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«Immunoprin 100 mg Filmtabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

ANGEWENDET?

Immunoprin Tabletten enthalten den Wirkstoff Azathioprin. Dieser gehört zur Arzneimittelgruppe der sogenannten Immunsuppressiva. Immunsuppressiva vermindern die Stärke Ihres Immunsystems. Ihr Arzt hat Ihnen aus einem der folgenden Gründe Immunoprin Tabletten verschrieben:

  • Zur Verhinderung der Abstoßung eines transplantierten Organs.
  • Zur Kontrolle bestimmter Erkrankungen, bei denen das Immunsystem gegen den eigenen Körper reagiert. Immunoprin Tabletten können auch allein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung von schwerer rheumatoider Arthritis, schweren Darmentzündungen (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) oder zur Behandlung von Erkrankungen angewendet werden, bei denen das Immunsystem gegen den eigenen Körper reagiert (Autoimmunkrankheiten), einschließlich schwere entzündliche Erkrankungen der Haut, Leber, Arterien und bestimmte Bluterkrankungen.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

BEACHTEN?

Immunoprin Tabletten dürfen nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Azathioprin, Mercaptopurin oder einen der sonstigen Bestandteile von Immunoprin Tabletten sind (siehe Auflistung der sonstigen Bestandteile in Abschnitt 6). Eine allergische Reaktion kann Hautausschlag, Juckreiz, Probleme beim Atmen oder Schwellungen von Gesicht, Lippen, Rachen oder Zunge beinhalten.
  • wenn Sie an einer schweren Infektion leiden.
  • wenn bei Ihnen eine schwere Funktionsstörung der Leber oder des Knochenmarks vorliegt.
  • wenn Sie eine Pankreatitis haben (Bauchspeicheldrüsenentzündung).
  • wenn Sie vor kurzem mit einem Lebendimpfstoff geimpft wurden, zum Beispiel gegen Pocken oder Gelbfieber.
  • wenn Sie schwanger sind (außer Ihr Arzt teilt Ihnen mit, dass Sie die Tabletten einnehmen sollen).
  • wenn Sie stillen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Immunoprin Tabletten ist erforderlich Sie werden Immunoprin Tabletten nur erhalten, wenn Sie im Hinblick auf Nebenwirkungen beobachtet werden können.

Sie müssen umgehend Ihren Arzt informieren, wenn sich bei Ihnen Geschwüre im Rachen, Fieber, Infektionen, Blutergüsse oder Blutungen entwickeln.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt,

  • wenn Sie während der Einnahme von Immunoprin Tabletten geimpft werden sollen
  • wenn Sie an einer Erkrankung leiden, bei der der Körper eine zu geringe Menge einer natürlichen chemischen Substanz mit dem Namen Thiopurin-Methyltransferase (TPMT) bildet
  • wenn Sie am sogenannten Lesch-Nyhan-Syndrom leiden.

Bei Patienten, die mit Immunsuppressiva behandelt werden, könnte das Krebsrisiko erhöht sein, insbesondere der Entwicklung eines Non-Hodgkin-Lymphoms, eines Sarkoms (z. B. Kaposi-Sarkom und andere Sarkome), einer örtlich begrenzten Krebserkrankung in der Gebärmutter und von Hautkrebs.
Während der Behandlung mit Immunoprin Tabletten sollten Sie starkes Sonnenlicht oder UV-Strahlen vermeiden.

Wenn die Filmtablette halbiert werden muss, ist darauf zu achten, dass die Haut nicht mit Tablettenstaub oder der Bruchstelle in Kontakt kommt.

Blutuntersuchungen
Während der ersten 8 Behandlungswochen ist einmal pro Woche eine Blutuntersuchung erforderlich. Häufigere Blutuntersuchungen können erforderlich sein, wenn Sie

  • höheren Alters sind
  • eine hohe Dosis einnehmen
  • eine Leber- oder Nierenfunktionsstörung haben
  • eine Funktionsstörung des Knochenmarks haben
  • an einer zu hohen Aktivität der Milz leiden

Es ist wichtig, dass Sie eine wirksame Empfängnisverhütung (zum Beispiel mit Kondomen) praktizieren, da die Einnahme von Immunoprin Tabletten durch Männer oder Frauen zu Geburtsfehlern führen kann.

Warnhinweis:
Das Absetzen von Immunoprin Tabletten soll stets unter engmaschiger Kontrolle erfolgen. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Bei Einnahme von Immunoprin Tabletten mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt, z. B.:

  • Allopurinol, Oxipurinol oder Thiopurinol (zur Behandlung von Gicht)
  • Muskelrelaxantien wie Curare, d-Tubocurarin, Pancuronium oder Succinylcholin
  • andere Immunsuppressiva wie Ciclosporin oder Tacrolimus
  • Infliximab (zur Behandlung von Morbus Crohn)
  • Olsalazin, Mesalazin oder Sulfasalazin (zur Behandlung von Colitis ulcerosa)
  • Warfarin oder Phenprocoumon (Blutverdünner)
  • ACE-Hemmer (zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzleistungsschwäche)
  • Trimethoprim und Sulfamethoxazol (Antibiotika)
  • Cimetidin (zur Behandlung von Geschwüren im Verdauungstrakt)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Krebs oder Arzneimittel, welche die Bildung von neuen Blutkörperchen verlangsamen bzw. stoppen
  • Furosemid (Entwässerungstablette bei Herzleistungsschwäche)
  • Impfstoffe, zum Beispiel gegen Hepatitis B
  • Jede Art von Lebendimpfstoff

Schwangerschaft und Stillzeit
Sie dürfen Immunoprin Tabletten während der Schwangerschaft nur auf Anweisung Ihres Arztes einnehmen.
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder vermuten, dass Sie schwanger sein könnten. Männer und Frauen im geschlechtsreifen Alter sollten keine Intrauterinpessare (z. B. Spirale, Kupfer-T-Spirale), sondern ein anderes Verhütungsmittel anwenden. Sie sollten bis mindestens 3 Monate nach Beendigung der Behandlung mit Immunoprin Tabletten empfängnisverhütende Maßnahmen treffen.

Während der Behandlung mit Immunoprin Tabletten dürfen Sie nicht stillen, da die im Körper gebildeten Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen und Ihr Kind schädigen können.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Sie können sich während der Einnahme von Immunoprin an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder Maschinen bedienen, es sei denn, bei Ihnen tritt Schwindel auf. Schwindel kann durch Alkohol noch verstärkt werden. Wenn Sie Alkohol getrunken haben, sollten Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder Maschinen bedienen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Immunoprin Tabletten
Immunoprin Tabletten enthalten Lactose. Bitte nehmen Sie dieses Arzneimittel erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer
Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wie wird es angewendet?

Die Tabletten sollen zu den Mahlzeiten mit einem Glas Flüssigkeit eingenommen werden.

Dosierung

Patienten nach einer Transplantation
Die übliche Dosis am ersten Tag beträgt bis zu 5 mg pro kg Körpergewicht pro Tag. Anschließend liegt die übliche Dosis bei 1-4 mg pro kg Körpergewicht pro Tag.

Andere Erkrankungen
Die übliche Dosis liegt bei 1-3 mg pro kg Körpergewicht pro Tag.

Kinder und Jugendliche:

Immunoprin wird aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht für die Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren zur Behandlung von juveniler chronischer Arthritis, systemischem Lupus erythematodes, Dermatomyositis und Polyarteriitis nodosa empfohlen.
Für alle anderen Anwendungsgebiete gelten für Kinder und Jugendliche die gleichen Dosisempfehlungen wie für Erwachsene.

Ältere Patienten:
Ältere Patienten benötigen möglicherweise eine geringere Dosis.

Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen benötigen möglicherweise eine geringere Dosis. Patienten mit einer schweren Leberfunktionsstörung dürfen Immunoprin Tabletten nicht einnehmen.

Über die Dauer der Behandlung mit Immunoprin entscheidet Ihr Arzt.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Immunoprin zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Immunoprin Tabletten eingenommen haben, als Sie sollten
Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, Apotheker oder an das nächstgelegene Krankenhaus.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel können Immunoprin Tabletten Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn bei Ihnen plötzlich eine pfeifende Atmung, Probleme beim Atmen, Schwellung von Augenlidern, Gesicht oder Lippen, Hautausschlag oder Juckreiz (vor allem, wenn der gesamte Körper betroffen ist) auftritt.

Schwerwiegende Nebenwirkungen
Wenn bei Ihnen eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Arzt:

  • starke Übelkeit
  • Durchfall
  • Fieber, Schüttelfrost
  • Muskel- oder Knochenschmerzen, Muskelsteifigkeit
  • Müdigkeit, Schwindel
  • Entzündung der Blutgefäße
  • Nierenfunktionsstörungen (Anzeichen können eine Veränderung des ausgeschiedenen Harnvolumens sowie der Farbe des Harns sein)

Die folgenden Nebenwirkungen wurden ebenfalls beobachtet:

Sehr häufig:

  • Infektionen bei Nierentransplantatempfängern
  • Veränderungen der Anzahl von Blutkörperchen und der Blutplättchen (diese Veränderungen kann der Arzt durch einen entsprechenden Test feststellen) - Übelkeit
  • Erbrechen

Häufig:

  • Risiko einer Infektion bei Patienten mit Darmerkrankungen
  • Krebs
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Leberfunktionsstörungen (dies kann der Arzt durch einen entsprechenden Test feststellen)

Gelegentlich:

  • Infektion bei Patienten mit rheumatoider Arthritis
  • Anstieg der Leberenzyme oder Leberschaden (dies kann der Arzt durch einen entsprechenden Test feststellen)
  • helle Fettstühle
  • Haarausfall

Selten:

  • Infektion im Brustraum
  • Entzündung
  • Geschwüre
  • Blutungen oder Schäden im Verdauungstrakt bei Transplantationspatienten
  • schwere Leberfunktionsstörung (dies kann der Arzt durch einen entsprechenden Test feststellen)

Sehr selten:

  • lebensbedrohliche allergische Reaktionen

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Schachtel nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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