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«Natulan®»

Natulan®


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Natulan enthält als Wirkstoff Procarbazin. Dieser greift in den Zellteilungszyklus ein und hemmt das Wachstum verschiedener entarteter Zellen.

Natulan wird in Kombination mit anderen Tumor-Arzneimitteln bei Morbus Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphomen (Tumoren des Lymphgewebes) angewendet.

Natulan darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Procarbazin oder einem der sonstigen Bestandteile von Natulan sind,

bei Beeinträchtigung der Knochenmarkfunktion mit Verminderung der weissen Blutkörperchen und Blutplättchen, welche nicht auf den Tumor zurückzuführen ist,

während der Schwangerschaft und Stillzeit,

bei schwerer Beeinträchtigung der Nieren- und/oder Leberfunktion.


Natulan wird Ihnen in der Regel von einem Tumorspezialisten bzw. einer Tumorspezialistin verschrieben und dessen/deren Anweisungen sollten strikte befolgt werden. Er/sie wird regelmässig Blut, Nieren- und Leberfunktion kontrollieren.

Natulan hat eine starke Hemmwirkung auf die Blutbildung im Knochenmark und führt zur Abnahme der Blutplättchen und der weissen und roten Blutzellen. Als Folge können vermehrt Infektionen und Blutungskomplikationen auftreten.

Sie sollten sich unverzüglich bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin melden, wenn es zu Blutungen und/oder blutunterlaufenen Stellen an Ihrem Körper kommt oder wenn Fieber oder andere Zeichen einer Infektion auftreten.

Wechselwirkungen mit Genussmitteln, Nahrungsmitteln und anderen Arzneimitteln

Alkohol kann zu einer Reaktion mit anfallsartig auftretenden Hitzewallungen, Schweissausbruch, Hautrötung, vor allem des Gesichts, Herzklopfen, Blutdruckabfall, Kopfschmerzen und Atemnot führen.

Während der Behandlung mit Natulan sind deshalb alkoholische Getränke zu vermeiden. Die gleichzeitige Einnahme von Natulan und Nahrungsmitteln mit einem hohen Gehalt an Tyramin (Abbauprodukt einer Aminosäure), kann zu Bluthochdruckkrisen führen.

Daher müssen Käse, Streichkäse, Bier, Rotwein, Wermut, Sherry, Portwein, Hartwurst (Salami), Leber, Hefe oder Hefe-Extrakte, Bohnen, überreife Früchte, Avocado, Bananen, Feigen, Hering, geräuchertes oder mariniertes Fleisch oder Fisch vermieden werden.

Natulan kann die Wirkung folgender Arzneimittel verstärken: Gewisse Arzneimittel gegen Asthma, abschwellende Nasentropfen/-sprays, blutdrucksteigernde oder -senkende Arzneimittel, Arzneimittel gegen Depressionen und andere psychische Erkrankungen, Phenobarbital zu Behandlung von Epilepsie, Arzneimittel gegen allergische Erkrankungen, oral einzunehmende Arzneimittel gegen Zuckerkrankheit, Insulin.

Die Wirkung von Natulan kann durch Allopurinol zur Behandlung von Gicht und hoher Harnsäurespiegel im Blut verlängert werden.

Teilen Sie deshalb Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden. Er/sie wird entscheiden, welche Sie zusammen mit Natulan weiterhin anwenden können.

Da es unter Natulan zu unerwünschten Wirkungen wie Schläfrigkeit, Übelkeit oder Erbrechen kommen kann, ist beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!


Natulan darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollen während der Behandlung mit Natulan nicht schwanger werden, und müssen wirksame Massnahmen zur Empfängnisverhütung ergreifen.

Tritt während der Behandlung dennoch eine Schwangerschaft ein, so ist unverzüglich der Arzt bzw. die Ärztin zu informieren, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Während der Behandlung mit Natulan darf nicht gestillt werden.

Männer, die mit Natulan behandelt werden, sollten während der Behandlung und bis 6 Monate danach kein Kind zeugen. Wegen der Gefahr einer definitiven Unfruchtbarkeit durch die Behandlung mit Natulan wird der Arzt bzw. die Ärztin diese Patienten auf die Möglichkeit einer Spermakonservierung vor Behandlungsbeginn aufmerksam machen.

Wie wird es angewendet?

Der Arzt bzw. die Ärztin wird die Dosis für jeden Patienten bzw. jede Patientin individuell festlegen. Sie hängt von der Körperoberfläche, vom Blutbild und davon ab, welche anderen Tumor-Arzneimittel eingesetzt werden. Die verordnete Dosis wird jeweils einmal täglich während 5

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Sehr häufig: Ungünstiger Einfluss auf Blutkörperchenerzeugung im Knochenmark (z.B. Blutarmut, Verminderung der roten und weissen Blutkörperchen), Fehlen der Spermien in der Samenflüssigkeit, Beendigung der Funktion der Eierstöcke, Übelkeit und Erbrechen.

Häufig: Verminderung der Blutplättchen mit Neigung zu Blutungen, Lungenentzündung, Leberfunktionsstörungen, Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, Nervenleiden, Ameiselaufen oder Gefühllosigkeit in den Gliedmassen, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Fieber, Magen-Darm Beschwerden, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Durchfall, Entzündung der Mundschleimhaut, Haarausfall, Verschlechterung der Grunderkrankung durch eine Infektion, Herpes Zoster.

Selten: Kopfschmerzen, Depression, Schwellung am Gesicht, Bauchschmerzen, Hepatitis und Gelbsucht, Blutvergiftungen.

Sehr selten: Zerstörung der roten Blutkörperchen, allergischer Schock, schwere Hautreaktion, Krampfanfälle, Ruhelosigkeit, Halluzinationen, Psychosen, Bindegewebsvermehrung in der Lunge, Muskelschmerzen, Zellveränderungen in Knorpel und Knochen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Natulan soll in der Originalpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Bringen Sie nicht gebrauchte oder beschädigte Kapseln unbedingt Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin zur fachgerechten Entsorgung zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Packungen mit 50 Hartkapseln zu 50 mg.


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