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«Nifurantin 50 mg»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

WAS IST Nifurantin® 50 mg UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?
Nifurantin® 50 mg ist ein Antibiotikum zur Behandlung von Harnwegsinfektionen.
Anwendungsgebiete
Nifurantin® 50 mg darf nur verabreicht werden, wenn effektivere und risikoärmere Antibiotika oder Chemotherapeutika nicht einsetzbar sind. Es wird angewendet zur:
- Therapie zur Unterdrückung chronisch-obstruktiver (verengender) Harnwegsinfektionen bei Patienten mit angeborener oder erworbener Abflussbehinderung der Harnwege.
- Reinfektionsprophylaxe (Vorbeugung wiederkehrender Infektionen) chronisch rezidivierender (wiederauftretender) aszendierender (aufsteigender) Harnwegsinfektionen.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Nifurantin® 50 mg darf nicht eingenommen werden,
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Nitrofurantoin oder einen der sonstigen Bestandteile von Nifurantin® 50 mg sind
- bei fehlender oder stark verminderter Harnausscheidung (Anurie, Oligurie), eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 40 ml/min), entzündlicher und chronischer Nervenerkrankung (Polyneuropathie), Glukose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel (angeborener Defekt der roten Blutkörperchen)
- bei veränderten Leberenzymen
- wenn Sie im letzten Drittel einer Schwangerschaft sind oder stillen.
Frühgeborenen und Säuglingen bis Ende des 3. Lebensmonats sollte Nifurantin® 50 mg nicht gegeben werden, da wegen des noch unreifen Enzymsystems (Mangel an Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase) die Gefahr einer Blutarmut durch Auflösung der roten Blutkörperchen (hämolytischen Anämie) besteht.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Nifurantin® 50 mg ist erforderlich
- bei Krankheitsbildern, die als Nebenwirkung von Nitrofurantoin auftreten können, wie chronische Lungenfibrose (entzündliche Lungenerkrankung), Cholestase (Gallestauung) oder chronische Hepatitis (Leberentzündung)
- bei möglicherweise lebensbedrohlichen Nebenwirkungen wie akuten Lungenreaktionen (Atemnot, Husten, Lungeninfiltrationen, Fieber), schweren Hautreaktionen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), Cholestase oder Kribbeln oder Taubheitsgefühl an Händen und üßen (Parästhesien, Ausfallsymptome).
In allen vorgenannten ällen muss die Einnahme von Nifurantin® 50 mg sofort abgebrochen und der Arzt benachrichtigt werden.
- Vor Behandlung mit Nifurantin® 50 mg sollten Nieren- und Leberfunktion überprüft werden. Die Ergebnisse einiger Laboruntersuchungen, wie z. B. auf Glucose, Harnstoff, alkalische Phosphatase, Bilirubin oder Kreatinin können durch Nitrofurantoin falsch erhöht sein.
- Bei Langzeitbehandlung müssen Blutbild sowie Nieren- und Leberwerte kontrolliert werden.
Ältere Menschen:
Nifurantin® 50 mg darf nur bei nachgewiesener ausreichender Nierenfunktion verordnet werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Schwangerschaft
Im letzten Drittel der Schwangerschaft darf Nifurantin® 50 mg nicht angewendet werden (Gefahr der hämolytischen Anämie beim Neugeborenen).
In den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft darf Nifurantin® 50 mg nicht verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Stillzeit
Nifurantin® 50 mg darf nicht während der Stillzeit angewendet werden.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Nifurantin® 50 mg
Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Nifurantin® 50 mg daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Wie wird es angewendet?

WIE IST Nifurantin® 50 mg EINZUNEHMEN?
Nehmen Sie Nifurantin® 50 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
Bei akuten Harnwegsinfekten nehmen Erwachsene 3-mal täglich 2 Tabletten Nifurantin® 50 mg (300 mg Nitrofurantoin) ein, bei Verträglichkeitsproblemen 6-mal täglich 1 Tablette.
Zur Langzeittherapie chronischer Harnwegsinfekte und chronischer Nierenbeckenentzündungen sollen Erwachsene 3-mal täglich 1 Tablette Nifurantin® 50 mg (150 mg Nitrofurantoin) einnehmen.
Art der Anwendung
Die Tabletten sollen zu den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.
Dauer der Anwendung
Bei akuten Harnwegsinfekten sollte Nifurantin® 50 mg über Tage eingenommen werden.
Zur Langzeittherapie chronischer Harnwegsinfekte und chronischer Nierenbeckenentzündungen sollte Nifurantin® 50 mg einige Wochen oder Monate lang eingenommen werden.
Hinweis:
Eine bräunliche Urinfärbung ist harmlos.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Nifurantin® 50 mg zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge von Nifurantin® 50 mg eingenommen haben, als Sie sollten
Symptome der Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel, Koordinationsstörungen bei Bewegungsabläufen, Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl, Zittern, Schüttelkrämpfe, Durchfall, Überempfindlichkeitsreaktionen der Lunge, Exanthem, Nesselsucht, hämolytische Anämie (bei dafür disponierten Menschen), sowie Polyneuropathie bei Patienten mit herabgesetzter Nierenfunktion.
Bei Überdosierung müssen folgende Maßnahmen ergriffen werden: Magenspülung, Aktivkohle, forcierte alkalische Diurese. lm Übrigen symptomatische Behandlung.
Wenn Sie die Einnahme von Nifurantin® 50 mg vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Setzen Sie bitte die Behandlung mit Nifurantin® 50 mg normal fort. Sollten Sie sich unsicher sein, was zu tun ist, sprechen Sie bitte auf jeden Fall mit Ihrem Arzt.
Wenn Sie die Einnahme von Nifurantin® 50 mg abbrechen
Sollten Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden wollen, z. B. weil Ihnen die auftretenden Nebenwirkungen zu stark erscheinen, so sprechen Sie bitte vorher mit Ihrem Arzt.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Einnahme von Nifurantin® 50 mg mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Bei gleichzeitiger Behandlung mit Nifurantin® 50 mg kann die Wirkung nachfolgend genannter Arzneistoffe bzw. Präparategruppen beeinflusst werden:
- Das Arzneimittel ist nicht mit Penicillinen und halbsynthetischen Penicillinen oder Chinolonen wie Nalidixinsäure oder Norfloxacin zu kombinieren.
- Die Gichtmittel Probenecid und Sulfinpyrazon hemmen die Ausscheidung von Nitrofurantoin. Dadurch sammelt sich der Wirkstoff im Körper.
- Bei gleichzeitiger Gabe von Magnesiumoxid und Aluminiumhydroxid (Mittel gegen Sodbrennen) sowie von Metoclopramid kann das Medikament weniger wirksam sein.
- Atropin und Propanthelin verzögern Resorption und Ausscheidung, erhöhen jedoch Bioverfügbarkeit und Wiederauffindungsrate im Harn.
- Harnalkalisierende Stoffe vermindern, harnansäuernde Mittel verstärken die Wirksamkeit von Nitrofurantoin.
- Nitrofurantoin senkt den Serumspiegel von Phenytoin (Arzneimittel für Epileptiker).
Einnahme von Nifurantin® 50 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Das Medikament wirkt in Verbindung mit einer Mahlzeit besser und ist besser verträglich.
WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?
Wie alle Arzneimittel kann Nifurantin® 50 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig
Erkrankungen des Nervensystems: Schwindel; Störungen im Zusammenspiel der Bewegungen (Ataxie); Augenzittern (Nystagmus)
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: allergische Reaktionen: Arzneimittelfieber, Pruritus (Hautjucken), urtikarielle Hautveränderungen (Hautausschlag), angioneurotisches Ödem
Häufig
Erkrankungen des Nervensystems: besonders zu Therapiebeginn: Kopfschmerzen
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: Lungenreaktionen (allergisches Lungenödem, interstitielle Pneumonie)
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: besonders zu Therapiebeginn: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen
Gelegentlich
Leber- und Gallenerkrankungen: reversible Cholestase (rückbildbare Gallestauung) [bis zur] chronisch aktiven oder granulomatösen Hepatitis (Leberentzündung). Anzeichen dafür können Gelbsucht, Hautjucken oder grau gefärbter Stuhl sein.
Selten
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: besonders zu Therapiebeginn: Durchfall
Sehr selten
Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems: Blutbildveränderungen, akute hämolytische Anämie (Blutarmut durch Auflösung der roten Blutkörperchen)
Erkrankungen des Nervensystems: Nervenstörungen (periphere Polyneuropathien) mit Kribbeln und Taubheitsgefühl (siehe auch unter Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen)
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: Lungenfibrose; Asthmaanfälle
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Entzündung der Bauchspeicheldrüse; Entzündung der Ohrspeicheldrüse
Erkrankungen der Nieren und Harnwege: Kristallurie
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: vorübergehender Haarausfall; allergische Reaktionen: Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom
Erkrankungen des Immunsystems: Autoimmunreaktionen (sog. Lupus-ähnliche Syndrome, „lupus-like syndromes“, mit Symptomen wie Exanthem (Hautausschlag), Arthralgie (Gelenkschmerzen) und Fieber); anaphylaktischer Schock; Leberschädigung, Anzeichen dafür können sein: veränderte Leberwerte, Gelbsucht (Ikterus), Juckreiz, Druckgefühl im Oberbauch, Übelkeit / Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit (siehe auch unter Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen)
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse: reversible (rückbildbare) Hemmung der Spermatogenese (Entwicklung der männlichen Fortpflanzungszellen)
Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen
Bei allergischen Reaktionen einschließlich Lungenreaktionen (Husten, Atemnot), Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Armen und Beinen sowie Symptomen, die auf eine Leberschädigung hinweisen, muss sofort der Arzt aufgesucht bzw. benachrichtigt werden. Das Medikament darf nicht weiter eingenommen werden.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Plastikflasche: Nicht über 25C lagern. Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.
Blister: Nicht über 25C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.

Zusätzliche Informationen

BezeichnungNifurantin 50 mg
DarreichungsformTabletten
Versionsnummerv002deFreigabedatum

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION ÜR DEN ANWENDER
Nifurantin® 50 mg, Tabletten
Zur Anwendung bei Erwachsenen
Wirkstoff: Nitrofurantoin
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.
- Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.


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