Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

«Minostad 50 mg - Kapseln»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Minostad 50 mg mit dem Wirkstoff Minocyclin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline.

Minostad 50 mg ist geeignet zur Behandlung von Infektionen, die durch Minocyclin-empfindliche Krankheitserreger verursacht sind, insbesondere

Hauterkrankungen, auch infizierte schwere Formen der Akne vulgaris und Rosazea Infektionen der Atemwege und des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches, wie akute Schübe chronischer Bronchitis, Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Mittelohrentzündung (Otitis media), bestimmte Formen der Lungenentzündung (durch Mykoplasmen und Chlamydien verursachte Pneumonie)
Infektionen der ableitenden Harnwege und Geschlechtsorgane, wie Harnröhrenentzündungen (durch Chlamydien und Ureaplasma urealyticum verursachte Urethritis), Prostataentzündungen (akute Prostatitis), unkomplizierte Gonorrhö (Geschlechtskrankheit, insbesondere bei gleichzeitiger Infektion mit Chlamydien), Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane, Syphilis (Geschlechtskrankheit) bei Penicillin-Allergie
Infektionen und andere Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, wie Cholera, Yersinien- und Campylobacter-Infektionen, Shigellose bei Nachweis der Empfindlichkeit, Verdauungsstörungen (Malabsorptions-Syndrome wie tropische Sprue und Morbus Whipple),ambulante Therapie von Gallenwegsinfektionen Bindehautentzündung durch Chlamydien und Trachom (Bindehornhautentzündung)

Borreliosen (Infektionskrankheit nach Zeckenbiss) seltene Infektionen wie
Brucellose (Mittelmeerfieber), Ornithose (durch Vögel übertragene Infektionskrankheit), Bartonellose (Katzenkratzkrankheit), Listeriose, Rickettsiose, Melioidose, Pest (durch Tiere übertragene Infektionskrankeheiten), Granuloma inguinale (Geschlechtskrankheit)
zur kurzzeitigen Vorbeugung bei Kontaktpersonen von Patienten mit Hirnhautentzündung(Meningokokken-Meningitis).

Hinweis:Nachgewiesene Infektionen durch bestimmte Erreger (Staphylokokken, Streptokokken und Pneumokokken) sollten mit Minostad 50 mg nicht behandelt werden, weil die Resistenzsituation ungünstig ist.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Minostad 50 mg darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Minocyclin, andere Wirkstoffe der Gruppe der so genannten Tetrazykline oder einen der sonstigen Bestandteile von Minostad 50 mg sind. Informieren Sie Ihren Arzt auch, wenn Sie schon einmal auf ein anderes Tetracyclin allergisch reagiert haben, da Sie dann auf Minocyclin ebenfalls allergisch reagieren (Kreuzallergie),
  • wenn Sie unter einer schweren Störung der Leberfunktion leiden, da es sonst zu einer weiteren Verschlechterung Ihrer Leberfunktion kommen kann,
  • bei Kindern unter 8 Jahren, da es während der Einnahme zu einer Verzögerung des Knochenwachstums kommen kann und bleibende Zahnverfärbungen und Zahnschmelzdefekte die Folge sein können.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Minostad 50 mg ist erforderlich

Es ist möglich, dass Minostad 50 mg die empfängnisverhütende Wirkung der „Pille" beeinträchtigt. Sie sollten daher während der Behandlung mit Minostad 50 mg zusätzlich nichthormonhaltige empfängnisverhütende Mittel anwenden.

Bei einer längerfristigen Behandlung (d.h. mehr als 21 Tage) oder einer wiederholten Anwendung sollten Ihr Blut sowie Ihre Leber- und Nierenfunktion regelmäßig untersucht werden.
Vor Beginn und wöchentlich während einer Therapie mit Tetracyclinen sollte die Nierenfunktion (Serumkreatinin) bestimmt werden.

Während der Behandlung mit Minostad 50 mg sollten Sie auf Sonnenbäder im Freien oder in Solarien verzichten. Da Ihre Haut während der Behandlung empfindlicher reagiert, kann es bei Sonnenbestrahlung eher als sonst zu Beschwerden wie bei einem Sonnenbrand und selten auch zu Nagelablösung und -verfärbung kommen.

Wie bei jeder Antibiotikabehandlung ist auch bei der Minocyclin-Therapie auf einen möglichen Erregerwechsel oder Pilzbefall zu achten.

Sollten bei Ihnen schwere oder lang anhaltende Durchfälle auftreten, ist an eine Dickdarmentzündung zu denken. In diesem Fall ist die Therapie abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt vor Harnuntersuchungen über die Einnahme von Minostad 50 mg, da bei speziellen Untersuchungen (Nachweis von Harnzucker, Harneiweiß und Urobilinogen, Katecholamine, Harnstoff) Störungen auftreten können.

Bei Einnahme von Minostad 50 mg mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Minostad 50 mg?

Wenn Minostad 50 mg zusammen mit bestimmten anderen Arzneimitteln eingenommen wird, kann die Wirkung von Minostad 50 mg verändert werden.
Arzneimittel, die die Wirkung von Minostad 50 mg beeinflussen:

  • Aluminium-, Calcium- und Magnesium-Salze in speziellen Mitteln zur Behandlung eines übersäuerten Magens (Antazida), sowie Eisenpräparate, medizinische Kohle, Cimetidin (Antazidum) und Colestyramin (Mittel zur Behandlung erhöhter Blutfettwerte); diese Arzneimittel sollten 2 - 3 Stunden vor oder nach Minostad eingenommen werden,
  • die Psyche beeinflussende Medikamente (Barbiturat und andere Arzneimittel, die bei Anfallsleiden eingenommen werden (z.B. Carbamazepin, Diphenylhydantoin und Primidon),
  • Antibiotika (Betalaktam-Antibiotika, wie z.B. Penicilline, Cephalosporine),
  • Arzneimittel zu Behandlung von Akne (Isotretinoin),
  • Asthmamittel (Theophyllin).

Arzneimittel, die durch Minostad 50 mg in ihrer Wirkung beeinflusst werden:

  • Blutzuckersenkende Arzneimittel (orale Sulfonylharnstoff-Antidiabetika),
  • Blutgerinnungshemmende Arzneimittel (Antikoagulantien vom Cumarin-Typ),
  • Arzneimittel zur Unterdrückung der körpereigenen Immunabwehr (Ciclosporin A),
  • Arzneimittel zur Behandlung von Tumoren (Methotrexat),
  • Narkosemittel (Methoxyfluran und andere nierenschädigende Arzneimittel),
  • Arzneistoff zur Behandlung einer Herzschwäche (Digoxin).

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Bei Einnahme von Minostad 50 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Nehmen Sie die Hartkapseln regelmäßig morgens und abends mit reichlich Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Sie können Minostad 50 mg während der Mahlzeiten einnehmen. Die Aufnahme in den Körper wird dadurch nicht beeinträchtigt (meiden Sie jedoch Milch und Milchprodukte).

Die in Milch und Milchprodukten enthaltenen Calcium-Salze beeinträchtigen die Aufnahme von Minocyclin in den Körper. Nehmen Sie deshalb Minostad 50 mg ca. 2-3 Stunden vor oder nach der Einnahme von Milch und Milchprodukten ein.

Bei ständigem Alkoholmissbrauch kann der Abbau von Minocyclin in der Leber beschleunigt sein (sog. Enzyminduktion), so dass unter üblicher Dosierung keine wirksamen Minocyclin-Blutspiegel erreicht werden. Außerdem kann es zu Unverträglichkeiten kommen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Schwangeren und stillenden Müttern soll Minostad 50 mg nicht verabreicht werden, da es beim ungeborenen Kind bzw. beim Säugling ebenfalls zu Zahnverfärbungen, Zahnschmelzdefekten und verzögertem Knochenwachstum kommen kann.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Minocyclin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen vorübergehend beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenhang mit dem Genuss von Alkohol.
Unter der Einnahme von Tetracyclinen kann es zu einer vorübergehenden Sehstörung (Kurzsichtigkeit) kommen!

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Minostad 50 mg immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis für Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht einmalig zu Beginn der Behandlung 4 Hartkapseln Minostad 50 mg (entsprechend 200 mg Minocyclin) und anschließend 2 Hartkapseln Minostad 50 mg (entsprechend 100 mg Minocyclin) alle 12 Stunden.

Kinder ab 8 Jahren erhalten einmalig zu Beginn der Behandlung 4 mg Minocyclin/kg Körpergewicht und anschließend 2 mg Minocyclin/kg Körpergewicht alle 12 Stunden.

Sonderdosierungen: Hauterkrankungen (auch infizierte schwere Formen der Akne (Akne vulgaris und Rosazea))2-mal täglich 1 Hartkapsel Minostad 50 mg (entsprechend 2-mal 50 mg Minocyclin pro Tag), in der Regel 7-21 Tage.

Nicht-Gonokokken-Urethritis 100 mg Minocyclin täglich während 10 - 14 Tagen, als Einzel- oder aufgeteilte Dosis.

Akute gonorrhoische Urethritis des Mannes 2-mal täglich 2 Hartkapseln Minostad 50 mg (entsprechend 2-mal 100 mg Minocyclin pro Tag) über 7 Tage.

Akute Gonokokken-Epididymitis

2-mal täglich 2 Hartkapseln Minostad 50 mg (entsprechend 2-mal 100 mg Minocyclin pro Tag) über 10 Tage.

Akute Gonokokkeninfektion der Frau 2-mal täglich 2 Hartkapseln Minostad 50 mg (entsprechend 2-mal 100 mg Minocyclin pro Tag) über mindestens 7 Tage.

Der Behandlungserfolg einer Therapie gegen Gonokokkeninfektion sollte durch eine kulturelle Kontrolle 3-4 Tage nach Behandlungsende überprüft werden.

Syphilis (primäre und sekundäre Form bei Penicillinallergie) Zu Beginn der Behandlung 4 Hartkapseln Minostad 50 mg (entsprechend 200 mg Minocyclin), dann alle 12 Stunden 2 Hartkapseln Minostad 50 mg (entsprechend 100 mg Minocyclin) 15 Tage lang.

Zur kurzzeitigen Vorbeugung bei Kontaktpersonen von Patienten mit Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis)
Erwachsene nehmen zu Beginn der Behandlung 4 Hartkapseln Minostad 50 mg (entsprechend 200 mg Minocyclin), dann alle 12 Stunden je 2 Hartkapseln Minostad 50 mg (entsprechend 100 mg Minocyclin) über 3 Tage.
Kinder ab 8 Jahren erhalten einmalig zu Beginn der Behandlung 4 mg Minocyclin/kg Körpergewicht und anschließend 2 mg Minocyclin/kg Körpergewicht alle 12 Stunden für 3 Tage.

Dosierung bei Leber-, Nierenerkrankungen Falls erforderlich, wird Ihr behandlender Arzt die Dosis entsprechend verringern. Bei schwerer Leberfunktionsstörung dürfen Sie Minostad 50 mg nicht einnehmen (siehe auch „Minostad 50 mg darf nicht eingenommen werden).

Wie und wann sollen Sie Minostad 50 mg einnehmen?Nehmen Sie die Hartkapseln regelmäßig morgens und abends mit reichlich Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Sie können Minostad 50 mg während der Mahlzeiten einnehmen.

Wie lange sollen Sie Minostad einnehmen?
Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, wie lange Sie Minsotad einnehmen sollen.
Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt ab.
Bei den üblichen bakteriellen Infektionskrankheiten richtet sich die Behandlungsdauer nach dem Verlauf der Erkrankung. Normalerweise ist eine Behandlungsdauer von 5-21 Tagen ausreichend. Eine Minocyclin-Therapie sollte noch 2-3 Tage nach Rückgang der Infektionssymptome fortgeführt werden.

Falls bei nachgewiesener Empfindlichkeit Infektionen mit so genannten Beta-hämolysierenden Streptokokken behandelt werden, muss dies mindestens 10 Tage lang erfolgen, um Spätschäden (z.B. rheumatisches Fieber oder Glomerulonephritis (Entzündung der Niere) vorzubeugen.

Wenn Sie eine größere Menge von Minostad 50 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Obwohl Berichte über Vergiftungsfälle mit Minostad 50 mg bisher nicht vorliegen, sollten Sie einen Arzt verständigen, da die Möglichkeit besteht, dass Leber- und Nierenschädigungen sowie eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse auftreten. Halten Sie eine Packung des

Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Wenn Sie die Einnahme von Minostad 50 mg vergessen haben

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, holen Sie bitte die Einnahme zum nächstmöglichen Zeitpunkt nach. Nehmen Sie aber nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Wenn Sie mehrere Einnahmen vergessen haben, sollten Sie sich Ihrem Arzt zur Kontrolle vorstellen, damit eine mögliche Verschlechterung der Erkrankung rechtzeitig festgestellt werden kann.

Wenn Sie die Einnahme von Minostad 50 mg abbrechen

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Minostad 50 mg nicht ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie lange die Behandlung mit Minostad 50 mg dauert.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Minostad 50 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen) Sehr selten: In einem Fall wurden bösartige Veränderungen der Rachenmandeln (Tonsillenkarzinom) unter Langzeittherapie mit Minocyclin beschrieben.

Erkrankungen des Blutes- und des Lymphsystems Selten: Selten können wie bei jeder Tetracyclin-Therapie folgende Veränderungen im Blut ausgelöst werden, die rückbildungsfähig sind: Verminderung oder Erhöhung der Zahl von Blutkörperchen (Leukopenien, Neutropenien, Thrombopenien, Anämien, Leukozytosen, Eosinophilie) und das Vorkommen untypischer Blutkörperchen (atypische Lymphozyten, toxische Granulationen der Granulozyten). Diese Nebenwirkungen treten vorwiegend bei Langzeittherapie auf.

Erkrankungen des Immunsystems: Häufig: Allergische Reaktionen unter Minocyclin sind häufig beobachtet worden. Dazu gehören Hautveränderungen (Exantheme, Erytheme), Hautjucken, Quaddelbildung und Asthma, seltener Schwellungen (Angioödem) und schwerwiegendere Hautveränderungen (Erythema exsudativum multiforme) sowie fixe Arzneimittelexantheme (langwierige medikamentenbedingte Hautveränderung an einer bestimmten Körperstelle) und Reaktionen mit Fieber, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen (Serumkrankheit-ähnliche Reaktionen). Weiterhin ist über eine besondere Einlagerung von Blutkörperchen in der Lunge (eosinophile Lungeninfiltrate), Herzbeutelentzündung (Perikarditis), Muskelbeschwerden sowie über eine Verschlimmerung eines systemischen Lupus erythematodes (einer Erkrankung des rheumatischen Formenkreises) berichtet worden.

Selten: Schwere akute Überempfindlichkeitserscheinungen sind selten möglich. Sie können sich äußern als: Gesichtsödem, Zungenschwellung, innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege, Herzjagen, Luftnot, (Atemnot), Blutdruckabfall bis hin zu bedrohlichem Schock. Beim Auftreten dieser Erscheinungen ist die Therapie abzubrechen und eine sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.

Selten ist im zeitlichen Zusammenhang mit einer Minocyclin-Therapie über schwere Hauterscheinungen mit lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen (wie z. B. exfoliative Dermatitis, Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom, Verschlimmerung eines Lupus erythematodes) berichtet worden.

Erkrankungen des Nervensystems Häufig: Unter einer Therapie mit Minocyclin treten deutlich häufiger zentralnervöse Nebenwirkungen auf als bei anderen Tetracyclinen. Dabei kommt es vorwiegend durch schädliche Einflüsse auf Nerven des Gleichgewichtsorgans (Vestibularistoxizität) zu Symptomen wie Schwindel, Übelkeit, Bewegungsstörungen (Ataxie), Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Benommenheit, Kopfschmerzen, Hörstörungen und Kurzsichtigkeit. Frauen weisen höhere Serumspiegel auf als Männer und sind daher häufiger von diesen Nebenwirkungen betroffen.

Selten: Selten wird eine Drucksteigerung im Kopf (Pseudotumor cerebri) beobachtet, die sich nach Beendigung der Therapie zurückbildet. Sie äußert sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und möglicherweise durch eine Flüssigkeitsansammlung im Augenbereich (Papillenödem).
Eine vorbestehende Muskelschwäche (Myasthenie) kann durch Tetracycline verstärkt werden.

Augenerkrankungen Gelegentlich: Gelegentlich ist eine vorübergehende Sehschwäche (Myopie) unter Einnahme von Tetracyclinen beobachtet worden.
Pigmentablagerungen in der Bindehaut (Konjunktiva) des Auges (konjunktivale Zysten) wurden unter Minocyclin-Therapie beschrieben.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

Während der Behandlung mit Minocyclin treten häufig Magen-Darm-Störungen in Form von Sodbrennen, Magendruck, Erbrechen, Blähungen, Fettstühlen und leichten bis schweren Durchfällen auf. Die Einnahme der Substanz nach oder mit den Mahlzeiten kann diese unerwünschten Wirkungen zu einem gewissen Grad vermindern. Milchprodukte und Magensäurehemmer (Antazida) sind zu vermeiden, da sie durch gegenseitige Reaktion (Komplexbildung) die Aufnahme hemmen können (siehe auch Abschnitt „Bei Einnahme von Minostad 50 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken“).

Ebenfalls häufig treten Nebenwirkungen auf, die den gesamten Magen-Darm-Trakt betreffen können, wie beispielsweise Entzündungen der Mund- und Zungenschleimhaut, schwarzer Haarzunge, Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) und Juckreiz des Afters (Pruritus ani) (kolo-genito-anorektales Syndrom).
Unter einer Therapie mit Minocyclin kann es durch ungehemmte Sprosspilzvermehrung zu einer Sprosspilz-Besiedelung der Schleimhäute (insbesondere der Mund- und Darmschleimhäute) kommen mit Symptomen wie Mund- und Rachenschleimhautentzündung (Glossitis, Stomatitis) sowie Juckreiz des Afters (Pruritus ani).

Sehr selten: Sehr selten wurden Heiserkeit und Schluckbeschwerden beobachtet.
Bei Rückfluss von Magen-Darm-Sekret (gastro-ösophagealem Reflux) und Einengung in der Speiseröhre (ösophageale Passagebehinderung) wurden Defekte der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagealulzera) durch haftende Kapseln oder Tabletten ausgelöst. Daher sollten Tetracycline nicht abends vorm Schlafengehen und nicht im Liegen eingenommen werden. Außerdem sollte nach der Einnahme mit viel Flüssigkeit nachgespült werden. Beim Auftreten von schweren und anhaltenden Durchfällen während oder nach der Therapie sollte der Arzt verständigt werden, weil sich dahinter eine ernstzunehmende Darmerkrankung (pseudomembranöse Enterokolitis) verbergen kann, die sofort behandelt werden muss.

Leber- und Gallenerkrankungen
Anstieg von leberspezifischen Laborwerten (Leberenzymen). Unter der Therapie mit Minocyclin kann es zu einer immunologisch bedingten Leberentzündung (Hepatitis) kommen. In diesem Fall ist Minocyclin abzusetzen. Auch nichtimmunologische Leberzellschädigungen können vor allem bei längerfristiger Therapie auftreten.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Häufig: Allergische Hautreaktionen auf Minocyclin treten häufig auf (siehe den Abschnitt Überempfindlichkeitserscheinungen). Unter Sonneneinstrahlung kann es zu schädlichen (phototoxischen) Reaktionen der belichteten Hautareale kommen mit Rötung, Hautschwellung und Blasenbildung. Sonnenbaden im Freien oder in Solarien sollte daher während einer Therapie mit Minocyclin vermieden werden.

Selten: Seltener kann es auch zu Nagelablösung und –verfärbung kommen.

Sehr selten: Im Bereich vorausgegangener entzündlicher Hautveränderungen können bei Langzeittherapie mit Minocyclin blaugraue Hyperpigmentierungen der Haut-, und Schleimhäute auftreten. Nach längerer hoch dosierter Therapie mit Minocyclin sind sehr selten schwärzliche Verfärbungen der Nägel beschrieben worden.

Unter einer Therapie mit Minocyclin kann es durch ungehemmtes Wachstum von Sprosspilzen zu einer Sprosspilz-Besiedelung der Haut oder Schleimhäute kommen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege Gelegentlich: Gelegentlich findet man Nierenschäden durch krankhafte Ergebnisse der Urinuntersuchung (pathologische Sedimentbefunde, Retention harnpflichtiger Substanzen).
Als Komplikation eines tubulären Schadens (spezieller Nierenschaden) kann es zu vermindertem Kalium- und Phosphatgehalt im Blut (Hypokaliämie, Hypophosphatämie) kommen.
Unter einer Therapie mit Minocyclin kann es durch ungehemmtes Wachstum von Sprosspilzen zu einer Sprosspilz-Besiedelung des Genitaltraktes kommen mit akuten Entzündungen der äußeren Geschlechtsorgane und der Scheide bei der Frau (Vulvovaginitis).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Gelegentlich: Bei Verabreichung von Minocyclin an Kinder unter 8 Jahren ist gelegentlich eine bleibende Zahnverfärbung und Zahnschmelzschädigung sowie eine vorübergehende Knochenwachstumsverzögerung beobachtet worden.

Auch bei Erwachsenen sind nach längerer hoch dosierter Therapie mit Minocyclin gelegentlich schwärzliche Verfärbungen von Zähnen, Nägeln, Knochen und der Schilddrüse beschrieben worden.
Bei kurzzeitiger Anwendung bei Erwachsenen sind die schwarzgrauen Auflagerungen sehr selten an den Zähnen und vorübergehend.

Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen? Bei Auftreten von schweren, anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung sollten Sie Ihren Arzt verständigen, da sich dahinter eine ernstzunehmende Darmerkrankung (pseudomembranöse Enterokolitis) verbergen kann, die sofort behandelt werden muss. Nehmen Sie in diesem Fall keine Mittel ein, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen. Leichtere Magen-Darm-Beschwerden lassen sich bis zu einem gewissen Grad verringern, indem Sie Minostad 50 mg während der Mahlzeiten einnehmen.

Nehmen Sie Minostad 50 mg zunächst nicht weiter ein, wenn allergische Erscheinungen bei Ihnen auftreten, und wenden Sie sich an den behandelnden Arzt.

Bei plötzlich auftretenden schweren Überempfindlichkeitserscheinungen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen, da Sie unter Umständen sofortige ärztliche Hilfe benötigen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Lichtschutz erforderlich, Arzenimittel daher in der Außenpackung aufbewahren. Nicht über Raumtemperatur (25° C) lagern.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Das Arzneimittel darf nicht entsorgt werden im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


Bewertungen «Minostad 50 mg - Kapseln»