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«Kaletra® Weichkapseln»

Kaletra® Weichkapseln


Wie wirkt der Inhaltsstoff?

Das Medikament ist eine Kombination aus den Wirkstoffen Lopinavir und Ritonavir. Es wird zur Bekämpfung der HIV-Infektion eingesetzt.Die HIV- Infektion wird durch eine bestimmte Virenart, die Retroviren ausgelöst. Das Virus befällt bestimmte Zellen des menschlichen Körpers: dies sind hauptsächlich Zellen des Immunsystems sowie einige Haut-, Darm- und Gehirnzellen. Das Virus kann sich alleine nicht vermehren - es braucht dazu die Hilfe der menschlichen Zellen. In den Zellkernen wird regelmäßig die Erbinformation verdoppelt, damit bei der Zellteilung neue Zellen entstehen können. Der HI-Virus schleust seine eigenen Baupläne wie ein Kuckucksei in den Zellkern ein, und lässt die Virus-Erbinformation einfach vom Zellkern der menschlichen Zelle vervielfachen. Aus dieser Erbinformation entstehen viele neue Viren, die in das Blut übergehen und andere Zellen befallen.Neben seiner Erbinformation schleust der HI-Virus bestimmte Eiweißstoffe mit ein, die HIV-Proteasen. Diese Eiweißstoffe zerteilen die hergestellte Virus-Erbinformation in einzelne Stücke, wobei aus jedem dieser Einzelstückchen ein neuer Virus entsteht. Lopinavir ist ein Hemmstoff der HIV-Proteasen: er verhindert, dass die Eiweißstoffe die Erbinformation an der richtigen Stelle zerteilen. Es entstehen zwar weiterhin neue Viren, jedoch mit fehlerhafter Erbinformation. Diese Viren können keine Immunzellen mehr befallen und zerstören.Ritonavir blockiert in hoher Dosierung ebenfalls die HIV-Proteasen. In diesem Medikament dient es jedoch lediglich dazu, die Wirkung von Lopinavir zu verstärken. Beide Arzneistoffe werden an der selben Stelle im Körper abgebaut. Ritonavir streitet sich mit Lopinavir um die Abbaustellen und verdrängt das Lopinavir von dort. Dadurch kann Lopinavir viel länger im Körper wirken. Das ist sehr wichtig, um Resistenzen zu vermeiden: wenn Lopinavir zu schnell abgebaut wird, hat der Virus eine Verschnaufpause, in der er sich wieder vermehren kann. Dabei verändert er sein Aussehen so, dass ihm der Arzneistoff nichts mehr anhaben kann.Meist wird dieses Medikament in Kombination mit anderen HIV- Präparaten eingesetzt. Die HIV-Infektion kann dadurch lediglich aufgehalten, jedoch mit keinem der Wirkstoffe geheilt werden. In den meisten Fällen gelingt es, die Anzahl der Viren so stark zu verringern, dass sie kaum mehr nachweisbar sind. Dadurch wird die Zerstörung wichtiger Zellen des Immunsystems aufgehalten, die Lebensqualität wird verbessert und die Überlebenszeit steigt an. Die größten Erfolge erzielt das Medikament bei Patienten, die noch keine anderen Arzneistoffe gegen HIV eingenommen haben. Eine Behandlung ist aber auch dann sinnvoll, wenn andere Wirkstoffe wegen Resistenzen keine Wirkung mehr zeigen.Weiterlesen:Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete

  • HIV-Infektionen und AIDS

Packungsgrößen

  • 180 Weichkps. (N1) (2×90)
  • 180 Weichkps. (N1) (5×36)

Warnhinweise!

  • Da das HIV-Virus durch die Therapie nicht beseitigt wird, besteht auch weiterhin die Gefahr einer Übertragung von HIV durch sexuelle Kontakte oder über andere Infektionswege.
  • Nehmen Sie immer die von Ihrem Arzt verschriebene Dosis ein. Setzen Sie das Präparat nicht eigenmächtig ab. Unterbrechen Sie nie die Einnahme, außer Ihr Arzt fordert Sie dazu auf.

Wann ist das Medikament nicht für Sie geeignet (Gegenanzeigen)?

  • Gleichzeitige Einnahme von Medikamenten, die von einem bestimmten Stoffwechselsystem der Leber abgebaut werden (z.B.: bestimmte Antibiotika, Antiallergika) Bitte halten Sie Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker.
  • Vorsicht bei Lebererkrankungen

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Während der Schwangerschaft sollte das Medikament möglichst nicht angewendet werden, es sei denn, Ihr Arzt hält dies für unbedingt erforderlich.
  • Bei HIV-Infektion wird Abstillen generell empfohlen.

Nebenwirkungen

Aufgelistet sind die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen. Sie können auftreten, müssen aber nicht, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente anspricht.

Manchmal reagieren Menschen allergisch auf Medikamente. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion verspüren, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Fettverteilungsstörungen und Veränderungen der Blutfettwerte
  • Kopfschmerzen (Gelegentlich)
  • Ausbildung von Nierensteinen (Gelegentlich)
  • Hautausschläge (Gelegentlich)
  • Störungen des Gehirns unterschiedlicher Ursache wie z.B. Empfindungsstörungen, Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit, Halluzinationen (Gelegentlich)
  • Erhöhte Leberwerte (Gelegentlich)

Wechselwirkungen

Vorsicht bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten mit dem Wirkstoff Sildenafil, die die Erektionsfähigkeit des Penis verbessern. Wirkung und Nebenwirkungen von Sildenafil werden verstärkt.Das Medikament darf nicht gleichzeitig mit Johanniskraut-Präparaten eingenommen werden - die Wirksamkeit von Lopinavir wird dadurch vermindert und die Entwicklung von Resistenzen gefördert.Lopinavir und Ritonavir zeigen mit vielen Medikamenten Wechselwirkungen und können die Wirkung von zahlreichen Medikamenten verstärken oder abschwächen oder selbst verstärkt oder abgeschwächt werden. Daher dürfen sie nur unter strenger ärztlicher Kontrolle verabreicht werden.


Bewertungen «Kaletra® Weichkapseln»