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«Medactin 140mg»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Medactin® 140 mg ist ein Arzneimittel gegen Krebs und enthält in einer Hartkapsel 140 mg Estramustin-17 –dihydrogenphosphat. Medactin® 140 mg wird zur palliativen (lindernden, aber nicht heilenden) Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakrebses angewendet, wenn eine vorangegangene Therapie mit Hormonen keinen Erfolg gezeigt hat.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Medactin® 140 mg darf nicht eingenommen werden, wenn Sie
- überempfindlich (allergisch) auf den Wirkstoff in Medactin® (Estramustin-17- dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz) oder einen der sonstigen Bestandteile von Medactin® 140 mg reagieren,
- eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Estradiol oder Stickstoff-Lost haben,
- an Gürtelrose (Herpes Zoster) erkrankt sind,
- schwere Herz- und Lebererkrankungen haben,
- an Geschwüren im Magen und/ oder Zwölffingerdarm (Peptische Ulcera) leiden,
- an einer akute Venenentzündung (von meist oberflächlichen Venen) mit Gefäßverschluss
- (Thrombophlebitis) oder an Gefäßverschlüssen durch losgelöste
Blutgerinnsel (thromboembolische Störungen) leiden.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Medactin® 140 mg ist erforderlich, wenn Sie
- unter Störungen der Knochenbildung (Ossifikationsstörungen) leiden, insbesondere wenn bei Ihnen gleichzeitig die Nierenfunktion eingeschränkt ist und ein erhöhter Calciumspiegel im Blut vorliegt (Hypercalcämie),
- vor Beginn der Behandlung mit Medactin® an einer akuten Venenentzündung (meist oberflächlicher Venen) mit Gefäßverschluss (Thrombophlebitis), an einer Thrombose (Verschluss eines Gefäßes durch Blutgerinnsel) oder an thromboembolischen Störungen (Verschluss eines Blutgefäßes durch ein abgelöstes Blutgerinnsel) litten, insbesondere wenn diese in Zusammenhang mit einer Hormontherapie mit Estrogenen standen,
- an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Durchblutungsstörungen des Gehirns oder Erkrankungen der Herzkranzgefäße) leiden.
Falls Sie eine eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion haben, so sollten Sie regelmäßig Ihren Arzt aufsuchen.
Da es durch Medactin® zu einer Verminderung der ähigkeit kommen kann, den durch die Nahrung aufgenommenen Zucker zu verwerten (Einschränkung der Glucosetoleranz), wird bei Patienten, die an Diabetes mellitus (“Zuckerkrankheit”) leiden, während der Behandlung mit Medactin® 140 mg eine ständige Kontrolle des Blutzuckers empfohlen.
Wenn es durch die Therapie mit Medactin® 140 mg zur Entwicklung eines Bluthochdrucks kommt, sollte dieser in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.

Wie wird es angewendet?

WIE IST Medactin® 140 mg EINZUNEHMEN?
Nehmen Sie Medactin® 140 mg immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Medactin® 140 mg nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Medactin® 140 mg sonst nicht richtig wirken kann.
Medactin® 140 mg sollte mindestens 1 Stunde vor oder frühestens 2 Stunden nach dem Essen (dazu zählen auch Milch und Milchprodukte) eingenommen werden.
Medactin® 140 mg soll nicht zusammen mit Milch oder Milchprodukten, calcium-, magnesium- oder aluminiumhaltigen Präparaten (z. B. Antazida, Medikamente gegen zu viel Magensäure, die z.B. bei Sodbrennen eingenommen werden) und calciumreichem Mineralwasser mit einem Calcium-Gehalt über 200 mg/l eingenommen werden.
Initialdosierung oral:
Nehmen Sie über 4 Wochen 3-mal täglich 2 Hartkapseln (bzw. 2-mal täglich 3 Hartkapseln) ein.
Erhaltungsdosierung:
Nehmen Sie 2-mal täglich 2 Hartkapseln, bei Bedarf (z. B. hohes Körpergewicht) 3-mal täglich 2 Hartkapseln.
Die Dauer der Behandlung wird vom Arzt bestimmt. Sie richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung.
Wenn Sie eine größere Menge von Medactin® 140 mg eingenommen haben, als Sie sollten
Schwere Vergiftungen sind bislang nicht beschrieben worden. Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung Ihren Arzt, damit dieser über das weitere Vorgehen entscheiden kann.
Wenn Sie die Einnahme von Medactin® 140 mg vergessen haben
Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht mehr Hartkapseln ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort.
Wenn Sie die Einnahme von Medactin® 140 mg abbrechen
Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, bevor Sie - z.B. aufgrund des Auftretens von Nebenwirkungen - die Behandlung mit Medactin® 140 mg eigenmächtig unterbrechen oder vorzeitig beenden.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Einnahme von Medactin® 140 mg mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Sollten Sie Medactin® zusammen mit Medikamenten gegen Depressionen (trizyklische Antidepressiva) einnehmen, so kann es zu einer Verminderung der Wirkung und zu einer Verstärkung der Nebenwirkungen dieser Medikamente kommen. Dies kann beispielsweise zu einer Erhöhung des Blutdruckes und/ oder zu anderen unerwünschten Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System führen.
Bei Einnahme von Medactin® 140 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Bestimmte Mineralstoffe (mehrwertige Ionen) können mit Medactin® schwerlösliche Salze bilden. Dies kann dazu führen, dass der Wirkstoff nicht aus dem Darm in die Blutbahn aufgenommen werden und somit nicht wirken kann. Besonders für calciumreiche Nahrung wie Milch oder Milchprodukte (z.B. Joghurt, Käse) ist dies von Bedeutung oder wenn Sie gleichzeitig calcium-, magnesium- oder aluminiumhaltige Präparate einnehmen. Auch Mineralwässer mit einem Calciumgehalt von mehr als 200 mg/l können zur Bildung von schwerlöslichen Salzen führen.
Diese genannten Dinge sollten Sie nicht gleichzeitig mit Medactin® zu sich nehmen (vgl. Sie dazu auch Punkt 3).
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Eventuelle durch Medactin® verursachte Nebenwirkungen am Magen-Darm-Trakt oder Herz-Kreislauf-System können zu einer Beeinträchtigung beim ühren von Kraftfahrzeugen und der Bedienung von Maschinen führen. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert!
WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?
Wie alle Arzneimittel kann Medactin® 140 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.
Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Herzerkrankungen
Häufig:
Vorwiegend Wasseransammlungen (Ödeme), eine eingeschränkte Herzfunktion, die sich in Kurzatmigkeit oder Wasseransammlungen in den Gelenken äußern kann (Herzinsuffizienz) sowie Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (ischämische Beschwerden) bis hin zum Herzinfarkt. Diese Nebenwirkungen sind zu einem hohen Prozentsatz schwerwiegend.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Gelegentlich:
Blutbildveränderungen (Anämie: verminderte Anzahl von roten Blutkörperchen, die zu blasser Haut, Schwäche oder Atemnot führen kann, Leukopenie: verminderte Anzahl von weißen Blutkörperchen, die zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen führen kann und Thrombozytopenie: verminderte Anzahl von Blutplättchen, wodurch sich das Risiko für blaue Flecken und Blutungen erhöht). Diese Nebenwirkungen bildeten sich aber in der Regel nach Halbierung der Dosis bzw. kurzzeitigem Absetzen des Präparates wieder zurück. Nach Abklingen der Symptome sollte die volle Dosis wieder verabreicht werden.
Erkrankungen des Nervensystems
Selten:
Kopfschmerzen, Teilnahmslosigkeit (Lethargie).
Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
Sehr häufig:
Störungen des Magen-Darm-Trakts wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Durchfall können zu Beginn der Therapie auftreten. Die Gabe von Medikamenten gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetika) oder eine vorübergehende Verminderung der Dosierung (1 – 2 Wochen) können hier hilfreich sein.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Gelegentlich:
Nierenschädigende Wirkungen. Diese Nebenwirkungen bildeten sich aber in der Regel nach Halbierung der Dosis bzw. kurzzeitigem Absetzen des Präparates wieder zurück. Nach Abklingen der Symptome sollte die volle Dosis wieder verabreicht werden.
Skelettmuskultur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Selten:
Muskelschwäche.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Sehr selten:
Über das Auftreten eines sogenannten “Quincke-Ödems” wurde in Einzelfällen berichtet. Dieses äußert sich durch eine Schwellung des Gesichtes und Halsbereichs (Kehlkopf). Bei Beteiligung der Luftwege, insbesondere der Stimmritze, kann eine lebensbedrohliche Atemnot auftreten, die eine sofortige Behandlung erfordert.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):Infolge gesteigerter Ausscheidung des körpereigenen Stoffes Phosphat über die Nieren kann es zu einem niedrigen Phosphatspiegel im Blut kommen, der z.B. zu Muskelschwäche, Muskelschmerz oder Verwirrtheit führen kann.
Gefäßerkrankungen
Häufig:
Vorwiegend akute Blockaden von Gefäßen durch losgelöste Blutgerinnsel (Thromboembolien). Diese Nebenwirkungen sind zu einem hohen Prozentsatz schwerwiegend.
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich:
Es kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen mit Symptomen wie Hautausschlägen und Juckreiz kommen.
Leber und Gallenerkrankungen
Gelegentlich:
Beeinträchtigung der Leber- und Gallenfunktion werden beobachtet. Diese Nebenwirkungen bildeten sich aber in der Regel nach Halbierung der Dosis bzw. kurzzeitigem Absetzen des Präparates wieder zurück. Nach Abklingen der Symptome sollte die volle Dosis wieder verabreicht werden.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Häufig:
Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie), Potenzverlust
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig:
Verlust des Sexualtriebes (Libidoverlust), Verwirrung
Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
ür dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.

Zusätzliche Informationen

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION ÜR DEN ANWENDER
Medactin® 140 mg, Hartkapseln
Wirkstoff: Estramustin-17-dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.
- Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Diese Packungsbeilage beinhaltet:


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