Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

«Nitro "Pohl" - Stechampullen zur Infusion»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

NITRO POHL - Ampullen zur Infusionenthalten den Wirkstoff Nitroglycerin.Nitroglycerin steigert die Herzleistung und wirkt spasmolytisch, also entspannend auf die glatte Muskulatur. Nach Einnahme bewirkt die Entspannung eine Erweiterung der Gefäße und damit eine Entlastung des Herzens, die zu einer Abnahme des Sauerstoffbedarfs führt. Außerdem verbessert der Wirkstoff gezielt die Sauerstoffversorgung der minderdurchbluteten Bezirke des Herzens.

Anwendungsgebiete
Zur stationären Intensivtherapie bei:

  • akutem Myokardinfarkt (Herzinfarkt) mit und ohne Linksherzinsuffizienz (Herzschwäche, äußert sich durch Kurzatmigkeit),
  • akuter Linksherzinsuffizienz anderer Genese, insbesondere beim akuten Lungenödem (Flüssigkeitsansammlung im Lungengewebe),
  • schwerem Angina pectoris-Syndrom (Schmerzen im Brustraum, die in die Umgebung ausstrahlen können) bzw. instabiler Angina pectoris, die auf die üblichen Therapien nicht angesprochen hat.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Gegenanzeigen sind Krankheiten oder Umstände, bei denen bestimmte Arzneimittel nicht angewendet werden dürfen, da hier im Allgemeinen der zu erwartende Nutzen in keinem günstigen Verhältnis zu einem möglichen Schaden steht. Damit der Arzt sorgfältig prüfen kann, ob Gegenanzeigen bestehen, muss er über
Vorerkrankungen, Begleiterkrankungen, eine gleichzeitige andere Behandlung sowie über Ihre besonderen Lebensumstände und Gewohnheiten unterrichtet werden. Gegenanzeigen können auch erst nach Beginn der Behandlung mit diesem Arzneimittel auftreten oder bekannt werden.
Auch in solchen Fällen sollten Sie Ihren Arzt informieren.

NITRO POHL darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Nitroverbindungen oder einen der sonstigen Bestandteile von NITRO POHL sind.
  • bei akutem Kreislaufversagen (Schock, Kreislaufkollaps).
  • bei kardiogenem Schock (Pumpversagen des Herzens).
  • bei toxischem Lungenödem (abnormale Ansammlung von Flüssigkeit im Lungengewebe).
  • wenn Sie einen sehr niedrigem Blutdruck haben.
  • bei Erkrankungen, die mit einem erhöhten Schädelinnendruck (intrakranieller Druck) einhergehen.
  • wenn Sie bestimmte Arzneimittel (Phosphodiesterasehemmer) zur Behandlung von Erektionsstörungen (erektiler Dysfunktion) oder Lungengefäßhochdruck (pulmonaler arterieller Hypertonie) einnehmen, da durch diese der blutdrucksenkende Effekt von NITRO POHL erheblich verstärkt werden kann. NITRO POHL darf auch dann nicht angewendet werden, wenn Patienten, die Phosphodiesterasehemmer zur Behandlung von Erektionsstörungen (erektiler Dysfunktion) oder Lungengefäßhochdruck eingenommen haben akute Angina pectoris Beschwerden entwickeln.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von NITRO POHL ist erforderlich, Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie NITRO POHL nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht anwenden dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.

Glyceroltrinitrat darf nur mit Vorsicht angewendet werden bei:

  • hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung mit Verengung des Herzinnenraumes), konstriktiver Perikarditis (einengende Herzbeutelent-zündung) und Perikardtamponade (Herzbeuteltamponade).
  • niedrigen Füllungsdrücken z. B. bei akutem Herzinfarkt, eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer (Linksherzinsuffizienz). Eine Blutdrucksenkung unter 90 mm/Hg systolisch sollte vermieden werden.
  • Verengung an der Aorten- und/oder Mitralklappe (Aorten- und/oder Mitralstenose).
  • Neigung zu Kreislaufregulationsstörungen durch niedrigen Blutdruck (orthostatische Kreislaufregulationsstörungen).
  • Patienten mit schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.

Bei Volumenmangel ist bei Therapiebeginn eine adäquate Volumensubstitution erforderlich.

Bei Anwendung von NITRO POHL mit anderen Arzneimitteln Die gleichzeitige Einnahme von anderen gefäßerweiternden Mitteln (Vasodilatatoren), blutdrucksenkenden Präparaten (Antihypertensiva), ß-Rezeptorenblockern, Kalziumantagonisten, Neuroleptika oder trizyklischen Antidepressiva sowie Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von Nitro Pohl verstärken.

Bei zusätzlicher Anwendungvon organischen Nitraten (z.B. NITRO POHL - Stechmpullen zur Infusion) und bestimmten Arzneimitteln (Phosphodiesterasehemmern) zur Behandlung von Erektionsstörungen (erektiler Dysfunktion) oder Lungengefäßhochdruck (pulmonaler arterieller Hypertonie) kann es zu einer erheblichen Verstärkung des blutdrucksenkenden Effektes kommen (siehe Abschnitt „NITRO POHL darf nicht angewendet werden“). Daher dürfen Sie als Patient mit koronarer Herzkrankheit Phosphodiesterasehemmer zur Behandlung von Erektionsstörungen oder Lungengefäßhochdruck nicht anwenden.

NITRO POHL kann bei gleichzeitiger Anwendung von Dihydroergotamin dessen blutdrucksteigernde Wirkung verstärken.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Heparin (Substanz zur Blutgerinnungshemmung) und NITRO POHL kommt es zu einer Wirkungsabschwächung von Heparin.

Bei mit organischen Nitraten, z. B. Isosorbiddinitrat, Isosorbid-5-Mononitrat, vorbehandelten Patienten kann eine höhere Dosis von Glyceroltrinitrat zur Erzielung der gewünschten Wirkung erforderlich sein.

Schwangerschaft und Stillzeit
In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte aus Gründen besonderer Vorsicht NITRO POHL nur auf ausdrückliche Anordnung des Arztes angewendet werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

! Achtung:
Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen, weil dieses Medikament die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen kann. Sie dürfen keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen.
Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel und im Zusammenwirken mit Alkohol.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von NITRO POHL Dieses Arzneimittel enthält 49 mg Glucose-Monohydrat pro 1 ml unverdünnter Infusionslösung. Dies ist bei Patienten mit Diabetes mellitus zu berücksichtigen.

Wie wird es angewendet?

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt NITRO POHL nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da NITRO POHL sonst nicht richtig wirken kann.

Dosierung:

In Abhängigkeit von den vorliegenden klinischen und hämodynamischen Ausgangswerten richtet sich die Dosierung nach dem Bedarf des Patienten und nach dem Ansprechen der zu kontrollierenden Messwerte.

Im klinischen Gebrauch wird mit einer Dosis von 0,5 - 1,0 mg/h Glyceroltrinitrat begonnen, die anschließende Dosis wird dem individuellen Bedarf angepasst, Maximaldosen betragen in der Regel 8 mg Glyceroltrinitrat pro Stunde, selten 10 mg pro Stunde.

Bei akutem Myokardinfarkt (Herzinfarkt) soll möglichst früh mit der intravenösen Dauerinfusion begonnen werden. Bei systolischem Blutdruck über 100 mmHg können 2- 8 mg pro Stunde (33 - 133 µg pro Minute), in Ausnahmefällen bis zu 10 mg pro Stunde (166 µg pro Minute) infundiert werden bis zum Nachlassen der Angina pectoris-Symptomatik.

Bei akuter Linksherzinsuffizienz (Lungenödem) : 2 - 8 mg pro Stunde (33 - 133 µg pro Minute), über 1 - 2 Tage.

Bei schwerer Angina pectoris soll unter stationären Bedingungen (Intensiv-Station) mit einer Dosis von 2 bis 8 mg pro Stunde (33 - 133 µg pro Minute) behandelt werden. Während der Infusion muss die Hämodynamik kontinuierlich überwacht werden. Eine laufende Kontrolle des systolischen und diastolischen Blutdruckes, der Herzfrequenz und der hämodynamischen Größen (Rechtsherzkatheter) wie systolischer Pulmonalarteriendruck (PASP), pulmonal-kapillärer Verschlussdruck (PCP), diastolischer Pulmonalarteriendruck (PADP), Herzminutenvolumen (CO) und EKG (ST-Streckenmessung) ist erforderlich.

Bei hypertoner Krise mit kardialer Dekompensation unter ständiger Kontrolle von Blutdruck und Herzfrequenz 2 - 8 mg pro Stunde (im Mittel 5 mg pro Stunde) infundieren.

Zur kontrollierten Hypotension je nach Narkoseverfahren und angestrebtem erniedrigten Blutdruckniveau 2 - 10 µg pro kg Körpergewicht pro Minute unter EKG-Überwachung und invasiver Blutdruckkontrolle.
Bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sollte die Dosis entsprechend der Schwere der Funktionsstörung verringert werden.

Zur Vermeidung von Wirkungsabschwächung oder eines Wirkverlustes sollte die niedrigst mögliche, klinisch effektive Dosierung gewählt werden, und ggf. eine intermittierende Verabreichung bzw. eine alternierende Gabe von anderen Vasodilatantien erwogen werden.

Art der Anwendung: Die intravenöse Infusion von Glyceroltrinitrat sollte unter stationären Bedingungen und bei ständiger Herzkreislaufüberwachung erfolgen.

NITRO POHL kann unverdünnt mit entsprechenden Vorrichtungen oder verdünnt intravenös infundiert werden (Verdünnung z.B. mit physiologischer Kochsalzlösung, Glucose 5 %). Bei Kombination mit Infusionslösungen sind die Informationen der jeweiligen Hersteller über ihre Infusionslösungen, so auch zur Kompatibilität, zu Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen zu beachten.

Verdünnungstabelle

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann NITRO POHL Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Bei der Bewertung der Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
Häufig: mehr als 1 von 100, aber weniger als 1 von 10 Behandelten
Gelegentlich: mehr als 1 von 1.000, aber weniger als 1 von 100 Behandelten Selten: mehr als 1 von 10.000, aber weniger als 1 von 1.000 Behandelten Sehr selten: weniger als 1 von 10.000 Behandelten

Erkrankungen des Nervensystems:
Sehr häufig können bei Behandlungsbeginn Kopfschmerzen ("Nitratkopfschmerzen") auftreten, die erfahrungsgemäß meistens nach einigen Tagen bei weiterer Anwendung abklingen.

Gefäßerkrankungen:
Gelegentlich treten Kollapszustände, häufig mit bradykarden Herzrhythmusstörungen (Herzrhythmusstörungen mit Verlangsamung der Pulsfrequenz) und Synkopen (plötzlicher Bewusstseinsverlust) auf.
Gelegentlich kann es zu einem dosisabhängigen Blutdruckabfall mit Verstärkung der Angina Pectoris – Beschwerden oder zu einem Herzfrequenzanstieg kommen. Bei stärkerem Blutdruckabfall ist die Infusion zu unterbrechen. Falls keine spontane Erholung erfolgt, sind u. U. herz- und kreislaufregulierende Maßnahmen zu ergreifen, z.B. Hochlagern der Beine und Volumenersatzmittel.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:
Gelegentlich können flüchtige Hautrötungen (Flush) und allergische Hautreaktionen vorkommen.
Sehr selten kann eine exfoliative Dermatitis (entzündliche Rötung, Schuppung und Schwellung der gesamten Haut) auftreten.

Erkrankungen des Magendarmtrakts: Gelegentlich kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Allgemeine Erkrankungen und Erkrankungen am Verabreichungsort: Eine Toleranzentwicklung (Nachlassen der Wirksamkeit) sowie das Auftreten einer Kreuztoleranz gegenüber anderen Nitroverbindungen (Abschwächung der Arzneimittelwirkung bei vorheriger Behandlung mit anderen Nitrat-Arzneimitteln) wurde beschrieben. Zur Vermeidung einer Wirkungsabschwächung oder eines Wirkungsverlustes sollten hohe kontinuierliche Dosierungen vermieden werden.

Hinweis:
Bei Gabe von NITRO POHL kann, bedingt durch eine relative Umverteilung des Blutflusses in minderbelüftete Lungenabschnitte (hypoventilierte Alveolargebiete) eine vorübergehende Verminderung des Sauerstoffgehaltes im arteriellen Blut (Hypoxämie) auftreten und bei Patienten mit Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) eine Minderdurchblutung des Herzmuskels (Ischämie) auslösen.

Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion darf NITRO POHL nicht nochmals angewendet werden.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25°C lagern. Stechampulle im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach (Verwendbar bis) angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Haltbarkeit nach dem Öffnen des Behältnisses oder nach Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung:
Die gebrauchsfertige Infusionslösung ist bei Verdünnung mit physiologischer Kochsalzlösung oder 5 %iger Glucoselösung 48 Stunden haltbar.


Bewertungen «Nitro "Pohl" - Stechampullen zur Infusion»