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«Novothyral - Tabletten»

Novothyral - Tabletten


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Die in Novothyral enthaltenen synthetischen Schilddrüsenhormone sind den in der Schilddrüse natürlich gebildeten Hormonen völlig gleich. Die Wirkungen der Schilddrüsenhormone auf die Körperzellen beruhen auf einem gesteigerten Eiweißaufbau, durch den es zu Zellreifung und Wachstum, Steigerung des Energieumsatzes, Regelung der Körpertemperatur und Beschleunigung der Stoffwechselvorgänge kommt.

Novothyral ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Fehlfunktionen der Schilddrüse. Es normalisiert die Regulation des Schilddrüsenhormonhaushalts, ergänzt zu niedrige Schilddrüsenhormonspiegel im Blut und verhindert eine neuerliche Kropfbildung.

Anwendungsgebiete:

  • Schilddrüsenunterfunktion, wenn eine Behandlung mit dem synthetischen Schilddrüsenhormon Levothyroxin-Natrium (T) alleine nicht zielführend ist.
  • Kropf (euthyreote Struma), Verhütung oder Behandlung erneuter Kropfbildung nach teilweiser oder totaler Entfernung der Schilddrüse und nach der Behandlung (Operation und/oder Radioiodtherapeie) des Schilddrüsenkrebses wenn eine Behandlung mit dem synthetischen Schilddrüsenhormon Levothyroxin-Natrium (T) alleine nicht zielführend ist.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Novothyral darf nicht eingenommen werden,
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Levothyroxin-Natrium (T) und Liothyronin-Natrium (T) oder einen der sonstigen Bestandteile von Novothyral - Tabletten sind.

  • wenn bei Ihnen eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion, unbehandelte Nebennierenrindeninsuffizienz oder unbehandelte Unterfunktion der Hirnanhangdrüse (Hypophyseninsuffizienz) vorliegt.
  • wenn Sie an einem frischen Herzinfarkt, Angina pectoris (Beklemmungsgefühl in der Brust wegen unzureichender Sauerstoffversorgung des Herzmuskels), Entzündung der Herzmuskelschicht oder aller Schichten der Herzwand (Myo-, Pancarditis), tachykarder Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) oder Herzrhythmusstörungen leiden.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Novothyral ist erforderlich,

  • wenn bei Ihnen eine der folgenden Krankheiten vorliegt: Angina pectoris, Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Bluthochdruck, Hypophysen- bzw. Nebennierenrindenschwäche; Erkrankung, bei der die Schilddrüse unkontrolliert Schilddrüsenhormon bildet (Schilddrüsenautonomie). Diese Erkrankungen sind vor Beginn einer Schilddrüsenhormontherapie auszuschließen bzw. zu behandeln.
  • wenn bei Ihnen eine Koronarinsuffizienz (Mangeldurchblutung der Herzkranzgefäße), Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Herzrhythmusstörungen der schnellen Art besteht. Dann ist auch eine leichtere durch Levothyroxin/Liothyronin bedingte Schilddrüsenüberfunktion unbedingt zu vermeiden.
  • wenn bei Ihnen eine durch eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse verursachte Schilddrüsenunterfunktion (sekundäre Hypothyreose) besteht. In diesem Fall muss vor Einleitung einer Schilddrüsenhormontherapie die Ursache abgeklärt werden, und falls erforderlich bei gleichzeitigem Vorliegen einer Nebennierenrindenschwäche eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.
  • wenn Sie an Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) leiden oder mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln behandelt werden. Insbesondere zu Behandlungsbeginn mit Novothyral sind die Blutzuckerspiegel bzw. Blutgerinnungswerte regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls die Dosierung des Antidiabetikums bzw. des blutgerinnungshemmenden Arzneimittels entsprechend anzupassen.

Bei älteren Patienten sind eine vorsichtige Dosierung und häufige ärztliche Kontrollen notwendig.

Bei Frauen nach der Menopause mit einer Schilddrüsenunterfunktion, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine verminderte Knochendichte (Osteoporose) besteht, soll die Schilddrüsenfunktion engmaschig kontrolliert werden, um überhöhte Blutspiegel zu vermeiden.

Bei Einnahme von Novothyral mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Novothyral? Colestyramin und Colestipol (Mittel zur Senkung der Blutfette) hemmen die Aufnahme von Levothyroxin/Liothyronin in den Körper. Die Einnahme von Novothyral sollte deshalb 4 - 5 Stunden vor der Einnahme von Colestyramin erfolgen.

Die Aufnahme von Levothyroxin/Liothyronin kann durch die gleichzeitige Einnahme von aluminiumhaltigen, Magensäure bindenden Antazida, Calciumcarbonat oder eisenhaltigen Arzneimitteln vermindert werden. Deshalb sollte die Einnahme von Novothyral mindestens 2 Stunden vor diesen erfolgen.

Zu einer Wirkungsverstärkung von Novothyral kann es bei gleichzeitiger Einnahme folgender Medikamente kommen: Salicylate (Mittel zur Schmerz- und Fieberbehandlung), Dicumarol (Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung), Furosemid (harntreibendes Arzneimittel), Clofibrat (Mittel zur Senkung der Blutfette), Phenytoin (Mittel bei Krampfleiden). Regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenhormonenwerte sind zu empfehlen.

Zu einer Wirkungsabschwächung von Novothyral kann die gleichzeitige Einnahme folgender Mittel führen: Propylthiouracil (Mittel bei Schilddrüsenüberfunktion), Glucocorticoide

(Nebennierenrindenhormone), Beta-Sympatholytika (Mittel zur Blutdrucksenkung), iodhaltige Kontrastmittel und Amiodaron (Mittel zur Regulation des Herzrhythmus). Amiodaron kann – bedingt durch seinen hohen Iodgehalt – sowohl eine Über- als auch Unterfunktion der Schilddrüse auslösen. Besondere Vorsicht ist bei einem Knotenkropf (Struma nodosa) mit möglicherweise unerkannter Schilddrüsenautonomie (Erkrankung, bei der die Schilddrüse unkontrolliert Schilddrüsenhormon bildet) geboten.

Sevelamer (Arzneimittel zur Behandlung von zu hohen Phosphatspiegeln im Blut) kann die Aufnahme von Levothyroxin vermindern, deshalb wird eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenhormonenwerte empfohlen. Falls notwendig muss die Novothyral Dosis angepasst werden.

Tyrosinkinase-Inhibitoren wie zB. Imatinib, Sunitinib (Mittel zur Behandlung einer Krebserkrankung ) können die Wirksamkeit von Levothyroxin verminderen, deshalb wird eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenhormonenwerte empfohlen. Falls notwendig muss die Novothyral Dosis angepasst werden.

Sertralin (Mittel bei Depressionen) und Chloroquin/Proguanil (Malariamittel) setzen die Wirksamkeit von Levothyroxin/Liothyronin herab und führen zu einem TSH-Anstieg.

Barbiturate (Schlafmittel), Carbamazepin (Mittel zur Behandlung von Epillepsie)und andere Substanzen, die das Enzymsystem der Leber anregen können, können die Ausscheidung von Levothyroxin/Liothyronin über die Leber steigern, dadurch kommt es zu einer Wirkungsabschwächung.

Wie beeinflusst Novothyral die Wirkung von anderen Arzneimitteln? Levothyroxin/Liothyronin kann die Wirkung bestimmter blutgerinnungshemmender Mittel (Cumarinderivate) verstärken und die Wirkung von blutzuckersenkenden Mitteln vermindern. Z.B kann die Blutungsgefahr im Gehirn und im Magen-Darmtrakt, vorallem bei älteren Patienten, erhöht sein.Bei gleichzeitiger Behandlung mit diesen Arzneimitteln und Levothyroxin/Liothyronin wird Ihr Arzt besonders zu Beginn und während der Therapie (bzw. bei Dosisänderung) die Blutgerinnungswerte bzw. den Blutzuckerspiegel kontrollieren und ggf. die Dosierung der blutgerinnungshemmenden oder blutzuckersenkenden Arzneimittel anpassen.

Proteasenhemmer wie z.B. Ritonavir, Indinavir, Lopinavir (Mittel, die die Wirkung von eiweißspaltenden Enzymen hemmen) können die Wirkung von Levothyroxin beeinflussen. Bei gleichzeitiger Behandlung mit diesen Arzneimittel wird Ihr Arzt die Schildrüsenhormonwerte kontrollieren und gegebenesfalls die Dosis anpassen.

Die Wirkung von Digitalis (Mittel bei Herzerkrankungen) kann verringert werden.

Während der Einnahme von östrogenhaltigen Kontrazeptiva („Pille“) oder während einer Hormonersatztherapie nach den Wecheljahren kann der Levothyroxin/Liothyronin-Bedarf ansteigen.

Bei Einnahme von Novothyral zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Sojaprodukte können die Aufnahme von Novothyral vermindern. Insbesondere zu Beginn oder nach Beendigung einer sojahaltigen Ernährung kann eine Dosisanpassung von Novothyral notwendig werden.

Schwangerschaft und Stillzeit
Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist die Einnahme von Novothyral besonders wichtig und unbedingt fortzusetzen. Regelmäßige und engmaschige Kontrollen der Schilddrüsenhormonwerte sollten sowohl während der Schwangerschaft als auch danach durchgeführt werden.

Während der Schwangerschaft kann der Bedarf an Schilddrüsenhormonen erhöht sein. Eine nicht behandelte Schilddrüsenunterfunktion kann zu fetalen Schäden oder Fehlgeburt führen. Schilddrüsenhormone müssen daher während der gesamten Schwangerschaft weiter eingenommen werden. Schilddrüsenhormone passieren die Plazenta nur in unwirksam geringen Mengen. Eine Gefahr für das Ungeborene ist bis jetzt trotz umfangreicher Anwendung während der Schwangerschaft nicht bekannt geworden. Exzessiv hohe Levothyroxin-Dosen während der Schwangerschaft können sich negativ auf die fetale und postnatale Entwicklung auswirken.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Novothyral Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Novothyral - Tabletten daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Novothyral immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Dosierung:
Die nachstehenden Angaben können nur als Richtlinie dienen. Die Einnahmemenge von Novothyral wird vom Arzt für jeden Patienten einzeln festgelegt. Im Normalfall wird die Einnahmemenge langsam gesteigert, bis die günstigste Einnahmemenge für Sie gefunden wird.

Kropf: Erwachsene: 1/2 - 1 Tablette täglich
Jugendliche:1/2 - 1 Tablette täglich
Kinder (bis ca. 35 kg Körpergewicht). 1/2 - 1 Tablette täglich

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach Ihren individuellen, klinischen Erfordernissen.

Schilddrüsenunterfunktion: Anfangs 1/2 bis 1 Tablette täglich 14 Tage lang. Nach Anweisung des Arztes wird die Tagesdosis in Abständen von 2 Wochen um jeweils 1/2 Tablette bis zur ausreichenden Menge gesteigert. Die Erhaltungsdosis beträgt 1/2 - 2 Tabletten täglich. Im Falle einer Schilddrüsenunterfunktion ist eine lebenslange Behandlung nötig.

Verhütung erneuter Kropfbildung nach Operationen an der Schilddrüse: Am Beginn der Behandlung 1/2 - 1 Tablette täglich. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach Ihren individuellen, klinischen Erfordernissen.

Nach Operation eines Schilddrüsenkrebses: 1 - 2 (-3) Tabletten täglich lebenslang.

Bei älteren Menschen ist der Bedarf an Schilddrüsenhormonen niedriger als bei jüngeren Erwachsenen. Der Arzt wird die Dosierung daher entsprechend anpassen.

Art der Anwendung:
Die Tabletten sollen als einmalige Tagesdosis auf nüchternen Magen morgens 1/2 Stunde vor dem Frühstück mit Flüssigkeit eingenommen werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Novothyral eingenommen haben, als Sie sollten, können bei Überdosierung die typischen Erscheinungen einer ausgeprägten Stoffwechselstörung auftreten: Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Schwitzen, Gewichtsabnahme, Fingerzittern, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Durchfall, Angstzustände. Bitte suchen Sie beim Auftreten dieser Symptome Ihren Arzt auf.

Bei versehentlicher Einnahme von Novothyral durch ein Kind ist sofort der nächst erreichbare Arzt zu Hilfe zu rufen, da es bei der Einnahme mehrerer Tabletten zu schweren Krankheitszeichen kommen kann! Bei extremer Überdosierung kann eine Plasmapherese (Blutwäsche) hilfreich sein.
Bei Patienten mit langjährigem Schildrüsenhormon-Abusus sind mehrere Fälle eines plötzlichen Herztodes beschrieben worden.

Das Auftreten von Krampfanfällen oder eine Zunahme der Anfallshäufigkeit bei Patienten mit Epilepsie kann bei Überdosierung oder Überschreiten der individuellen Dosistoleranz auftreten.

Wenn Sie die Einnahme von Novothyral vergessen haben
Sollten Sie einmal zuwenig Tabletten genommen oder eine Einnahme einmal vergessen haben, holen Sie die versäumte Dosis nicht nach, sondern verbleiben Sie im festgelegten Rhythmus.

Wenn Sie die Einnahme von Novothyral abbrechen
Für den Behandlungserfolg ist die regelmäßige Einnahme von Novothyral in der vorgeschriebenen Dosierung erforderlich. Bei Unterbrechung oder vorzeitiger Beendigung der Behandlung kann es daher zum Wiederauftreten von Krankheitssymptomen kommen, deren Art von der jeweiligen Grunderkrankung abhängig ist. Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung daher nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Novothyral Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Überempflindlichkeitsreaktionen können zum Wirkstoff wie zu den sonstigen Hilfstoffen auftreten.

Wird im Einzelfall die Dosisstärke nicht vertragen oder liegt eine Überdosierung vor, so können, besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung, Symptome auftreten, wie sie auch bei einer Überfunktion der Schilddrüse vorkommen, z.B. Steigerung der Herzfrequenz, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, pektanginöse Zustände (Schmerzen hinter dem Brustbein), Kopfschmerzen, Muskelschwäche und Krämpfe, Hitzegefühl, Fieber, Erbrechen, Menstruationsstörungen, Pseudotumor cerebri (eine Scheingeschwulst des Gehirns), Zittern, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, übermäßiges Schwitzen, Gewichtsabnahme, Durchfall.

In diesem Fall entscheidet der behandelnde Arzt über eine vorübergehende Unterbrechung der Behandlung bzw. über eine Reduktion der Tagesdosis.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Nicht über 25°C lagern. Blister im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Blister und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.


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