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«Metycortin® 4 mg/-8 mg/-16 mg Tabletten»

Wie wirkt der Inhaltsstoff?

Methylprednisolon ist ein künstliches Glukokortikoid und beeinflusst den Stoffwechsel fast aller Gewebe. Dadurch reguliert Methylprednisolon die Reaktion des Körpers auf Ruhe- und Belastungssituationen und steuert die Aktivität des Immunsystems.Weiterlesen:Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete

  • Asthma bronchiale
  • Obstruktive Atemwegserkrankungen
  • Interstitielle Lungenerkrankungen
  • Pollinosis
  • Allergische Rhinitis
  • Schwere Haut- und Schleimhauterkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Chronische Polyarthritis
  • Juvenile Arthritiden
  • Immunhämolytische Anämie
  • Colitis ulcerosa
  • Morbus Crohn
  • Addison-Krankheit
  • Kongenitales adrenogenitales Syndrom.

Warnhinweise!

  • Das Medikament sollte 8 Wochen vor und bis 2 Wochen nach einer Schutzimpfung nur dann angewendet werden, wenn Ihr Arzt dies für dringend erforderlich hält
  • Bei Infektionen sollte eventuelle parallel eine Therapie gegen den Erreger durchgeführt werden
  • Medikamente gegen chronische Krankheiten wie Diabetes, Herzinsuffizienz und Bluthochdruck müssen unter Umständen von Ihrem Arzt neu dosiert werden.

Wann ist das Medikament nicht für Sie geeignet (Gegenanzeigen)?

Es ist nicht geeignet bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe. Für die kurzfristige Anwendung gibt es ansonsten keine Gegenanzeigen. Gegenanzeigen für eine längerfristige Anwendung sind:

  • Magen-Darm-Ulzera
  • Schwere Osteoporose
  • Psychiatrische Probleme
  • Akute Virusinfektionen (Herpes zoster, Herpes simplex, Windpocken)
  • HBsAG-positive chronisch-aktive Hepatitis
  • Systemische Mykosen und Parasitosen, Poliomyelitis, Lymphadenitis nach BCG-Impfung, Eng- und Weitwinkelglaukom
  • Bei bestehenden Infektionen und bei Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und bestimmten Darmbeschwerden muss eine sorgfältige Nutzen-/Risiko-Abwägung erfolgen
  • Kinder im Wachstumsalter und ältere Patienten sollten nur in dringend erforderlichen Fällen eingesetzt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Während der Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, sollte das Medikament nur angewendet werden, wenn Ihr Arzt dies für dringend erforderlich hält. Halten Sie daher vor der Anwendung des Medikaments Rücksprache mit Ihrem Arzt
  • Bei Langzeitbehandlung sind Wachstumsstörungen des Kindes im Mutterleib nicht auszuschließen
  • Bei einer Behandlung zum Ende der Schwangerschaft besteht für das Kind die Gefahr eines Gewebeschwundes der Nebennierenrinde
  • Während der Stillzeit geht das Medikament in die Muttermilch über. Ist eine Behandlung mit höheren Dosen oder eine Langzeitbehandlung erforderlich, sollte abgestillt werden.

Nebenwirkungen

Aufgelistet sind die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen. Sie können auftreten, müssen aber nicht, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente anspricht.

Manchmal reagieren Menschen allergisch auf Medikamente. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion verspüren, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Gefahr von Nebenwirkungen ist bei der kurzfristigen Methylprednisolon-Behandlung gering, eine Ausnahme stellt die hoch dosierte Therapie dar, bei der auch bei kurzfristiger Gabe mit Infektionen gerechnet werden muss. Nebenwirkungen treten jedoch vor allem während einer Langfristtherapie mit Prednison auf:

  • Vollmondgesicht, Stammfettsucht
  • Störungen der Menstruation, Impotenz
  • Männlicher Haarwuchs bei Frauen
  • Adrenale Suppression
  • Diabetes mellitus
  • Ödeme
  • Vermehrte Kaliumausscheidung
  • Hauterkrankungen: Stria rubrae, Atrophie, Petechien, Ekchymosen, Steroidakne, verzögerte Wundheilung, periorale Dermatitis
  • Muskelschwund, Osteoporose, Absterben von Knochenteilen
  • Depressionen, Gereiztheit, Euphorie, Antriebs- und Appetitsteigerung, Pseudotumor cerebri, Epilepsie
  • Magen-Darm-Ulzera, gastrointestinale Blutungen, Pankreatitis
  • Hypertonie, Erhöhung des Arteriosklerose- und Thromboserisikos, Entzündungen der Venen und Arterien
  • Leicht verstärkte Bildung von weißen Blutkörperchen, Lymphopenie, Eosinopenie, Polyglobulie, Schwächung der Immunabwehr, Maskierung von Infektionen
  • Glaukom, Katarakt
  • Muskel- und Gelenkschmerzen (bei schnellem Absetzen des Medikaments)
  • Wachstumsverzögerungen bei Kindern.

Wechselwirkungen

Bei zusätzlicher Anwendung folgender Medikamente können die Nebenwirkungen verstärkt werden oder die Medikamentenwirkung verändert werden:

  • Nichtsteroidalen Antiphlogistika: Erhöhte Gefahr von Blutungen und Geschwüren im Magen-Darm-Trakt
  • Orale Antidiabetika und Insulin: Blutzuckersenkung wird vermindert
  • Bestimmte Antibiotika wie Rifampicin sowie Barbiturate, Phenytoin und Primidon, Antazida: vermindern die Metycortin-Wirkung
  • Orale Gerinnungshemmer: sind in ihrer Wirkung abgeschwächt
  • Östrogenhaltige Kontrazeptiva ("Pille"): verstärkt die Metycortin-Wirkung
  • Atropin sowie anderen Anticholinergika: zusätzliche Augeninnendrucksteigerung möglich
  • Nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien: Die Muskelrelaxation kann länger anhalten
  • Herzglykoside (z.B. Digitalis): Wirkungsverstärkung durch möglichen Kaliummangel
  • Praziquantel: Abfall der Konzentration im Blut möglich
  • ACE-Hemmstoffe: Erhöhtes Risiko von Blutbildveränderungen
  • Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin: Erhöhtes Risiko des Auftretens von Myopathien und Kardiomyopathien
  • Somatropin: Wirkung kann vermindert werden
  • Protirelin: TSH-Anstieg kann reduziert sein
  • Cyclosporin: Blutspiegel werden erhöht, erhöhte Gefahr zerebraler Krampfanfälle
  • Theophyllin: Ausscheidung kann beeinflusst werden (bei Erwachsenen verstärkt, bei Kindern verzögert).

Bewertungen «Metycortin® 4 mg/-8 mg/-16 mg Tabletten»