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«INH "Agepha" 100 mg - Tabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

INH „AGEPHA“ 100 mg - Tabletten wirken gegen die Bakterien, die Tuberkulose verursachen. Sie werden gemeinsam mit anderen Arzneimitteln zu Behandlung und Vorbeugung von Tuberkulose angewendet.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

INH „AGEPHA“ 100 mg - Tabletten dürfen nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Isoniazid (dem Wirkstoff in INH „AGEPHA“ 100 mg – Tabletten) oder einen der sonstigen Bestandteile von INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten sind,
  • wenn Sie bei einer früheren Behandlung mit Isoniazid eine Leberentzündung erlitten haben,
  • wenn Sie eine akute Lebererkrankung haben,
  • bei einer Erkrankung der Nerven mit Schmerzen und Missempfindungen z.B. in Armen und Beinen (Polyneuropathie).
  • wenn Sie unter Störungen der Blutgerinnung und –bildung leiden.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von INH „AGEPHA“ 100 – mg Tabletten ist erforderlich,

  • wegendes Risikos einer schweren Leberentzündung. Todesfälle sind beschrieben. Das Risiko einer Leberentzündung ist altersabhängig (siehe Abschnitt 4). Ihr Arzt wird Sie mindestens monatlich zu Vorzeichen einer beginnenden Leberentzündung (z.B.

Schwächegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen) befragen und Ihre Leberwerte kontrollieren. Wenden Sie sich bei Auftreten solcher Symptome bitte unverzüglich an Ihren Arzt. Bei leichter Erhöhung der Leberwerte wird er die Überwachung verstärken und Ihre Behandlung mit Isoniazid bei Hinweisen auf eine Leberschädigung sofort beenden. Ist eine weitere Behandlung mit Isoniazid erforderlich, darf diese erst nach dem vollständigen Abklingen der Beschwerden und Normalisierung aller Laborwerte erneut begonnen werden. Bei Wiederauftreten von Anzeichen einer Leberschädigung muss die Anwendung von Isoniazid unverzüglich beendet werden.

  • wenn bei früherer Behandlung mit Isoniazid bereits eine Erhöhung der Leberwerte aufgetreten ist.
  • bei älteren Patienten, wenn Sie an einer chronischen Lebererkrankung, schweren Nierenschäden, Störungen des Zentralnervensystems einschließlich seelischer Erkrankung, oder an Zuckerkrankheit leiden oder bei Alkoholkrankheit. In diesen Fällen ist das Risiko für durch Isoniazid bedingte Nebenwirkungen erhöht (siehe Abschnitt 4).
  • bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln gegen Anfallsleiden (Antiepileptika), zur Beruhigung (Benzodiazepine) oder gegen Schmerzen (Paracetamol).

Vor und während der Behandlung wird Ihr Arzt regelmäßig verschiedene Laborwerte (Leberenzyme einschließlich Cholestaseparameter, Serumkreatinin, komplettes Blutbild monatlich) überprüfen.
Zur Behandlung der Tuberkulose ist die gleichzeitige Einnahme mehrerer Arzneimittel notwendig. Dabei muss beachtet werden, dass sich deren leberschädigende Eigenschaften addieren (siehe Abschnitt 4).
Während der Therapie muss auf die Aufnahme von Alkohol verzichtet werden, da Alkohol das Risiko einer Leberentzündung durch Isoniazid vergrößert (siehe Abschnitt 4).

Isoniazid greift in den körpereigenen Vitamin-B-Stoffwechsel ein, was negative Auswirkungen auf die Funktion des Nervensystems haben kann. Daher wird Ihr Arzt auch die Funktion der Nerven einschließlich Ihres seelischen Zustandes (neurologisch-psychiatrischer Zustand vor und regelmäßig während der Behandlung überprüfen (siehe Abschnitt 4).
Insbesondere dann, wenn bei Ihnen ein Vitamin-B-Mangel vorliegt, zu erwarten ist oder

Bei Einnahme von INH „Agepha“ 100 mg - Tabletten mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Während der Behandlung mit Isoniazid ist das Risiko schwerer Leberschäden stark erhöht und die Verträglichkeit von Alkohol herabgesetzt (verstärkte zentralnervöse Nebenwirkungen).
Während der Behandlung muss daher auf die Aufnahme von Alkohol verzichtet werden.

Wirkung anderer Arzneistoffe auf Isoniazid:

Chlorpromazin, Fenyramidol,β-Rezeptorenblocker Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimittel zur Beeinflußung des seelischen Zustandes (Chlorpromazin), der Muskulatur (Fenyramidol) und des Blutdrucks bzw. zur Verlangsamung des Herzschlages (β-Rezeptorenblocker)kann es zu erhöhten Isoniazid-Mengen im Körper kommen.

Paraaminosalicylsäure, Salicylsäure Paraaminosalicylsäure– haltige Arzneimittel gegen Tuberkuloseund andere Salicylsäure-haltige Arzneimittel (z.B. zur Hornlösung) können die Wirkdauer von Isoniazid verlängern.

Insulin Erhöhte Isoniazid-Mengen werden auch bei gleichzeitiger Behandlung einer Zuckerkrankheit mit Insulin beobachtet.

Prednisolon Bei gleichzeitiger Anwendung von Prednisolon-haltigen Arzneimitteln (eine bestimmte Art von Kortison) kann es bei manchen Patienten zu einer Wirkungsverminderung des Isoniazids kommen, besonders bei genetisch (in den Erbanlagen) bedingtem schnellen Abbau von Isoniazid in der Leber.

Antazida Die gleichzeitige Anwendung von Antazida zur Verminderung der Magensäure verringert die Aufnahme von Isoniazid.
Antazida sollten daher mit einem zeitlichen Mindestabstand von 2 Stunden nach Isoniazid aufgenommen werden.

Isoniazid beeinflußt die Wirkung der folgenden Arzneimittel:

Phenytoin, Primidon, Valproinsäure, Carbamazepin und BenzodiazepineIsoniazid hemmt bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln mit diesen Stoffen (zur Behandlung von Anfallsleiden sowie zur Beeinflußung des seelischen Zustandes und zur Beruhigung) die Verstoffwechslung dieser Substanzen. Deren Wirkungen können verstärkt sein. Ihr Arzt wird gegebenenfalls eine Dosisanpassung vornehmen.

Antikoagulantien Bei gleichzeitiger Einnahme von gerinnungshemmenden Arzneimitteln vom Cumarin-Typ kann es zu einer Wirkungsverstärkung dieser Arzneimittel mit erhöhter Blutungsneigung kommen. Ihr Arzt wird regelmäßige Untersuchungen zur Kontrolle der Blutgerinnung durchführen.

Ketoconazol-bzw. Itraconazol Bei gleichzeitiger Einnahme von Ketoconazol-bzw. Itraconazol-haltigen Arzneimitteln zur Behandlung von Pilzerkrankungen können die Blutspiegel dieser Arzneimittel absinken mit der Folge einer unzureichenden Wirksamkeit.

Paracetamol Die gleichzeitige Einnahme von Paracetamol-haltigen Arzneimitteln zur Schmerzbekämpfung und Fiebersenkung kann die Ausscheidung dieser Arzneimitteln über die Niere vermindern und die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung von Leberzellen erhöhen. Während einer Behandlung mit Isoniazid sollte die Einnahme von Paracetamol-haltigen Präparaten daher vermieden werden.

Levodopa Bei gleichzeitiger Anwendung Levodopa-haltiger Arzneimittel zur Behandlung der Schüttellähmung (M. Parkinson) kann es zu Unruhe (Agitiertheit), schwerem Zittern (Tremor) und zu einer Verschlechterung des Erkrankungsbildes insgesamt kommen.

Sympathomimetika Isoniazid kann die Nebenwirkungen von Adrenalin- und Noradrenalin-haltigen Arzneimitteln (u. a. zur Beeinflussung des Blutdrucks) verstärken.

Atropin

Isoniazid verstärkt die Wirkung von Atropin-haltigen Arzneimitteln (u. a. zur Krampflösung, Anwendung am Auge).

Vitamin B Unter Isoniazid kommt es zu verstärkter Ausscheidung von Vitamin Bmit der Folge eines Vitamin-B-Mangelzustandes.

Vitamin D Unter Isoniazid ist der Abbau des Vitamin D in der Leber vermindert mit der Folge einer verstärkten Wirkung von Vitamin D.

Haloperidol Isoniazid erhöt die Blutspiegel von Haloperidol (zur Behandlung von seelischen Erkrankungen). Bei gleichzeitiger Einname von Arzneimitteln mit Isoniazid und Haloperidol müssen daher Blutspiegel von Haloperidol regelmäßig kontrolliert werden.

Sonstige Wechselwirkungen:

Chloroquin Zwischen Isoniazid und Chloroquin-haltigen Arzneimitteln gegen Malaria besteht eine Wechselwirkung (Antagonismus). Dies sollte bei der gleichzeitigen Behandlung von Tuberkulose und Malaria berücksichtigt werden.

Theophyllin Bei gleichzeitiger Anwendung von Isoniazid und Theophyllin (zur Behandlung von Asthma) kann es zur gegenseitigen Wirkungsverstärkung kommen. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Blutspiegel erforderlich.

Rifampicin, Pyrazinamid Bei gleichzeitiger Anwendung von Isoniazid und diesen anderen Arzneimitteln zur Behandlung der Tuberkulose addieren sich die leberschädigenden Wirkungen.

Disulfiram, MAO-Hemmer Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln zur Behandlung von Anfallsleiden (Phenytoin, Carbamazepin), Disulfiram-haltigen Arzneimitteln zur Alkoholentwöhnung und MAO-Hemmern zur Behandlung von Depressionen kann es zur gegenseitigen Wirkungsverstärkung kommen.

Bei Einnahme von INH „Agepha“ 100 mg Tabletten zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Die Resorption von INH „Agepha“ 100 mg Tabletten wird durch gleichzeitige Aufnahme von Nahrung, insbesondere von Kohlenhydraten, beeinträchtigt.
Auch können die in einigen Speisen (z. B. Thunfisch, Käse) enthaltenen Stoffe (sogenannten Monoamine) zu Unverträglichkeiten mit Hitzewallungen, Hautrötung, Schleimhautschwelung und Kreislaufbeschwerden führen.
Aus den genannten Gründen sollte Isoniazid auf nüchternen Magen eingenommen und die genannten Nahrungsmittel während der Behandlung vermieden werden.

Schwangerschaft und Stillzeit
In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt angewendet werden. Wenn eine Anwendung Isoniazid – haltiger Arzneimittel in der Schwangerschaft erforderlich ist, sollte eine ausreichende Versorgung mit Pyridoxin (Vitamin-B-haltiges Arzneimittel) sichergestellt sein, um möglichen Schädigungen des Kindes vorzubeugen. Wenn eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich ist, sollte abgestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie INH „Agepha“ 100 mg - Tabletten immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Art und Dauer der Anwendung

Nehmen Sie die für Sie ermittelte Tagesgesamtdosis von INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten in einer morgendlichen Einzelgabe auf nüchternen Magen unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein (vorzugsweise mit einem Glas Trinkwasser).

INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten werden entweder täglich oder 2 – 3 x wöchentlich (intermittierend) – in Fällen nicht gewährleisteter Einnahmezuverlässigeit unter geregelter Aufsicht (DOT) – eingenommen. Die Höhe der erforderlichen Tagesdosis ist abhängig vom Einnahmerhythmus.

INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten gehören zu den Erstrangmitteln zur Behandlung der Tuberkulose und werden zur Behandlung einer nachgewiesenen Erkrankung an Tuberkulose immer in Form einer Kombinationsbehanldung mit weiteren Erstrangmitteln, die gegen die Tuberkuloseerreger wirksam sind, eingesetzt. Die Auswahl der Behandlungskombination richtet sich nach der Empfindlichkeit der Tuberkuloserreger, die sich aus Merkmalen des Krankheitsgeschehens (Epidemiologie) und den Ergebnissen spezieller Untersuchungsmethoden (Resistenztestung) ergibt.
Im Rahmen der Standardtherapie (Dauer: 6 Monate) werden INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten in der 8-wöchigen Anfangspause (Initialphase) mit den Erstrangmitteln Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol oder Streptomycin, in der sich anschließenden 4-monatigen Erhaltungsphase (Stabilisierungsphase) mit Rifampicin kombiniert.

Zur vorbeugenden Behandlung (siehe auch 1. Chemoprophylaxe, Chemoprävention) können INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten als Einzelsubstanz ohne weitere Kombinationspartner eingesetzt werden.

Die Dauer der Anwendung von INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten richtet sich grundsätzlich nach dem jeweils verwendeten Behandlungsschema.
Alle Kombinationen zur Behandlung der Tuberkulose, bei denen Isoniazid- oder Rifampicin-haltige Arzneimittel nicht oder nicht über den gesamten Zeitraum gegeben werden können, müssen durch andere Zweitrangmittel ergänzt werden und die Behandlungsdauer entsprechend der veränderten Zusammensetzung in unterschiedlichem Ausmaß verlängert werden.
Die Dauer der vorbeugenden Behandlung (Chemoprophylaxe, Chemoprävention) richtet sich nach individuellen Begleitumständen, eine ausreichend lange, bis zu 6 Monaten andauernden Behandlungszeit ist erforderlich.

Dosierung
Die erforderliche Dosis von INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten werden individuell für Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach unterschiedlichen Vorgaben ermittelt.
Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten sonst nicht richtig wirken können!

Erwachsene:
Bei Erwachsenen wird die erforderliche Dosis von INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten in Abhängigkeit vom Körpergewicht ermittelt:
5 mg (4 - 6 mg)/kg Körpergewicht als Einmaldosis, wobei bei täglicher Gabe die Tageshöchstmenge von 300 mg (3 Tabletten) nicht überschritten und die Tagesmindestmenge von 200 mg (2 Tabletten) nicht unterschritten werden sollte.

Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr:
Die Dosis im Kindes- und Jugendalter kann sowohl körperoberflächenbezogen als auch altersabhängig ermittelt werden, daraus erklärt sich die mit steigendem Lebensalter fallende Dosis pro kg Körpergewicht.

Körperoberflächenbezogen gilt folgende Dosierungsvorschrift:
200 mg/m Körperoberfläche
Abhängig vom Lebensalter gilt bei Kindern und Jugendlichen folgende Dosierungsvorschrift:

6 – 10 mg/kg Körpergewicht als Tagesgesamtdosis:

Tageshöchstmenge 300 mg

Auch hier gilt, dass die Tagesmaximaldosis von 300 mg bei täglicher Therapie nicht überschritten werden sollte.

Bei intermittierender Gabe (nur in Erhaltungsphase und wenn eine tägliche Gabe nicht zuverlässig durchführbar ist) gilt folgende Dosierungsvorschrift:
Erwachsene:
(8) – 10 (15) mg/kg Körpergewicht: 3x wöchentlich
(13) – 15 (17) mg/kg Körpergewicht: 2x wöchentlich
Insgesamt sollte die Tageshöchstdosis von 900 mg nicht überschritten werden.

Kinder:
15 mg/kg Körpergewicht: 3x/Woche

Bei vorbeugender Behandlung (Chemoprophylaxe, Chemoprävention):
Erwachsene: 300 mg täglich für mindestens 6 Monate
Kinder: 5 mg/kg Körpergewicht täglich (max. 300 mg) für mindestens 6 Monate.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:
Bei leichter bis mittelgradig eingeschränkter Nierenfunktion kann Isoniazid unter der Voraussetzung, dass die Leberfunktion normal ist, in unveränderter Dosis und unverändertem Einnahmerhythmus verabreicht werden.
Bei fortgeschrittener Ausscheidungsschwäche der Nieren wird die Tageshöchstmenge von 300 mg/Tag in der Regel gut toleriert. Allerdings wird bei Patienten mit einem genetisch festgelegten langsamen Abbau von Isoniazid in der Leber (Langsamacetylierer) eine Dosisrücknahme auf 100 – 200 mg INH pro Tag empfohlen. Insgesamt ist eine Überwachung der Isoniazid-Blutspiegel und Dosisanpassung zu empfehlen.

Da Isoniazid durch Hämodialyse (maschinelles Blutreinigungsverfahren) und durch Peritonealdialyse (Blutreinigungsverfahren in der Bauchhöhle) entfernt werden kann, sollte Dialysepatienten die Gesamtdosis Isoniazid erst nach Ende des Dialysevorganges gegeben werden.

Dosierung bei chronischen Lebererkrankungen
Eine Dosisreduktion auf 100 – 200 mg wird empfohlen.

Wenn Sie eine größere Menge von INH „Agepha“ 100 mg - Tabletten eingenommen haben, als Sie sollten

Als Anzeichen einer Überdosierung von Isoniazid können Erbrechen, Übelkeit, Schwindel, Nervosität, verwaschene Sprache, Sehstörungen, Halluzinationen, Krämpfe, Beeinträchtigungen der Atem- und Gehirnfunktion (bis zur Bewußtlosigkeit), sowie Veränderungen der Blut- und Harnwerte auftreten. Verständigen Sie sofort einen Arzt.

Für den Arzt:
Hinweise zur Therapie bei Überdosierung finden Sie am Ende dieser Gebrauchsinformation!

Wenn Sie die Einnahme von INH „Agepha“ 100 mg - Tabletten vergessen haben

Wenn Sie zu wenig INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten eingenommen, oder die Einnahme vergessen haben, verständigen Sie ebenfalls in jedem Fall den die Behandlung begleitenden Arzt.

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von INH „Agepha“ 100 mg – Tabletten abbrechen

Bei der Behandlung der Tuberkulose ist es äußerst wichtig, die Dosierungs- und Anwendungsvorschriften genau und zuverlässig einzuhalten, um die Heilungsaussichten nicht zu gefährden und Rückfälle zu vermeiden. Diese sind immer verbunden mit einer Einschränkung der Behandlungsmöglichkeiten infolge eines zunehmenden Wirkungsverlustes der eingesetzten Medikamente bei Abnahme der Empfindlichkeit der Tuberkuloseerreger (Resistenzentwicklung) und der Notwendigkeit des Wechsels auf weniger gut veträgliche und weniger wirksame Medikamente und den die Lebensweise eingeschränkenden Maßnahmen. Brechen Sie daher keinesfalls von sich aus die Einnahme ab. Wenn Sie weitere Fragen haben, fragen Sie Ihren Arzt.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel können INH „Agepha“ 100 mg - Tabletten Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die Nebenwirkungen einer Isoniazid-Therapie betreffen das Nervensystem, den Magen-Darm-Trakt, hormonabhängige Körperfunktionen, das Herz-Kreislauf-System, das Knochenmark, den Bewegungsapparat und allergische Reaktionen. Sie treten überwiegend alters- und dosisabhängig auf und finden sich häufiger bei Patienten mit langsamen Abbau von Isoniazid (Langsamacetylierern).

Nebenwirkungen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:
Selten: Funktionsstörung des Knochenmarks mit z.B. Verminderung von weißen/roten Blutkörperchen und Blutplättchen (Granulozytopenie, Thrombozytopenie, Agranulozytose, aplastische Anämie).
Nicht bekannt: Verschiedene Formen von Blutarmut Auftreten einer erhöhten Blutungsneigung (durch Gefäßentzündungen, Schädigung der Blutblättchen und Gerinnungsstörungen).

Hormonelle Erkrankungen:
Nicht bekannt: Meist vorübergehende Überfunktion der Nebennierenrinde (Cushing-Syndrom) und Hirnanhangdrüse (Hypophysenvorderlappen) mit Zyklusstörungen bei der Frau bzw. Hormonstörungen beim Mann (z.B. Vermehrung von Brustdrüsengewebe).

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Selten: Auslösung oder Verschlechterung einer Porphyrie (Störung des Aufbaus des Blutfarbstoffes), Pellagra (durch Vitamin B-Mangel ausgelöste Erkrankung z.B. der Haut).

Erkrankungen des Nervensystems:
Häufig: Erkrankung der Nervenendigungen (vor allem an Armen und Beinen) mit Missempfindungen, Muskelschwäche, Verlust der Sehnenreflexe, Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen etc.
psychische Störungen (Reizbarkeit, Ängstlichkeit), Konzentrationsschwäche, Depression, Wahnvorstellungen (maniforme, katatone oder paranoide Psychosen).
Nicht bekannt: Krampfanfälle, krankhafte Veränderungen des Gehirns, Gedächtnisstörungen.

Augenerkrankungen:
Nicht bekannt: Entzündung des Sehnervs.

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems:
Nicht bekannt: Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen mit Schwindel.

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts:
Häufig: Störungen mit Durchfall und Verstopfung sowie Aufstoßen, Völlegefühl, Übelkeit, Magenschmerzen und Erbrechen auf. Mundtrockenheit, leichte Magersucht. Sehr selten: Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

Lebererkrankungen:
Das Risiko von Nebenwirkungen an der Leber ist u.a. altersabhängig (siehe auch Abschnitt 2). Die Häufigkeit einer Leberentzündung bei Anwendung von Isoniazid beträgt etwa 3/1.000 Patienten im Alter zwischen 20 – 43 Jahren, 12/1.000 zwischen dem 34. – 49. Lebensjahr und 23/1.000 zwischen dem 50. – 64. Lebensjahr. Sehr häufig kommt es zum Anstieg der Leberwerte.
Gelegentlich: Gelbsucht.

Erkrankungen der Haut und Überempfindlichkeitserscheinungen:

Häufig: leichte Gesichtsrötung und Juckreiz mit oder ohne Hautausschlag und Augenrötungen; Akne.
Gelegentlich: Urtikaria.
Selten: schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen (exfoliative Dermatitis, emphysoide Reaktionen, Erythema multiforme inkl. Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson Syndrom, Dermatitis exfoliativa, Pemphigoid) Nicht bekannt: Quincke-Ödem (Hautschwellung, vor allem im Gesichtsbereich) Lichtempfindlichkeit, Hautausschlag, pellagraähnliche Hautsymptome.

Erkrankungen des Immunsystems
Selten: anaphylaktische Reaktion, rheumatische Beschwerden, Lupus erythematodes ähnliche Erscheinungen (Autoimmunkrankheit).
Nicht bekannt: allergischer Schock

Muskulatur- und Skelettsystem:
Nicht bekannt: Rheumatische Beschwerden (Gelenks- und Muskelschmerzen), Untergang von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse).

Nierenerkrankungen:
Selten: Probleme bei der Blasenentleerung.
Nicht bekannt: Nierenentzündung (Glomerulonephritis), meist vorübergehend.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mittelfells:

Nicht bekannt: Asthma.

Untersuchungen:
Sehr häufig: Erhöhung der Leberwerte (ca. 10–20%).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Selten: Fieber.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt, oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25°C lagern. Den Securibox-Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Securibox-Behälter und der Faltschachtel angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.


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