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«Mannitol-Lösung 20»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Anwendungsgebiete
Therapie und Prophylaxe eines akuten Nierenversagens infolge Trauma oder Schock nach vorangegangener Probeinfusion
Hirndrucksenkung bei intakter Blut-Hirn-Schranke
Osmotherapie zur Hirnödemprophylaxe und –therapie
Augeninnendrucksenkung (Glaukom)
Einleitung einer osmotischen Diurese bei Oligurie/Anurie
Diagnose der Oligurie/Anurie
Mannitol-Lösung 20 darf nicht angewendet werden bei
nach Probeinfusion (siehe Dosierungsanleitung) anhaltende Harnausscheidungsstörung (Oligurie/Anurie)
verminderte Herzleistung (kardiale Dekompensation)
Verlust von Körperwasser (Dehydratationszustände)
Überwässerung (Hyperhydratation)
Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem)
Gehirnblutungen (intrakraniellen Blutungen)
Störung der Blut-Hirn-Schranke
erhöhte Serumosmolarität
Abflusshindernis im Bereich der ableitenden Harnwege
Kontrollen des Serumionogramms und der Wasserbilanz sind erforderlich.
Die Lösung ist nur zur Osmotherapie geeignet.
Eine Vortestung (Probeinfusion) bei Oligurie/Anurie ist erforderlich.
Jede osmotische Diurese (Urinausscheidung) setzt einen ausreichenden Hydratationszustand voraus.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Mannitol-Lösung 20 ist erforderlich bei
- bei Hypervolämie (Volumenzunahme)
Bei Anwendung von Mannitol-Lösung 20 mit anderen Arzneimitteln
Mannitol-Lösung 20 kann Wechselwirkungen mit folgenden Arzneimitteln eingehen
Verstärkung der ototoxischen Effekte von Aminoglykosid-Antibiotika
Steigerung der Wirkung von Tubocurarin und anderer kompetitiv oder depolarisierend wirkender Muskelrelaxantien
Herabsetzung der Wirkung von oralen Antikoagulantien
Mannitol-Lösung 20 vermindert die Serumwerte zahlreicher Elektrolyte. Bei gleichzeitiger Einnahme von Lithiumpräparaten muss der Lithiumspiegel kontrolliert werden.
Osmotherapeutika eignen sich aufgrund ihrer Konzentration und Dosierung grundsätzlich nicht zum Mischen mit anderen Arzneimitteln.
Mannithaltige Infusionslösungen dürfen nicht im selben Schlauchsystem mit Blut verabreicht werden, da dies zu Pseudoagglutination führen kann.
Schwangerschaft und Stillzeit Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit einer Anwendung von Mannitol, dem Wirkstoff in Mannitol-Lösung 20, bei Schwangeren vor.
Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie Mannitol-Lösung 20 daher nur anwenden, wenn Ihr behandelnder Arzt das für unbedingt erforderlich hält. Die Dosierung ist dann so niedrig wie möglich zu halten.
Es besteht das Risiko der Überdosierung nach Infusion großer Mengen Mannitol-Lösung 20 infolge Überlastung der Nieren in der Spätschwangerschaft.
Stillzeit:
Es ist nicht bekannt, ob Mannitol in die Muttermilch übergeht. Deshalb sollte Mannitol-Lösung 20 bei Ihnen, wenn Sie stillen, nicht angewendet werden, es sei denn, Ihr behandelnder Arzt hält es für unbedingt erorderlich.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Keine Angaben.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Mannitol-Lösung 20.
Keine Angaben.

Wie wird es angewendet?

Wie ist Mannitol-Lösung 20 anzuwenden?
Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihr Arzt MANNITOL-LÖSUNG 20 nicht anders verordnet hat.
Wie viel MANNITOL-LÖSUNG 20 sollte angewendet werden?
Maximale Infusionsgeschwindigkeit:
bis 1,5 ml/kg KG und Stunde (entsprechend bis 0,3 g Mannitol/kg KG und Stunde). Dies entspricht beim Erwachsenen von 70 kg KG ca. 30 Tropfen/min.
Maximale Tagesmenge:
bis 7,5 ml/kg KG entsprechend bis 1,5 g Mannitol/kg KG (Beim Erwachsenen bis ca. 500 ml/Tag).
Bei überhöhter Infusionsgeschwindigkeit und Überdosierung besteht die Gefahr einer akuten Volumenbelastung mit Beeinträchtigung des kardiovaskulären Systems.
Wie sollte MANNITOL-LÖSUNG 20 angewandt werden?
Als intravenöse Infusion (Kava-Katheter). Die Verwendung eines Infusionssystems mit Filter wird empfohlen.
Über die Dauer entscheidet der Arzt.
Wie lange sollte MANNITOL-LÖSUNG 20 angewandt werden?
Dosierung für die Probeinfusion bei Oligurie/Anurie:
Die Zufuhr von 0,2 g Mannitol/kg Körpermasse innerhalb von 5 Minuten soll zu einer Mindestharnmenge von 40 bis 50 ml/Stunde über einen Zeitraum von 2 bis 3 Stunden führen. Eine zweite Probeinfusion ist möglich, wenn das Ergebnis des ersten Tests unzureichend war. Bleibt die Diurese weiterhin aus, dann sind andere therapeutische Maßnahmen einzuleiten.
Dosierung für die Senkung des Hirndrucks:
Innerhalb von 15 Minuten werden 0,5 bis 1 g Mannitol/kg Körpermasse, entsprechend 2,5 bis 5 ml MANNITOL-LÖSUNG 20/kg Körpermasse infundiert. Die Wirkung setzt nach ca. 20 Minuten ein. Es wird empfohlen, Mannitol in kleinen dosen, intermittierend nach Bedarf und nicht kontinuierlich zuzuführen, um Druckanstiege im Schädel und eine rasche osmotische Anpassung des Gehirns zu vermeiden.
Dosierung für die Augeninnendrucksenkung (Glaukom):
Über 15 bis 30 Minuten werden bis zu 2 g Mannitol/kg Körpermasse, entsprechend bis zu 10 ml MANNITOL-LÖSUNG 20/kg Körpermasse infundiert.
Wenn Sie eine größere Menge Mannitol-Lösung 20 angewendet haben, als Sie sollten
Symptome der Überdosierung:
Die Intoxikation ist zunächst gekennzeichnet durch einen extrazellulären Überschuß, Verminderung des Hämoglobin- und Hämatokritwertes, Verminderung der Serumelektrolyte, Austritt von Kalium aus der Zelle in den Extrazellulärraum, Erhöhung der Plasmaosmolarität.
Bei intakter Nierenfunktion führt die Intoxikation entsprechend der Hyperosmolarität der infundierten Lösung zu einer stark ausgeprägten über das therapeutische Ziel hinausgehenden osmotischen Diurese mit großen Verlusten von Elektrolyten, insbesondere von Kalium.
Überdosierung führt bei intakter Nierenfunktion zu erhöhter Wasser- und Elektrolyt-Ausscheidung (Na+, Cl-, K+). Durch Natriumchlorid- und Wasserverluste kommt es zu orthostatischen Störungen mit Tachykardie oder Hypotension und einem Abfall des zentralvenösen Drucks. Kaliumverlust führt zu Störungen der neuromuskulären Erregbarkeit: Adynamie, Reflexabschwächung, Verminderung des Muskeltonus, Parästhesien, Magen-Darm-Atonie, Blasenentleerungsstörungen, Beeinträchtigung der Reizbildung und Reizleitung am Herzen (Arrhythmien, ST-Streckensenkung, T-Abflachung, verlängerte QT-Dauer, TU-Verschmelzungswelle).
Bedingt durch die zusätzliche Wasserbindung der infundierten hypertonen Mannitollösungen kann die Intoxikation zu einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Dehydratation führen, welche durch eine Verminderung der Plasmaosmolarität gekennzeichnet ist. Die Hämoglobin- und Hämatokritwerte, welche unmittelbar nach der Intoxikation erniedrigt sind, können damit wieder weitgehend normalisiert werden.
Beim Ausbleiben der Diurese und Zufuhr therapeutisch üblicher Volumina an Mannitollösungen kann insbesondere eine Hyperkaliämie auftreten. Eine Volumenüberdosierung kann zusätzlich zu einer Kreislaufüberlastung sowie zu Ödemen (Lungenödem) führen.
Therapie der Überdosierung:
Sofortiges Abbrechen der Infusion.
Korrektur der Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen
In schweren ällen sind durch Hämodialyse eine Beseitigung von Mannitol und eine Reduzierung der Osmolarität möglich.
Wenn Sie die Anwendung von Mannitol-Lösung 20 abbrechen
Keine Angaben.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Anwendung von Mannitol-Lösung 20 zusammen mit Nahrungsmitteln und
Getränken
Keine Angaben.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Zu schnelle Infusion sowie die Applikation größerer Mengen können – insbesondere bei unzureichender Urinausscheidung – zu einer akuten Volumenbelastung des kardiozirkulatorischen Systems führen.
Störungen im Wasserhaushalt mit Dehydratation
Störungen im Elektrolythaushalt mit starken Elektrolytverlusten
Ausbildung eines Lungenödems bei eingeschränkter Nierenfunktion
akutes Nierenversagen
Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock
Übelkeit mit Erbrechen
Oberbauchbeschwerden
Kopfschmerzen
Verwirrtheitszustände
Krämpfe
Tachykardie
Bei Auftreten von sonstigen Nebenwirkungen sind diese beim Arzt unverzüglich mitzuteilen.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!
Das Verfalldatum ist auf dem Flaschenetikett und dem Karton aufgedruckt. Nach diesem Datum sind die Lösungen nicht mehr zu verwenden.
Aufbewahrungsbedingungen
Nicht über +25°C lagern!
Wegen Übersättigung der Lösung und auch bei kühler Lagerung neigt MANNITOL-LÖSUNG 20, wie alle Mannitol-Lösungen über 10 %, zur Auskristallisation. Es wird daher empfohlen, MANNITOL-LÖSUNG 20 vor Gebrauch im Wasserbad zu erwärmen und dann auf Zimmertemperatur abzukühlen.
Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung
Nur klare Lösungen in unversehrten Behältnissen verwenden!
Nach Anbruch des Behältnisses muss die Lösung sofort verwendet werden!

Zusätzliche Informationen

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben
GEBRAUCHSINFORMATION: Information für den Anwender
Mannitol-Lösung 20
Infusionslösung
_______________________________________________________________________________
Wirkstoffe:
Mannitol
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.
-Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
-Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
-Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.
-Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Diese Packungsbeilage beinhaltet:
Mannitol-Lösung 20 ist eine Lösung zur Osmotherapie.


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