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«Glucosteril 10 %»

Glucosteril 10 %


Was ist es und wofür wird es verwendet?

- für die Glucosezufuhr zur Energiebereitstellung,
- zur Behandlung der Unterzuckerung (Hypoglykämie),
- als Trägerlösung für kompatible Elektrolytkonzentrate und Medikamente.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Glucosteril® 10 % darf nicht angewendet werden
- wenn Sie einen unbehandelten erhöhten Blutzuckerspiegel haben (untherapierte Hyperglykämie)
- bei vermindertem Kaliumgehalt des Blutes (Hypokaliämie) ohne gleichzeitige Elektrolytsubstitution
- bei stoffwechselbedingter Übersäuerung des Blutes (metabolische Acidose)
Die Gabe von Glucosteril® 10 % ist mit der Zufuhr freien Wassers verbunden. Insbesondere, wenn keine begleitende Elektrolytgabe erfolgt, können sich zusätzlich folgende Gegenanzeigen ergeben:
Überwässerung (Hyperhydratation)
Verlust salzreicher Flüssigkeit (hypotone Dehydratation).
Besondere Vorsicht bei Anwendung von Glucosteril® 10 % ist erforderlich
wenn Sie einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) haben
bei erhöhter Serumosmolalität
Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen
Bei der Anwendung von Glucosteril® 10 % ist die Überwachung des Salz-, Wasser- und Säure-Basen-Haushalts erforderlich (Kontrollen des Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Säuren-Basen-Status).
Ihr Blutzuckerspiegel muss regelmäßig kontrolliert werden. Bei starkem Anstieg der Blutglucose sollte die Infusion unterbrochen und Blutzuckerspitzen eventuell mit Insulin therapiert werden.
Auf Grund des Kohlenhydratgehaltes der Lösung ist speziell die regelmäßige Überwachung des Kaliumspiegels angezeigt.
(siehe auch "Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:").
Eine Glucoseintoleranz (Diabetes mellitus, Postaggressionsstoffwechsel) kann unter Glucoseinfusion zu Überzuckerung (Hyperglykämien) bis hin zum hyperosmolaren Koma führen, das eine hohe Letalität aufweist. Je älter der Patient ist und je schwerer die Erkrankung bzw. ein Trauma sind, desto häufiger kommt es im Rahmen des Postaggressionsstoffwechsels [spezielle Stoffwechsellage insbesondere nach Verletzungen oder Operationen] zu einer Glucoseintoleranz, besonders dann, wenn zusätzlich ein bis dahin nicht erkannter Diabetes mellitus vorliegt. Bei bereits bekanntem Diabetes mellitus ist darüber hinaus eine sorgfältige Abstimmung mit der meist erforderlichen Insulintherapie vorzunehmen. Der Einsatz einer Insulintherapie, insbesondere während des Postaggressionsstoffwechsels, beinhaltet die Gefahr schwerwiegender Unterzuckerung (Hypoglykämie), da wegen der bestehenden Regulationsstörung häufig schnell wechselnde Blutglucosekonzentrationen auftreten können. Eine engmaschige Kontrolle der Blutglucosekonzentration ist daher erforderlich.
Bei Anwendung von Glucosteril® 10 % mit anderen Arzneimitteln:
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Glucosehaltige Lösungen dürfen nicht im selben Schlauchsystem mit Blutkonserven verabreicht oder zum Aufschwemmen dieser genutzt werden, da beides zu einer Pseudoagglutination führen kann.
(Zu Inkompatibilitäten siehe auch "Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt".)
Schwangerschaft und Stillzeit
Gegen eine Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit bestehen bei entsprechender Indikation keine Bedenken.
Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise
Kontrollen des Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Säuren-Basen-Status sind erforderlich.
Bei Verabreichung von Glucosteril® 10 % müssen regelmäßige Blutzuckerkontrollen durchgeführt werden.
Auf Grund des Kohlenhydratgehaltes der Lösung ist speziell die regelmäßige Überwachung des Kaliumspiegels angezeigt.
Mischen mit anderen Komponenten
Glucosehaltige Lösungen dürfen nicht im selben Schlauchsystem mit Blutkonserven verabreicht oder zum Aufschwemmen dieser genutzt werden, da beides zu einer Pseudoagglutination führen kann.
Glucosteril® 10 % dürfen nur Arzneimittel zugesetzt werden, deren Kompatibilität dokumentiert wurde.
Bei Zugabe von Arzneimitteln ist auf hygienisch einwandfreies Zuspritzen und gute Durchmischung zu achten.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel unmittelbar verwendet werden, wenn Additive zugesetzt wurden. Falls dieses nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Bedingungen der Aufbewahrung bis zur Anwendung verantwortlich, die normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C dauern soll.
Auf Anfrage können Kompatibilitätsdaten für verschiedene Zusätze sowie die Lagerungszeiten unterschiedlich zusammengesetzter Mischlösungen zur Verfügung gestellt werden.
Anwendungstechnik
Diese konservierungsmittelfreie Lösung ist nur zur einmaligen Entnahme vorgesehen. Die Anwendung muss unmittelbar nach Öffnung des Behältnisses erfolgen. Nicht applizierte Reste sind zu verwerfen.

Wie wird es angewendet?

WIE IST GLUCOSTERIL® 10 % ANZUWENDEN?
Wenden Sie dieses Arzneimittel entsprechend der nachfolgenden Dosierungsempfehlung an.
Bei Anwendung zur Energiebereitstellung:
Die Dosierung richtet sich nach dem Bedarf an Glucose und Flüssigkeit.
Bei Anwendung als Trägerlösung:
Die Dosierung richtet sich nach den Angaben für das in Glucosteril® 10 % gelöste Arzneimittel.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
Erwachsene (Richtwerte):
Maximale Infusionsgeschwindigkeit
ür Glucose ist folgende Dosierungsbeschränkung strikt einzuhalten:
0,25 g Glucose/kg KG/h
2,5 ml Glucosteril® 10 %/kg KG/h
Maximale Tagesdosis:
ür Glucose insgesamt ist die folgende Dosierungsbeschränkung strikt einzuhalten:
6,0 g/kg KG/24 h.
ür Glucosteril® 10 % ergibt sich die maximale Tagesdosis aus der maximalen Flüssigkeitszufuhr. Eine Gesamtflüssigkeitszufuhr von
40 ml/kg KG/24 h
4 g Glucose/kg KG/24 h
sollte nur in Ausnahmefällen überschritten werden.
Frühgeborene, Neugeborene, Kinder (Richtwerte):
Maximale Tagesdosis
Frühgeborene: 18 g/kg KG/24 h Glucose
Neugeborene: 15 g/kg KG/24 h Glucose
- 2. Lebensjahr: 15 g/kg KG/24 h Glucose
- 5. Lebensjahr: 12 g/kg KG/24 h Glucose
Art der Anwendung von Glucosteril® 10 % Infusionslösung
Zur intravenösen Infusion [Anwendung über die Venen]. Die Lösung ist geeignet für den periphervenösen Zugang [über kleine Venen].
Dauer der Anwendung von Glucosteril® 10 % Infusionslösung
Glucosteril® 10 % wird angewendet, solange es die Indikation erfordert.
Wird Glucosteril® 10 % als Trägerlösung für kompatible Arzneimittel angewendet, wird die Dauer der Anwendung von dem eingesetzten Medikament bestimmt.
Glucosteril® 10 % stellt nur einen Baustein für die parenterale Ernährung dar. ür eine vollständige parenterale Ernährung ist die gleichzeitige Substitution mit Proteinbausteinen, Elektrolyten, Vitaminen, essentiellen Fettsäuren und Spurenelementen erforderlich.
Wenn Sie eine größere Menge Glucosteril® 10 % angewendet haben, als Sie sollten
Überdosierung kann zu Überzuckerung (Hyperglykämie), Harnzucker (Glucosurie), Überwässerung und Störungen des Salzhaushaltes (Elektrolytstörungen) führen.
Überdosierung höher konzentrierter Glucose-Lösungen kann zu Hyperosmolarität und hyperglykämischem/hyperosmolarem Koma führen.
Therapie:
Die genannten Störungen können durch Reduktion der Glucosezufuhr, Insulingabe und Elektrolytzufuhr behandelt werden.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?
Wie alle Arzneimittel kann Glucosteril® 10 % Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Behandelten auftreten müssen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: 

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Während der Glucosezufuhr können folgende Nebenwirkungen auftreten (häufig bis sehr häufig)
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Hyperglykämie (Überzuckerung)
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Polyurie (erhöhte Urinausscheidung)
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind bedingt durch die Anwendungsart der periphervenösen Infusion und nicht arzneimittelspezifisch. Wie bei allen periphervenös infundierten Substanzen kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- lokale Hautreaktionen (Rötung, Bluterguss, Entzündung, Blutung)
- Schmerzen an der Einstichstelle
Die Häufigkeiten dieser Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind

Wie soll es aufbewahrt werden?

WIE IST GLUCOSTERIL® 10 % AUFZUBEWAHREN?
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen Glucosteril® 10 % nur verwenden, wenn
- das Behältnis unbeschädigt ist
- die Lösung klar und farblos bis leicht gelblich ist
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett oder Beutel nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Aufbewahrungsbedingungen :
Lagerungshinweis für das Behältnis freeflex®-Beutel: Nicht über 25 °C lagern.
Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung
Die konservierungsmittelfreie Lösung ist nur zum einmaligen Gebrauch vorgesehen.
Die Anwendung muss unmittelbar nach Öffnung des Behältnisses erfolgen.
Nicht applizierte Reste sind zu verwerfen.
Haltbarkeit nach Mischen mit anderen Komponenten:
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel unmittelbar verwendet werden, wenn Additive zugesetzt wurden. Falls dieses nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Bedingungen der Aufbewahrung bis zur Anwendung verantwortlich, die normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C dauern soll.
Siehe auch "Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:"

Zusätzliche Informationen

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
Glucosteril® 10 % Infusionslösung
Glucose-Monohydrat (Ph.Eur.)
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.
• Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
• Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
• Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
• Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Diese Packungsbeilage beinhaltet:
Glucosteril® 10 % ist eine kohlenhydrathaltige Infusionslösung
-10. Lebensjahr: 10 g/kg KG/24 h Glucose
-14. Lebensjahr: 8 g/kg KG/24 h Glucose
Bei Glucosteril® 10 % wird die maximale Tagesdosis in der Mehrheit der älle nicht durch die Obergrenze für die Glucosezufuhr, sondern durch die maximale Flüssigkeitszufuhr determiniert, daher ist bei der Dosisfestlegung zu berücksichtigen, dass die folgenden Richtwerte für die Gesamtflüssigkeitszufuhr nicht überschritten werden:
Lebenstag 50 - 70 ml/kg KG/24 h
Lebenstag 70 - 90 ml/kg KG/24 h
Lebenstag 80 - 100 ml/kg KG/24 h
Lebenstag 100 - 120 ml/kg KG/24 h
ab dem 5. Lebenstag 100 - 130 ml/kg KG/24 h
Lebensjahr 100 - 140 ml/kg KG/24 h
Lebensjahr 80 - 120 ml/kg KG/24 h
- 5. Lebensjahr 80 - 100 ml/kg KG/24 h
-10. Lebensjahr 60 - 80 ml/kg KG/24 h
-14. Lebensjahr 50 - 70 ml/kg KG/24 h
Unter normalen Stoffwechselbedingungen ist die Gesamtzufuhr von Kohlenhydraten auf 300 - 400 g/24 h zu beschränken. Die Limitierung ergibt sich aus der Ausschöpfung der möglichen Oxidationsrate. Bei Überschreiten dieser Dosis treten unerwünschte Wirkungen, z. B. eine Leberverfettung, auf.
Unter eingeschränkten Stoffwechselbedingungen, z. B. im Postaggressionsstoffwechsel, bei hypoxischen Zuständen [Sauerstoffmangel] oder Organinsuffizienz [eingeschränkte Leistungsfähigkeit von Organen], kann die oxidative Verstoffwechselung von Glucose eingeschränkt sein, die mit Hyperglykämie [Überzuckerung] und Insulinresistenz einhergeht und mit erhöhter Mortalität verbunden sein kann. Daher ist die Tageshöchstdosis auf 3 g/kg KG/24 h zu reduzieren; die individuelle Anpassung der Dosierung erfordert eine adäquate Überwachung.
Zur Vermeidung von Überdosierungen, insbesondere bei Einsatz höher konzentrierter Lösungen, ist die Zufuhr über Infusionspumpen zu empfehlen.
Die allgemeinen Grundsätze für die Anwendung und Dosierung von Kohlenhydraten sowie die Richtlinien zur Flüssigkeitszufuhr sind zu beachten.


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