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«Nivaquine®»

Nivaquine®
Nivaquine®


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Nivaquine darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin eingenommen werden.

Nivaquine ist ein Malariamittel und wird sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung einer Malariaerkrankung angewendet. Malaria ist eine Infektionskrankheit, die in tropischen und subtropischen Ländern weit verbreitet ist. Die Übertragung der Malariaerreger erfolgt beim Stich einer infizierten Anopheles-Mücke. Frühestens eine Woche nach dem Stich der Mücke treten Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen auf. In leichteren Fällen gleichen diese Erscheinungen denjenigen einer Grippe und können auch noch Monate nach dem Aufenthalt auftreten. Schwere Fälle können lebensbedrohlich sein und müssen sofort behandelt werden. Der Wirkstoff von Nivaquine (Chloroquin) bewirkt eine Abtötung der Malariaerreger im Blut des Menschen und behebt die Symptome, v.a. das Fieber. Neben dieser Wirkung gegen Malariaerreger ist Nivaquine auch wirksam bei gewissen entzündlichen Gelenkerkrankungen (chronische Polyarthritis).

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Wichtig zum Schutz vor Malaria ist auch, sich vor Mückenstichen zu schützen. Anopheles-Mücken stechen vor allem vom Einbruch der Dämmerung an bis zum Tagesanfang. Es empfiehlt sich daher, in dieser Zeit

Mückenschutzmittel zu verwenden,

Kleider zu tragen, die die Haut möglichst bedecken,

nachts in nicht vor Mücken geschützten Schlafräumen ein Moskitonetz zu verwenden.

Nivaquine darf nicht eingenommen werden, wenn Sie auf den Wirkstoff Chloroquin oder andere 4-Aminochinolinderivate überempfindlich reagieren oder wenn Sie an Glucose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel (Favismus), Erkrankungen der blutbildenden Organe oder Erkrankungen der Augennetzhaut leiden und bei Gesichtsfeldveränderung.


Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Falls Sie an Schuppenflechten (Psoriasis), Störungen im blutbildenden System (Porphyrie) oder Epilepsie leiden (es kann ein Anfall ausgelöst werden), ist bei der Einnahme von Nivaquine Vorsicht geboten, ebenso bei schweren Nieren- und Lebererkrankungen.

Bei längerdauernder Behandlung ist eine regelmässige ärztliche Kontrolle der Augen durchzuführen, um erste Anzeichen einer Veränderung der Augennetzhaut frühzeitig zu erkennen.

Kinder dürfen Nivaquine nur auf ausdrückliche Verordnung des Arztes oder der Ärztin über längere Zeit einnehmen.

Die gleichzeitige Einnahme von Nivaquine mit gewissen anderen Arzneimitteln/Substanzen kann zu Wechselwirkungen führen (Verstärkung von Nebenwirkungen, Beeinflussung der Wirksamkeit der kombinierten Arzneimittel). Informieren Sie deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie folgende Arzneimittel/Substanzen einnehmen: Alkohol, leberschädliche Substanzen, Kortikosteroide, MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen), Antirheumatika und andere Mittel gegen chronische Polyarthritis, Digoxin (ein Herzmittel), Mefloquin (auch ein Malariamittel), Cimetidin (Mittel gegen Magen-Darm-Geschwür), magensäurehemmende Präparate mit Magnesium und Kaolin (vermindern die Aufnahme des Wirkstoffes von Nivaquine ins Blut. Nivaquine sollte deshalb 2 Stunden nach Einnahme solcher Präparate eingenommen werden), Antiepileptika und Impfungen gegen Tollwut und Thyphus (Falls Sie gleichzeitig eine Schutzimpfung gegen Typhus abdominalis einnehmen, dürfen Sie mit der Malaria-Prophylaxe erst 3 Tage nach der Einnahme der letzten Impfstoffkapsel beginnen), Ciclosporin (Arzneimittel zur Verhinderung der Abstossungsreaktion bei Transplantation), Methotrexat (Krebsmittel).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden!


Eine Malariaerkrankung in der Schwangerschaft stellt ein hohes Risiko für das noch ungeborene Kind dar. Nivaquine kann zur Vorbeugung oder Behandlung einer Malaria in dieser Zeit in vielen Fällen eingenommen werden. Informieren Sie jedoch Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger sind und Nivaquine einnehmen möchten. Zur Behandlung einer chronischen Polyarthritis sollten Sie während einer Schwangerschaft Nivaquine nicht einnehmen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet über die Einnahme.

Nivaquine sollte während der Stillzeit nicht über lange Zeit eingenommen werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet über die Einnahme. Obwohl der Wirkstoff in die Muttermilch übertritt, ist die Menge ungenügend, um dem Säugling irgendeinen Nutzen zu bringen; eine separate Prophylaxe für den Säugling mit einem geeigneten Arzneimittel ist deshalb erforderlich.

Wie wird es angewendet?

Nivaquine kann zur Malariavorbeugung entweder einmal pro Woche oder täglich eingenommen werden. Welche Dosierungsart für Sie zutrifft, hängt vom Reisegebiet ab. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie darüber informieren. In beiden Fällen ist es wichtig, dass die Einnahme 8 Tage vor der Einreise ins Malariagebiet beginnt und 4 Wochen nach der Ausreise beendet wird (d.h., Sie nehmen die zweite Dosis bei wöchentlicher Einnahme resp. die achte Dosis bei täglicher Einnahme am Tag vor der Einreise ein). Die Tabletten sollten nach dem Essen mit Flüssigkeit eingenommen werden.

Dosierungsarten bei Malaria-Prophylaxe

a) Wöchentliche Einnahme: Beginn: 8 Tage vor Einreise, dann 1mal wöchentlich. Erwachsene: 3 Tabl. Nivaquine 1× pro Woche. Kinder: 35–45 kg: 2 Tabl. Nivaquine 1× pro Woche; 25–35 kg: 1 Tabl. Nivaquine 1× pro Woche; 5–25 kg: 5 mg/kg Körpergewicht/Woche. Ende: 4 Wochen nach Ausreise. Die Tabletten müssen stets am gleichen Wochentag eingenommen werden.

b) Tägliche Einnahme: Beginn: 8 Tage vor Einreise. Erwachsene: 1 Tabl. Nivaquine pro Tag. Kinder: 35–45 kg: ¾ Tabl. Nivaquine pro Tag; 25–35 kg: ½ Tabl. Nivaquine pro Tag; 5–25 kg: ¼ Tabl. Nivaquine pro Tag. Ende: 4 Wochen nach Ausreise.

Malariatherapie

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet über die Dosierung. Üblicherweise nehmen: Erwachsene: 1. Tag: 6 Tabl. Nivaquine in 1 Dosis, gefolgt von 3 Tabl. Nivaquine 6 Stunden später; 2. und 3. Tag: je 3 Tabl. täglich; eventuell 4. und 5.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Nivaquine auftreten:

Häufig Übelkeit, Entzündung der Mundschleimhaut, selten Erbrechen und Durchfall (zur Vermeidung Nivaquine bevorzugt nach dem Essen einnehmen). Selten Leberentzündung: frühe Warnzeichen einer Leberentzündung sind Müdigkeit, Schwächegefühl, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Weitere Zeichen sind Gelbfärbung der Augen (Bindehaut) oder der Haut oder entfärbter Stuhl.

Selten Herz-Kreislaufsymptome wie Blutdruck-Abfall, EKG-Veränderungen und Herzrhythmusstörungen nach hohen Dosen.

Häufig Juckreiz, Ausschlag, Nesselsucht, selten blau-schwarze Verfärbung der Nägel und der Schleimhaut, Haarausfall, möglicherweise reversible Verschlimmerung der Psoriasis, Pigmentstörungen, schwere allergische Reaktionen einschliesslich Haut- und Schleimhautschwellungen und sehr selten schwere blasen- und schuppenbildende Hautreaktionen.

Nervensystem: Häufig Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, selten Angst, Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen, sehr selten Nervenentzündung, Missempfindungen, z.B. Kribbeln. Epileptische Anfälle sind als sehr selten auftretende unerwünschte Wirkungen – auch bei der niedrig dosierten Anwendung zur Malariaprophylaxe – beobachtet worden.

Selten Muskelbeschwerden.

Selten Hörstörungen wie Ohrgeräusche, Hörschäden, Taubheit.

Sehr selten Blutbildveränderungen.

Sehstörungen: Gelegentlich reversible Störungen am Auge wie Akkommodationsstörungen, vorübergehendes Verschwommensehen. Trübung der Hornhaut. Bei längerer Therapie mit höheren Dosen: Einlagerung in die Netzhaut, die zu Gesichtsfeldausfällen führen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Überdosierung: Sollte ein Kind in einem unbewachten Augenblick Tabletten geschluckt haben, ist schnellstens ein Arzt bzw. Ärztin zu benachrichtigen und das Kind unverzüglich zum Erbrechen zu bringen.

Das Arzneimittel ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren. Es darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packung mit 100 Tabletten.


Bewertungen «Nivaquine®»