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«ICG-Pulsion»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

WAS IST ICG-PULSION UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?
ICG-PULSION ist ein Diagnostikum.
Anwendungsgebiete von ICG-PULSION
ICG-PULSION wird angewendet, um die Effektivität der Durchblutung des Herzens, des Gehirns und anderer Organe sowie einer der inneren Schichten des Auges (Aderhaut) zu bestimmen. Darüber hinaus dient ICG-PULSION zur Überwachung des Blutkreislaufs und zur Leberfunktionsbestimmung.
Dies zeigt Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, wie effektiv das entsprechende Organ bzw. Ihr Blutkreislauf arbeitet.
Indocyaningrün ist ein Farbstoff. Er wird in die Vene injiziert, wo er sich mit dem Blut vermischt. Durch das Sammeln von Farbstoff-Blut-Mischungen an einer anderen Stelle als der, wo der Farbstoff zunächst injiziert wurde, ist der Arzt/die Ärztin in der Lage, die Effektivität der Durchblutung des zu untersuchenden Körperteils zu ermitteln.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

ICG-PULSION darf nicht angewendet werden,
wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Indocyaningrün, Natriumjodid oder Jod sind
wenn Sie an einer Überfunktion der Schilddrüse oder an eigenständigen gutartigen Schilddrüsengeschwulsten leiden oder wenn Teile der Schilddrüse der hormonellen Kontrolle entzogen sind (fokale und diffuse Autonomie der Schilddrüse)
wenn bei einer vorangegangenen Injektion ICG-PULSION schlecht vertragen wurde
Bei Früh- und Neugeborenen, die an Hyperbilirubinämie leiden, ein Zustand, bei dem sich eine ungewöhnlich große Menge einer Substanz mit dem Namen Bilirubin im Blut befindet, sollte ICG-PULSION nicht angewendet werden.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von ICG-PULSION ist erforderlich,
da es unter ICG-PULSION zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen kommen kann (s. 4. Nebenwirkungen). Deshalb darf ICG-PULSION nur unter ärztlicher Überwachung angewendet werden. Bereitschaft zur Wiederbelebung muss gegeben sein (siehe 4.2 Gegenmaßnahmen).
bei gleichzeitiger Anwendung von Betablockern:
ICG-PULSION sollte mit Vorsicht bei Patienten angewendet werden, die unter Betablocker-Therapie stehen. Die Symptome eines anaphylaktischen Schocks können sich unter Betablocker-Therapie verstärken. Durch die kompetitive Hemmung von nerval freigesetztem Noradrenalin an -Adrenorezeptoren kann bei einem anaphylaktischen Schock Noradrenalin nicht ausreichend freigesetzt werden.
da bei Patienten mit fortgeschrittener eingeschränkter Funktion der Niere Nebenwirkungen unter ICG-PULSION auftraten. Deshalb muss die Anwendung von ICG-PULSION bei diesen Patienten vom Arzt/von der Ärztin besonders streng abgewogen werden.
wenn für Sie die Notwendigkeit besteht, sich einer Behandlung zur Überprüfung der Schilddrüsenfunktion zu unterziehen (Einnahme von radioaktivem Jod). Die Behandlung sollte frühestens eine Woche nach der Behandlung mit ICG-PULSION beginnen. Diese Maßnahme ist deshalb von Bedeutung, da der Jodidgehalt von ICG-PULSION mit der Schilddrüsenbehandlung in Wechselwirkung treten kann.
da bei Kindern die Bestimmung der Leberfunktion nur unzureichend geprüft ist. Deshalb sollte ICG-PULSION in diesem Anwendungsgebiet bei Kindern nicht angewendet werden.
Ein vorgängiger Verträglichkeitstest auf ICG-PULSION, der ohne Probleme verlief, darf nicht als absolute Sicherheit für die Anwendung des Arzneimittels betrachtet werden.
Bei Anwendung von ICG-PULSION mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker/Ihre Apothekerin, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Die Indocyaningrün-Ausscheidung kann durch Medikamente beeinflusst werden, die in die Leberfunktionen eingreifen. Einige Arzneimittel können die Art der Resorption von Indocyaningrün verändern, was sich im Hinblick auf die Genauigkeit der Ergebnisse nachteilig auswirken kann.
Bitte teilen Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin insbesondere mit, wenn Sie einen/eines der nachfolgend genannten Stoffe oder Arzneimittel einnehmen:
- krampfhemmende Mittel - Morphin
- Cyclopropan - Nitrofurantoin
- Bisulfit-Verbindungen - Opiumalkaloide
- Haloperidol - Phenobarbital
- Heroin - Phenylbutazon
- Meperidin - Probenecid
- Metamizol - Rifamycin
- Methadon - jede Injektion, die Natriumbisulfit enthält
Schwangerschaft
Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin bevor Sie ICG-PULSION erhalten, wenn Sie schwanger sind oder glauben schwanger zu sein. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird dann über die Anwendung von ICG-PULSION entscheiden.
Stillzeit
Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin bevor Sie ICG-PULSION erhalten, wenn Sie stillen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird dann über die Anwendung von ICG-PULSION entscheiden.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
ICG-PULSION hat keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen. Allerdings beeinflusst die für die Messung der Augendurchblutung (Angiographie) notwendige Pupillenerweiterung (Mydriase) die Sehleistung und somit das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr oder bei der Bedienung von Maschinen. Nach der Pupillenerweiterung ist bis zur Normalisierung des Sehvermögens das ühren von Fahrzeugen sowie die Arbeit ohne sicheren Halt und das Bedienen von gefährlichen Maschinen zu unterlassen.

Wie wird es angewendet?

Dosierung
Die zu verabreichende Dosis von ICG-PULSION ist abhängig von der Art der Untersuchung:
Es ist zu beachten, dass die Anwendung von ICG-PULSION bei Kindern zur Leberfunktionsdiagnostik nicht empfohlen wird (siehe Kapitel 2).
Einzeldosierung pro Messung bei Erwachsenen, älteren Personen und Kindern:
Herz-, Kreislauf- und Mikrozirkulationsdiagnostik:
0,1 bis 0,3 mg/kg Körpergewicht
Leberfunktionsdiagnostik:
0,25 bis 0,5 mg/kg Körpergewicht
Messung der Augendurchblutung:
0,1 bis 0,3 mg/kg Körpergewicht
Tägliche Gesamtdosis:
Erwachsene, ältere Personen, Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren:
Die tägliche Gesamtdosis von ICG-PULSION soll unter 5 mg/kg Körpergewicht liegen.
Kinder zwischen 2 und 11 Jahren:
Die tägliche Gesamtdosis von ICG-PULSION soll unter 2,5 mg/kg Körpergewicht liegen.
Kinder zwischen 0 und 2 Jahren:
Die tägliche Gesamtdosis von ICG-PULSION soll unter 1,25 mg/kg Körpergewicht liegen.
Art der Anwendung
Zur intravenösen Anwendung.
Der Arzt/die Ärztin oder das Pflegepersonal wird die Injektionslösung mit Hilfe einer Nadel, eines Katheters oder eines Herzkatheters unmittelbar in die Vene applizieren. In Abhängigkeit von dem zu untersuchenden Körperteil wird (werden) die Vene(n) für die Injektion ausgewählt. ür den Fall, dass das Arzneimittel in die Armvene (Unterarmvene) injiziert wird, sollte die Injektion unmittelbar nach Anlegen einer Stauung vorgenommen werden.
Nach Injektion der Lösung wird der Arzt/die Ärztin Proben des Blut-Farbstoff-Gemisches entnehmen, um die Konzentration des Farbstoffes im Blut zu bestimmen. Dies wird ihn/sie befähigen, die Blutflussrate in dem zu untersuchenden Körperareal zu bestimmen. Üblicherweise werden Proben aus der Arterie, dem Finger oder am Ohr entnommen.
Ihr Arzt/Ihre Ärztin fügt den Blutproben, die er/sie Ihnen entnommen hat, möglicherweise eine Zubereitung hinzu, die Heparin enthält. Diese Maßnahme verhindert, dass die Proben gerinnen. Jedoch ist es wichtig, dass die Heparin-Zubereitung frei von Natriumbisulfit ist, da diese Substanz sich nachteilig auf die Genauigkeit der Ergebnisse auswirken kann.
In einigen ällen wird das der Arterie entnommene Blut unmittelbar mit Hilfe einer Nadel oder eines Katheters dem Messinstrument (kontinuierliche Messung) zugeführt. Eine Reihe von unterschiedlichen Messgeräten können hierfür verwendet werden.
Bezüglich der Anwendung in der Augenheilkunde (ophthalmologische Angiographie) oder wenn andere Techniken zum Einsatz kommen, sollte Ihr Arzt/Ihre Ärztin Sie entsprechend aufklären.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann ICG-PULSION Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
Häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
Gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten
Selten: weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
Sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und Maßnahmen, wenn Sie betroffen sind:
In sehr seltenen ällen können nach Injektion von indocyaningrünhaltigen Zubereitungen Übelkeit und Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien) auftreten.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine allergische Reaktion ereignet, scheint bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung höher zu sein.
Folgende Symptome können dabei auftreten: Unruhe, Wärmegefühl, Übelkeit, Juckreiz, Nesselsucht (Hautausschlag), Beschleunigung der Herzfrequenz, Gesichtsröte, Anschwellen des Gesichts (Gesichtsödem), Blutdruckabfall, Atemnot, Krampf der Bronchien und des Kehlkopfes, Herz- Kreislaufstillstand, Tod. Im Zusammenhang mit der allergischen Reaktion kann eine Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen auftreten.
In sehr seltenen ällen wurde ein Krampf der Herzkranzgefäße beschrieben.
Nesselsuchtähnliche Symptome der Haut wurden sehr selten beschrieben.
Sofortmaßnahmen bei akuten allergischen Allgemeinreaktionen:
Stadium 1: Hautreaktionen, wie z. B. Gesichtsröte und Wärmegefühl (Flush), Hautrötung (Erythem), Nesselausschlag (Urtikaria) und Ödem; Allgemeinreaktionen (Unruhe, Kopfschmerz)
Unterbrechung der weiteren Zufuhr von ICG-PULSION, Injektionskatheter oder –kanüle in der Vene belassen, ggf. Antihistaminikagabe, ggf. Sauerstoffgabe
Stadium 2: Beschleunigung der Herzfrequenz (Tachykardie), arterieller Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
Antihistaminika, Glukokortikoide (z. B. 100 mg Prednisolon i. v.), ggf. Sauerstoffgabe
Stadium 3: Schock, Krampfzustand der Bronchialmuskulatur (Bronchospasmus)
Adrenalin (fraktioniert 0,1 mg i. v.), Glukokortikoide (z. B. 500 – 1000 mg Prednisolon i. v.), Volumenersatz, bei überwiegender Bronchospastik 2-Sympathomimetika und Theophyllin; ggf. Intubation und Beatmung mit 100 % Sauerstoff
Stadium 4: Atem- und Kreislaufstillstand
Klinische Maßnahmen zur Wiederbelebung bei akutem Herz- und/oder Atemstillstand (Kardiopulmonale Reanimation)
Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker/Ihre Apothekerin, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation aufgeführt sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

WIE IST ICG-PULSION AUFZUBEWAHREN?
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Das Arzneimittel darf nach dem auf dem Etikett der Durchstechflasche und dem Umkarton nach "verwendbar bis:" angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwendet werden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Aufbewahrungsbedingungen
Nicht über 30 °C aufbewahren.
Die Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Hinweis auf die Haltbarkeit nach Zubereitung
Die fertige Injektionslösung ist vor Licht geschützt aufzubewahren und sollte sofort verwendet werden. Es dürfen nur klare Lösungen verwendet werden.

Zusätzliche Informationen

Gebrauchsinformation
ICG-PULSION®
5 mg/ml (nach Herstellung der gebrauchsfertigen Lösung)
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Wirkstoff: Indocyaningrün, Mononatriumsalz
Zur Anwendung bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen
Obwohl ICG-PULSION nur von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin angewendet wird, lesen Sie bitte die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, denn sie enthält wichtige Informationen für Sie.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker/Ihre Apothekerin.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben und darf nicht an Dritte weitergegeben werden. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dasselbe Krankheitsbild haben wie Sie.
- Wenn eine der Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker/Ihre Apothekerin.
Die Packungsbeilage beinhaltet:


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