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«Methergin Injektionslösung»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Anwendungsgebiete
Blutungen nach Fehlgeburt.
Verstärkte Blutung nach der Geburt und ungenügende Rückbildung der Gebärmutter im Wochenbett bei Frauen, die nicht stillen.
Was ist zu tun, wenn Methergin in zu großen Mengen angewendet wurde (beabsichtigte oder versehentliche Überdosierung)?

Die Krankheitszeichen einer Überdosierung sind: Übelkeit und Erbrechen, Angstgefühl, kalte, blasse Haut, Schwindel, beschleunigter Herzschlag mit schlecht tastbarem Puls, zu hoher oder zu niedriger Blutdruck; u. U. Ohrgeräusche wie Brummen oder Pfeifen (Tinnitus) und Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen oder Schmerzen in Armen und Beinen. Eine Überdosierung kann sich auch in sehr schmerzhaften, langanhaltenden, wehenartigen Krämpfen äußern.
Rufen Sie bei Auftreten dieser Krankheitszeichen sofort den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe!
Mögliche ärztliche Gegenmaßnahmen sind Kreislaufstabilisierung sowie erforderlichenfalls die Gabe gefäßerweiternder Mittel und bei uterinen Langzeitkontraktionen Infusion von beta-2-adrenergen Agonisten.
Bei Krämpfen können 10 bis 20 mg Diazepam langsam i.v. und Atemhilfe gegeben werden. Bei versehentlicher Gabe von Methylergometrin nach der Geburt des ersten Zwillings kann durch Halothan eine rasche Aufhebung der Langzeitkontraktion erreicht werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Methergin darf nicht angewendet werden
- bei Überempfindlichkeit gegen Mutterkornalkaloide (das Mutterkorn ist eine Pilzform, die vor allem auf Roggen vorkommt) und/oder einen der anderen Inhaltsstoffe,
- bei Bluthochdruck,
- nach der Geburt, wenn es vorher zu einer Präeklampsie oder einer Eklampsie gekommen ist (einer Krankheit mit Bluthochdruck und Krämpfen, die nur in der Schwangerschaft vorkommt),
- bei schweren Funktionsstörungen von Leber oder Niere,
- bei Erkrankungen der Gefäße,
- bei Sepsis (sog. Blutvergiftung).
Weiterhin darf Methergin nicht angewendet werden zur Einleitung der Geburt und zur Unterstützung der Wehentätigkeit bei Wehenschwäche. Es darf auch nicht in der Eröffnungsperiode und in der Austreibungsperiode vor dem Durchtritt des Kopfes angewandt werden. Bei regelwidriger Lage des Kindes ist Methergin erst unmittelbar nach der Geburt, bei Mehrlingsgeburten erst nach der Geburt des letzten Kindes zu verabreichen.
Was muss in der Schwangerschaft und Stillzeit beachtet werden?
Methergin darf nicht in der Schwangerschaft angewendet werden. In der Stillzeit sollte Methergin nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung angewendet werden, weil es die Still-Leistung vermindert und in die Muttermilch übergeht (s. auch „Nebenwirkungen“).
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise
Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne sicheren Halt beachten?
Methergin kann zu Übelkeit und Schwindel führen. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert!

Wie wird es angewendet?

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung
Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihr Arzt Methergin nicht anders verordnet hat.
Wie wird Methergin angewendet?
- Es werden 1-mal bis 3-mal täglich bis zu einer halben Ampulle Methergin langsam intravenös gespritzt (entsprechend täglich bis zu 300 µg Methylergometrinhydrogenmaleat) oder
- 1-mal bis 3-mal täglich bis zu einer Ampulle Methergin intramuskulär gespritzt (entsprechend täglich bis zu 600 µg Methylergometrinhydrogenmaleat).
Wie lange wird Methergin angewendet?
Über die Dauer der Anwendung entscheidet Ihr behandelnder Arzt.
Überdosierung und andere Anwendungsfehler
Handhabung der OPC (one-point-cut)-Ampullen
Anfeilen nicht erforderlich!
Farbpunkt nach oben Farbpunkt nach oben
Im Ampullenspieß befindliche Ampullenspieß nach unten
Lösung durch Klopfen oder abbrechen.
Schütteln nach unten fließen
lassen.
Eigenschaften
Methergin besitzt von den bisher bekannten Mutterkornalkaloiden die stärkste Wirkung auf die Gebärmutter. Es verursacht eine rasch einsetzende (i.v. nach 30 - 60 Sekunden, i.m. nach 2 - 10 Minuten) und lang anhaltende Uteruskontraktion. Mit Methergin werden die Geburtsblutungen stark herabgesetzt und die Nachgeburtsperiode wesentlich verkürzt.
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Diese Packung wurde von der Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH,
83451 Piding, importiert. Der Beipackzettel wurde ebenfalls von der
Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH gedruckt und hinzugefügt.
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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Methergin?
Wird Methergin mit anderen Arzneimitteln gegeben, die ebenfalls zur Gruppe der Mutterkornalkaloide gehören, kann es zu einer Verstärkung der Wirkung kommen. Dies trifft insbesondere auf Arzneimittel mit dem Stoff Methysergid zu, der im menschlichen Körper zu Methylergometrin (dem Wirkstoff von Methergin) umgewandelt wird.
Die Wirkung von Methergin kann auch durch Medikamente beeinflusst werden, die eine Wirkung auf die körpereigenen Alpha- und Beta-Rezeptoren haben. Methergin verstärkt dadurch die gefäßverengende Wirkung anderer Arzneimittel wie Sympathomimetika (z.B. in Verbindung mit Arzneimitteln zur örtlichen Betäubung [Lokalanästhetika]) oder ergotaminhaltiger Arzneimittel (Migränemittel).
Es besteht eine Wirkungsverstärkung zwischen Methergin und anderen Stoffen, die die Gebärmutter anregen, wie Oxytocin oder Prostaglandinen. Bei gleichzeitiger Gabe von Oxytocin werden auch Bluthochdruckkrisen mit Gehirnödem (vermehrte Flüssigkeitseinlagerung im Gehirn) sowie Krämpfe angegeben.
Arzneimittel zur Narkose (Anästhetika) mit Stoffen wie Halothan und Methoxyfluran verursachen dagegen eine Wirkungsverminderung von Methergin an der Gebärmutter.
Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.
Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Methergin auftreten?
Häufige Nebenwirkungen sind eine verminderte Bildung von Muttermilch und Schmerzen im Unterleib, die durch Zusammenziehen der Gebärmutter verursacht werden.
Ebenfalls häufig sind Blutdrucksteigerungen bei Patientinnen, die in der Schwangerschaft erhöhte Blutdruckwerte aufwiesen; gelegentlich treten Blutdrucksteigerungen auch bei Frauen mit vorher normalem Blutdruck auf.
Gelegentliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, Schwindel, Kopfschmerzen, Tachykardie (beschleunigter Herzschlag) und Veränderungen der Haut.
In seltenen ällen kann es zu stenokardischen Beschwerden (Schmerzen im Brustkorb), vorübergehend beschleunigter oder verlangsamter Herzschlagfolge sowie Blutdruckabfall, in Einzelfällen zu Herzinfarkten kommen. Bei unsachgemäßer Anwendung und gleichzeitig vorliegender Überempfindlichkeit des Patienten ist das Auftreten von Taubheitsgefühl in Fingern und Zehen, Kältegefühl in Händen und Füßen sowie Muskelschmerzen in Armen und Beinen möglich.
Sehr selten treten anaphylaktische Reaktionen (Atemnot, Blutdruckabfall, Kollaps, Schock) auf.
Methergin tritt in die Muttermilch über. Wenn Mütter über mehrere Tage mit Methergin behandelt wurden, kann es bei den gestillten Säuglingen in seltenen ällen zu erhöhtem Blutdruck, Beschleunigung oder Verlangsamung des Herzschlags, Erbrechen, Durchfall, Unruhe und Krämpfen kommen. In Einzelfällen wurden auch eine vorübergehende Verengung der Gehirnarterien und eine Gehirnschädigung durch erhöhten Blutdruck (akute hypertensive Enzephalopathie) gesehen.
Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels
Das Verfallsdatum dieser Packung ist auf der Faltschachtel und auf dem Etikett aufgedruckt. Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum!
Wie ist Methergin aufzubewahren?
Methergin Ampullen sind vor Licht geschützt und im Kühlschrank bei ° C aufzubewahren.
Stand der Information
September 2001
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Zusätzliche Informationen

1633-ZB008b
Liebe Patientin!
Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Gebrauchsinformation
Methergin Injektionslösung
Wirkstoff: Methylergometrinhydrogenmaleat


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