Octagam 50 mg/ml Infusionslösung - Patienteninformationen, Beschreibung, Dosierung und Richtungen.

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«Octagam 50 mg/ml Infusionslösung»

Octagam 50 mg/ml Infusionslösung
Octagam 50 mg/ml Infusionslösung
Octagam 50 mg/ml Infusionslösung


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Was ist Octagam 50 mg/ml?

Octagam 50 mg/ml ist eine normale Immunglobulinlösung vom Menschen (eine Lösung von menschlichen Antikörpern) zur intravenösen Verabreichung (Infusion in eine Vene). Immunglobuline (Antikörper) sind natürliche Bestandteile des menschlichen Körpers und unterstützen dessen Abwehrkräfte. Octagam 50 mg/ml enthält alle Antikörper, die in der normalen Bevölkerung vorkommen. In ausreichender Dosierung verabreicht kann dieses medizinische Produkt anormal niedrige Werte wieder in den Normalbereich bringen.

Octagam 50 mg/ml enthält ein breites Spektrum an Antikörpern gegen verschiedene infektiöse Erreger.

Octagam 50 mg/ml wird zur Substitutionstherapie eingesetzt. Es gibt drei Arten der Substitutionstherapie:

  • Patienten mit einem angeborenen Mangel an Antikörpern (primäre Immunmangelkrankheiten wie: kongenitale Agammaglobulinämie und Hypogamma-Globulinämie, allgemeine variable Immundefizienz, schwere kombinierte Immundefizienz und Wiskott-Aldrich-Syndrom).
  • Patienten mit Bluterkrankungen, die zu einem Mangel an Antikörpern und wiederkehrenden Infektionen führen (Myelom oder chronische lympathische Leukämie mit schwerer sekundärer Hypogamma-Globulinämie und wiederkehrenden Infektionen).
  • Kinder mit angeborenem AIDS und wiederkehrenden bakteriellen Infektionen.

Außerdem kann Octagam 50 mg/ml bei folgenden entzündlichen Krankheiten angewendet werden:

  • bei Erwachsenen oder Kindern, die keine genügende Anzahl von Blutplättchen (idiopathische thrombozytopenische Purpura) und ein hohes Risiko von Blutungen haben oder vor Operationen zur Korrektur der Thrombozytenzahl;
  • bei Patienten mit einer Erkrankung, die zur Entzündung verschiedener Organe führt (Kawasaki-Syndrom);
  • bei Patienten mit einer Erkrankung, die zu Entzündungen bestimmter Teile des Nervensystems führt (Guillain Barré Syndrom).

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Octagam 50 mg/ml darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen menschliche Immunglobuline oder einen der sonstigen Bestandteile von Octagam 50 mg/ml sind.
  • wenn Sie einen Mangel an Immunglobulin A (IgA-Mangel) und Antikörper gegen IgA haben.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Octagam 50 mg/ml ist erforderlich:

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie noch irgendwelche anderen Krankheiten haben.

Bestimmte schwere unerwünschte Nebenwirkungen können im Zusammenhang mit der Infusionsgeschwindigkeit stehen. Die empfohlene Infusionsgeschwindigkeit muss genau eingehalten werden. Die Patienten müssen während und nach der Infusion überwacht und hinsichtlich des Auftretens von Symptomen sorgfältig beobachtet werden. Bestimmte unerwünschte Reaktionen können häufiger vorkommen bei:

  • einer hohen Infusionsgeschwindigkeit;
  • Patienten mit Hypo- oder Agammaglobulinämie mit oder ohne IgA-Mangel;
  • Patienten, die erstmals normales Immunglobulin vom Menschen erhalten, oder, in seltenen Fällen, bei einem Wechsel des Immunglobulinpräparates, oder nach einer längeren Behandlungspause.

Echte Überempfindlichkeitsreaktionen sind selten. Sie können in den sehr seltenen Fällen des IgA-Mangels mit Anti-IgA-Antikörpern auftreten.

Selten kann normales Immunglobulin vom Menschen zu einem Blutdruckabfall mit einer anaphylaktischen Reaktion führen, selbst bei Patienten, die eine Behandlung mit normalem Immunglobulin vom Menschen zuvor vertragen hatten.

Mögliche Komplikationen können oft vermieden werden, wenn sichergestellt wird, dass:

  • die Patienten keine Überempfindlichkeit gegenüber normalem Immunglobulin vom Menschen aufweisen, indem ihnen das Präparat langsam infundiert wird (1 ml/kg/Std).
  • die Patienten während der gesamten Dauer der Infusion sorgfältig auf Symptome hin überwacht werden. Insbesondere solche Patienten, die erstmals normales Immunglobulin vom Menschen erhalten, die von einem anderen Immunglobulinpräparat umgestellt wurden, oder die eine längere Behandlungspause hatten, sollten während der ersten Infusion und eine Stunde danach überwacht werden, um mögliche Nebenwirkungen festzustellen. Alle anderen Patienten sind mindestens 20 Minuten nach der Verabreichung zu beobachten.

Es gibt klinische Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Verabreichung von IVIg und der Bildung von Blutgerinnseln, beispielsweise Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolie und Venenthrombose. Bei folgenden Patienten ist bei der Verabreichung von IVIg besondere Vorsicht geboten: bei Übergewicht; bei Risikopatienten wie z.B. hohes Alter, Bluthochdruck, Blutzuckererkrankung, Gefäßerkrankungen, Bildung von Blutgerinnseln in der Vergangenheit, bei Patienten mit bekannter Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln, Patienten mit langer Liegezeit, und stark entwässerte Patienten.

Fälle von akutem Nierenversagen wurden bei Patienten beschrieben, die eine IVIg-Therapie erhielten. In den meisten Fällen wurden Risikofaktoren erkannt, z.B. vorbestehende Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus , Hypovolämie (Verminderung der im Blutkreislauf befindlichen Menge Blut), Übergewicht, nierenschädigende Begleitmedikation oder Alter über 65 Jahre.

Im Falle einer Nierenfunktionsbeeinträchtigung sollte ein Absetzen des IVIg-Präparates erwogen werden.

Diese Berichte über Nierenfunktionsstörungen und akutes Nierenversagen wurden zwar mit der Anwendung vieler der zugelassenen IVIg-Präparate in Verbindung gebracht, jedoch war der Anteil der Präparate, die Saccharose als Stabilisator enthielten, unverhältnismäßig groß. Bei Risikopatienten soll die Anwendung von saccharosefreien IVIg-Präparaten erwogen werden. Octagam 50 mg/ml ist saccharosefrei.

Bei Patienten mit Risiko für akutes Nierenversagen oder thromboembolischen (Gefäßerkrankung bei der sich ein Blutgerinnsel in einem Gefäß bildet) Nebenwirkungen sollte die Infusion der intravenösen Immunglobuline mit der niedrigsten Infusionsgeschwindigkeit und mit der niedrigsten, noch möglichen Dosis erfolgen.

Bei allen Patienten erfordert die Gabe von IVIg:

  • eine geeignete Regulierung des Wasserhaushaltes (Hydratation) vor Beginn der IVIg-Infusion - Überwachung der Urinausscheidung - Überwachung des Serumkreatinin-Spiegels (bestimmter Nierenwert)
  • Vermeidung der gleichzeitigen Gabe von Arzneimitteln, die die Urinausscheidung erhöhen (Schleifendiuretika).

Im Falle des Auftretens von Nebenwirkungen muss entweder die Infusionsgeschwindigkeit bei der Verabreichung der Infusion reduziert oder die Infusion abgebrochen werden. Ob und wie die Behandlung einer Nebenwirkung erfolgt, hängt von der Art und der Stärke der Nebenwirkungen ab.

Bei einem Schock sind die aktuellen medizinischen Standardmaßnahmen für eine Schockbehandlung anzuwenden.

Virussicherheit

Wenn Medikamente aus dem menschlichen Blut oder Plasma hergestellt werden, werden bestimmte Maßnahmen getroffen, um der Übertragung von Infektionserregern an Patienten vorzubeugen. Hierzu zählen:

  • eine sorgfältige Auswahl der Blut- und Plasmaspender, um sicherzustellen, dass jene, die das Risiko tragen, an einer Infektion zu leiden, ausgeschlossen werden;
  • das Testen einer jeden Spende sowie des gesamten Plasma-Pools auf Zeichen von Viren/Infektionen;
  • Hersteller implementieren in den Herstellungsprozess von Produkten aus Blut oder Plasma Produktionsschritte, durch die Viren zerstört oder entfernt werden. Trotz dieser Maßnahmen können bei einer Verabreichung von Medikamenten, die aus menschlichem Plasma hergestellt werden, Infektionskrankheiten durch Übertragung von Erregern nicht vollständig ausgeschlossen werden. Dies gilt ebenso für bisher unbekannte Viren oder andere Infektionserreger. Die Verfahren sind wirksam gegen umhüllte Viren, wie z. B. das HI-Virus, das Hepatitis B-Virus und das Hepatitis C-Virus. Die Verfahren sind aber nur von begrenzter Wirksamkeit gegen nicht umhüllte Viren, wie Hepatitis A-Virus und Parvovirus B19. Immunglobuline sind nicht mit Hepatitis A- oder Parvovirus B19-Infektionen in Zusammenhang gebracht worden, weil die in dem Produkt enthaltenen Antikörper gegen diese Infektionen eine Schutzwirkung ausüben.

Es ist wichtig, dass bei jeder Verabreichung von Octagam 50 mg/ml der Name und die Chargennummer des Produkts aufgezeichnet wird, damit Sie stets wissen, welche Chargen-Nummern bei Ihnen verabreicht wurden.

Bei Anwendung von Octagam 50 mg/ml mit anderen Arzneimitteln

Der Infusionsschlauch muss vor und nach der Verabreichung von Octagam 50 mg/ml entweder mit isotonischer Kochsalzlösung oder mit einer 5%igen Dextroselösung ausgespült werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt oder wenn Sie in den letzten 3 Monaten geimpft wurden.

Octagam 50 mg/ml kann die Wirkung von abgeschwächten Lebendimpfstoffen, wie Masern-, Röteln-, Mumps- und Windpockenimpfstoffe beeinträchtigen.

Nach der Verabreichung dieses Präparates ist vor einer Impfung mit abgeschwächten Lebendimpfstoffen eine Wartezeit von mindestens 3 Monaten einzuhalten. Im Fall von Masern kann diese Beeinträchtigung bis zu einem Jahr fortbestehen.

Wenn Ihnen eine Blutprobe abgenommen wird, informieren Sie Ihren Arzt, dass Sie Immunglobuline anwenden, da diese die Ergebnisse bestimmter Tests möglicherweise beeinträchtigen können.

Blutzuckertest

Einige Arten von Blutzuckertestsystemen (so genannte Glukometer) interpretieren die Maltose, die in Octagam 50 mg/ml enthalten ist, fälschlicherweise als Glukose. Das kann nach sich ziehen, dass der Glukosewert während einer Infusion sowie bis etwa 15 Stunden nach Ende der Infusion fälschlicherweise erhöht angezeigt wird. Dies kann dazu führen, dass eine unangemessene Menge Insulin verabreicht wird, was zu einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung (d. h. vermindertem Blutzuckerspiegel) führen kann.

Andererseits können Fälle einer echten Unterzuckerung unbehandelt bleiben, wenn die Unterzuckerung durch den fälschlich erhöhten Glukosetest verschleiert wird.

Lesen Sie sorgfältig die Gebrauchsinformationen des Blutzuckertestsystems und der Teststreifen, um sicherzustellen, dass das System für die Verwendung mit maltosehaltigen parenteralen Produkten geeignet ist. Bei Unklarheiten, fragen Sie bitte Ihren behandelnden Arzt, um sicherzustellen, dass das Glukosetestsystem, das Sie verwenden, auch tatsächlich für den Gebrauch mit maltosehaltigen parenteralen Produkten geeignet ist.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Da die Sicherheit dieses Arzneimittels für die Anwendung bei schwangeren Frauen nicht im Rahmen kontrollierter klinischer Studien geprüft wurde, sollte Octagam 50 mg/ml schwangeren Frauen und stillenden Müttern nur mit Vorsicht verabreicht werden. Klinische Erfahrungen mit Immunglobulinen zeigen, dass keine schädigenden Wirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft, den Fötus oder das Neugeborene zu erwarten sind.

Immunglobuline gehen in die Muttermilch über und können eine Übertragung schützender Antikörper auf das Neugeborene bewirken.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es gibt keinerlei Anzeichen, dass Immunglobulinpräparate die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Wie wird es angewendet?

Ihr Arzt entscheidet, ob Sie Octagam 50 mg/ml benötigen und in welcher Dosierung. Octagam 50 mg/ml wird als intravenöse Infusion (Infusion in eine Vene) von medizinischem Fachpersonal verabreicht. Die Dosierung und das Dosierungsschema sind abhängig von der Indikation und müssen für jeden Patienten individuell definiert werden.

Die Dosierungsempfehlungen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Octagam 50 mg/ml Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Es können Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, allergische Reaktionen, Schmerzen im Brustkorb, Hautreaktionen, Gelenkschmerzen, Blutdruck-veränderungen (niedriger/hoher Blutdruck) oder leichte Rückenschmerzen auftreten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über +25°C lagern und transportieren.

Die Infusionsflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Nicht einfrieren.

18 Monate für 20 ml Abfüllgröße und
2 Jahre für 50 ml, 100 ml, 200 ml und 500 ml Abfüllgrößen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Sie dürfen Octagam 50 mg/ml nicht verwenden, wenn Sie bemerken, dass die Lösung trübe ist, einen Bodensatz oder eine intensive Färbung aufweist.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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