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«HyperHAES 6 % in 7,2% NaCl - Infusionslösung»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

HyperHAES ist eine hypertone Infusionslösung mit Stärkederivat und dient als Volumenersatzmittel nach starken Blutverlusten.

Anfangsbehandlung eines akuten Flüssigkeitsmangels und eines Schocks (Einmalbolus, sog. “small volume resuscitation“).
Die Infusionslösung ist zum Blutvolumenersatz bestimmt, kann aber Blut oder Plasma nicht vollständig ersetzen.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

In akuten, lebensbedrohlichen Situationen sollte HyperHAES nicht bzw. nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Hydroxyethylstärke, Kochsalz oder einen der sonstigen Bestandteile von HyperHAES – Infusionslösung sind,
  • wenn Sie an Volumenüberlastung leiden,
  • wenn Sie an nicht oder nicht ausreichend behandelter Herzschwäche leiden,
  • wenn Sie an schweren Leberfunktionsstörungen leiden,
  • wenn Sie an einer Störung der Blutstillung leiden,
  • wenn Sie an Nierenversagen mit verringerter Harnausscheidung leiden,
  • am Ende der Schwangerschaft (Geburt),
  • wenn Ihr Anteil an gelösten Stoffen im Blut zu hoch ist,
  • wenn Sie an schwerem Flüssigkeitsmangel leiden,
  • wenn Sie an stark erhöhtem oder erniedrigtem Serumspiegel von Natrium oder Chlorid leiden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von HyperHAES – Infusionslösung ist erforderlich,

  • wenn Ihr Anteil an gelösten Stoffen im Blut erhöht ist, besonders wenn Sie an Zuckerkrankheit leiden.
  • Ihr Arzt wird die regelmäßige Überwachung der Serumelektrolyte, des Anteils an gelösten Stoffen im Serum und der Volumenbilanz anordnen.
  • Ihr Arzt wird auf die Möglichkeit einer Blutungsverstärkung durch Erhöhung des Flüssigkeits-druckes im Gewebe und die blutverdünnende Wirkung von HyperHAES achten.
  • Bei der Verabreichung von HyperHAES können wie bei der Verabreichung anderer derartiger Lösungen, Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Daher werden Sie während der Dauer der Infusion sorgfältig überwacht. Falls während der ersten Behandlungsminuten Unverträglichkeitszeichen auftreten, wie Schüttelfrost, Nesselausschlag, Hautrötungen, Gesichtsrötungen oder Blutdruckabfall, wird die Infusion sofort unterbrochen.
  • Um das Risiko einer Flüssigkeitsüberladung zu vermeiden, wird Ihr Blutdruck und möglichst Ihr Blutkreislauf überwacht.
  • Wird HyperHAES in Situationen ohne ausgeprägten Schockzustand aufgrund von Flüssigkeitsmangel angewendet, kann es, insbesondere bei Einschränkung der Herzfunktion und des Blutflusses im Herzen (z.B. bei einem operativen Eingriff am Herzen), zu Anzeichen eines vorübergehenden Blutdruckabfalles oder einer Flüssigkeitsüberladung (Linksherzversagen, Rhythmusstörungen, Bluthochdruck im Lungenkreislauf) kommen.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken
Die Anwendung von HyperHAES 6% in 7,2% NaCl - Infusiosnlösung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Bei Anwendung von HyperHAES – Infusionslösung mit anderen Arzneimitteln Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungs-pflichtige Arzneimittel handelt.

Wenn Sie gleichzeitig Heparin (blutgerinnungshemmendes Medikament) bekommen, könnte die Blutungszeit verlängert werden.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Zur Vorbeugung eines nach der Geburt auftretenden Blutdruckabfalles, hervorgerufen durch die lokale Betäubung, sollte das Arzneimittel nicht verabreicht werden, da ein Risiko für
Überempfindlichkeitsreaktionen bei der Mutter besteht.

Für die Stillzeit ist kein Risiko zu erwarten.

Wie wird es angewendet?

Die Dosierung und Dauer der Behandlung wird von Ihrem Arzt sorgfältig auf Sie abgestimmt.

HyperHAES ist zur einmaligen Verabreichung bestimmt. Eine wiederholte Verabreichung ist nicht vorgesehen.

Obwohl die Infusionslösung eine sehr hohe Osmolarität besitzt (sehr hohe Konzentration gelöster Teilchen), kann das Arzneimittel in eine periphere Vene verabreicht werden. Falls vorhanden, ist die Verabreichung in eine zentrale Vene zu bevorzugen; diese ist jedoch nicht zwingend notwendig.

Im Anschluss an die Infusion von HyperHAES ist eine bedarfsgerechte Standard-Volumentherapie (z.B. Elektrolyte und Kolloide) durchzuführen.

Wie bei der Verabreichung aller künstlichen Kolloide können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Sie werden daher während der Verabreichung sorgfältig überwacht und falls Anzeichen von Unverträglichkeitsreaktionen auftreten, wird die Behandlung sofort abgebrochen.

Es liegen keine Erfahrungen über die sichere und wirksame Anwendung von HyperHAES bei Kindern vor.

Wenn Sie eine größere Menge von HyperHAES – Infusionslösung erhalten haben, als Sie sollten
Überdosierung von HyperHAES kann zu einem Natriumüberschuss im Blut führen. In diesem Fall wird Ihr Arzt unverzüglich die geeigneten Gegenmaßnahmen einleiten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann HyperHAES – Infusionslösung Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden für Infusionslösungen berichtet, die Hydroxyethylstärke enthalten:

Überempfindlichkeitsreaktionen, die von einfachem Hautausschlag bis hin zur Entwicklung von Kreislaufstörungen, Schock, Krampf der Bronchialmuskulatur und (in seltenen Fällen) Herzstillstand reichen können. Falls Unverträglichkeitsreaktionen auftreten, wird Ihr Arzt die Infusion sofort stoppen und geeignete Sofortmaßnahmen einleiten.

Reaktionen der Atemwege verlaufen gewöhnlich leicht, können aber schwerwiegend und lebensbedrohlich sein, falls eine Flüssigkeitsansammlung in den Lungen, ein Krampf der Bronchialmuskulatur und Atemstillstand auftreten. Sie werden sorgfältig überwacht und falls erforderlich, werden sofort geeignete Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt.

Reaktionen von Herz und Gefäßen einschließlich zu langsamem und zu raschem Herzschlag verlaufen gewöhnlich leicht, können jedoch schwerwiegend und lebensbedrohlich sein, falls eine Flüssigkeitsansammlung in den Lungen und selten Blutdruckabfall mit anschließendem Herzstillstand auftreten. Sie werden sorgfältig überwacht und falls erforderlich, werden sofort geeignete Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt.

Die Konzentration der Serumamylase (Stärke abbauendes Enzym) kann unter der Gabe von Hydroxyethylstärke ansteigen (mögliche Wechselwirkung mit der Diagnose einer Bauch-speicheldrüsenentzündung).

Bei der Gabe von Hydroxyethylstärke kann es dosisabhängig zu einer Blutgerinnungsstörung kommen.

Bei einer Anwendung von Infusionslösungen wie HyperHAES in Situationen ohne ausgeprägten Schockzustand aufgrund von Flüssigkeitsmangel kann es insbesondere bei Einschränkung der Herzfunktion und des Blutflusses im Herzen (z.B. bei einem operativen Eingriff am Herzen) zu vorübergehendem Blutdruckabfall oder zu Flüssigkeitsüberladung (Linksherzversagen, Rhythmusstörungen, Bluthochdruck im Lungenkreislauf) kommen.

Bestimmte Schädigungen des Gehirns sowie Wasserentzug und lokale Unverträglichkeitsreaktionen (akute Blutgerinnselbildung oberflächlicher Venen mit entzündlichen Reaktionen der Gefäßwand, Blutgerinnsel in tief liegenden Venen nach Verabreichung in Venen der Gliedmaßen) werden nach Gabe von Infusionslösungen wie HyperHAES als möglich erachtet.

Bei Gabe von HyperHAES – Infusionslösung kommt es sehr häufig zu einer Erhöhung der Natrium- und Chloridspiegel im Serum.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Tabelle: Häufigkeit des Auftretens von unerwünschten Arzneimittelwirkungen

„Sehr häufig“ bedeutet, dass die Nebenwirkung in einer Gruppe von 10 Patienten bei einem oder mehr Patienten auftritt.
„Häufig“ bedeutet, dass die Nebenwirkung bei einem bis 10 von 100 Patienten auftritt. „Gelegentlich“ bedeutet, dass die Nebenwirkung bei einem bis 10 von 1.000 Patienten auftritt. „Selten“ bedeutet, dass die Nebenwirkung bei weniger als einem von 1.000 Patienten auftritt. „Sehr selten“ bedeutet, dass die Nebenwirkung bei weniger als einem von 10.000 Patienten auftritt.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht einfrieren.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

HyperHAES – Infusionslösung darf nicht verwendet werden, wenn die Lösung nicht klar bis leicht opaleszent, farblos bis leicht gelb und/oder das Behältnis beschädigt ist.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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