Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

«Haemocomplettan P»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Haemocomplettan P ist ein gereinigtes Konzentrat des Blutgerinnungsfaktors I. Es wird aus menschlichem Plasma gewonnen und liegt als weißes Pulver vor, das bei angeborenem oder erworbenem Mangel an Fibrinogen eingesetzt wird.

Haemocomplettan P wird nach Auflösung mit Wasser für Injektionszwecke vom Arzt verabreicht.

Haemocomplettan P wird bei folgenden Anwendungsgebieten eingesetzt:

Behandlung oder Verhütung von verstärkter Blutungsneigung (hämorrhagischer Diathese) bei

  • angeborenen Fibrinogen-Mangelzuständen (kongenitaler Hypo-, Dys- und Afibrinogenämie)
  • erworbenen Fibrinogen-Mangelzuständen (Hypofibrinogenämie) infolge
  • Synthesestörungen bei schweren Leberzellschäden (Leberparenchymschäden)
  • gesteigerten intravasalen Verbrauchs z.B. durch schwere Gerinnungsstörungen mit Verminderung vonGerinnungsfaktoren (disseminierte intravaskuläre Gerinnung, Hyperfibrinolyse)
  • erhöhten Verlustes

Die wichtigsten Krankheitsbilder, die mit einem Abfall des Fibrinogenspiegels (Defibrinierungssyndrom) einhergehen können, sind: geburtshilfliche Komplikationen, akute Leukämien (krankhaft vermehrte Bildung von weißen Blutkörperchen), insbesondere Promyelozytenleukämie (spezielle Form der Leukämie) , Leberzirrhose, Vergiftungen (Intoxikationen), ausgedehnte Verletzungen, Zerfall der roten Blutkörperchen (Hämolyse) nach Fehltransfusionen, operative Eingriffe, Infektionen, Blutvergiftung (Sepsis), alle Schockformen, sowie Tumore, insbesondere an Lunge, Bauchspeicheldrüse, Gebärmutter und Prostata.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Haemocomplettan P darf nicht angewendet werden:

-Wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Bestandteilen des Präparates sind
-Wenn Sie manifeste Thrombosen oder einen Herzinfarkt gehabt haben, außer es bestehen lebensbedrohliche Blutungen

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Haemocomplettan P ist erforderlich:

Bei Patienten mit bekannten allergieartigen Reaktionen auf das Präparat (mit Symptomen wie generalisierter (am ganzen Körper) Nesselsucht, Hautrötung, Blutdruckabfall, Atembeschwerden) können Mittel gegen Allergien (Antihistaminika) und kortisonhaltige Präparate (Kortikosteroide) vorbeugend verabreicht werden.

Patienten, die Haemocomplettan P erhalten, sollen engmaschig auf Zeichen einer Thrombose (Gefäßverschluss) oder auf Blutgerinnungsstörungen mit erhöhter Gerinnungsbereitschaft (Verbrauchskoagulopathie) (DIC) beobachtet werden.
Insbesondere nicht einwandfrei funktionierendes Fibrinogen (Dysfibrinogenämien) können zu einer Thromboseneigung führen

Wegen der potentiellen Gefahr thromboembolischer Komplikationen (Gefäßverschlüsse) oder einer Blutgerinnungsstörung mit erhöhter Gerinnungsbereitschaft (Verbrauchskoagulopathie) (DIC) ist bei der Anwendung von Haemocomplettan P Vorsicht geboten bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung oder Herzinfarkt, Lebererkrankungen, nach Operationen, bei Neugeborenen oder bei Patienten mit Risiko eines venösen oder arteriellen Gefäßverschlusses. In jedem dieser Fälle soll der mögliche Nutzen einer Therapie mit Haemocomplettan P gegen das mögliche Risiko solcher Komplikationen abgewogen werden.

Bei der Therapie von Blutgerinnungsstörungen mit erhöhter Gerinnungsbereitschaft (–
Verbrauchskoagulopathie) ist zu beachten, dass eine Substitution von Gerinnungsfaktoren nur erfolgen darf, wenn die vermehrte Gerinnungsneigung des Blutes (Hyperkoagulabilität) zuvor ausreichend kompensiert wurde, z.B. durch Normalisierung des Antithrombin-III-Spiegels.

Bei der Therapie von Blutungen aufgrund eines erworbenen Fibrinogenmangels sollte berücksichtigt werden, dass je nach Art der primären Erkrankung neben Fibrinogen noch weitere Gerinnungsfaktoren vermindert sein können. Dies gilt vor allem bei Lebererkrankungen. Außer der Verabreichung von Haemocomplettan P wird in diesen Fällen eine komplexe Therapie erforderlich sein, die sowohl die Gerinnungshemmung als auch die Gerinnungsförderung situationsgerecht berücksichtigt.

Virussicherheit

Standardmethoden zur Vermeidung von Infektionskrankheiten, die im Rahmen der Anwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln auftreten können, umfassen die Auswahl der Spender, die Prüfung individueller Spenden und der Plasmapools auf spezifische Marker für Infektionen sowie die Einbeziehung effektiver Herstellungsschritte zur Inaktivierung/Eliminierung von Viren. Trotz dieser Maßnahmen kann die Möglichkeit der Übertragung von Erregern bei der Anwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln nicht vollständig ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bisher unbekannte Viren und andere Pathogene.
Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für umhüllte Viren wie z.B. HIV, HBV und HCV.
Gegen nicht-umhüllte Viren wie HAV und Parvo B19 können die Maßnahmen möglicherweise nur begrenzt wirken.
Parvo B19 Infektionen können schwerwiegende Folgen für schwangere Frauen (fetale Infektionen) und für Personen mit Immunmangelkrankheiten oder gesteigerter Erythropoese (z.B. hämolytischer Anämie) haben.

Für Patienten, die regelmäßig Präparate aus menschlichem Blut oder Plasma (einschließlich Haemocomplettan P) erhalten, wird grundsätzlich eine Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B empfohlen.

Es wird dringend empfohlen, jede Anwendung von Haemocomplettan P am Patienten mit dem Arzneimittelnamen und der Chargen-Nummer zu dokumentieren, um eine Verbindung zwischen Patient und Chargen-Nummer des Produktes herstellen zu können

Dopinghinweis
Die Anwendung des Arzneimittels Haemocomplettan P kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Bei Anwendung von Haemocomplettan P mit anderen Arzneimitteln:

Wechselwirkungen von Fibrinogenkonzentrat vom Menschen mit anderen Arzneimitteln sind bisher nicht bekannt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Sicherheit von Haemocomplettan P in der Schwangerschaft oder Stillzeit wurde bislang nicht in kontrollierten klinischen Studien geprüft.

Haemocomplettan P sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach sorgfältiger Abwägung angewendet werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es gibt keine Anzeichen, dass Haemocomplettan P Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen hat.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Haemocomplettan P:

Hinweis für Patienten mit salzarmer Diät

Haemocomplettan P enthält Natrium und kann deshalb bei Patienten ungünstig sein, die eine salzarme Diät einhalten sollen.

Dieses Arzneimittel enthält durchschnittlich 5,5 mmol Natrium /1 g Haemocomplettan
(11 mmol Natrium/2 g Haemocomplettan).

Wie wird es angewendet?

Vor der Anwendung von Haemcomplettan P sollte der Fibrinogenspiegel nach Clauss bestimmt werden.

Die Dosierung und die Dosierungsintervalle werden von Ihrem Arzt bestimmt.

Wenn Sie eine größere Menge von Haemocomplettan P angewendet haben, als Sie sollten:

Im Fall einer Überdosierung ist die Gefahr einer thromboembolischen Komplikation bei Risikopatienten erhöht.

Der Patient soll auf sofortige Reaktionen beobachtet werden. Wenn eine Reaktion erfolgt, die mit der Verabreichung von Haemocomplettan P in Zusammenhang gebracht werden könnte, soll – in Abhängigkeit vom klinischen Zustand des Patienten – die Infusionsgeschwindigkeit gesenkt bzw. die Infusion abgebrochen werden.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, insbesondere solche, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Haemocomplettan P wird meist ohne unerwünschte Reaktionen vertragen.

Die im Folgenden genannten Nebenwirkungen beruhen auf Analysen von postmarketing Daten sowie der wissenschaftlichen Literatur. Die folgenden Standard-Kategorien von Häufigkeiten werden verwendet:

In seltenen Fällen werden allergoide/anaphylaktoide Reaktionen (wie generalisierte (am ganzen Körper) Nesselsucht, Hautrötung, Blutdruckabfall, Atembeschwerden) und/oder Temperaturanstieg beobachtet. Bei Auftreten von allergoiden/anaphylaktoiden Reaktionen ist Haemocomplettan P sofort abzusetzen (z.B. Unterbrechung der Injektion/Infusion) und eine situationsgerechte Behandlung einzuleiten. Die aktuellen medizinischen Richtlinien zur Schockbehandlung sind zu beachten.

Nach der Anwendung von Fibrinogenkonzentrat vom Menschen kann es zu thromboembolischen Komplikationen (bis hin zu Herzinfarkt oder Lungenembolie) kommen.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über + 25°C lagern. Nicht einfrieren! Die Flasche im geschlossenen Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nach Rekonstitution ist die physiko-chemische Stabilität für 8 Stunden bei Raumtemperatur (bis max. + 25°C) belegt. Aus mikrobiologischer Sicht und da Haemocomplettan P kein Konservierungsmittel enthält, sollte das gelöste Präparat sofort verbraucht werden. Falls es nicht sofort angewendet wird, soll eine Aufbewahrung 8 Stunden bei Raumtemperatur nicht überschreiten.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

Haemocomplettan P darf nach Ablauf des auf Packung und Behältnis angegebenen Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.


Bewertungen «Haemocomplettan P»