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«Neoimmun 50 mg - Kapseln»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Dieses Arzneimittel blockiert die Abwehrmechanismen und die Überempfindlichkeitsreaktionen, die in Ihrem Körper nach der Einpflanzung von fremdem Gewebe bzw. infolge von Antikörpern gegen körpereigenes Gewebe auftreten können.

Neoimmun wird angewendet bei:
- Übertragung eines Organs oder von Knochenmark, um eine Abstoßung des Organs bzw. des Knochenmarks durch Ihren Organismus zu vermeiden sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern.

  • Knochenmarkstransplantationen zur Behandlung oder Verhütung der „Graft-versus-host-disease“ (Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion).
  • Entzündungen der Aderhaut des Auges (endogene Uveitis), hervorgerufen durch Autoantikör-per.
  • der Behandlung schwerer Psoriasis (Schuppenflechte), wenn die herkömmliche Therapie nicht wirksam oder ungeeignet ist.
  • der Behandlung des nephrotischen Syndroms (bestimmte Nierenerkrankung) sowohl bei Er-wachsenen als auch bei Kindern.
  • der Behandlung der schweren rheumatoiden Arthritis (rheumatische Gelenkserkrankung), wenn konventionelle, langsam wirkende Antirheumatika (Medikamente zur Behandlung der rheumatischen Gelenkserkrankung wie Methotrexat) ungeeignet oder nicht wirksam sind.
  • der Behandlung einer bestimmten, schweren Hauterkrankung (atopische Dermatitis), wenn die herkömmliche Therapie unwirksam oder ungeeignet ist.

Die Einstellung von Patienten auf Neoimmun sollte nur von Ärzten, die mit der immunsuppressiven (die körpereigene Abwehr unterdrückende) Therapie und der Behandlung von Transplantations-Patienten vertraut sind, in entsprechend ausgestatteten Kliniken vorgenommen werden. Der für die Nachsorge des Patienten verantwortliche Arzt sollte umfassend informiert sein.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Neoimmun darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile von Neoimmun sind.
  • wenn Sie an Psoriasis (Schuppenflechte) oder einer Entzündung der Aderhaut des Auges (endoge-ne Uveitis) oder einer schweren Hauterkrankung (atopische Dermatitis) oder einer rheumatoiden Arthritis (rheumatische Gelenkserkrankung) mit einer Störung der Nierenfunktion, unkontrollier-tem Bluthochdruck (Hypertension), unkontrollierten Infektionen oder an bösartigen Tumoren lei-den.
  • wenn Sie unter einer Nierenfunktionsstörung leiden, ausgenommen nephrotisches Syndrom (be-stimmte Nierenerkrankung) und mildes bis moderates Nierenversagen (Niereninsuffizienz).
  • wenn Sie an einer bestimmten Nierenerkrankung (nephrotischen Syndrom) und gleichzeitig an unkontrolliertem Bluthochdruck, unkontrollierten Infektionen oder bösartigen Tumoren leiden.
  • wenn Sie an einer bestimmte Nierenerkrankung (nephrotisches Syndrom) mit veränderten Serum-Kreatininwerten leiden (Erwachsene mit Serum-Kreatininwerten >200 µmol/l, Kinder mit Serum-Kreatininwerten >140 µmol/l.
  • wenn Sie an Psoriasis (Schuppenflechte) leiden, die mit Photochemotherapie (PUVA), Ultravio-lettbestrahlung (UVB), Steinkohleteer oder einer Strahlentherapie behandelt wird.
  • wenn Sie Präparate mit Johanniskraut (Hypericum perforatum) einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Neoimmun ist erforderlich,
Allgemeines: Neoimmun sollte nur von Ärzten, die mit der immunsuppressiven (die körpereigene Abwehr unterdrü-ckenden) Therapie und der Behandlung von Transplantations-Patienten vertraut sind, in entsprechend ausgestatteten Kliniken verordnet werden. Während einer Behandlung mit Neoimmun sind regelmäßi-ge Kontrolluntersuchungen erforderlich, wie zum Beispiel regelmäßige und vollständige Allgemeinun-tersuchungen, Laborsicherheitswerte und Blutdruckmessungen. Zur Früherkennung von Funktionsstö-rungen von Organen, wie Leber und Niere, ist es außerordentlich wichtig, dass Sie sich allen durch Ihren Arzt angeordneten Kontrolluntersuchungen regelmäßig unterziehen. Ihr Arzt, der für Ihre Nach-sorge verantwortlich ist, sollte umfassend über Ihre Therapie informiert werden.

Immunsystem Es muss berücksichtigt werden, dass übermäßige Unterdrückung des Immunsystems die Empfindlich-keit gegenüber Infektionen durch Bakterien, Pilze, Parasiten oder Viren erhöhen, latente Infektionen reaktivieren und möglicherweise, v.a. bei Kombinationstherapie mit mehreren Immunsuppressiva (die körpereigene Abwehr unterdrückende Medikamente), die Bildung von bösartigen Lymphknotenver-größerungen (malignen Lymphomen) und anderen Tumoren verursachen kann.
Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt, der Sie beraten wird.

Es wird empfohlen, Neoimmun nicht gemeinsam mit anderen Immunsuppressiva (die körpereigene Abwehr unterdrückende Medikamente) außer Kortikosteroiden einzunehmen.

Es wird empfohlen, sich während einer Neoimmun-Behandlung nicht mit Lebendimpfstoffen impfen zu lassen. Wenn Sie sich impfen lassen wollen, sprechen Sie davor mit Ihrem Arzt.

Haut Vor der Behandlung mit Neoimmun wird Sie Ihr Arzt über mögliche Risiken der Behandlung und dem Problem des wiederholten Auftretens der Schuppenflechte und atopischen Dermatitis nach Beendi-gung der Therapie mit Neoimmun informieren.

Wenn Sie wegen Psoriasis (Schuppenflechte) mit Neoimmun behandelt werden sollen und Hautverän-derungen aufweisen, die für die Schuppenflechte untypisch sind, und der Verdacht auf eine bösartige Hauterkrankung oder deren Frühstadium besteht, so müssen diese Veränderungen zuerst genau unter-sucht werden, bevor die Behandlung mit Neoimmun aufgenommen bzw. fortgesetzt wird.

Langdauernde ungeschützte Sonnenbestrahlung soll aufgrund des potentiellen Risikos einer Hautma-lignität (bösartige Hauterkrankung) während einer Behandlung mit Neoimmun vermieden werden. Die Patienten sollten außerdem gleichzeitig keine UV-Bestrahlung erhalten.

Eine Infektion mit Herpes (Herpes simplex), zum Beispiel in Form von Fieberblasen, sollte abgeheilt sein, bevor Sie Ihre Neoimmun-Therapie bei atopischer Dermatitis beginnen. Erkranken Sie daran während Ihrer Behandlung, dann ist dies nicht notwendigerweise ein Grund für einen Therapieab-bruch. Einen Ausnahmefall bilden schwere Infektionen. Wenn Sie Neoimmun absetzen möchten, hal-ten Sie vorher unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt. Bei Absetzen des Arzneimittels besteht ein sehr großes Risiko der Transplantatabstoßung. Bei den anderen Anwendungsgebieten (außer bei einer Transplantation) muss mit einer Verschlimmerung bzw. einem Wiedereinsetzen der Beschwerden ge-rechnet werden.

Vorübergehende benigne Lymphadenopathien (gutartige krankhafte Schwellungen der Lymphknoten) treten normalerweise gemeinsam mit einem Erkrankungsschub von atopischer Dermatitis auf und ver-schwinden entweder spontan oder bei Besserung der atopischen Dermatitis. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine Schwellung der Lymphknoten feststellen bzw. kontaktieren Sie Ihren Arzt umge-hend, wenn diese trotz Besserung der atopischen Dermatitis bestehen bleibt.

Wenn Sie über 65 Jahre alt sind, sollten Sie nur bei schwerer körperlicher oder seelischer Beeinträch-tigung durch Psoriasis bzw. atopische Dermatitis mit Neoimmun therapiert werden. Ihr Arzt entschei-det über die Anwendung und wird bei einer Neoimmun-Behandlung entsprechende Überwachungs-maßnahmen der Nierenfunktion einleiten.

Nervensystem Wenn bei Ihnen Anzeichen einer Erhöhung des Hirndrucks (Kopfschmerz, der beim nach vorne Beu-gen, Niesen und Husten verstärkt ist und gemeinsam mit Rücken- und Nackenschmerzen auftritt. Ü-belkeit, Erbrechen. Sehstörungen, Tinnitus (chronische Ohrgeräusche), Gedächtnisstörungen) auftre-ten, ist umgehend ein Arzt zu kontaktieren.

Herz-Kreislauf-System Es sind regelmäßige Blutdruckkontrollen erforderlich. Wenn bei Ihnen während der Neoimmun-Therapie eine Blutdruckerhöhung eintritt, die sich nicht angemessen behandeln lässt, so ist es möglich, dass Ihr Arzt die Neoimmun-Dosis reduziert oder die Therapie abbricht.

Niere Eine häufige und möglicherweise schwerwiegende Komplikation ist eine durch Neoimmun verursach-te Verschlechterung der Nierenfunktion, in sehr seltenen Fällen nach Langzeittherapie eine Verände-rung des Nierengewebes. Die Nierenfunktionsstörung ist durch erhöhte Werte von Kreatinin und Harnstoff (bestimmte Parameter der Nierenfunktion) im Blut erkennbar. Eine sorgfältige Überwa-chung der Nierenfunktion ist wegen der Gefahr einer Niereninsuffizienz erforderlich.

Daher werden bereits vor Therapiebeginn und während der Neoimmun-Therapie in regelmäßigen Ab-ständen Ihre Nierenwerte überprüft. Wenn die Dosierung von Neoimmun erhöht wird, Sie eine Kom-binationstherapie mit nicht-steroidalen Antiphlogistika (bestimmte entzündungshemmende Medika-mente) erhalten, bei Ihnen eine Langzeittherapie von mehr als einem Jahr durchgeführt wird oder Ihre Nieren nur eingeschränkt funktionsfähig sind, werden häufigere Kontrollen durchgeführt. Ihr Arzt wird gemäß Laborwerten und Grunderkrankung die Dosis anpassen bzw. sofern nötig, die Neoimmun-Behandlung beenden.

Falls Sie an einem nephrotischen Syndrom erkrankt sind und mit Medikamenten wie Neoimmun be-handelt werden, die Ihr Abwehrsystem unterdrücken, dann können bösartige Erkrankungen wie zum Beispiel das Hodgkin Lymphom (bösartige Erkrankung des Lymphsystems) auftreten. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt, der Sie beraten wird.

Wenn Sie über 65 Jahre alt sind, dann muss Ihre Nierenfunktion besonders sorgfältig überwacht wer-den.

Stoffwechsel / Veränderung von Laborwerten Neoimmun kann auch einen dosisabhängigen Anstieg von Leberenzymen und Bilirubin im Blut her-vorrufen. Eine sorgfältige Überwachung der Leberfunktion ist wegen der Gefahr einer Leberinsuffi-zienz (Leberversagen) erforderlich. Ihr Arzt wird gemäß Laborwerten und Grunderkrankung die Dosis anpassen bzw. sofern nötig, die Neoimmun-Behandlung beenden.

Die Veränderungen dieser Blutwerte, die Nieren- oder Leberfunktionsstörungen anzeigen, sind abhän-gig von der Höhe der Neoimmundosis und normalisieren sich meist nach Dosisverringerung. Es ist daher außerordentlich wichtig, dass eventuell auftretende Nieren- oder Leberfunktionsstörungen so früh wie möglich festgestellt werden und dass Sie sich daher allen durch Ihren Arzt angeordneten Kontrolluntersuchungen regelmäßig unterziehen.

Da es zu erhöhten Blutzucker-, Harnsäure- und Kalium-Spiegeln oder zu einem weiteren Anstieg von bereits erhöhten Kalium- und/oder Magnesium-Spiegeln im Blut kommen kann, wird Ihnen die regel-mäßige Bestimmung des Blutzucker-, Harnsäure-, Kalium- und Magnesium-Blutspiegels empfohlen. Dies gilt besonders, wenn bei Ihnen ausgeprägte Nierenfunktionsstörungen vorliegen.

Wenn Sie Neoimmun einnehmen, sollten Sie eine hohe Kalium-Einnahme mit der Nahrung, Kalium enthaltende Medikamente oder bestimmte harntreibende Arzneimittel (Kalium-Sparende Diuretika) vermeiden, da Neoimmun gelegentlich eine Erhöhung der Kaliumwerte im Blut verursachen kann. Falls Sie gleichzeitig bestimmte blutdrucksenkende Arzneimittel (ACE-Hemmern, Angiotensin II Re-zeptor Antagonisten) erhalten, ist Vorsicht geboten. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt, der Sie be-raten wird.

Magnesiummangel kann durch die von Neoimmun bewirkte erhöhte Ausscheidung von Magnesium entstehen. Wenn bei Ihnen Symptome des Magnesiummangels wie, rasche Erschöpfbarkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis, Ängste, Depressionen, Muskelkrämpfe (in der Wadenmuskulatur, in den Gefäß- und Eingeweidemuskeln), Kopfschmerzen, Migräne, unklare Oberbauchbeschwerden und Koliken, auftre-ten, kontaktieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt.

Da es zu einer Erhöhung der Blutfettwerte kommen kann, wird Ihr Arzt diese Werte bei Ihnen zu Be-handlungsbeginn und nach dem 1. Behandlungsmonat kontrollieren, die Dosis gegebenenfalls reduzie-ren oder Ihnen entsprechende Ernährungshinweise wie Reduktion der Fettzufuhr mit der Nahrung, geben.
Wenn Sie ein Transplantat erhalten haben, wird Ihr Arzt in regelmäßigen Abständen, Blutspiegelkon-trollen durchführen, um Über- oder Unterdosierungen zu vermeiden.

Magen-, Darmtrakt Während der Behandlung mit Neoimmun wird eine regelmäßige, alle 3 Monate stattfindende, zahn-ärztliche Kontrolle zur Früherkennung von Zahnfleischschwellung und regelmäßige Mundhygiene empfohlen. Tritt bei Ihnen eine Zahnfleischschwellung auf, dann besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt.

Anwendung bei Kindern: Außer beim nephrotischen Syndrom und bei den Transplantationen liegen keine ausreichenden Erfah-rungen vor, deshalb darf Neoimmun bei Kindern und Jugendlichen nur bei Transplantationen und beim nephrotischen Syndrom verwendet werden.

Anwendung bei älteren Patienten: Die Erfahrungen mit Neoimmun bei älteren Patienten sind begrenzt. Im Allgemeinen wird die Dosis bei älteren Patienten mit Vorsicht gewählt werden, unter Berücksichtigung der höheren Häufigkeit herabgesetzter Leber-, Nieren- oder Herzfunktion und gleichzeitig bestehender Erkrankungen oder

Arzneimitteltherapien. Üblicherweise wird Ihr Arzt die Therapie mit einer Dosis am unteren Ende des Dosierungsbereiches beginnen.

Umstellung von anderen Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Ciclosporin auf Neoimmun: Die Umstellung von anderen Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Ciclosporin auf Neoimmun darf nur in medizinischen Einrichtungen mit Erfahrung auf dem Gebiet der immunsuppressiven Therapie und/oder der Behandlung von Patienten nach Organ- oder Knochenmarktransplantationen und unter engmaschiger Kontrolle der Ciclosporin-Spiegel erfolgen. Die Blutspiegel von Ciclosporin müssen v.a. in der ersten Woche nach der Umstellung sorgfältig überwacht werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt

Bei Einnahme von Neoimmun mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel han-delt.
Die Wirkung mancher Arzneimittel kann durch gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel oder Nahrungs- bzw. Genussmittel beeinflusst werden. Man spricht dann von Wechselwirkungen.

Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie diese Medikamente gleichzeitig anwenden dürfen. Beachten Sie bit-te, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können. Nehmen Sie ohne Empfehlung Ihres Arztes keine weiteren Medikamente ein.

Dies gilt, wenn Neoimmun gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen wird, die die Nie-renfunktion beeinträchtigen können. Dazu gehören bestimmte Antibiotika, Colchicin (Medikament gegen Gicht) oder schmerzstillende, entzündungshemmende, antirheumatischen Medikamente.

Weiters kann Neoimmun die muskelschädigende Wirkung (einschließlich Muskelschmerzen und Muskelschwäche) von Medikamenten gegen erhöhte Blutfettwerte (sog. Statine), chronische Herzer-krankungen (Digoxin), Tumore (Etoposide) sowie von Immunsuppressiva (Medikamente zur Unter-drückung der körpereigenen Abwehr wie Prednison) und Colchicin (Medikament gegen Gicht) ver-stärken bzw. zu einer Digoxin-Toxizität, die mit Symptomen wie Herzrhythmusstörungen, Sehstörun-gen (Gelb-Grün-Sehen), Übelkeit und Erbrechen einhergehen, führen. Wenn Sie eines oder mehrere der beschriebenen Symptome bemerken, kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt.

Bei Kombinationstherapie von Neoimmun und Kortison (Kortikosteroiden, Methylprednisolon, Pred-nison, Prednisolon) wurde ein erhöhtes Risiko von zerebralen Krampfanfällen (epileptischen Anfällen) berichtet. Dies gilt vor allem, wenn Sie hochdosierte Kortikosteroide bekommen. Bei Auftreten von Anzeichen eines Krampfanfalls (optische und akustische Halluzinationen, Müdigkeit, Kopfschmer-zen), kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt.

Neoimmun kann den Blutspiegel von Repaglinid (Medikament gegen erhöhten Blutzuckerspiegel) erhöhen und somit zu einem erhöhten Risiko für Hypoglykämien (Unterzucker) führen.

Die gleichzeitige Einnahme von Neoimmun und der Anti-Baby-Pille kann verstärkt zu Leberschädi-gung führen.
Nifedipin (Medikament gegen erhöhten Blutdruck) kann – wie Neoimmun – zu Zahnfleischschwel-lungen führen. Wenn bei Ihnen während einer Neoimmun-Behandlung eine Zahnfleischschwellung auftritt, sollten Sie kein Nifedipin erhalten.

Es wird empfohlen, sich während einer Neoimmun-Behandlung nicht mit Lebendimpfstoffen impfen zu lassen. Wenn Sie sich impfen lassen wollen, sprechen Sie davor mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie Neoimmun einnehmen, sollten Sie eine hohe Kalium-Einnahme mit der Nahrung, Kalium enthaltende Medikamente oder bestimmte harntreibende Arzneimittel (Kalium-Sparende Diuretika) vermeiden, da Neoimmun gelegentlich eine Erhöhung der Kaliumwerte im Blut verursachen kann. Falls Sie gleichzeitig bestimmte blutdrucksenkende Arzneimittel (ACE-Hemmern, Angiotensin II Re-zeptor Antagonisten) erhalten, ist Vorsicht geboten. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt, der Sie be-raten wird.

Medikamente, die bei gleichzeitiger Anwendung mit Neoimmun bekannte nierenschädigende Wirkung

haben können, sind:

  • Bestimmte Antibiotika (Amphotericin B, Trimethoprim (+Sulfamethoxazol), Vancomycin, Ciprofloxacin, Aminoglykoside wie Gentymycin, Tobramycin)
  • Medikamente gegen bestimmte Tumore (Melphalan)
  • Medikamente gegen Gicht (Colchizin)
  • Bestimmte schmerzstillende Medikamente (nicht-steroidale Antiphlogistika inkl. Diclofenac, Naproxen, Sulindac), bestimmte Antirheumatika (Methotrexat)
  • Bestimmte Medikamente gegen Bluthochdruck (Lercanidipin)
  • Bestimmte Medikamente, die das Abwehrsystem des Körpers blockieren (Tacrolimus, Siroli-mus) • Bestimmte Medikamente zur Magensäurehemmung (H-Rezeptor-Antagonisten (Ranitidin und Cimetidin)).

Wenn Sie gleichzeitig Medikamente verwenden, die möglicherweise auch nierenschädigend wirken, wird Ihre Arzt Ihre Nierenfunktion sorgfältig überwachen.

Medikamente, die den Blutspiegel von Neoimmun erhöhen, sind:

  • Bestimmte Antibiotika (Amphotericin B, gewisse Makrolidantibiotika, inkl. Erythromycin, Josamycin, Roxithromycin, Pristinamycin und Clarithromycin, Doxycyclin)
  • Bestimmte Antimykotika (Medikamente gegen Pilzinfektionen wie Ketoconazol, Fluconazol, Itraconazol, Voriconazol)
  • Anti-Baby-Pille
  • Bestimmte Antiarrhythmika (Herzmedikation wie Propafenon, Amiodaron)
  • Bestimmte Antiemetika (Medikamente gegen Übelkeit/Erbrechen wie Metoclopramid)
  • Medikamente gegen Endometriose (schmerzhafte Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut) (Danazol)
  • Medikamente zur Lebertherapie (Cholinsäure inkl. Derivate)
  • Bestimmte Medikamente zur HIV-Behandlung (Proteaseinhibitoren)
  • Bestimmte Antidepressiva (Nefazodon)
  • Medikamente gegen bestimmte Tumore (Imatinib)
  • Medikamente gegen Gicht (Allopurinol, Colchizin)
  • Bestimmte schmerzstillende Medikamente (Methylprednisolon)
  • Bestimmte Medikamente gegen Bluthochdruck (Kalziumantagonisten wie Diltiazem, Nicardi-pin, Verapamil, Nifedipin)
  • Bestimmte Medikamente die das Abwehrsystem des Körpers blockieren (Methylprednisolon, Tacrolimus, Sirolimus)
  • Malariaprophylaktika (Chloroquin)
  • Dopamin-Rezeptor-Agonisten (Bromokriptin) • Bestimmte Medikamente zur Magensäurehemmung (H-Rezeptor-Antagonisten (Ranitidin und Cimetidin)).

Medikamente, die den Blutspiegel von Neoimmun herabsetzen, sind:

  • Anästhetika (Barbiturate wie Phenobarbital)
  • Medikamente gegen Epilepsie (Carbamazepin, Oxcarabazepin, Phenytoin, Primidone)
  • Bestimmte schmerzstillende Medikamente (Metamizol)
  • Bestimmte Antibiotika (Rifampicin, Nafcillin, Sulfadimidin (intravenös), Trimethoprim (in-travenös), Sulfadiazin)
  • Medikamente gegen Tuberkulose
  • Bestimmte Medikamente gegen Fettsucht bzw. bestimmte Medikamente gegen erhöhte Blut-fettwerte (Probucol, Orlistat)
  • Bestimmte Medikamente gegen erhöhte Blutzuckerwerte (Troglitazon)
  • Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen (Ticlopidin)
  • Medikamente gegen bestimmte Tumore (Octreotid)
  • Johanniskraut
  • Medikamente gegen Gicht (Sulfinpyrazon)
  • Bestimmte Antimykotika (Medikamente gegen Pilzinfektionen wie Griseofulvin, Terbionafin)
  • Medikamente gegen Lungenbluthochdruck (Bosentan).

Bei Einnahme von Neoimmun zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Grapefruitsaft und fette Nahrung können die Blutspiegel von Neoimmun erhöhen, daher sind Grape-fruitsaft und fette Nahrung in Zusammenhang mit der Neoimmun Einnahme zu vermeiden.

Vermeiden Sie Lebensmittel mit hohem Kalium-Gehalt (z.B. Bananen) oder übermäßigen Alkoholge-nuss.

Dieses Arzneimittel enthält geringe Mengen an Alkohol. Ein gesundheitliches Risiko besteht u.a. bei Schwangeren, Stillenden, Kindern, Leber- und/oder Niereninsuffizienten, Alkoholkranken, Epilepti-kern oder Hirngeschädigten. Neoimmun wird in diesen Fällen nur bei absoluter Notwendigkeit einer immunsuppressiven (die körpereigene Abwehr unterdrückenden) Therapie angewendet.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Über die Anwendung dieses Arzneimittels während der Schwangerschaft entscheidet der Arzt. Da das Medikament in die Muttermilch übertritt, sollen Patientinnen während der Neoimmun-Behandlung nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

!

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.
Es sollte jedoch beachtet werden, dass dieses Arzneimittel Alkohol enthält, was einen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben kann.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Neoimmun

Dieses Arzneimittel enthält Sorbitol. Bitte nehmen Sie Neoimmun erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Das in Neoimmun enthaltene Macrogolglycerolhydroxystearat kann Magenverstimmung und Durch-fall hervorrufen.

Neoimmun enthält eine geringe Menge an Ethanol (Alkoholanteil weniger als 100 mg/Dosis).

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Neoimmun immer genau nach Anweisung des Arztes ein.
Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Die Kapseln sind unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (ausgenommen alkoholische Getränke und Gra-pefruitsaft) zu schlucken.
Die Kapseln sind erst unmittelbar vor Gebrauch aus der Durchdrückfolie zu entnehmen. Dabei ist der typische Neoimmun-Geruch wahrnehmbar. Dies ist normal und bedeutet nicht, dass mit der Kapsel etwas nicht in Ordnung ist.
Nach einer Organübertragung oder zur Behandlung einer der unter „Anwendungsgebiete“ genannten Erkrankungen wird Neoimmun in Form von Kapseln oder Trinklösung verabreicht. Nach einer Knochenmarktransplantation dagegen erhalten Sie möglicherweise ein anderes ciclospo-rinhältiges Medikament während der ersten Behandlungstage in Form einer täglichen Infusion in die Vene. Anschließend werden Sie Neoimmun-Kapseln oder Lösung in der vom Arzt verschriebenen Dosierung einnehmen.

Der Erfolg der Behandlung mit Neoimmun hängt weitgehend davon ab, wie sorgfältig und genau Sie die Einnahmevorschriften Ihres Arztes befolgen.

  • Nehmen Sie das Medikament genau so ein, wie es Ihnen verschrieben wurde (Anzahl der Kapseln, Tageszeit).
  • Setzen Sie das Mittel nur auf Weisung Ihres Arztes ab.
  • Eine Neoimmun Behandlung kann mehrere Monate, eventuell mehrere Jahre dauern. Im Ver-laufe dieser Zeit wird Sie Ihr Arzt wahrscheinlich anweisen, die Tagesdosis zu verringern. Ändern Sie die Dosierung jedoch nicht aus eigenem Antrieb.
  • Während der Behandlung mit Neoimmun sind vor allem nach einer Transplantation regelmä-ßige Blutspiegelkontrollen notwendig, um mögliche Über- bzw. Unterdosierung zu vermei-den. Diese Untersuchungen sollten Sie unbedingt durchführen. Dabei sollten Sie immer genau über den Krankheitsverlauf genau berichten.
  • Während einer Behandlung mit Neoimmun sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen erfor-derlich, wie zum Beispiel regelmäßige und vollständige Allgemeinuntersuchungen, Laborsi-cherheitswerte und Blutdruckmessungen. Zur Früherkennung von Funktionsstörungen von Organen, wie Leber und Niere, ist es außerordentlich wichtig, dass Sie sich allen durch Ihren Arzt angeordneten Kontrolluntersuchungen regelmäßig unterziehen.
  • Wenn Sie an Nieren- oder Lebererkrankungen leiden, entscheidet der Arzt über die Anwen-dung.

Wenn Sie eine größere Menge von Neoimmun eingenommen haben als Sie sollten Dosen von bis zu 10 g (ca. 150 mg/kg Körpergewicht) wurden mit relativ milden klinischen Erschei-nungen wie Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen oder Herzrasen toleriert. In seltenen Fällen kam es zu Anzeichen einer Nierenfunktionsstörung, die sich nach Absetzen des Mittels zurückbildete. Kon-taktieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine größere Menge von Neoimmun eingenommen haben und eines oder mehrere dieser Symptome bei Ihnen auftreten.

Für den Arzt:

Zur Therapie bei Überdosierung finden Sie Hinweise am Ende dieser Gebrauchsinformation!

Wenn Sie die Einnahme von Neoimmun vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Wenn Sie die Einnahme des Medikaments einmal vergessen, nehmen Sie es sofort, wenn Sie sich dar-an erinnern, sofern es nicht bald Zeit für die Einnahme der nächsten Dosis ist (weniger als 4 Stunden bis zur nächsten Einnahme).

Wenn Sie die Einnahme von Neoimmun abbrechen
Bei Absetzen des Arzneimittels besteht ein sehr großes Risiko der Transplantatabstoßung. Bei den an-deren Anwendungsgebieten (außer bei einer Transplantation) muss mit einer Verschlimmerung bzw. einem Wiedereinsetzen der Beschwerden gerechnet werden. Wenn Sie Neoimmun absetzen möchten, halten Sie vorher unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apo-theker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Neoimmun Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie er-heblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Die Nebenwirkungen der Neoimmun-Kapseln sind im Allgemeinen dosisabhängig und sprechen auf eine Dosisreduktion an. In den verschiedenen Anwendungsgebieten ist das Gesamtbild der Nebenwir-kungen im Wesentlichen dasselbe; es gibt jedoch Unterschiede in der Häufigkeit und dem Schwere-grad. Da bei Transplantationspatienten höhere Initialdosen und längere Behandlungsschemata benötigt werden, treten Nebenwirkungen dort üblicherweise häufiger und stärker ausgeprägt auf als bei Patien-ten, die wegen anderer Indikationen behandelt werden.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen Patienten, die eine immunsuppressive (die körpereigene Abwehr unterdrückende) Therapie erhalten, haben ein erhöhtes Risiko für Infektionen (virale, bakterielle, parasitäre, Pilzinfektionen). Es können sowohl generalisierte (den gesamten Organismus betreffende) als auch lokale Infektionen vorkommen. Ferner können sich schon bestehende Infektionen verschlechtern bzw. reaktiviert werden.

Gutartige, bösartige und unspezifische (Zysten und Polypen eingeschlossen) TumorePatienten, die eine immunsuppressive (die körpereigene Abwehr unterdrückende) Therapie erhalten, haben ein erhöhtes Risiko für Lymphome (bösartige Lymphknotenvergrößerungen) oder lymphoproli-ferative Erkrankungen (Krankheiten, die mit einer übermäßigen Vermehrung von Lymphozyten (wei-ße Blutzellen) einhergehen) und andere bösartige Tumore, besonders der Haut. Die Häufigkeit der bösartigen Tumore steigt mit der Intensität und Dauer der Therapie. Einige bösartige Tumore können tödlich sein.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Nicht über 25°C lagern.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und auf der Blisterpackung nach „Verw. bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats. Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fra-gen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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