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«Nifuretten»

Nifuretten


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Nitrofurantin ist ein antibakterielles Harnwegstherapeutikum aus der Gruppe der Nitrofurane.
Nitrofurantoin wird angewendet bei Harnwegsinfektionen.
Nifuretten® werden bei akuten und chronischen sowie rezidivierenden (wiederholt auftretenden) unspezifischen, unkomplizierten, durch Bakterien hervorgerufenen Entzündungen im Bereich der ableitenden Harnwege (z.B. Harnblase) angewendet.
Nifuretten® dürfen nur verabreicht werden, wenn effektivere und risikoärmere Antibiotika oder Chemotherapeutika nicht einsetzbar sind. Sie werden angewendet zur:
- Therapie zur Unterdrückung chronisch-obstruktiver (verengender) Harnwegsinfektionen bei Patienten mit angeborener oder erworbener Abflussbehinderung der Harnwege
- Reinfektionsprophylaxe (Vorbeugung wiederkehrender Infektionen) chronisch rezidivierender (wieder auftretender) aszendierender (aufsteigender) Harnwegsinfektionen.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON Nifuretten® BEACHTEN?
Nifuretten® dürfen nicht eingenommen werden,
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber dem Wirkstoff Nitrofurantoin oder einem der sonstigen Bestandteile von Nifuretten® sind
- wenn Ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist (Niereninsuffizienz)
- wenn die Harnausscheidung vermindert ist oder fehlt (Oligurie, Anurie)
- wenn sich Ihre Leberenzymwerte verändert haben
- wenn Sie an Nervenentzündungen leiden (Neuritis, vor allem Polyneuritis)
- wenn Ihnen das Enzym Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase fehlt (angeborener Defekt der roten Blutkörperchen)
- wenn Sie sich im letzten Drittel der Schwangerschaft befinden
- wenn es sich um Frühgeborene und Säuglinge bis zum 3. Lebensmonat handelt (wegen Gefahr der hämolytischen Anämie).
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Nifuretten® ist erforderlich,
- wenn Krankheitsbilder auftreten können, die als Nebenwirkung von Nitrofurantoin möglich sind, wie chronische Lungenfibrose (entzündliche Lungenerkrankung), Cholestase (Gallestauung) oder chronische Hepatitis (Leberentzündung)
- wenn möglicherweise lebensbedrohlichen Nebenwirkungen wie akuten Lungenreaktionen (Atemnot, Husten, Lungeninfiltrationen, Fieber), schweren Hautreaktionen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), Cholestase oder Kribbeln oder Taubheitsgefühl an Händen und üßen (Parästhesien, Ausfallsymptome) auftreten.
In allen vorgenannten ällen muss die Einnahme von Nifuretten® sofort abgebrochen und der Arzt benachrichtigt werden.
- Vor Verordnung von Nifuretten® sollten Nieren- und Leberfunktion überprüft werden. Die Ergebnisse einiger Laboruntersuchungen, wie z.B. auf Glucose, Harnstoff, alkalische Phosphatase, Bilirubin oder Kreatinin können durch Nitrofurantoin falsch erhöht sein.
- Bei Langzeitbehandlung müssen Blutbild sowie Nieren- und Leberwerte kontrolliert werden.
Ältere Menschen: Nifuretten® dürfen nur bei nachgewiesener ausreichender Nierenfunktion verordnet werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
In den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft entscheidet Ihr Arzt, ob Sie dieses Medikament nehmen dürfen. Im letzten Drittel der Schwangerschaft dürfen Nifuretten® nicht angewendet werden (Gefahr der hämolytischen Anämie beim Neugeborenen).
Während der Stillzeit entscheidet Ihr Arzt, ob Sie dieses Medikament nehmen dürfen.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
Nicht zutreffend
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Nifuretten®
Dieses Arzneimittel enthält Sucrose, Sorbitol, Glucose und Lactose. Bitte nehmen Sie Nifuretten® erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Wie wird es angewendet?

WIE SIND Nifuretten® EINZUNEHMEN?
Nehmen Sie Nifuretten® immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

AnwendungsdauerTagesdosis Nitrofurantoin für Kinder und Erwachsene
a) Akuttherapie: Tage5 mg/kg KM
b) intermittierende
Langzeittherapie:
x 14 Tagemg/kg KM
c) Rezidivtherapie:ca. 6 Monate1,2mg/kg KM

a) Akuttherapie: Das Medikament soll möglichst in gleichmäßigen Zeitabständen eingenommen werden, z.B. 3-mal täglich bedeutet: im Abstand von 8 Stunden (4-mal täglich: alle 6 Stunden). Dabei soll die Nachtruhe nicht unterbrochen werden.
b) intermittierende Langzeittherapie: Das Medikament wird nur 1 – 2-mal täglich (abends bzw. früh und abends) genommen. Nach 14-tägiger Pause wird erneut in gleicher Dosierung eingenommen. Ihr Arzt wird Ihnen das genau erklären.
c) Rezidivtherapie: Nehmen Sie das Dragee abends nach dem letzten Wasserlassen mit etwas Flüssigkeit.
Nifuretten® sind zum Einnehmen.
Nehmen Sie Nifuretten® mit ausreichend Flüssigkeit, z.B. Harntee, zu oder kurz nach den Mahlzeiten ein. Das Medikament kommt dadurch schneller an seinen Wirkort. Außerdem werden die Bakterien aus den ableitenden Harnwegen ausgeschwemmt. Wenn Sie darauf achten, den Unterleib warm zu halten, fördern Sie die Heilung.
Halten Sie bitte die angegebene Einnahmedauer auch dann ein, wenn Sie sich bereits besser fühlen!
Bitte sprechen Sie mit Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Nifuretten® zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge von Nifuretten® eingenommen haben als Sie sollten
Benachrichtigen Sie bitte sofort einen Arzt. Das Arzneimittel sollte aus dem Körper entfernt werden. Über die Art der Giftentfernung entscheidet der Arzt, gegebenenfalls in Absprache mit einer Giftinformationszentrale.
Die folgenden Hinweise sind für den Arzt bestimmt:
Alkalisierung des Urins fördert die Ausscheidung. Hämodialyse ist möglich. Die weitere Behandlung ist symptomatisch durchzuführen. Bei polyneuritischen Beschwerden kann Vitamin B6 verabreicht werden. Kontrollen der Leber- und Nierenfunktion sowie des Blutbildes sind zu empfehlen.
Wenn Sie die Einnahme von Nifuretten® vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein. Setzen Sie bitte die Behandlung mit Nifuretten® normal fort.
Wenn Sie die Einnahme von Nifuretten® abbrechen
Eine bakterielle Infektion kann mit Nifuretten® nur geheilt werden, wenn Sie das Arzneimittel über den vorgeschriebenen Zeitraum regelmäßig einnehmen, da nur dann ausreichende Wirkstoff-Konzentrationen aufrecht erhalten werden. Wenn Sie die Therapie mit Nifuretten® wegen Nebenwirkungen unterbrechen bzw. vorzeitig abbrechen, informieren Sie bitte Ihren Arzt umgehend.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Einnahme von Nifuretten® mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden bzw. vor kurzem angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Bei gleichzeitiger Behandlung mit Nifuretten® kann die Wirkung nachfolgend genannter Arzneistoffe bzw. Präparategruppen beeinflusst werden:
- Das Arzneimittel ist nicht mit Penicillinen und halbsynthetischen Penicillinen sowie Nalidixinsäure zu kombinieren.
- Die Gichtmittel Probenecid und Sulfinpyrazon hemmen die Ausscheidung von Nitrofurantoin. Dadurch sammelt sich der Wirkstoff im Körper.
- Bei gleichzeitiger Gabe von Magnesiumoxid und Aluminiumhydroxid (Mittel gegen Sodbrennen) sowie von Metoclopramid kann das Medikament weniger wirksam sein.
- Atropin und Propanthelin verzögern Resorption und Ausscheidung, erhöhen jedoch Bioverfügbarkeit und Wiederauffindungsrate im Harn.
- Harnalkalisierende Stoffe vermindern, harnansäuernde Mittel verstärken die Wirksamkeit von Nitrofurantoin.
- Nitrofurantoin senkt den Serumspiegel von Phenytoin (Arzneimittel für Epileptiker).
Bei Einnahme von Nifuretten® zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Das Medikament wirkt in Verbindung mit einer Mahlzeit besser und ist besser verträglich.
WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?
Wie alle Arzneimittel können Nifuretten® Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
Sehr häufig: mehr als 1 von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandlelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.
Mögliche Nebenwirkungen
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: besonders zu Therapiebeginn: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen
Selten: besonders zu Therapiebeginn: Durchfall
Sehr selten: Entzündung der Bauchspeicheldrüse; Entzündung der Ohrspeicheldrüse
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr häufig: Schwindel; Störungen im Zusammenspiel der Bewegungen (Ataxie); Augenzittern (Nystagmus)
Häufig: besonders zu Therapiebeginn: Kopfschmerzen
Sehr selten: Nervenstörungen (periphere Polyneuropathien) mit Kribbeln und Taubheitsgefühl (siehe auch unter Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen)
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Sehr selten: Kristallurie
Leber- und Gallenerkrankungen
Gelegentlich: reversible Cholestase (rückbildbare Gallestauung) [bis zur] chronisch aktiven oder granulomatösen Hepatitis (Leberentzündung). Anzeichen dafür können Gelbsucht, Hautjucken oder grau gefärbter Stuhl sein.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Sehr häufig: allergische Reaktionen: Arzneimittelfieber, Pruritus (Hautjucken), urtikarielle Hautveränderungen (Hautausschlag), angioneurotisches Ödem
Sehr selten: vorübergehender Haarausfall; allergische Reaktionen: Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom
Erkrankungen des Immunsystems
Sehr selten: Autoimmunreaktionen (sog. Lupus-ähnliche Syndrome, „lupus-like syndromes“, mit Symptomen wie Exanthem (Hautausschlag), Arthralgie (Gelenkschmerzen) und Fieber); anaphylaktischer Schock; Leberschädigung. Anzeichen dafür können sein: veränderte Leberwerte, Gelbsucht (Ikterus), Juckreiz, Druckgefühl im Oberbauch, Übelkeit / Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit (siehe auch unter Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen).
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr selten: Blutbildveränderungen, akute hämolytische Anämie (Blutarmut durch Auflösung der roten Blutkörperchen).
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Häufig: Lungenreaktionen (allergisches Lungenödem, interstitielle Pneumonie)
Sehr selten: Lungenfibrose; Asthmaanfälle
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Sehr selten: reversible (rückbildbare) Hemmung der Spermatogenese (Entwicklung der männlichen Fortpflanzungszellen).
Hinweis
Eine bräunliche Urinfärbung ist harmlos.
Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen
Bei allergischen Reaktionen einschließlich Lungenreaktionen (Husten, Atemnot), Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Armen und Beinen sowie Symptomen, die auf eine Leberschädigung hinweisen, muss sofort der Arzt aufgesucht bzw. benachrichtigt werden. Das Medikament darf nicht weiter eingenommen werden.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf Faltschachtel und Etikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Aufbewahrungsbedingungen:
Nicht über 25°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.

Zusätzliche Informationen

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
Nifuretten® 20 mg überzogene Tabletten
Zur Anwendung bei Kindern und Erwachsenen
Wirkstoff: Nitrofurantoin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.
- Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

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