-hältige Pflaster umgestellt werden, da sonst eine Aufhebung des Schmerzes nicht gewährleistet werden kann bzw. vermehrt Nebenwirkungen auftreten können.

Anwendung bei Patienten mit Leber- oder Nierenschädigung
Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sollten sorgfältig überwacht werden, falls erforderlich muss die Dosis reduziert werden.

Anwendung bei älteren oder geschwächten Patienten
Bei älteren, geschwächten sowie Patienten mit geringem Körpergewicht soll eine sorgfältige Beobachtung und ebenso wie bei den unter "Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Fentanyl 1A Pharma ist erforderlich" aufgeführten Fällen eine entsprechende Dosisreduzierung durchgeführt werden.

Kinder und Jugendliche
Dieses Arzneimittel ist nicht für Kinder und Jugendliche vorgesehen.

Art der Anwendung
Direkt nach der Entnahme aus der Verpackung und dem Entfernen der Schutzfolie wird das Pflaster auf ein unbehaartes oder von Haaren befreites (die Haare mit Schere entfernen, nicht rasieren, da Rasieren die Haut reizen kann) und unverletztes Hautareal im Bereich des Oberkörpers (Brust, Rücken, Oberarm) aufgeklebt.
Vermeiden Sie es, die haftende Seite des Pflasters zu berühren.

Vor dem Aufkleben soll die Haut vorsichtig mit warmem Wasser (keine Reinigungsmittel verwenden!) gereinigt und gut abgetrocknet werden. Auf die für das Aufkleben des Pflasters ausgewählte Hautstelle dürfen keine Cremen, Öle, Lotionen oder Puder aufgetragen werden, um das Kleben des Pflasters nicht zu beeinträchtigen. Das Depotpflaster wird dann mit leichtem Druck der flachen Hand (ca. 30 Sekunden lang) aufgeklebt.
Das Depotpflaster darf nicht geteilt, zerschnitten oder auf andere Weise beschädigt werden, da hierfür keine Daten vorliegen.
Es soll darauf geachtet werden, dass die zu beklebende Stelle nicht kürzlich bestrahlt wurde oder Hautreizungen aufweist.
Da das Depotpflaster nach außen hin durch eine wasserdichte Abdeckfolie geschützt wird, kann es auch beim Baden und Duschen getragen werden.

Dauer der Anwendung:
Ein Pflasterwechsel soll nach 72 Stunden erfolgen. Falls im Einzelfall erforderlich, darf nicht eher als nach 48 Stunden gewechselt werden, da sonst mit einem Anstieg der mittleren Fentanylkonzentration gerechnet werden muss. Es muss jeweils eine neue Hautstelle zum Bekleben gewählt werden. Eine schon genutzte Hautstelle kann erst nach 7 Tagen nach Entfernen des Pflasters wieder beklebt werden. Der schmerzstillende Effekt kann nach Entfernung des Pflasters für einige Zeit bestehen bleiben.
Wenn sich nach Abziehen des Pflasters eventuell Rückstände auf der Haut befinden, können diese mit reichlich Wasser und Seife entfernt werden. Die Reinigung darf keinesfalls mit Alkohol oder anderen Lösungsmitteln durchgeführt werden, da diese – bedingt durch die Membranpflasterwirkung – durch die Haut durchdringen könnten.
Benützte Pflaster sollen mit der klebenden Seite nach innen zusammengefaltet und kindersicher entsorgt oder wenn möglich, in die Apotheke zurückgebracht werden. Unbenutzte Pflaster sollen in die Apotheke zurückgebracht werden.

Sonstige Hinweise:
Fentanyl 1A Pharma Pflaster dürfen ausschließlich auf der Haut der Person zur Anwendung kommen, für die es ärztlicherseits bestimmt ist. In einer kleinen Zahl von Fällen haftete das Pflaster nach engerem Körperkontakt auf der Haut einer anderen Person. In einem solchen Fall sollte das Pflaster sofort entfernt werden. Nach dem Aufkleben bzw. dem Entfernen des Pflasters bitte die Hände waschen.

Wenn Sie eine größere Menge von Fentanyl 1A Pharma angewendet haben, als Sie sollten
Wenn Sie mehr Pflaster aufgeklebt haben als verschrieben, entfernen Sie sofort die Pflaster und informieren Sie Ihren Arzt oder Ihr Krankenhaus und fragen Sie nach deren Meinung über die Gefahr.

Das häufigste Anzeichen einer Überdosierung ist verminderte Fähigkeit zu atmen. Die Symptome sind, dass die Person ungewöhnlich langsam oder schwach atmet. Wenn das auftritt, entfernen Sie das Pflaster und informieren Sie umgehend einen Arzt. Halten Sie die Person durch Sprechen oder gelegentliches Rütteln wach, während Sie auf den Arzt warten.

Andere Anzeichen und Symptome einer Überdosierung sind Benommenheit, niedrige Körpertemperatur und/oder feucht-kalte Haut, langsame Herztätigkeit, Blutdruckabfall, herabgesetzter Muskeltonus, starke Müdigkeit, Verlust der Bewegungskoordination, Verkleinerung der Pupillen und Krämpfe.

Weitere Informationen für Ihren Arzt und anderes medizinisches Fachpersonal enthält der entsprechende Abschnitt am Ende der Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Anwendung von Fentanyl 1A Pharma vergessen haben
Sie dürfen unter keinen Umständen die doppelte Dosis verwenden.

Falls von Ihrem Arzt nicht anders angeordnet, sollten Sie Ihr Pflaster alle drei Tage (alle 72 Stunden) zur gleichen Tageszeit wechseln. Wenn Sie vergessen haben Ihr Pflaster zu wechseln, dann wechseln Sie es, sobald Sie sich daran erinnern. Wenn es schon viel zu spät ist, Ihr Pflaster zu wechseln, informieren Sie Ihren Arzt, da Sie möglicherweise zusätzliche Schmerzmittel benötigen.

Wenn Sie die Anwendung von Fentanyl 1A Pharma abbrechen
Falls Sie die Behandlung unterbrechen oder beenden möchten, sollten Sie immer mit Ihrem Arzt über die Gründe der Beendigung und über Ihre weitere Behandlung sprechen.

Eine Langzeitanwendung von Fentanyl 1A Pharma kann zu einer körperlichen Abhängigkeit führen. Wenn Sie aufhören die Pflaster anzuwenden, können Sie sich unwohl fühlen. Da das Risiko von Entzugserscheinungen größer ist wenn die Behandlung plötzlich gestoppt wird, sollten Sie niemals selbständig die Anwendung von Fentanyl 1A Pharma beenden, sondern immer zuerst Ihren Arzt konsultieren.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Fentanyl 1A Pharma Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Die Häufigkeit (Wahrscheinlichkeit des Auftretens) von Nebenwirkungen wird wie folgt eingestuft:

Die schwerwiegendste Nebenwirkung von Fentanyl ist die verminderte Fähigkeit zu atmen.

Erkrankungen des Nervensystems
Sehr häufig: Kopfschmerzen, Schwindel
Häufig: verminderte Empfindlichkeit für Berührungsreize, unwillkürliche Muskelzuckungen Gelegentlich: Zittern, Empfindungsstörungen, Sprachstörungen
Sehr selten: Koordinationsstörungen, nicht-epileptische Muskelkrämpfe, Krampfanfälle

Augenerkrankungen
Häufig: Bindehautentzündung
Selten: eingeschränkte Sehschärfe

Psychiatrische Erkrankungen
Sehr häufig: Schläfrigkeit
Häufig: starke Müdigkeit, Verwirrtheit, Depressionen, Angstzustände, Sinnestäuschungen, Nervosität, Appetitlosigkeit
Gelegentlich: Euphorie, Gedächtnisstörungen, Schlaflosigkeit, Unruhe

Sehr selten: Wahnideen, Erregungszustände, schnelle Ermüdbarkeit, Störung der Sexualfunktion, Verwirrtheitszustände, Entzugserscheinungen

Herzerkrankungen
Häufig: verstärktes Herzklopfen
Gelegentlich: Anstieg des Blutdruckes, Blutdruckabfall, Abfall oder Anstieg des Herzschlags Selten: Herzrhythmusstörungen, Erweiterung der Blutgefäße

Erkrankungen der Atemwege und des Brustraums
Häufig: Gähnen, Schnupfen
Gelegentlich: Atmungsstörungen, oberflächliche, verlangsamte Atmung
Sehr selten: stark verringerte Atemtätigkeit, Atemnot, Atemstillstand, eingeschränkte Atmung Bluthusten, Lungenstauung und Entzündung der Rachenschleimhaut

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung
Häufig: Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen
Gelegentlich: Durchfall
Selten: Schluckauf
Sehr selten: schmerzhafte Blähungen, Darmverschluss

Überempfindlichkeitsreaktionen
Sehr selten: allergische Reaktionen, allergischer Schock, Stimmritzenkrampf

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Juckreiz, vermehrtes Schwitzen
Gelegentlich: Hautausschlag, entzündliche Rötung der Haut

Ausschlag, Rötungen und Juckreiz verschwinden normalerweise innerhalb von einem Tag nach Entfernen des Pflasters.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Häufig: Harnwegsinfektion
Gelegentlich: Harnverhalten
Sehr selten: Harnblasenschmerzen, verminderte Harnausscheidung

Andere Nebenwirkungen
Häufigkeit unbekannt: Während der Anwendung von Fentanyl 1A Pharma können über einen längeren Zeitraum Gewöhnung (Nachlassen der Schmerzlinderung), körperliche und seelische Abhängigkeit auftreten. Bei Umstellung von anderen stark wirksamen schmerzstillenden Medikamenten auf Fentanyl 1A Pharma oder bei abruptem Abbruch der Behandlung kann es zu Entzugserscheinungen, wie z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Angstzuständen und Schüttelfrost, kommen.
Ein langsames Reduzieren der Dosis kann die Schwere der Entzugserscheinungen verringern.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht im Kühlschrank lagern.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Verpackung nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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