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«Gardasil® Injektionssuspension»

Wie wirkt der Inhaltsstoff?

Der Impfstoff kann vor bestimmten Erkrankungen schützen, die durch das humane Papillomavirus (HPV) hervorgerufen werden. Es existieren zahlreiche Typen von HP-Viren. Einige davon können Genitalwarzen (Feigwarzen, Condylomata acuminata), Zellveränderungen der weiblichen Geschlechtsorgane (Vulvadysplasie) und sogar Gebärmutterhalskrebs auslösen. Die Impfung schützt vor Infektionen mit diesen HP-Virustypen. Das Präparat enthält virusähnliche Eiweiße. Der Körper erkennt sie als Fremdstoff und bildet Abwehrstoffe (Antikörper) dagegen. Infiziert man sich später mit den echten Viren, werden sie von diesen Antikörpern abgefangen. Die Erkrankung kann dann nicht mehr ausbrechen.Weiterlesen:Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete

Die Impfung dient zur Vorbeugung von:

  • Vorstufen bösartiger (maligner) Zellveränderungen im Genitalbereich (Gebärmutterhals, Vulva = äußere Teil der Scheide, Vagina = innerer Teil der Scheide) sowie Gebärmutterhalskrebs, die durch bestimmte krebserregende Typen von HP-Viren verursacht werden
  • äußeren Genitalwarzen (Condylomata acuminata), die dirch spezifische HPV-Typen verursacht werden

Der Impfstoff enthält Eiweiße der HP-Virustypen 6, 11, 16 und 18. HPV 16 und 18 sind für etwa siebzig Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. HPV 6 und 11 lösen bis zu 90 Prozent aller Genitalwarzen bei Frauen und Männern aus.

    Der Impfstoff darf ab einem Alter von neun Jahren verabreicht werden.

    Warnhinweise

    • Wie jede Impfung schützt auch Gardasil® möglicherweise nicht alle geimpften Personen. Der Impfstoff beugt nur Erkrankungen vor, die durch die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 (sowie bestimmten nahe verwandten Typen) verursacht werden. Er schützt auch nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Daher sollten geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten beibehalten werden.
    • Gardasil® wirkt nur vorbeugend, nicht aber bei einer bereits bestehenden HPV-Infektion.
    • Die Impfung ist kein Ersatz für Routineuntersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Da kein Impfstoff zu 100 % wirksam ist und Gardasil® weder vor sämtlichen HPV-Typen schützt noch bei bestehender HPV-Infektion wirksam ist, sind solche Früherkennungsuntersuchungen weiterhin wichtig.
    • Zur Anwendung von Gardasil® bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung oder wegen der Anwendung immunsuppressiver Medikamente) liegen keine Daten vor. Die Impfung könnte bei solchen Patienten möglicherweise nicht anschlagen.
    • Vorsicht bei Anwendung an Menschen mit einer Blutgerinnungsstörung (die Injektion des Impfstoffs in den Muskel könnte eine Blutung verursachen).
    • Derzeit ist nicht bekannt, wie lange die Schutzwirkung von Gardasil® anhält. In Studien konnte eine Wirkung über einen Zeitraum von 4,5 Jahren nach Verabreichung der vorgesehenen drei Impfdosen nachgewiesen werden.

    Wann ist das Medikament nicht für Sie geeignet (Gegenanzeigen)?

    • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile (wer nach der Gabe der 1. Impfdosis Symptome einer Überempfindlichkeit entwickelt, sollte keine weitere Dosis Gardasil® erhalten)
    • akute, behandlungsbedürftige, fieberhafte Erkrankung: Die Impfung sollte dann verschoben werden. Bei einer leichten Infektion oder einer leichten Temperaturerhöhung ist die Impfung aber möglich.

    Schwangerschaft und Stillzeit

    • Der Impfsoff sollte nicht in der Schwangerschaft verabreicht werden. Während der Stillzeit ist eine Impfung jedoch möglich.

    Nebenwirkungen

    Aufgelistet sind die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen. Sie können auftreten, müssen aber nicht, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente anspricht.

    Manchmal reagieren Menschen allergisch auf Medikamente. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion verspüren, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.

    • Sehr häufig: Fieber; Rötung, Schmerzen und Schwellung an der Injektionsstelle
    • Häufig: Schmerzen in der Extremität, an der der Impfstoff injiziert wurde; Juckreiz und Bluterguss an der Injektionsstelle;

    Wechselwirkungen

    Eine gleichzeitige Gabe der Hepatitis B-Impfung ist möglich (allerdings an unterschiedlichen Körperstellen).Gardasil® kann auch zeitgleich mit einer Auffrischimpfung gegen Diphtherie (d) und Tetanus (T), auch in Kombination mit Keuchhusten (aP) und/oder Kinderlähmung (IPV): Tdap-, Td-IPV-, Tdap-IPV-Impfstoffe. Auch hier sollten die Impfstoffe an unterschiedlichen Körperstellen injiziert werden.

    Die gleichzeitige Gabe von Gardasil® mit anderen als den oben genannten Impfstoffen wurde nicht untersucht.

    Die Anwendung hormoneller Verhütungsmittel während der Impfperiode beeinflusst die Immunantwort auf den Impfstoff offenbar nicht.


    Bewertungen «Gardasil® Injektionssuspension»