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«Kemadrin®»

Kemadrin®


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Kemadrin ist ein künstlich hergestelltes, krampflösendes Arzneimittel zur Behandlung aller Formen der parkinsonschen Krankheit (Schüttellähmung), einschliesslich des medikamentös bedingten Parkinsonismus.

Kemadrin löst die Muskelsteife und dämpft das Zittern. Seine Einnahme führt im Weiteren zu erhöhter Aktivität, Verbesserung der Muskelkoordination, Leistungszuwachs, Steigerung der Aufmerksamkeit, besserer Stimmung, allgemeinem Wohlbefinden und übt einen günstigen Einfluss auf Ermüdungs- und damit verbundene Depressionszustände aus.

Kemadrin wird auch zur Unterdrückung Parkinson-ähnlicher Nebenwirkungen anderer Arzneimittel eingesetzt.

Kemadrin darf nur auf Verschreibung und unter ständiger Kontrolle des Arztes bzw. der Ärztin eingenommen werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Kemadrin darf im Falle einer bekannten oder vermuteten Überempfindlichkeit gegenüber Procyclidin oder einem anderen Bestandteil des Präparates nicht eingenommen werden. Patienten, die an der Krankheit Myasthenia gravis leiden, dürfen Kemadrin nicht einnehmen.


Kemadrin soll mit besonderer Vorsicht bei grünem Star, bei Erkrankungen des Magendarmtraktes mit Passagebehinderung und bei Prostatavergrösserung mit Störungen beim Wasserlassen verwendet werden, ebenso bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen. Dies gilt ganz besonders für Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Erkrankungen (z.B. MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva, Phenothiazine), Pilzinfektionen (z.B. Ketokonazol), Herzrhythmusstörungen (z.B. Chinidin, Disopyramid) und Alzheimer (z.B. Tacrin), Beruhigungsmittel, Antihistaminika, Arzneimittel gegen Magenübersäuerung und andere Parkinson-Präparate (z.B. Amantadin, Levodopa).

Die tägliche Einnahme von Paroxetin, ein Wirkstoff, der bei Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen angewendet wird, erhöht die Konzentration von Kemadrin im Blutplasma. Wenn Nebenwirkungen beobachtet werden, sollte Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Kemadrin-Dosis herabsetzen.

Arzneimittel, die die Motilität des Magens und Dünndarms erhöhen, wie z.B. Metoclopramid und Domperidon, können in ihrer Wirkung durch Kemadrin abgeschwächt werden.

Kemadrin kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Die Anwendung und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen wurde nicht untersucht, daher darf Kemadrin in dieser Altersgruppe nur angewendet werden, wenn der Arzt bzw. die Ärztin dies ausdrücklich verordnet.

Kemadrin Tabletten enthalten Lactose. Patienten mit Galac­tose-Unverträglichkeit, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption (seltene Stoffwechselerkrankungen) sollten Kemadrin nicht einnehmen.


Die Unschädlichkeit von Kemadrin während der Schwangerschaft ist nicht bewiesen. Wie bei jeder Arzneimitteleinnahme sollten Sie zusammen mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin den Nutzen gegenüber dem möglichen Risiko abwägen.

Es bestehen keine Daten über die Ausscheidung von Kemadrin in die Muttermilch. Wenn Sie stillen, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat fragen.

Wie wird es angewendet?

Ihr Arzt bzw. die Ärztin setzt die für Sie geeignete Dosierung entsprechend der Art und dem Schweregrad Ihrer Erkrankung individuell fest. Die Dosierung erfolgt immer einschleichend.

Die Anfangsdosis beträgt 3× täglich ½ Tablette. Diese Dosierung kann bei Bedarf alle 1 bis 3 Tage um ½ bis 1 Tablette gesteigert werden, bis die optimale Wirkung erreicht ist. Die üblichen Erhaltungsdosen betragen je nach Art und Schweregrad der Erkrankung 10 bis 30 mg pro Tag, in einzelnen Fällen können bis zu 60 mg pro Tag erforderlich sein.

Ältere Patientinnen und Patienten benötigen in der Regel geringere Dosierungen, da sie empfindlicher gegenüber Kemadrin reagieren.

Bei Patientinnen und Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen wird der Arzt bzw. die Ärztin die Dosis speziell anpassen. Die Anwendung und Sicherheit von Kemadrin bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft worden. Die Tabletten sollten der besseren Verträglichkeit wegen mit den Mahlzeiten eingenommen werden. Ausser in Notfällen soll die Therapie nicht abrupt abgesetzt werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Kemadrin auftreten:

Als wichtigste unerwünschte Wirkungen können Mundtrockenheit, Sehstörungen, Verstopfung und Schwierigkeiten beim Wasserlassen vorkommen. Gelegentlich wurden auch Übelkeit, Erbrechen, Zahnfleischentzündung, Nervosität und Hautausschlag beobachtet.

Unter hohen Dosen können zudem Schwindel, Verwirrtheit, Gedächtnis-, Wahrnehmungs- und Orientierungsstörungen, Angstzustände, Unruhe und Halluzinationen auftreten. Bei älteren Patientinnen und Patienten können diese psychischen Nebenwirkungen bereits in niedrigeren Dosierungen auftreten.

Bei Auftreten von unerwünschten Wirkungen ist der Arzt bzw. die Ärztin zu informieren, damit gegebenenfalls eine Dosisreduktion vorgenommen werden kann.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Kemadrin Tabletten sind bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Kemadrin: Packungen zu 100 Tabletten.


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