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«Mifegyne®»

Mifegyne®
Mifegyne®


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Mifegyne Tabletten enthalten als Wirkstoff Mifepriston. Mifepriston blockiert die Wirkungen des Hormons Progesteron, das zur Erhaltung der Schwangerschaft erforderlich ist. Für den Abbruch der Schwangerschaft wird ­Mifegyne in Kombination mit einem Prostaglandin eingesetzt. ­Mifegyne wird auch bei der Vorbereitung von chirurgischen Eingriffen zur Erschlaffung und Erweiterung des Gebärmutterhalses eingesetzt.

Mifegyne Tabletten werden auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin in den folgenden Situationen angewendet:

Für den medikamentösen Abbruch der Schwangerschaft (bis zu 7 Wochen seit der letzten Blutung).

Zur Erschlaffung und Erweiterung des Gebärmutterhalses vor einem chirurgischen Abbruch der Schwangerschaft.

Im zweiten Schwangerschaftstrimester zwecks Vorbereitung der Wirkung von Prostaglandinen für den Abbruch der Schwangerschaft.

Zur Einleitung der Wehentätigkeit bei Tod des Foetus in der Gebärmutter.

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch darf ausschliesslich in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt werden, insbesondere Art. 119

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie im Detail über die Wirkung und Risiken von ­Mifegyne Tabletten sowie über Massnahmen und Nachuntersuchungen informieren. Sie werden aufgefordert, eine Einwilligung für den Schwangerschaftsabbruch zu unterschreiben, und verpflichten sich, die Anleitungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin einzuhalten und alle erforderlichen Nachkontrollen vornehmen zu lassen.

Mifegyne Tabletten dürfen nicht angewendet werden bei

bekannter Allergie gegenüber dem Wirkstoff Mifepriston oder anderen Bestandteilen der Tablette;

chronischer Nebenniereninsuffizienz;

vererbter Stoffwechselstörung (sogenannte Porphyrie);

schwerem, nicht durch eine entsprechende Behandlung kontrollierbarem Asthma bronchiale.

Bei einem Schwangerschaftsabbruch innerhalb 7 Wochen seit der letzten Blutung dürfen ­Mifegyne Tabletten nicht angewendet werden, wenn

die Schwangerschaft nicht durch eine Ultraschalluntersuchung gesichert wurde;

der erste Tag Ihrer letzten Menstruation mehr als 49 Tage zurückliegt;

ein Verdacht auf eine extrauterine Schwangerschaft besteht (d.h. das befruchtete Ei befindet sich möglicherweise ausserhalb der Gebärmutter).

Wenn zusätzlich ein Prostaglandin in Kombination mit ­Mifegyne eingesetzt wird, müssen weitere Einschränkungen beachtet werden. Prostaglandine dürfen Sie nicht erhalten, wenn Sie

bereits einmal eine Überempfindlichkeitsreaktion oder Allergie gegenüber Prostaglandinen hatten;

an einer Krankheit des Herz-Kreislauf-Systems leiden bzw. gelitten haben, z.B. Angina pectoris (Brustschmerzen infolge einer Erkrankung der Herzkranzgefässe), Raynaud-Krankheit (Durchblutungsstörungen in Armen oder Beinen), Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz (Herzschwäche), schwere arterielle Hypertonie (zu hoher Blutdruck).

In einigen anderen Fällen kann die Behandlung ebenfalls ungeeignet sein. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, falls Sie

– unter Krankheiten der Niere oder der Leber leiden,

– regelmässig entzündungshemmende oder schmerzlindernde Arzneimittel (nichtsteroidale Antirheumatika) einschliesslich Aspirin einnehmen, da diese Arzneimittel die Wirksamkeit der medikamentösen Methode für den Schwangerschaftsabbruch beeinträchtigen können,

– an Unterernährung leiden.


Teilen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit, wenn Sie an Asthma leiden oder mit Kortison behandelt werden, damit Ihre Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.

Da beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch das Risiko von starken Blutungen besteht, ist besondere Vorsicht geboten, falls Sie an Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) mit Gerinnungsschwäche (Hypokoagulabilität) oder Blutarmut (Anämie) leiden. In diesen Fällen entscheidet Ihr Arzt oder Ihre Ärztin, ob der Schwangerschaftsabbruch medikamentös oder chirurgisch erfolgen sollte.

Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin in der Klinik oder im Behandlungszentrum, wenn Sie

– sehr starke Blutungen haben oder die starken Blutungen Sie verunsichern;

– starke Schmerzen im Unterleib, Unwohlsein, Schwäche und/oder Fieber haben. Dies können Symptome einer schweren Infektion oder eines anderen Problems sein (einschliesslich Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden! Dies betrifft insbesondere bestimmte Rheumamittel (nichtsteroidale Antirheumatika) und Aspirin.

Nach Einnahme dieses Arzneimittels oder des Prosta­glandins können aufgrund ihrer möglichen Nebenwirkun­gen die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt sein.


Während der Behandlung mit ­Mifegyne Tabletten dürfen Sie nicht stillen, da der Wirkstoff Mifepriston in die Muttermilch übergehen kann. Es wird empfohlen, nach Einnahme von ­Mifegyne Tabletten das Stillen für 3 bis 4 Tage zu abzubrechen.

Wie wird es angewendet?

Übliche empfohlene BehandlungBei Verwendung für den medikamentösen Abbruch einer intrauterinen Schwangerschaft (bis 7 Wochen)

1) 3 Mifegyne Tabletten mit etwas Wasser in Anwesenheit Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin ganz schlucken.

2) Sie erhalten einen Termin für eine 2. Behandlung, die 36

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Als natürliche Folge eines Schwangerschaftsabbruchs treten Blutungen und Kontraktionen der Gebärmutter auf.

Blutungen treten etwa 1 bis 2 Tage nach Einnahme der ­Mifegyne Tabletten auf und sind um so häufiger, je weiter fortgeschritten die Schwangerschaft zum Zeitpunkt des Schwangerschaftsabbruchs ist. Bei etwa 5% der Frauen treten starke Blutungen auf; bei etwa 1% der Frauen ist eine Ausschabung (Kürettage) erforderlich.

In Einzelfällen sind die Blutungen stark und lebensbedrohlich.

Innerhalb von Stunden nach der Prostaglandin-Einnahme treten bei 10-45% der Frauen Kontraktionen der Gebärmutter (Ziehen im Unterleib) auf, die häufig schmerzhaft sind. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen, falls nötig, ein Schmerzmittel geben. Sie dürfen auf keinen Fall Schmerzmittel einnehmen, ohne vorher Ihren Arzt oder Ihre Ärztin zu fragen.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von ­Mifegyne Tabletten oder nach der Einnahme des Prostaglandins auftreten:

Häufig: Krämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall (speziell nach Prostaglandin-Einnahme).

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Benommenheit und Fieber.

Selten: Allergien wie Hautausschlag oder Nesselsucht (Urtikaria) sowie Blutdruckabfall.

In einzelnen Fällen traten schwere Hauterkrankungen auf (Erythroderma, epidermale Nekrolyse).

Nach der Prostaglandin-Einnahme zwecks Abbruch einer fortgeschrittenen Schwangerschaft (im 3. Drittel) ist es in seltenen Fällen zum Einreissen der Gebärmutterwand (Uterusruptur) gekommen; betroffen waren insbesondere mehrgebärende Frauen sowie Frauen mit einer Kaiser­schnittnarbe.

Wenn Sie glauben, dass Sie auf die Behandlung nicht gut reagieren oder Nebenwirkungen auftreten, die Sie verunsichern, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren.

Spezielle Hinweise zur MethodeBei Verwendung für den medikamentösen Abbruch einer intrauterinen SchwangerschaftMit der Methode verbundene Risiken

Die Erfolgsrate der medikamentösen Methode des Schwangerschaftsabbruchs mittels ­Mifegyne und eines Prostaglandins beträgt zirka 95%.

Blutungen treten in fast allen Fällen auf, können zum Teil stark sein und dauern im Durchschnitt zwischen 9 und 16

Wie soll es aufbewahrt werden?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Mifegyne Tabletten bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

Mifegyne Tabletten erhalten Sie direkt von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin für eine einzige Anwendung.

Es ist folgende Packungsgrösse erhältlich:

Mifegyne: 3 Tabletten zu 200 mg.


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